Nitrogenium Oxygenatum

von Timothy F. AllenEnzyklopädie der reinen Materia Medica

Distickstoffmonoxid (Gas). NO.

Lachgas.

Das Gas ist in Wasser nur wenig löslich.

Quellen. [Aus zahlreichen Beobachtungen ausgewählt. -T. F. A.]

1 , Sir Humphry Davy, Selbstversuche, Researches Chem. and Philosophical, London, 1800; 2 , derselbe, spätere Versuche mit dem mit Luft gemischten Gas; 3 , derselbe, 'als ich von einer Reise ermüdet war, atmete ich neun Quart des Gases ein;'; 4 , derselbe, 'als ich von einer Reise ermüdet war, atmete ich sieben Quart ein;'; 5 , derselbe, Wirkungen nach Einnahme des Gases, oft bis zu viermal täglich, zwei Wochen lang; 6 , derselbe, Wirkungen des Einatmens des Gases in einem engen Kasten, in den zwanzig Quart Gas eingelassen wurden; 7 , derselbe, Wirkungen bei Mr. Toblin; 8 , derselbe, bei Mr. Clayfield; 9 , derselbe, bei Mr. Kinglake; 10 , derselbe, Wirkungen bei Mr. Burnet; 11 , derselbe, bei Mr. Edgeworth; 12 , derselbe, bei Mr. Southey; 13 , Pfaff, Nord. Archiv, 1804 (Frank's Mag., 3, 709), Wirkungen bei Dr. Struve; 14 , derselbe, bei einer anderen Person; 15 , derselbe, bei einer anderen Person; 16 , Curtis, Bost. M. and S. Journ., 2, 425, Wirkungen bei einer Dame mit Asthma; 17 , B. W. James, M.D., N. Am. J. of Hom., 1866, S. 517, Wirkungen an sich selbst; 18 , Jeannel, Gaz. Hebd., 1869, Selbstversuche; 19 , derselbe, Wirkungen bei einer anderen Person (zur Zahnextraktion verabreicht); 20 , Braine, Brit. Med. Journ., 23 (1869), Wirkungen; 21 , Amory, N. Y. J. of Med., 1870, Wirkungen an sich selbst; 22 , Mitchell, Versuche an Freunden, West Riding Lunatic Asylum Reports, 1871, S. 44, Mr. J.; 23 , derselbe, Dr. N.; 24 , derselbe, Mr. D.; 25 , derselbe, Mr. H.; 26 , derselbe, allgemeine Wirkungen; 27 , derselbe, Wirkungen an sich selbst; 28 , Maclaren, Edin. Med. Journ., 1871, allgemeine Wirkungen; 29 , Mason, Lancet, 1873, S. 254, Wirkungen bei einer Dame, die das Gas zur Zahnextraktion eingeatmet hatte; 30 , Farrington, Am. J. Hom. M. M., 4, 105, Wirkungen der Inhalation bei einer farbigen Frau (mit skrofulösen Drüsen); 31 , 'S. W.', Lond. Med. J., 1873, 'persönliche Erfahrung;'; 32 , Br. Med. Journ., 1873, 'persönliche Erfahrung eines Arztes;'; 33 , Thomson, Phil. Med. Times, 1873 (15. November), allgemeine Wirkungen; 34 , Berridge, N. Am. J. of Hom., N. S., 5, S. 375, Wirkungen an sich selbst; 35 , derselbe, bei einem anderen Mann; 36 , derselbe, bei einem Mädchen; 37 , derselbe, Am. Obs., 1875, S. 307, Wirkungen an sich selbst; 38 , Ostrom, Hahn. Month., 1875, S. 16, Wirkungen einer großen Menge bei einem neunzehnjährigen Mädchen.

GEMÜT

  • Wurde auf dem Zahnarztstuhl so gewalttätig, daß man sie kaum festhalten konnte, 30.

  • Ungewöhnliche Erhebung des Gemüts, die angenehmsten Empfindungen und Phantasien; hatte ein unwillkürliches Verlangen zu lachen (nach einer Stunde), 13.

  • 'Das hauptsächliche Gefühl war eine völlige Schwierigkeit, meine Empfindungen, sowohl körperliche als geistige, zurückzuhalten; oder, mit anderen Worten, keine Gewalt über mich selbst zu haben', 11.

  • Bat mich, ihr etwas zu geben, um sie zu töten oder sie sonst besser zu machen, 30.

  • Seelische Qual über alle Erträglichkeit. Es war ein Alptraum des Geistes, rein und einfach, an dem keine irdischen Gegenstände teilhatten. Er war wie Blake oder irgendein anderer Irrsinniger, den man nennen mag, und versuchte in jenem exquisit schmerzhaften Augenblick, das Unlösbare zu lösen und das Grenzenlose zu fassen; bald bemühte er sich zu begreifen, was jenseits allen Raumes liege, bald sich den Zustand des Nichts vorzustellen. Dann kam eine Spirale, die sich aus unendlicher Ferne in einen Punkt hineinwand, und er rief sich selbst zu: 'Ich kann es nicht länger ertragen; ich werde wahnsinnig', und in diesem Augenblick erwachte er, 31.

  • 'Beim Einatmen des Gases fühlte ich mich, als ob jeder Nerv sanft von lebhaftem Genuß bewegt werde', 10.

  • Bald fand er sein Nervensystem von den höchsten Lustempfindungen erregt, die jedoch schwer zu beschreiben waren. Als die Beutel erschöpft waren und man sie ihm abnahm, sprang er plötzlich von seinem Stuhl auf und machte, vor Freude laut ausrufend, einen Satz auf die Anwesenden zu, da er wünschte, sie möchten an seinen Empfindungen teilhaben. Er schlug leicht nach Davy; und als im selben Augenblick ein Fremder das Zimmer betrat, ging er auf ihn los und versetzte ihm mehrere Schläge; doch, so fügt er hinzu, mehr im Geist guter Laune als aus Zorn. Dann lief er durch verschiedene Zimmer des Hauses und kehrte schließlich etwas gefaßter in das Laboratorium zurück, obwohl seine Stimmung noch einige Stunden nach dem Versuch gehobener blieb; er verspürte jedoch weder am Abend noch am folgenden Tage irgendwelche Nachwirkungen. Bei einer anderen Gelegenheit erklärt er, seine Empfindungen hätten alles übertroffen, was er je zuvor erlebt habe; sein Schritt war fest, und seine ganze Muskelkraft vermehrt. Seine Nerven waren für jeden umgebenden Eindruck lebendiger; er warf sich in mehrere theatralische Stellungen und durchmaß das Laboratorium mit raschem Schritt, während sein Geist sich zu einer höchst erhabenen Höhe erhob; er sagt, es gebe nur eine schwache Vorstellung seiner Empfindungen, wenn man sage, sie hätten denen geglichen, die durch die Darstellung einer heroischen Szene auf der Bühne oder durch das Lesen einer erhabenen Stelle in der Dichtung hervorgerufen werden, wenn die Umstände dazu beitragen, die feinsten Sympathien der Seele zu wecken. Der Einfluß dieses begeisternden Mittels scheint jedoch ebenso vergänglich gewesen zu sein wie seine Wirkungen lebhaft; denn später bemerkt er: 'In letzter Zeit habe ich selten lebhafte Empfindungen erlebt. Das vom Gas erzeugte Vergnügen ist leicht und ruhig, und ich empfinde selten erhabene Regungen oder vermehrte Muskelkraft', 7.

