Capsicum annuum

von Richard Hughes & Jabez P. Dake — Enzyklopädie der Arzneimittelpathogenese

Historische Referenz für Behandelnde und Studierende. Die nachstehenden Aussagen spiegeln die homöopathische Lehre des genannten Autors wider und belegen keine Wirksamkeit einer Behandlung. Dieser Text stellt keine medizinische Beratung dar und darf eine angemessene Diagnose oder Behandlung nicht ersetzen.

Band II — Haupttext

CAPSICUM. Cápsicum annuum, L. Capsicum, Cayennepfeffer. Nat. Ord., Solanacea. I. Prüfungen.—1. HAHNEMANN, Mat. Med. Pura, Bd. i des Originals wie der Übersetzung. Enthält 275 Symptome von ihm selbst, 65 von 4 Mitbeobachtern und 4 aus anderen Autoren. 2. HARTLAUB und TRINKS.—Zwei rasche heftige Stiche vom Scheitel in die Stirn (1 h.); schmerzhaftes Zucken unter dem r. Augenlid ( h.); heftiger drückender Schmerz in der Magengrube, durch Druck darauf verstärkt ( h.); Stiche im Scrobiculus cordis bei raschem und tiefem Atmen, Sprechen und Druck; äußerste Mattigkeit in allen Extremitäten, wie zerschlagen. (Arzneimittellehre, 5 h. nach i,Abendessen, 303. Ohne Erklärung eingenommen.) a. Dr. HÖGYES, in einer Kapsel oder cc. Nach etwa 10 m. Aufstoßen, zunächst geschmacklos, später nach Pfeffer schmeckend. Gleichzeitig leichtes und nicht unangenehmes Wärmegefühl im Magen, das sich durch den Ösophagus bis zum Rachen erstreckte. Später häufiges Aufstoßen; das Wärmegefühl steigerte sich zu leichtem Sodbrennen, worauf auch das Aufstoßen brennend wurde. Noch später Rumoren und Blähungen im Darm. Nach 1 h. verschwanden die Symptome. Am nächsten m. ziemlich weicher Stuhl, der leicht schimmerte, für kurze Zeit gefolgt von Brennen am After. b. Ein Assistent nahm 0,2 cc. Er empfand dasselbe Gefühl von

Wärme im Epigastrium, das schließlich zu heftigem Brennen wurde, gefolgt von Brechreiz und allgemeinem Übelkeitsgefühl. Nach h. heftiges Rumoren im Darm mit Stuhldrang, gelindert durch Abgang von Winden. (Arch. f. Exp. Path. u. Pharm., ix, 122.) II. Vergiftungen. 1. [HEMPEL führt unter Berufung auf LARREY die Entstehung einer Atrophie der Hoden durch das Trinken von Branntwein an, in dem C. mazeriert worden war. Dieser Autor erwähnt das Branntweintrinken jedoch nur als eine von mehreren Ursachen und bezeichnet ihn als „einen Dattelbranntwein, in den die Einheimischen die Früchte verschiedener Solanum-Arten einlegen, wie Pseudo-Capsicum, Capsicum usw.“—EDs.] 2. Mrs. T—, æt. 74, stellte am 14. Nov. fest, dass sie sich erkältet hatte, und nahm um n. einen Teelöffel Cayennepfeffer in Lösung. Am nächsten m. wiederholte sie die Dosis zweimal; auf die letzte folgten Erbrechen und Diarrhö, doch nachdem diese abgeklungen waren, nahm sie noch zwei weitere. Danach traten weder Erbrechen noch Diarrhö auf, doch begann sie, große Mengen Harn auszuscheiden. Am 16. begann ihre Haut zu jucken und zu brennen, und am 17. war sie vom Hals bis zu den Knien mit einem papulösen Exanthem bedeckt, begleitet von heftigem Juckreiz und Brennen, schlimmer um n., zwischen 5 und 9 a.m. gebessert und während des ganzen d. ruhiger anhaltend. Puls 84. Etwas Verwirrung beim ersten Erwachen aus dem Schlaf. Am 19. waren die Zwischenräume zwischen den Papeln von leuchtend erythematöser Rötung ausgefüllt, und am Nachmittag begannen sich Vesikel zu bilden, am reichlichsten dort, wo Schweiß zurückgehalten wurde. Seit gestern hatte sie nur eine kleine Menge stark gefärbten Harns ausgeschieden. Nun trat ein Frostanfall auf, der 30 bis 60 m. anhielt und während dessen sie, warm zugedeckt, vor dem Feuer lag. Personen in ihrer Umgebung stellten fest, dass ihre Hände nach Berührung der Haut der Patientin noch einige Zeit brannten und prickelten. Das Exanthem breitete sich nach oben bis zur Kopfhaut und nach unten bis zu den Fußsohlen aus. Es war von starker Schwellung der Wangen, Ohren und des Halses begleitet, wobei die l. Seite stärker betroffen war als die r., ohne dass sich dies durch irgendeine Lage erklären ließ. Trotz der Mittel verschlechterte sich ihr Zustand stetig bis zum 22.; der Puls blieb vollkräftig und überschritt 100 nicht. An diesem d. war sie schläfrig; am 23. lag sie den ganzen d. komatös da, und am 24. starb sie. (DAVID HUNT, jun., M.D., N. Eng. Med. Gaz., iv, 43.)

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