Digitoxinum
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Digitoxin. "Kristallisierte Digitalin" (von Nativelle). (Weder ein Glukosid noch ein Alkaloid) C 31 H 33 O 7 . (Das wirksamste Prinzip der Digitalis). Verreibung.
Klinisches
Phlegmone / Eiterung / Sehen, gestört / Erbrechen
Charakteristika
Digitoxin ist von Kopfe arzneilich geprüft worden, der um 10 Uhr vormittags eine Einzeldosis von 2 Milligramm einnahm. Es begann nach einer Stunde zu wirken: Mattigkeit, Übelkeit und leichter Schwindel, die zunahmen, bis er gezwungen war, um 1 Uhr eilig nach Hause zu gehen, um Erbrechen auf der Straße zu vermeiden. Doch er war zu schwach zum Gehen und musste eine Droschke nehmen. Er ging sofort zu Bett und blieb drei Tage und einen Teil des vierten Tages im Bett. Der Puls war regelmäßig und in der gewöhnlichen Frequenz geblieben, 80 bis 84, war aber um 2 Uhr 58 und intermittierend. Übermäßige Übelkeit war ständig vorhanden und verhinderte nachts den Schlaf. Erbrechen dunkelgrünlicher Schleimmassen brachte sofortige Erleichterung, die jedoch nur kurze Zeit anhielt. Der Puls sank auf 42, mit Aussetzen nach je zwei Schlägen, wobei Herzschläge und Intermission in der Brust deutlich gefühlt wurden. Die Extremitäten versagten trotz größter Willensanstrengung ihren Dienst. Das Sehen wurde schwach, die Gesichter von Freunden waren nicht zu unterscheiden, und er erkannte sie nur an ihren Stimmen. Gegenstände liefen ohne Umrisse ineinander, sodass er im Gesichtsfeld nur einige sehr dunkle oder helle oder große oder kleine Bilder unterscheiden konnte. Dabei schienen alle Gegenstände, besonders alle hellen, in einem leicht gelben Licht. (Dieses Gelbsehen war sehr anhaltend und dauerte acht Tage; es kann sich als Leitsymptom für diese Zubereitung von Digitalis erweisen.) Die Übelkeit hielt weiter quälender an und wurde durch Trinken von Champagner, kohlensäurehaltigen Wässern und gewöhnlichem Wasser verschlimmert. Die zweite Nacht war sehr unruhig, mit teilweisem Schlaf, viermal in einer Stunde unterbrochen durch verwirrte, ängstliche Träume und furchtbare Phantasien. Am Abend des dritten Tages konnte er mit Anstrengung ein wenig essen und erbrach nicht. Am vierten Tag war er ein wenig auf und fühlte sich besser, konnte etwas Fleisch essen und so viel Wasser trinken, wie er wünschte. Am fünften Tag konnte er ein wenig ausgehen, auf den Arm eines anderen gestützt. Während der drei folgenden Tage verschwanden die Symptome allmählich. Mit festem Schlaf und außerordentlichem Appetit kehrten körperliche Kraft und normales Sehen zurück.
Bei einigen an Hunden vorgenommenen Versuchen wurde bemerkt, dass subkutane Injektionen ausnahmslos von phlegmonöser Entzündung gefolgt waren, die zur Eiterung fortschritt.
Beziehungen
Vergleiche: Digitalis (< durch Trinken ist bei beiden ausgeprägt); Digitalinum; Cina und Santonin bei Gelbsehen.
2. Kopf
Leichter Schwindel, mit Übelkeit und Mattigkeit.
3. Augen
Schwaches Sehen: Gesichtszüge von Freunden schienen zu schwimmen und undeutlich zu werden. Alle Gegenstände im Zimmer liefen ohne irgendwelche Umrisse ineinander; er konnte nur einige sehr dunkle oder helle oder große oder kleine Bilder im Gesichtsfeld unterscheiden. Dabei schienen alle Gegenstände, bes. alle hellen, in einem leicht gelben Licht. (Dies trat am ersten Tag auf, war am dritten und fünften Tag in keiner Weise vermindert und verging erst am achten.)
6. Gesicht
Blässe und kollabiertes Aussehen des Gesichts.
11. Magen
Abneigung gegen jede Art von Nahrung. Mattigkeit, Übelkeit und Unbehagen. Ständig zunehmendes Unbehagen und quälende Übelkeit, endend in Erbrechen einer großen Menge dunkelgrünlicher Schleimmassen. Die Erleichterung trat sofort ein, dauerte aber nur eine Viertelstunde und machte dem übermäßigsten Übelkeitsgefühl Platz. Eine Stunde später erneuerte sich das Erbrechen heftig: gallig gefärbte Schleimmassen, begleitet, vorangegangen und gefolgt von Würgen. Langsamer, intermittierender Puls. Am Abend versuchte er, ein Glas eisgekühlten Champagners zu nehmen, doch die Übelkeit nahm rasch zu, und innerhalb weniger Minuten erbrach er eine große Menge einer wässrigen, schleimigen Substanz, leicht mit Galle gefärbt; viel Würgen folgte. Kohlensäurehaltige Wässer und gewöhnliches Trinkwasser verschlimmerten die Übelkeit stets. Am dritten Tag konnte er ein wenig trinken. Am sechsten Tag außerordentlicher Appetit.
18. Brust
Beklemmung und Angst in der Brust; Herzschläge und Aussetzer deutlich gefühlt.
19. Herz
Puls anfangs normal und regelmäßig, wurde später ausgeprägt langsam, intermittierend, dikrot und dann trikrot. Puls sehr leicht erregbar durch die geringste Aufregung oder körperliche Anstrengung.
24. Allgemeines
Mattigkeit; rascher Kraftverlust. Erschöpfung; die Extremitäten verweigern ihren Dienst; kann sich ohne Hilfe nicht aus dem Bett erheben. (Phlegmonöse Entzündung, die in Eiterung übergeht.)
26. Schlaf
Keinen Augenblick Ruhe wegen quälender Übelkeit und Schwäche. Zweite Nacht unruhig, mit teilweisem Schlaf, der durch verwirrte, ängstliche Träume und furchtbare Phantasien unterbrochen wurde. Vierter Nacht fester Schlaf.