  • Zunächst bemerkte man eine angenehme Empfindung von Heiterkeit oder allgemeiner Anregung, wobei die Gedanken rasch durch das Gehirn liefen, und bald kam es mir vor, als träumte ich; dann fühlte sich der Kopf voll an, es trat Schwindel hinzu, sowie ein summendes oder surrendes Gefühl, zusammen mit einer Empfindung, als würde ich allmählich in die Luft emporgehoben und davonschweben. Eine eigentümliche prickelnde Empfindung in den feineren Nerven der Extremitäten wurde bemerkt, einigermaßen analog derjenigen, die man empfindet, wenn das, was man gewöhnlich 'eingeschlafene Hand oder eingeschlafener Fuß' nennt, durch Druck auf den Hauptnervenstamm des betreffenden Teils verursacht wird, und ähnlich derjenigen, die ich am ganzen Körper bei einem Anfall von 'spotted fever' oder Typhus petechialis bemerkt hatte. Die letzten Eindrücke waren, daß ich lachte, während ich zugleich durch die Luft flog, und daß meine Füße zitterten und auf und ab gingen, als ob sie auf ein Tretpedal drückten, das die eingebildete Maschine antrieb, die mich durch die Luft beförderte, während alles ringsum rasch undeutlich wurde; darauf folgte völlige Bewußtlosigkeit. Die Rückkehr aus diesem Zustande war plötzlich, wie beim Erwachen aus tiefem Schlaf, und die ersten Gegenstände, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen, waren die fünf oder sechs Herren im Zimmer, die vor Lachen heftig krampfhaft erschüttert waren, während ich selbst von einem herzhaften Lachkrampf befallen wurde, den ich in keiner Weise beherrschen konnte, 17.

  • Es erzeugte die gewöhnlichen angenehmen Wirkungen und leichte Muskelbewegung. Ich blieb noch einige Minuten danach erheitert; fand mich aber nach einer halben Stunde weder mehr noch weniger erschöpft als vor dem Versuch. Ich hatte große Neigung zum Schlaf. Ich wiederholte den Versuch in der folgenden Woche vier- oder fünfmal mit ähnlichen Wirkungen. Meine Empfänglichkeit war gewiß nicht vermindert; ich glaubte sogar, durch gleiche Dosen stärker betroffen zu werden als früher, 4. [10.]

  • Drei Minuten lang bemerkte ich keine Veränderung meiner Empfindungen, obgleich der Geruch und Geschmack des Stickstoffoxyduls unmittelbar nach seiner Einführung sehr deutlich waren. Nach vier Minuten begann ich eine leichte Glut in den Wangen zu fühlen und eine allgemein verbreitete Wärme über der Brust, obwohl die Temperatur des Kastens nicht ganz 50° betrug. Ich hatte versäumt, meinen Puls zu fühlen, bevor ich hineinging; zu diesem Zeitpunkt war er 104 und hart; die Körperwärme betrug 98°. Nach zehn Minuten war die Körperwärme nahe 99°; nach einer Viertelstunde 99,5°, wobei der Puls 102 war und voller als vorher. In diesem Stadium wurden weitere zwanzig Quart Stickstoffoxydul in den Kasten eingelassen und durch Schütteln gut mit der Luftmasse vermischt. Nach fünfundzwanzig Minuten betrug die Körperwärme 100°, der Puls 124. Nach dreißig Minuten wurden noch zwanzig Quart Gas eingeführt. Meine Empfindungen waren jetzt angenehm; ich hatte eine allgemein verbreitete Wärme ohne die geringste Feuchtigkeit der Haut, ein Gefühl der Erheiterung, ähnlich dem nach einer kleinen Dosis Wein, und eine Neigung zu Muskelbewegung und Fröhlichkeit. Nach drei Viertelstunden war der Puls 104 und die Körperwärme nicht 99,5°; die Temperatur des Raumes war 64°. Die angenehmen Gefühle nahmen weiter zu, der Puls wurde voller und langsamer, bis er nach etwa einer Stunde 88 betrug, während die Körperwärme 99° war. Zwanzig Quart Luft wurden nun zugelassen. Ich hatte jetzt ein starkes Verlangen zu lachen, leuchtende Punkte schienen häufig vor meinen Augen vorüberzugehen, mein Gehör war entschieden schärfer, und ich fühlte eine angenehme Leichtigkeit und Kraft zur Anstrengung in meinen Muskeln. Nach kurzer Zeit wurden die Symptome stationär; die Atmung war etwas behindert, und wegen des großen Bewegungsdranges war Ruhe schmerzhaft. Ich kam nun aus dem Kasten, nachdem ich genau eine Stunde und eine Viertelstunde darin gewesen war. Gleich darauf begann ich zwanzig Quart unvermischtes Stickstoffoxydul einzuatmen. Ein Schauern, das sich von der Brust bis zu den Extremitäten ausdehnte, wurde fast unmittelbar hervorgerufen. Ich fühlte in jeder Extremität eine sehr angenehme, fühlbare Ausdehnung; meine Gesichtseindrücke waren blendend und anscheinend vergrößert; ich hörte jedes Geräusch im Zimmer deutlich und war meiner Lage vollkommen bewußt. Allmählich, als die angenehmen Empfindungen zunahmen, verlor ich jede Verbindung mit äußeren Dingen; Reihen lebhafter sichtbarer Bilder gingen rasch durch meinen Geist und waren mit Worten in solcher Weise verbunden, daß Wahrnehmungen ganz neuer Art entstanden. Ich existierte in einer Welt neu verknüpfter und neu modifizierter Ideen. Ich theoretisierte; ich stellte mir vor, ich mache Entdeckungen. Als ich von Dr. Kinglake, der mir den Beutel vom Mund nahm, aus dieser halb delirierenden Trance geweckt wurde, waren Entrüstung und Stolz die ersten Gefühle, die der Anblick der Personen um mich her hervorrief. Meine Gemütsbewegungen waren enthusiastisch und erhaben, und eine Minute lang ging ich vollkommen unbekümmert darum, was man mir sagte, im Zimmer umher. Als ich meinen früheren Geisteszustand wiedererlangte, fühlte ich eine Neigung, die Entdeckungen mitzuteilen, die ich während des Versuches gemacht hatte. Ich bemühte mich, die Ideen zurückzurufen; sie waren schwach und undeutlich; eine Sammlung von Ausdrücken drängte sich jedoch auf, und mit dem intensivsten Glauben und in prophetischer Haltung rief ich Dr. Kinglake zu,

Nichts existiert außer Gedanken! Das Universum besteht aus Eindrücken, Ideen, Vergnügungen und Schmerzen!

Etwa dreieinhalb Minuten nur waren während dieses Versuches verflossen, obwohl mir die Zeit, gemessen an der relativen Lebhaftigkeit der zurückerinnerten Ideen, viel länger vorkam. Nicht mehr als die Hälfte des Stickstoffoxyduls war verbraucht. Nach einer Minute atmete ich, bevor das Schaudern der Extremitäten verschwunden war, den Rest ein. Wieder wurden ähnliche Empfindungen hervorgebracht; ich wurde schnell in die angenehme Trance versetzt und blieb länger darin als zuvor. Viele Minuten nach dem Versuch empfand ich noch das Schaudern in den Extremitäten; die Erheiterung dauerte nahezu zwei Stunden. Noch viel länger empfand ich den zuvor beschriebenen milden Genuß, verbunden mit Trägheit; keine Niedergeschlagenheit und keine Schwäche folgten. Ich aß mein Abendessen mit großem Appetit und fand mich unmittelbar danach lebhaft und zu Tätigkeit geneigt. Ich verbrachte den Abend mit der Ausführung von Experimenten. Nachts fand ich mich ungewöhnlich heiter und tätig, und die Stunden zwischen 11 und 2 Uhr wurden damit verbracht, den vorstehenden Bericht aus dem Notizbuch abzuschreiben und die Versuche zu ordnen. Im Bett genoß ich tiefe Ruhe. Als ich am Morgen erwachte, geschah dies mit dem Bewußtsein angenehmen Daseins, und dieses Bewußtsein dauerte, mehr oder weniger, den ganzen Tag fort, 6.

