Digitalinum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Ein wirksames Prinzip (Glukosid) von Digitalis purpurea. C 5 H 8 0 2 . (Schmiedeberg); C 27 H 45 O 15 (Kosmann). Verreibung.
Klinisches
Asthma / Diarrhö / Emissionen / Exophthalmus / Herz, Affektionen des / Palpitation / Spermatorrhö / Schwindel / Sehen, Halluzinationen des
Charakteristika
Digilalinum ist ein Gift von sehr großer Wirksamkeit. Es wirkt tiefgreifend auf das Muskelgewebe, sowohl das willkürliche als auch das unwillkürliche, besonders auf das Herz. Es verursacht eine tiefe Prostration, selbst bis zur Unfähigkeit, einen Muskel zu bewegen. Paralytische Schwäche; Taubheitsgefühl; Zittrigkeit der Extremitäten. Kalte, klamme Oberfläche. Gänsehaut. Das Herz wird verlangsamt, oder aber seine Tätigkeit wird rasch und schwach gemacht, oder „Empfindung, als ob das Herz stillstände“. Digitalis hat: Empfindung, als ob das Herz stillstehen würde, wenn er sich bewegte. Nach Hale ist Dgn. besonders angezeigt in Fällen eines „überlasteten Herzens, wo es ständig arbeiten muss“. Unregelmäßige und intermittierende Tätigkeit. Eine sinkende, ohnmachtsnahe Empfindung wird im Epigastrium verspürt, Übelkeit und Erbrechen von eidotterartiger Materie, Frösteln, Diarrhö, wobei die Stühle nicht charakteristisch weiß vermerkt sind, wie es die der Pflanze sind. Empfindlichkeit der Augen gegen Licht und der Nase gegen Gerüche. Störungen des Sehens und Hörens sind sehr zahlreich. Ein Arzneiprüfer vermerkte „frontalen Kopfschmerz, Blendungserscheinungen, Appetitlosigkeit, Sinken im Epigastrium, intestinale Flatulenz, Borborygmen, Aufstoßen, leichte Bauchschmerzen; Harn reichlich; große Ermüdung; schmerzhafte Hitze am Abend, aber kein Durst.“ Einen ganzen Tag lang Druck in der supraorbitalen Region gegen den Stirnsinus hin, und beim Gehen ein Gefühl, als ob der Boden unter seinen Füßen nachgäbe. Sexuelle Schwäche zeigt sich in: Tiefem Schlaf, in dem eine Emission erfolgt, ohne ihn zu wecken;“ und „Sexuelle Kraft vermindert oder vorübergehend ganz aufgehoben.“ Dgn. hat folgenden Fall geheilt: Mrs. hatte seit über einem Jahr Schwellung der rechten Hand und Finger, die sie für rheumatisch hielt. Digitalis hat das Symptom „Schwellung der rechten Hand und Finger“, und dies wäre gegeben worden, doch war nur Digitalin zur Hand. Dieses wurde in 4x gegeben. Nach der zweiten Gabe begann die Schwellung zurückzugehen, und in zwei oder drei Tagen war sie vollständig verschwunden. (H. W., xxvi. 552). Die Herzschmerzen sind < Liegen auf der linken Seite. Viele Symptome erscheinen beim Erwachen am Morgen; Frösteln und Fieber am Nachmittag und Abend. Verwirrung des Kopfes ist > Gehen im Freien. Symptome sind > nach dem Abendessen. Trinken = Übelkeit und Erbrechen. Schmerzen im Rumpf < während Ruhe.
Beziehungen
Vergleiche: Digitalis, Conium, Gratiol., Tabac., Gelsem., Secale. Siehe unter DIGITALIS.
1. Gemüt
Erregung. Halluzinationen. Reizbarkeit. Zuweilen Niedergeschlagenheit, zuweilen Ausgelassenheit. Unfähigkeit, die Aufmerksamkeit zu fixieren; oder das Gelesene aufzunehmen.
2. Kopf
Schwindel, mit unsicherem Sehen; Unfähigkeit, entfernte Gegenstände zu fixieren. Gegenstände scheinen sich horizontal von l. nach r. zu drehen; > Schließen der Augen. Kopf nach hinten geworfen. Einschießender Schmerz im Kopf; gegen Abend heiß und verwirrt. Stirn schwer, heiß. Kopfschmerz am Morgen, schlimmer am Nachmittag und am Abend zunehmend zu einer heftigen Migräne. Eine eigentümliche Empfindung von Ziehen, von Emporgehobenwerden im Hinterhaupt und Scheitel; danach ein Druck im Hinterhaupt.
3. Augen
Empfindung, als ob die Augen größer würden und aus ihren Höhlen hervorträten; Exophthalmus. Halluzinationen des Sehens. Muscæ volitantes, am Abend schien der obere Teil des Gesichtsfeldes von einer Wolke beschattet. Flimmern und Blendung. Ein großer heller Fleck, der sich nähert, zuweilen einem Ring ähnlich, der prismatische Farben zeigt; < nach Anstrengung. Kreise, die vor den Augen schweben. Alle Gegenstände in einem Zimmer scheinen zusammenzulaufen. Gelbsehen. Hof um Kerzenflamme.
5. Nase
Häufiges Niesen und Schnupfen; mit drückenden, pochenden Schmerzen in den Armen; Nasenschleim am Morgen blutig gestreift; Geruchssinn verloren.