  • Einige Sekunden nach Beginn der Inhalation begann der Puls fester und weniger komprimierbar zu werden und an Häufigkeit abzunehmen, wobei er im Verlauf der ersten Minute von 85 auf 75 fiel. In weniger als einer Minute wurde die Atmung schneller und fast blasend im Charakter. Er war etwas erheitert und stampfte mit den Füßen, um die Befriedigung zu zeigen, die er empfand. Dann nahm die Atmung einen erschwerten, fast stertorösen Charakter an, und ich versuchte das Gesichtsstück zu entfernen, doch er umklammerte es fest und widerstand meinen Bemühungen; jedoch nicht lange, denn er begann bald das Bewußtsein zu verlieren, und sein Griff lockerte sich. Beim Erwachen, das nahezu augenblicklich nach Entfernung des Inhalators erfolgte, sagte er, er fühle sich, als sei er eben aus einem köstlichen Schlaf geweckt worden, 22.

  • (Der Kopfschmerz, der mich den Nachmittag über und vor dem Einschlafen geplagt hatte, war völlig verschwunden, und ich fühlte mich durch die Wirkungen des Gases sehr gestärkt), 17.

  • Es erzeugte Empfindungen, die denen einer Intoxikation analog waren. Er war eine Zeitlang des Daseins unbewußt, doch zu keiner Phase des Versuches waren seine Empfindungen angenehm; eine momentane Übelkeit folgte, jedoch ohne Zusammenhang mit Mattigkeit oder Kopfschmerz. Bei einem späteren Versuch scheint er allerdings gewisse Schauerempfindungen erlebt zu haben, die sehr angenehm waren, 8.

  • Vollkommen neue und entzückende Empfindungen, 12.

  • Das verdünnte Gas wirkt auf mich fast ausnahmslos erquicklich; in den ersten Sekunden ähneln die Symptome denen, die durch das reine Gas hervorgerufen werden, treten jedoch allmählicher auf. Die Atmung wird zuerst beeinflußt und ist häufig am Ende einer Minute keuchend. In diesem Stadium kann ein leichtes Erstickungsgefühl empfunden werden, das jedoch bald vergeht und nicht wiederkehrt, solange die Zufuhr von Stickstoffoxydul reichlich ist. Das nächste Symptom ist ein Gefühl von Fülle im Kopf und eine Neigung zu Starrheit der Augen; dann wird bald deutlich, daß die allgemeine Sensibilität betroffen ist, indem die Wahrnehmung äußerer Gegenstände langsamer wird. Als nächstes bemerkt man ein Gefühl vermehrten Widerstandes in den Füßen, das die Vorstellung nahelegt, sie könnten unwillkürlich tätig werden und den Körper nach vorn werfen. Diese Symptome werden ausgeprägter und entwickeln sich zu unverkennbarem Schwindel, natürlich deutlicher, wenn der Inhalierende steht, und dann ist eine Anstrengung erforderlich, um das Gleichgewicht zu erhalten. In diesem Stadium werden auch die schauernden und vibrierenden Empfindungen wahrgenommen; die Akkommodationskraft des Auges ist beeinträchtigt, und Gegenstände werden wie durch einen Nebel gesehen. Geruchs- und Gehörsinn werden schärfer; ferne und sonst nur schwach gehörte Töne werden als nah beurteilt und deutlich gehört; sind sie rhythmischer Art, wie die Schläge eines Maurerhammers, so scheinen sie häufiger wiederzukehren, und das Erfassen des Rhythmus ist feiner. Und nun treten die eigentlicher psychischen Symptome hervor. Nachdem ich bei einer Gelegenheit das Gas eingeatmet hatte, als ich einen ziemlich heftigen Kopfschmerz hatte, verschwand mir in diesem Stadium das Schmerzgefühl; danach schien es mir, als liege ein Intervall zwischen der Wahrnehmung, daß der Schmerz gewichen sei, und jenem Gefühl der Befriedigung, das stets plötzlicher Erleichterung von Leiden folgt, und mein Geist begann sich mit Definitionen von Lust und Schmerz zu beschäftigen; doch diese Stimmung verwandelte sich schnell in eine von äußerster Selbstsicherheit und Rücksichtslosigkeit gegenüber jeder anderen Erwägung als der, reichlich Stickstoffoxydul zur Verfügung zu haben, sowie in ein allgemeines Gefühl der Verachtung für alle metaphysischen Fragen überhaupt. Ideen stürzten in ungeordnetem Strom durch meinen Geist, und Delir setzte ein. Mit Beginn dieses Stadiums verliert der Geist die Fähigkeit, zwischen dem Angemessenen und dem Lächerlichen zu unterscheiden, und wird in übernatürlichem Maße dafür empfänglich, Anregungen von außen aufzunehmen und von ihnen beeinflußt zu werden; und von den Ideen und Handlungen, die nun eingeleitet werden, hängt die köstliche Intoxikation ab. Die Ideen scheinen sich gleichsam über das Erkennen des Geistes hinaus auszudehnen, der in diesem Punkt seiner gestörten Tätigkeit auch jenes Intervall zu überspringen scheint, das er im normalen Zustand zwischen Wunsch und Verwirklichung als bestehend anerkennt. Automatische Handlungen folgen einander oder werden mit großer Schnelligkeit wiederholt und in übertriebener Weise ausgeführt; der Versuchsperson schreit und gestikuliert mit der größten Vehemenz, wenn sie irgend etwas, selbst die belangloseste Kleinigkeit, mitteilen will, und wiederholt oft das letzte Wort eines Satzes viele Male, jedes Mal in höherer Lautstärke. Ich habe mich bemüht, die Wirkung des Gases in allen Stadien seines Verlaufes anzuhalten, um, wenn möglich, den Geisteszustand zu analysieren, den der feste Glaube anzeigt, man habe eine große Entdeckung gemacht. Bedenkt man, mit welcher Begierde das Gas eingeatmet wird, und daß die Inhalation genau in dem Augenblick unterbrochen werden muß, in dem der Genuß seinen Höhepunkt erreicht hat und aller Sinn für Vorsicht und Verantwortung ausgelöscht zu sein scheint, so versteht man, wie groß die Schwierigkeiten eines solchen Versuchs sind. Wegen des Delirs, das diesen Zustand stets begleitet, konnte ich beim Erwachen von den Wirkungen des Gases niemals sicher sein, ob ich nicht doch ein kurzes Stadium der Bewußtlosigkeit durchlaufen hatte, noch ob die Idee, die mein Geist als die letzte erfaßt zu haben glaubte, tatsächlich die letzte gewesen war. In den milderen Formen des Delirs schien es mir, als ob das Bewußtsein ebbe und fließe. Ich bin jedoch sicher, daß es mir in einigen Fällen gelungen ist, den zurückweichenden Gedanken festzuhalten und ihn zu bewahren, bis die momentane Verwirrung des Geistes vorüber war. Zwei solche Fälle will ich beschreiben. Bei einer Gelegenheit wollte ich herausfinden, wie viel Gas bei dem Versuch verbraucht wurde, und prägte meinem Geist die außerordentliche Wünschbarkeit ein, dies zu erfahren. Beim Hervortreten aus dem Delirzustand fand ich mich mit erhobener Hand in der Bewegung, auf mein Knie zu schlagen, um mir die Tatsache einzuprägen, daß ich den Inhalationsbeutel wieder aufgefüllt hatte; und ich meinte, ich hätte entweder ausgerufen oder stünde im Begriff, mit triumphierender Stimme auszurufen: 'Ich habe ihn wieder gefüllt.' Die Handlung, durch die ich die wichtige Beobachtung hervorheben wollte, war eine Wiederholung eines Schlages, den ich meinem Knie bereits gegeben hatte, da noch etwas Gefühl davon vorhanden war, und ich dachte, diesem Umstand verdanke ich es, daß ich so plötzlich zu vollkommenem Bewußtsein erwacht war. Ich fand, daß ich tatsächlich den Schlüssel gedreht hatte, um mehr Gas in den Beutel einzulassen. Wäre ich in diesem Augenblick nicht zu mir gekommen, so habe ich keinen Zweifel, daß im nächsten diese belanglose Begebenheit über jedes Erkennen hinaus vergrößert worden wäre und das Gefühl hinterlassen hätte, ich hätte das Geheimnis des Universums entdeckt. Beim zweiten Mal fand mich die zurückkehrende Klarheit des Intellekts laut ausrufend, in höchst triumphierendem Tonfall und, wie mir schien, jedesmal in höherer Tonlage: 'Weg, weg, weg.' In diesem Fall war die vorherrschende Idee vor Beginn des Versuchs gewesen, daß ich bemerken wolle, wie und in welcher Zeit ich ins Bewußtlose hinüberglitte. Um noch zu zeigen, wie empfänglich für Suggestion der Geist unter dem Einfluß des Stickstoffoxyduls wird, wie er jede Tätigkeit, ob körperlich oder geistig, aufnimmt und übertreibt, und wie groß die Neigung ist, bei irgendeinem Denkprozeß oder einer Reihe automatischer Handlungen zu verweilen und sie zu steigern, kann ich beschreiben, wie ich bei anderen Gelegenheiten von dem Gas beeinflußt wurde. Ich atmete es im Stehen ein, um zu bemerken, ob diese Stellung in irgendeiner Weise zu körperlicher Aktivität anrege. Sobald ich fühlte, daß der Einfluß des Gases sich über mich legte, begann ich zu gestikulieren und bemerkte sofort eine starke Neigung, dieselben Bewegungen zu wiederholen, die, obwohl anfangs ganz willkürlich, bald automatischen Charakter annahmen und Mühe erforderten, um sie zu beenden. Als ich begann, mit den Füßen schlurfend umherzuschieben, als ob ich tanzte, fand ich mich bald die Schritte eines schottischen Reels ausführend, des einzigen Tanzes, den ich je richtig gelernt hatte und von dem ich glaubte, ihn vergessen zu haben. Jeder Schritt wurde mit größerer Behendigkeit gemacht als der vorhergehende, bis ich es unmöglich fand, irgendeinen Grad genauer Anpassung des Inhalators an mein Gesicht aufrechtzuerhalten, und dann starben die Gefühle der Erheiterung ab. Als ich die Inhalation jedoch fast unmittelbar darauf in sitzender Haltung wieder aufnahm, gelangte ich innerhalb weniger Sekunden in das delirierende Stadium. Ich habe gefunden, daß ich, indem ich die beim Weinen oder Lachen begleitenden Gesichtsverziehungen nachahme, nach Belieben in einem gewissen Stadium der Wirkung des Stickstoffoxyduls einen höchst unbeherrschbaren Anfall von dem einen oder dem anderen hervorrufen kann. Die allgemeine Neigung zum Lachen, so dachte ich, dürfte wenigstens zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß, wenn die Inhalation eine gewisse Zeit fortgesetzt wurde, stets krampfhafte Kontraktionen des Zwerchfells auftreten, die natürlich eine sehr wichtige Bewegung der automatischen Reihe einleiten würden, die das Lachen begleitet. Das Gefühl der Eile und des stürmischen Dahinstürzens der Ideen durch den Geist kann durch das wütende Hecheln, das gewöhnlich vor dem Einsetzen des Delirs beobachtet wird, übertrieben werden, wenn es nicht in hohem Maße sogar dadurch bedingt ist, 27.

  • Er fand, daß er neun Quart Stickstoffoxydul drei Minuten und zwölf Quart etwas länger als vier Minuten atmen konnte; daß er es aber nie, in welcher Menge auch immer, so lange wie fünf Minuten atmen konnte. Wann immer seine Wirkung auf den höchsten Grad gebracht wurde, nahm das angenehme Schauern, das in der Mitte des Versuches seinen Höhepunkt erreichte, allmählich ab, das Druckgefühl auf die Muskeln ging verloren, Eindrücke wurden nicht mehr wahrgenommen, lebhafte Ideen gingen rasch durch den Geist, und die willkürliche Kraft wurde gänzlich zerstört, so daß das Mundstück gewöhnlich aus seinen ungeschlossenen Lippen fiel. Wenn er sechs bis sieben Quart atmete, wurden Muskelbewegungen in hohem Grade hervorgerufen; zuweilen äußerte er seine Freude durch Stampfen oder Lachen, zu anderen Zeiten durch Tanzen im Zimmer und lautes Ausrufen, 5.

  • Ich begab mich eines Morgens nach dem Frühstück in die Hände des Zahnarztes und wurde, nachdem ich das Gas während der gewöhnlichen Zeit eingeatmet hatte, bald unempfindlich, das heißt gegen körperlichen Schmerz; aber meine seelischen Qualen waren während dieser kurzen Zeit unerträglich. Es war ein Alptraum des Geistes, rein und einfach, an dem keine irdischen Gegenstände teilnahmen. Ich war wie Blake oder irgendein anderer Irrsinniger, den man nennen könnte, und versuchte in jenem exquisit schmerzhaften Augenblick, das Unlösbare zu lösen und das Grenzenlose zu fassen; bald bemüht, das zu begreifen, was jenseits allen Raumes liegt, bald bemüht, sich den Zustand des Nichts vorzustellen. Dann kam eine Spirale, die sich aus unendlicher Ferne in einen Punkt hineinwand, und ich rief mir selbst zu: 'Ich kann es nicht länger ertragen; ich werde wahnsinnig', und in diesem Augenblick erwachte ich. Ich war vollkommen gesammelt, fragte, ob der Zahn heraus sei, und erklärte, ich habe keinen Schmerz gefühlt. Ich stand auf und war im Begriff wegzugehen, als ich, ohnmächtig werdend, mich wieder setzte und in horizontale Lage gebracht wurde. Man gab mir etwas Branntwein, und in etwa einer halben Stunde kam ich wieder zu Kräften. Ich stand erneut auf, um zu gehen; aber als ich die Haustür erreichte, wurde ich wieder ohnmächtig und war gezwungen zurückzukehren. Nach einer weiteren Stunde wurde ich einige Schritte nach Hause unterstützt, fühlte mich außerordentlich krank und war genötigt, mich bei Erreichen meines Arbeitszimmers wieder niederzulegen. Bald glaubte ich, ich könne einen Patienten sehen, der auf eine Konsultation wartete; doch nachdem ich kurze Zeit mit ihm gesprochen hatte, überkam mich die Ohnmacht wieder, und ich nahm erneut mein Lager ein. Dieser Zustand dauerte vier oder fünf Stunden und wurde dann von heftigem Kopfschmerz abgelöst, der den Rest des Tages anhielt. Am nächsten Morgen stand ich sehr elend auf, als käme ich gerade von einer Seereise zurück, und war eine Woche danach außerordentlich unwohl, niedergeschlagen und deprimiert, als habe mein ganzes Nervensystem einen schweren Schock erhalten, was in der Tat der Fall gewesen war, 32.

  • Es ist merkwürdig zu bemerken, wie oft, wenn die Bewußtlosigkeit eintritt, die herrschende Idee eine von Geräusch und Bewegung in Verbindung ist. Manche Patienten glauben, sie säßen in einem Omnibus oder liefen einem solchen nach; viele mehr aber meinen, sie befänden sich in einem Eisenbahnwagen, der schneller und schneller fährt, bis sie plötzlich in einen dunklen Tunnel einzufahren scheinen, worauf für sie alles leer wird. Sinnliche Regungen werden nicht selten bei beiden Geschlechtern erregt. Ein Mann, der etwa drei Monate verheiratet war, erklärte beim Erwachen, er habe von seiner Ehefrau geträumt; und ein unverheiratetes hysterisches Mädchen gab durch ihre Bewegungen entschieden zu erkennen, daß sie sich eines der Pflichten des Ehelebens sehr wohl bewußt war; und außerdem war in diesem Fall die Idee noch vorhanden, als sie sprechen konnte, denn sie redete den Verabreichenden in weit zärtlicheren Ausdrücken an, als es der Anlaß rechtfertigte; während ein anderes Mädchen, das sich in ähnlicher Weise benommen hatte, sagte: 'Ich hoffe, ich habe nichts Unanständiges gesagt', 20.