6. Gesicht
Gesicht heiß, rot und fiebrig; oder aber sehr blass. Ständiges Zucken der Oberlippe der l. Seite.
7. Zähne
Bohrende, stechende, pochende Schmerzen in den Zähnen; l. oberer Eckzahn; r. hintere untere Zähne; l. und r. obere Schneidezähne.
8. Mund
Zunge groß und glatt mit saburralem Belag. Speichel ziemlich dick, fließt langsam aus dem Mund. Bitterer Geschmack.
11. Magen
Heftige Hungergefühl beim Erwachen. Sehr starker Durst, bes. nach Bier. Trinken erneuert Übelkeit und Erbrechen. Übelkeit. Heftiges Erbrechen; gelb wie Ei; weißer säuerlicher Schleim; mit großer Empfindlichkeit der Augen gegen helles Licht und der Nase gegen Gerüche. Ohnmachtsnahe, sinkende Empfindung. Gefühl von Fülle und Übelkeit, als ob der Mageninhalt in den Hals aufstiege. Kneifender oder zusammenziehender Schmerz. Stiche sofort nach dem Abendessen.
12. Bauch
Bauch eingezogen ohne Kolik. Abgang von viel übelriechenden Winden, am Morgen, sofort nach dem Aufstehen, gefolgt von reichlichen breiigen Stühlen mit heftigem Kneifen. Stechende, blitzartige Schmerzen. Heftige wehenartige Schmerzen vom Kreuz in den Bauch hinein, als ob die Menstruation einsetzen würde.
13. Stuhl und Anus
Dringender Stuhldrang. Stühle: diarrhöisch; locker; oder weich, ohne diarrhöisch zu sein. Verstopfung; Stuhl wie Kaninchenkot.
14. Harnorgane
Harn vermehrt; sehr reichlich. Entschieden vermindert. Abnahme von Harnstoff und Chloriden, Zunahme von Phosphor- und Schwefelsäuren.
15. Männliche Sexualorgane
Aktivität sehr herabgesetzt und sogar aufgehoben. Während tiefen Schlafes eine Emission, die ihn nicht weckt.
16. Weibliche Sexualorgane
Menstruation zwei Tage zu früh ohne die gewöhnlichen vorangehenden Schmerzen. Menstruation reichlicher.
17. Atmungsorgane
Erkältungssymptome, heiser, sodass er kaum sprechen konnte, mit heftigen stechenden Schmerzen im Kehlkopf. Stimme erloschen. Kurzer hackender Husten; weißlich-gelbe Sputa. Atem kurz; beim Gehen; beim Erwachen.
18. Brust
Blutandrang zur Brust. Rheumatische Schmerzen; Zusammenschnürung; Stiche. Schmerzen in der r. oder l. Seite. Rheumatische Schmerzen l. Brust unmittelbar unter der Axilla nur bei Bewegung. Bohren l. Brust vom Schulterblatt nach vorn zur Präkordialregion < tiefes Atmen. Stechen in der l. Seite zwischen Brustwarze und Axilla, abends im Bett, während des Liegens auf der l. Seite. Pochend-stechende, pulsierende Schmerzen.
19. Herz
Empfindung, als ob das Herz für einen Augenblick stillstände, während er Klavier spielt. Eigentümliche Empfindung im Herzen mit Angst, und Zittern bei Stillstehen, am Abend beim Sitzen. Stiche entsprechend den Herzpulsationen. Palpitation mit dumpfem Stechen im Herzen beim Gehen. Heftige Palpitation im Bett, auf der l. Seite liegend. Tätigkeit tumultuarisch, unregelmäßig. Puls: langsam; unregelmäßig; intermittierend; ruckartig; beschleunigt. Puls entspricht nicht dem Herzstoß, klein, fadenförmig, nahezu unfühlbar, während das Herz stark ist und hämmert.
20. Hals und Rücken
Hals steif am Morgen (l.). Heftiger Schmerz im Hals. Heftiger Schmerz zwischen den Schulterblättern wie Krampf mit Beklemmung der Atmung. Schmerzhafte Empfindung, als ob die Schulterblätter zusammengezogen würden.
21. Extremitäten
Extremitäten zittrig; schwach; unsicher; schwer, wie gelähmt; Schmerzen < während Ruhe. Schmerzen sind stechend, drückend, pulsierend.
22. Obere Extremitäten
Druck in den Schultern. Ziehender Schmerz im Bizepsmuskel. Druck; Pochen, Reißen in den Ellbogen (r. um 4 Uhr nachm.). Auseinanderdrücken in den Fingern. (Schwellung der r. Hand und Finger.)
23. Untere Extremitäten
Krampf im Oberschenkel und in den Waden. Schmerzen in den Knien; oberhalb des r. Knies. Verstauchungsschmerz im r. Sprunggelenk. Beim Gehen Empfindung, als ob der Boden unter dem Fuß wegsänke. Taubes Gefühl des l. Fußes, das ihn nötigt, ihn häufig zu bewegen. Auseinanderdrücken der Zehen des r. Fußes.
27. Fieber
Frösteln und Schaudern. Füße und Hände kalt, Handflächen feucht. Frösteln über den Rücken, bes. Sakralregion. Hitze im Nacken, in den Kopf aufsteigend und über den ganzen Körper sich erstreckend. Reichlicher Schweiß nachts. Kalter Schweiß; nach einer Tasse Kaffee. In kalten Schweiß gebadet.