  • Nach einer halben Minute wurde die Atmung gehetzt und der Puls beschleunigt. Nach einer Minute war der Puls von 84 auf 110 gestiegen, aber nicht komprimierbarer als zu Beginn. Es bestand Zucken der Augenlider, und er sagte, er fühle sich lustig, aber faul und in sehnsüchtiger Stimmung. Nach zweieinhalb Minuten fühlte er Taubheitsgefühl in den Füßen und Hitze sowie Röte um Gesicht und Ohren. Nach dreieinhalb Minuten war der Puls 108, ziemlich fest; die Atmung 40. Jetzt rief er mit erregter Stimme: 'Ich habe etwas zu erklären - geben Sie mir etwas Luft!' Die Inhalation wurde insgesamt sieben Minuten lang fortgesetzt, worauf eine livide Verfärbung des Gesichts zu entstehen begann. Abgesehen von einer leichten geistigen Beklemmung, begleitet von Gesichtsröte, die etwa eine Viertelstunde anhielt, fühlte er sich ziemlich wie gewöhnlich, 24. [20.]

  • Ich konnte keinen vollen Atemzug dieses Gases tun, ohne daß Schwindel entstand, und nach dem sechsten Atemzug konnte ich nicht mehr zählen. Ich nahm zwanzig Inhalationen, bevor ich die Empfindung verlor. Ich konnte meine Hände gebrauchen und war vollkommen bei Bewußtsein, denn ich bemühte mich, Dr. N.s Finger vom Auslaßventil wegzustoßen, da er den Durchgang der eingeatmeten Luft behinderte. Dann hielt ich mir die Nase zu, und nach drei weiteren Ausatmungen fühlte ich mich, als ob alle meine Glieder, besonders der rechte Arm, in dem der Kreislauf zufällig behindert war, im gewöhnlichen Sinne eingeschlafen wären. Nach zwei weiteren konnte ich nicht sehen, hörte aber Dr. N. zählen und war mir bewußt, daß meine Atmung gehetzt und blasend war, mich aber nicht belästigte. Dann verlor ich jede Empfindung und erlebte ein höchst eigentümliches Gefühl der Erhebung (als befände ich mich in rascher Bewegung in der Luft). Ich konnte nun meine Rachenmuskeln nicht mehr beherrschen, so daß Luft durch meine Nasenlöcher ging. Ich erholte mich augenblicklich, hatte aber Mühe zu sprechen, meine Worte kamen dick und kehlig. Seitdem habe ich das Gas mehrere Male genommen und dieselben angenehmen Empfindungen erlebt, nur rascher eintretend. Zwei Inhalationen des Gases (gereinigt) genügen, um meine Stimme zu verdicken und Schwindel hervorzurufen. Nach der sechsten oder achten weiß ich von nichts. Drei Inhalationen verursachten die eigentümlichen Gefühle in der Peripherie, die ich auf den Stillstand der Kapillarzirkulation zurückführte. Als die Röhre mir aus dem Mund fiel, saß ich wie in Trance eine halbe Minute da, ohne Atemanstrengung zu machen, als mir plötzlich gesagt wurde, ich hätte zu lächeln begonnen und zugleich den Inhalt meiner Lungen ausgeatmet. Ich war mir des Lächelns bewußt, wußte aber nicht, ob ich aus- oder eingeatmet hatte, nachdem die Röhre aus meinen Händen gefallen war, 21.

  • Herzklopfen; nachher im Kopf gefühlt und gehört; dann Schwindel; dann rasches Strömen der Gedanken durch den Geist; Verlust der Muskelkraft; dann Bewußtlosigkeit, mit erweiterten Pupillen und lividem Gesicht; erwachte wie aus einem Traum, konnte sich aber nicht erinnern, worüber die Gedanken gegangen waren; fühlte sich ziemlich ohnmächtig; leichter Kopfschmerz und Übelkeit; Gesicht mit Schweiß bedeckt, 34.

  • Er fand, daß er reizbarer und unruhiger als gewöhnlich war; daß er weniger schlief, und daß der Geist vor dem Schlaf lange von sichtbaren Bildern beschäftigt war. Appetit und Puls waren nicht wesentlich beeinflußt, obwohl unangenehme Gefühle in der Präkordialgegend bestanden, den Beklemmungen gespannter Hoffnung ähnlich, 5.

  • Nach dem Schwindel rasches Strömen der Gedanken durch den Geist; danach Bewußtlosigkeit; erwachte wie aus einem Traum, konnte sich aber nicht erinnern, worüber die Gedanken gegangen waren, 34.

  • Drei bis vier Quart waren die gewöhnliche Dosis. Sie erzeugten bisweilen leichten Schwindel und ein Gefühl von Mattigkeit; diese gingen jedoch in wenigen Minuten vorüber, und nach etwa einer Viertelstunde war der Puls gewöhnlich um 8 bis 12 Schläge in der Minute gesenkt; in einem Fall von 120 auf 108, in einem anderen von 104 auf 96. Die Körperwärme war gleichzeitig erhöht; ein Thermometer, zwischen die Schultern gelegt, stieg in einem Fall von 92° auf 96°; in einem anderen von 94° auf 98°; aber niemals über 98°. Die Hände und Füße, die im allgemeinen kalt waren, wurden warm; und das Gesicht, das gewöhnlich purpurn oder bleifarben war, nahm ein natürliches Aussehen an, 16.

  • Am 16. April, als Dr. Kinglake zufällig anwesend war, atmete ich drei Quart Stickstoffoxydul aus einem und in einen seidenen Beutel länger als eine halbe Minute, ohne vorher die Nase zu schließen oder meine Lungen zu entleeren. Die erste Inhalation verursachte einen leichten Grad von Schwindel, dem ein ungewöhnliches Gefühl von Fülle im Kopf folgte, begleitet von Verlust deutlicher Empfindung und willkürlicher Kraft - ein Gefühl, analog dem im ersten Stadium der Intoxikation, jedoch ohne angenehme Empfindung. Dr. Kinglake, der meinen Puls fühlte, teilte mir mit, daß er schneller und voller geworden sei, 1.

  • Ohnmachtsanfälle, die mit einem Gefühl von Beklemmung in der Brust und einem Aufwärtsrollen nach oben und links beider Augen begannen; der darauf folgende Bewußtseinsverlust war so vollständig, daß er durch die gewöhnlichen Wiederbelebungsmittel nicht beeinflußt wurde; während des Anfalls Atmung langsam, aber regelmäßig; die Herztätigkeit anfangs normal, wurde aber allmählich langsam und unregelmäßig, bis fast unmerklich; Pulsation war in den Temporalarterien nicht nachzuweisen; das Gesicht, das anfangs natürlich gefärbt war, wurde livide, mit blauen Lippen und dunklen Ringen um die Augen; Pupillen erweitert und lichtstarr; die Anfälle dauerten zehn bis zwanzig Minuten; die Rückkehr des Bewußtseins war von großer seelischer Angst begleitet und gefolgt von Verzweiflung und stillem Weinen; das Intervall zwischen den Anfällen war nie länger als fünf Minuten (zweiter Tag), 38.

  • Als er im Begriff war wegzugehen, wurde ihm ohnmächtig; nach dem Wiederzu-sich-Kommen wurde ihm beim Erreichen der Haustür wieder ohnmächtig; nachdem man ihm nach Hause geholfen hatte, fühlte er sich außerordentlich krank und war wiederum gezwungen, sich niederzulegen; dann, nach kurzem Gespräch, überkam ihn die Ohnmacht erneut, und er nahm wieder sein Lager ein. Dieser Zustand dauerte vier oder fünf Stunden an, 31.

  • Auf die Ohnmachtsanfälle folgte heftiger Kopfschmerz, der den Rest des Tages anhielt, 31.

  • Die Empfindungen waren andere als die, die ich in früheren Versuchen erlebt hatte. Nach den ersten sechs oder sieben Inhalationen begann ich allmählich die Wahrnehmung äußerer Dinge zu verlieren, und eine lebhafte und intensive Erinnerung an irgendeinen früheren Versuch ging mir durch den Geist, so daß ich ausrief,

Was für eine erstaunliche Konzentration von Ideen!

Ich hatte überhaupt kein angenehmes Gefühl; ich machte keine Muskelbewegung und verspürte auch keine Neigung dazu; nach einer Minute, als ich die Notiz des Versuches machte, waren alle ungewöhnlichen Empfindungen verschwunden; auf sie folgten eine leichte Wundheit in einem der Arme und im Bein; in drei Minuten verschwanden auch diese Beschwerden, 3. [30.]

  • Er blieb nahezu eine Minute vollkommen ruhig, und als man ihn fragte, wie er sich fühle, sagte er, er sei schläfrig und im Begriff einzuschlafen. Man sagte ihm, er müsse wach bleiben. Als er das Gas nahezu zwei Minuten lang geatmet hatte und zu jeder Art von Tätigkeit abgeneigt schien, wurde ihm mit lauter Stimme zugerufen, aufzustehen, und man fragte ihn, ob er nicht bereit sei zu tanzen; zugleich packte man ihn am Arm, als wolle man ihn vom Stuhl emporheben. Er sprang sofort auf die Füße und sagte, er sei zu allem bereit, und begann umherzuspringen und die Arme zu schwingen, als hätte er jede Herrschaft über seine Bewegungen verloren. Er kam jedoch nach wenigen Sekunden wieder zu sich, blickte verwirrt und sagte, er erinnere sich an nichts nach den ersten Sekunden seit Beginn der Inhalation, 25.

  • In konzentrierter Form erzeugt es die Anästhesie so schnell und angenehm, daß nur Zeit bleibt, zu bemerken, daß das Gas einen angenehmen Geschmack und Geruch hat; daß es ein Gefühl des Undeutlichwerdens vor den Augen verursacht und ein Geräusch wie rauschendes Wasser in den Ohren hervorruft, wenn alles Bewußtsein und alle Willenskraft vernichtet werden. Die äußeren Zeichen seiner Wirkung, wie ein Zuschauer sie sieht, machen keinen ganz so angenehmen Eindruck auf den Geist, denn mit Beginn der Anästhesie tritt Lividität des Gesichts ein. Die Muskeln verlieren ihren Tonus; Kiefer und Lippen fallen auseinander; der Kopf sinkt herab, und das Gesicht nimmt einen betäubten Ausdruck an. Im allgemeinen begleitet lautes Schnarchen die Einatmung, wenn die Anästhesie sehr tief ist, obwohl das nicht immer der Fall ist. Wenn eine ungewöhnlich große Menge des Gases eingeatmet wurde, um Anästhesie hervorzubringen, oder wenn das Gas auch nur im geringsten Grade mit gewöhnlicher Luft verdünnt war, können Krämpfe auftreten, die das Muskelsystem im allgemeinen betreffen, obwohl es häufiger ist, daß nur die Muskeln einer Extremität betroffen sind. Mr. Fox hat bemerkt, daß heftige Zuckungen oft auftreten, wenn man kleine Kinder das Gas einatmen läßt. Die Zwischenzeichen sind, daß die Atmung etwa zwanzig Sekunden nach Beginn der Inhalation schneller wird; am Ende einer Minute jedoch wird sie wieder schwächer und weniger häufig. Vollständige Anästhesie wird bisweilen in weniger als einer Minute hervorgebracht, in der Mehrzahl der Fälle muß die Inhalation jedoch anderthalb Minuten fortgesetzt werden. Wenn die Verabreichung unterbrochen wird, erfolgt die Erholung sehr rasch, wobei die ersten Empfindungen denen gleichen, die man beim plötzlichen Erwachen aus einem angenehmen Schlaf hat; und beim Aufstehen vom Stuhl besteht für einen Augenblick oder zwei ein Gefühl der Unsicherheit, zusammen mit leichter Verwirrung der Ideen und einer Neigung zum Stottern in der Sprache. Sehr selten wird über unangenehme Nachwirkungen geklagt, 26.

  • Die erste Inhalation, und, ich darf sagen, der erste Kontakt des Gases mit der Lungenmembran, erzeugte eine allgemeine Empfindung von Taubheitsgefühl, dem Schlummern etwas ähnlich. Bei der zweiten Inhalation war das Taubheitsgefühl deutlich; ich schien einen Gazeschleier vor dem Sehen vibrieren zu sehen, ähnlich dem unter dem Einfluß von Chloroform Beobachteten. Bei der dritten Inhalation hatte das Taubheitsgefühl rasch Fortschritte gemacht, doch blieb die Intelligenz erhalten, bei vollkommener Bewegungsfreiheit. Ich stach mir mit einer Nadel in die Hand und fand, daß die Empfindlichkeit beträchtlich vermindert war. Nach der vierten Inhalation begann ich mich von der äußeren Welt zu trennen; die Ideen waren unerquicklich und erhoben, doch war ich noch völlig imstande, mir mit einer Nadel in die Hand zu stechen, empfand dabei aber keinerlei Schmerz; der Verlust der Empfindlichkeit war jedoch nicht vollständig; ich war mir einer Berührung bewußt wie von einem stumpfen Instrument; der Schleier vor den Augen war weiß und sehr glänzend, und die Vibrationen waren sehr rasch, anhaltender Phosphoreszenz ähnlich; ich half weiterhin bei dem Experiment mit, dessen Gegenstand ich war. Bei der fünften Inhalation verlor ich das Bewußtsein und fiel in einen tiefen Schlaf ohne beunruhigende Träume; dabei wurde der Inhalator aus meinem Mund genommen, ohne daß ich es bemerkte, und nachdem ich eine halbe Stunde in diesem Zustand verblieben war, kam ich wieder zu mir; das Taubheitsgefühl verschwand nach dem Einatmen reiner Luft sehr rasch. Nach vier oder fünf Inhalationen war die Stirn mit Schweiß bedeckt. Nach dem Versuch ging ich zwei Kilometer ohne Müdigkeit und hatte sehr guten Appetit; ich hatte während des übrigen Weges nichts von meiner Aktivität verloren, nur nachts fühlte ich mich müder als gewöhnlich, 18.

  • Nach der dritten oder vierten Inhalation erlebte ich ein Schweregefühl des Kopfes und ein wenig allgemeine muskuläre Müdigkeit. Mein Sehen war beeinträchtigt, und die vor mir befindlichen Gegenstände schienen eine beständige undeutliche Bewegung zu haben. Nach einer oder zwei weiteren Inhalationen hörte ich ein Geräusch wie den Zug einer Eisenbahn, der durch einen Tunnel fährt; in diesem Augenblick war mein Bewußtsein vollkommen; ich war noch Herr meines Willens, wenn auch nur schwach; ich bemerkte, daß ich nicht gerade auf der Couch lag, und brachte durch eine willkürliche Bewegung die Lage meiner Glieder wieder in Ordnung. Unmittelbar danach verschwand mein Sehen, und ich verlor vollständig das Bewußtsein, doch nur einen Augenblick lang war ich imstande, meine Empfindungen zu analysieren; ich schien klarer und erhobener, wie von der Welt getrennt. Dieser Zustand schien einige Sekunden zu dauern. Unter dem Einfluß einer neuen Inhalation des Gases verlor ich alle Erinnerung und schien in einen Schlafzustand überzugehen. Später war ich mir eines Geräusches in meinen Ohren und eines vagen Eindrucks bewußt, als berühre etwas meinen Zahn, überhaupt nicht dem Schmerz ähnlich. Beim Einatmen atmosphärischer Luft kam ich ohne Erregung zu mir, und die Erinnerung an das ganze Experiment war eher angenehm als schmerzhaft, 19.

  • Die während jedes Stadiums der Wirkung des Gases empfundenen Gefühle wurden, bis die Kraft, sie mitzuteilen, versagte, so beschrieben, wie sie auftraten, und sofort niedergeschrieben. Zuerst fühlte er eine Schwierigkeit, die Strecker des linken Arms zu bewegen, dann wurden die Beuger in gleicher Weise betroffen. Das Gefühl breitete sich dann auf den rechten Arm und die Hand aus und unmittelbar danach auf die unteren Extremitäten, und es bestand ein Gefühl von Kribbeln über den ganzen Körper, begleitet von einer Art vibrierender Erregung der Muskeln im allgemeinen. Dann sagte er mit großem Nachdruck: 'Intoxikation', und stellte jede weitere Mitteilung seiner Empfindungen ein, obwohl er zu wissen schien und zu würdigen vermochte, was um ihn her vorging. Es schien keine Neigung zum Lachen zu bestehen. Bald verfiel er in einen teilweise anästhetischen Zustand; als man jedoch versuchte, die Bindehaut zu berühren, schien er wieder zu vollkommenem Bewußtsein erweckt zu werden und versuchte, das Gesichtsstück zu entfernen, indem er sagte, er habe uns etwas zu sagen. Die Inhalation wurde darauf eingestellt; er hatte das Gas etwas über zwei Minuten geatmet. Er bildete sich ein, er habe eine sehr wichtige Entdeckung gemacht, welche die Art und Weise zeige, wie Stickstoffoxydul wirke; doch als er sie zurückzurufen versuchte, blieb keine Spur davon übrig außer dem festen Gefühl, eine solche Entdeckung habe seinen Geist durchblitzt, 23.

  • Der ganze Körper pocht nach den Anfällen von Halbbewußtlosigkeit, 30.

  • Sie schien sich selbst wie durch einen Traum zu gehen, 36.

  • Anfälle von Halbbewußtsein, denen ein taubes Gefühl im Kopf vorausgeht, das sich von dort über den Körper ausbreitet; sie fällt rücklings zu Boden; wenn sie ins Freie kommen kann, werden die Anfälle hinausgeschoben, sind aber umso härter, wenn sie dann kommen; wenn sie bei ihrer Arbeit beschäftigt ist, treten sie nicht auf, aber sobald sie zu Bett geht oder sich untätig hinsetzt, wird sie sofort befallen; teilweise bei Bewußtsein; weiß, daß sie krank ist, kann sich aber nicht helfen; wie bei einem Alptraum; danach pocht der ganze Körper, 30.

  • Vollständiger Bewußtseinsverlust und eine Art Ekstase, mit heftigen unwillkürlichen Muskelbewegungen, 13.

  • Am 17. April, nachdem ich zuvor meine Nasenlöcher geschlossen und meine Lungen entleert hatte, atmete ich vier Quart des Gases aus einem und in einen seidenen Beutel. Die ersten Empfindungen waren denen ähnlich, die im letzten Versuch hervorgebracht worden waren; doch in weniger als einer halben Minute nahmen sie, während die Atmung fortgesetzt wurde, allmählich ab und wurden durch eine Empfindung ersetzt, analog sanftem Druck in allen Muskeln, begleitet von einem höchst angenehmen Schauern, besonders in der Brust und in den Extremitäten. Die Gegenstände um mich her wurden blendend, und mein Gehör schärfer. Gegen die letzten Inhalationen hin nahm das Schauern zu, das Gefühl der Muskelkraft wurde größer, und schließlich wurde einer unwiderstehlichen Neigung zu Handlung nachgegeben; ich erinnere mich nur undeutlich, was folgte; ich weiß, daß meine Bewegungen verschieden und heftig waren. Diese Wirkungen hörten sehr bald nach der Atmung des Gases auf. Nach zehn Minuten hatte ich meinen natürlichen Geisteszustand wiedererlangt. Das Schauern in den Extremitäten hielt länger an als die übrigen Empfindungen. Dieser Versuch wurde morgens gemacht; keine Mattigkeit und keine Erschöpfung waren die Folge; meine Empfindungen waren den ganzen Tag hindurch wie gewöhnlich, und ich verbrachte die Nacht in ungestörter Ruhe. Am nächsten Morgen war die Erinnerung an die Wirkungen des Gases sehr undeutlich; und hätten nicht unmittelbar nach dem Versuch niedergeschriebene Bemerkungen sie mir wieder ins Gedächtnis gerufen, so hätte ich sogar an ihrer Wirklichkeit gezweifelt, 1. [40.]

  • Die erste ausgeprägte Wirkung ist eine Beschleunigung der Atembewegungen, welche bis zum Zeitpunkt der Empfindungslosigkeit fortwährend zunimmt. In manchen Fällen ist die Atmung sehr rasch und mühsam, zwei oder drei Inhalationen werden pro Sekunde gemacht. Eine andere Wirkung, die allen Fällen gemeinsam zu sein scheint, ist, daß während der sogenannten Zeit der Bewußtlosigkeit kaum mehr als eine bloße Ahnung des Daseins zurückbleibt; alle anderen Ideen scheinen ausgelöscht zu sein. Eine weitere häufige Wirkung ist, daß vor der Zeit der Bewußtlosigkeit eine Verwirrung der Ideen besteht. Das Aussehen einer Person, die durch Inhalation von Stickstoffoxydul bewußtlos geworden ist, ist offensichtlich das einer Asphyxie oder Erstickung. Das Gesicht nimmt einen bleiernen Farbton an; die Augen verlieren ihren Glanz und haben statt dessen einen leeren starren Blick, 33.

  • Die Erscheinungen, die gewöhnlich beim Menschen beobachtet werden, wenn das Gas eingeatmet wird, sind folgende: wenn es zwei- oder dreimal eingeatmet wurde, so kommt es zu einer Zunahme der Stärke und Häufigkeit des Pulses. Nach etwa zwanzig Sekunden wird, wenn die Atmung anfangs stetig und regelmäßig war, auch bemerkt, daß sie an Häufigkeit zunimmt. Diese ist jedoch von Beginn an häufig unregelmäßig, flach und rasch, infolge des nervösen Zustandes des Patienten. Nach etwa dreißig Sekunden beginnt die Farbe des Patienten livide zu werden. Wenn das Gas etwa eine Minute lang fortgesetzt wurde, bemerkt man fast ausnahmslos, daß Puls und Kraft abfallen; die Atmung ist oft erschwert, manchmal stertorös, obwohl ich mehrfach Fälle gesehen habe, in denen sie schwächer wurde, bis das Ausatmungsventil kaum mehr gehoben wurde; dann war entweder der Patient vollständig anästhesiert, oder, wenn nicht, begann die Atmung sich im Charakter zu bessern. In der Mehrzahl der Fälle ist der Patient nach einer Minute und dreißig Sekunden hinüber. Dies erkennt man an verschiedenen Zeichen; das am wenigsten irrtumsanfällige ist eine plötzliche Veränderung im Aussehen des Patienten, die schwer zu beschreiben, aber leicht zu erkennen ist; ein anderes ist ein nervöses Zucken der Hände. Es ist durchaus nicht in jedem Fall nötig, die Verabreichung bis zu dieser Länge zu treiben, aber wenn dieses Zeichen einige Sekunden lang vorhanden ist, ist der Patient ganz empfindungslos. In einem Fall, dem ich das Gas gab, erfaßte dieses muskuläre Zucken den ganzen Körper und glich beinahe einem epileptischen Krampfanfall; der Patient war völlig bewußtlos. Gelegentlich geschieht es um die Zeit der Entfernung des Gesichtsstücks, daß der Puls einen oder zwei Schläge aussetzt, und ich habe wiederholt gesehen, daß die Atmung zu dem Zeitpunkt, an dem die Operation begonnen wurde, für einen Zeitraum stehenblieb, der vier oder fünf Atemzügen gleichkam. Es ist sehr merkwürdig und eine Tatsache, von der ich nicht gesehen habe, daß andere sie bemerkt hätten, daß das Gehör häufig scharf bleibt, nachdem die anderen Sinne außer Tätigkeit geraten sind; so sind Patienten fähig, in ihrer Gegenwart gemachte Bemerkungen zu wiederholen, nachdem sie anscheinend bewußtlos sind, und eine junge Dame war imstande, eine flüchtige Bemerkung des Operateurs, Mr. Warwick Hele, zu wiederholen, als ein Zahn unter der Zange zerbrach, obwohl sie dessen anschließende Entfernung nicht fühlte, und obwohl die Bemerkung mit so leiser Stimme gemacht wurde, daß ich, obgleich ich neben ihm stand, nicht auffing, was es war. In den späteren Stadien der Verabreichung besteht oft beträchtliche Muskelstarre. In siebenunddreißig Fällen war die zur Hervorbringung der Empfindungslosigkeit benötigte Zeit wie folgt: Bis 1 Minute einschließlich, bis 1 Minute 20 Sekunden einschließlich, bis 1 Minute 40 Sekunden einschließlich, bis 2 Minuten einschließlich, bis 2 Minuten 20 Sekunden einschließlich, 917551

Die kürzeste Zeit betrug fünfundvierzig Sekunden, die längste zwei Minuten dreizehn Sekunden. Die Erholung ist gewöhnlich rasch und vollständig, der Patient erwacht wie aus dem Schlaf. Doch kommt es bisweilen vor, gewöhnlich bei jungen Damen zwischen vierzehn und zwanzig Jahren, daß es ein Zwischenstadium zwischen vollständiger Bewußtlosigkeit und Erholung gibt, in dem gewisse Erregung gezeigt wird, etwa unruhiges Herumwerfen auf dem Stuhl und Weinen; sie sind bei der Erholung gewöhnlich sehr überrascht, sich dabei zu finden. Von den oben genannten Fällen haben wir sieben als in größerem oder geringerem Grade auf diese Weise betroffen verzeichnet; drei klagten über leichten Schwindel oder Ohnmachtsgefühl, und eine war etwas übel. Ein Patient, ein Knabe, urinierte, nachdem sein Vater sich geweigert hatte, seinem zuvor geäußerten Wunsch, dies vor der Operation zu tun, nachzugeben. In mehreren Fällen wurde die Zahnextraktion empfunden, jedoch ohne Schmerz. Die längste Zeit, während der wir einen Patienten als unempfindlich beobachtet haben, beträgt eine Minute. Hinsichtlich der von den Patienten empfundenen Sensationen sind die meisten nur imstande zu sagen, daß sie bewußtlos gewesen seien, oder daß sie geschlafen und geträumt hätten; die Träume sind oft angenehm, manchmal eher alptraumartig; und schließlich klagen manche über beträchtliche Belästigung durch rauschende oder singende Geräusche im Kopf. Ein kleines Mädchen war außerordentlich erfreut darüber; sie sagte, 'sie habe sich gefühlt, als würde sie überall gekitzelt.' Unbewußtes reflexartiges Schreien ist bei Kindern während der Operation nicht selten, scheint aber mit keiner bestimmten Form des Träumens verbunden zu sein, 28.

  • Wurde bald gegen körperlichen Schmerz unempfindlich, 31.

  • Eine eigentümliche Empfindung der Ausdehnung, 14.

  • Eine Woche danach außerordentlich unwohl, niedergeschlagen und deprimiert, als habe das ganze Nervensystem einen schweren Schock erhalten, 31.

  • Stand morgens sehr 'elend' auf, als sei er gerade von einer Seereise gekommen, 31.

KOPF

  • Beim Hinausgehen ins Freie Schwindel, mit Torkeln nach links, 36.

  • Deutliche Benommenheit und fast Schwindel des Kopfes, 15.

  • Schwindel nach dem Herzklopfen, 34.

  • Eine Art Wogen im Kopf, 14. [50.]

  • Taubes Gefühl im Kopf, das sich vor den Anfällen von dort über den Körper ausbreitet, 30.

  • Kopfschmerz und dumpf schmerzendes Gefühl längs der Wirbelsäule, als wären sie eingeschlafen, 30.

  • Kopfschmerz nach der Rückkehr des Bewußtseins, 34.

AUGE, OHR UND GESICHT

  • Erweiterte Pupillen mit der Bewußtlosigkeit, 34.

  • Hervortretende Augäpfel, 29.

  • Beim Erwachen aus der Bewußtlosigkeit schienen die Stimmen anderer aus großer Ferne zu kommen, 35.

  • Beim Erwachen schienen die Stimmen aus der Ferne zu kommen oder nur geflüstert zu werden, 36.

  • Er zeigte in übermäßigem Grade das livide Gesicht und die blauen Lippen, die bei Verabreichung dieses Gases so häufig bemerkt werden, 17a.

  • Livides Gesicht mit der Bewußtlosigkeit, 34.

  • Livides Gesicht, 36. [60.]

  • Aufgedunsene und geschwollene Gesichtszüge, 29.

  • Blaufärbung der Lippen, Ohren und des Gesichts; später dunkles Gesicht, 29.

  • Es bedurfte großer Kraft, um die Kiefer zu trennen, 29.

MUND, HALS, MAGEN UND REKTUM

  • Mund und Kopf fühlen sich taub an, als wären sie eingeschlafen, 30.

  • Die Spitze der Zunge zwischen die Zähne gepreßt, 29.

  • Schwäche und Gefühl von Einschnürung im Hals, das das Schlucken behinderte (zweiter Tag), 38.

  • Druck im Epigastrium, 30.

  • Übelkeit nach der Rückkehr des Bewußtseins, 34.

  • Erbrechen nach der Operation, infolge von Speichel, der auf die Epiglottis in den Hals hinablief; er war von galligem Temperament und litt am nächsten Tag etwas an galligem Erbrechen, 17a.

  • (Die hämorrhoidalen Schmerzen, an denen der Arzneiprüfer litt, verschwanden vollständig), 13.

ATMUNG, HERZ, HALS UND RÜCKEN. [70.]

  • Rasche Atmung, 36.

  • Atmung dick und stertorös, 29.

  • Erstickendes Gefühl, 36.

  • Herzklopfen, nachher im Kopf gefühlt und gehört, 34.

  • Spannung an den Seiten des Halses, in der Gegend der Karotiden, 37.

  • Ziehen im Hals, als wäre die Haut zusammengezogen oder die Stränge verkürzt, 30.

  • Empfindung eines Ziehens in den Muskeln, besonders in den lumbalen Muskeln, 13.

ALLGEMEINES UND FIEBER

  • Vermehrter muskulärer Rigor, 13.

  • Verlust der Muskelkraft, 34.

  • Der von Dr. Kinglake gegebene Bericht stimmt ziemlich mit den bereits angeführten überein. Er fügt jedoch hinzu, daß die Einatmung des Gases noch die weitere Wirkung hatte, rheumatische Reizungen in Schulter- und Kniegelenken wiederzubeleben, die seit vielen Monaten zuvor nicht mehr gespürt worden waren. Obwohl von den Schmerzen stark gelindert, bemerkte er beim Nachlassen der Wirkungen ein momentanes Wiederkehren rheumatischer Schmerzen, die seit einiger Zeit zuvor nicht empfunden worden waren, und daß eine durch einen Blutegelbiß verursachte gelbe Stelle während der Inhalation rot und geschwollen wurde und Juckreiz und Kribbeln so groß waren, daß Furcht vor Eiterung entstand, 9. [80.]

  • Allgemeine Schwäche und Prostration, 39.

  • Ziemlich ohnmächtig nach der Rückkehr des Bewußtseins, 34.

  • Fieber jeden Nachmittag von 3 bis 6 Uhr, 30.

  • Gesicht nach der Rückkehr des Bewußtseins mit Schweiß bedeckt, 34.

  • Kälte der Füße und Beine bis zu den Knien zwischen den Anfällen von Bewußtlosigkeit, 30.

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