Capsicum
By James Tyler Kent — Vorlesungen über homöopathische Arzneimittellehre
Viele der Stoffe, die man bei Tisch als Würzmittel in Speisen verwendet, werden im Laufe von ein oder zwei Generationen sehr nützliche Arzneien werden, weil die Menschen sich mit diesen Stoffen, Tee, Kaffee, Pfeffer, vergiften, und diese giftigen Wirkungen bei den Eltern bewirken bei den Kindern eine Disposition zu Krankheiten, die der von diesen Stoffen erzeugten Krankheit ähnlich ist.
Bei den fetten, schlaffen, rotgesichtigen Kindern von Biertrinkern und Pfefferessern, mit geringer Reaktionskraft, einer erschlafften und schlaffen Konstitution, rotem Gesicht und varikösem Zustand, bei solchen, die überreizt worden sind, Kindern überreizter Männer, finden wir sehr oft die Sphäre von Capsicum.
Gemüt
Bei jenen Konstitutionen, bei denen das Gesicht rosig aussieht, aber kalt oder nicht warm ist, und bei genauer Untersuchung zu sehen ist, daß das Gesicht mit einem feinen Netz von Kapillaren übersät ist. Voll und rundlich, ohne Ausdauer, eine falsche Plethora wie bei Cal.
Die Spitze der Nase ist rot, die Wangen sind rot, Rötung über den Wangen, rote Augen, leicht erschlaffende Personen. Diese Konstitutionen reagieren nach Krankheiten langsam und sprechen auf Arzneien nicht an, ein träger Zustand, eine müde, faule Konstitution.
Bei Schulmädchen, die nicht lernen oder arbeiten können, die Heimweh bekommen und nach Hause wollen. Bei gichtischen Konstitutionen, mit Knacken der Gelenke und gichtischen Ablagerungen in den Gelenken, steifen Gelenken, ungeschickt, schwach, rasch erschöpft. Es besteht Trägheit der ganzen Ökonomie. Sie sind fröstelige Patienten, sind empfindlich gegen Luft und wollen in einem warmen Zimmer sein. Selbst bei gewöhnlichem Wetter verursacht das Freie Frösteln. Sie sind empfindlich gegen Kälte und gegen Baden.
Im psychischen Zustand gibt es nichts Auffallenderes als dieses Symptom: Heimweh. Eine dem Heimweh ähnliche Krankheitsstimmung durchzieht das Mittel und ist begleitet von roten Wangen und Schlaflosigkeit, heißem Gefühl in der Rachenenge, Ängstlichkeit. Sie sind überempfindlich für Eindrücke, wittern immer eine Kränkung oder Zurücksetzung; stets misstrauisch und auf eine Beleidigung gefaßt.
Bis zum Äußersten hartnäckig; es ist etwas Teuflisches. Selbst wenn sie etwas Bestimmtes haben will, wird sie sich dagegenstellen, wenn es von jemand anderem vorgeschlagen wird. Nach Gemütserregungen rote Wangen, und doch fehlt bei den roten Wangen die Wärme, selbst bei erhöhter Temperatur; oder eine Wange bleich und die andere rot, oder die Wangen wechseln zwischen rot und bleich. Kinder sind ungeschickt und linkisch.
Der Capsicum-Geist wird fast überwältigt von anhaltenden Selbstmordgedanken. Er will sich nicht töten, er widersteht den Gedanken, und doch bleiben sie bestehen, und er wird von diesen Gedanken gequält.
Es gibt in vielen Mitteln anhaltende Gedanken, und es ist notwendig, zwischen Impulsen und Wünschen zu unterscheiden.
Wenn er wünscht, ein Seil oder ein Messer zu haben, um Selbstmord zu begehen, so ist das etwas ganz anderes als ein Impuls, Selbstmord zu begehen.
Ein Impuls ist bisweilen überwältigend und bringt den Geist aus dem Gleichgewicht, und er begeht Selbstmord. Sie sollten von einem Patienten immer herausfinden, ob ihm das Leben verleidet ist und er sterben möchte, oder ob er Impulse hat, die er beiseiteschieben möchte. Manche Personen liegen nachts wach und sehnen den Tod herbei, und dafür gibt es keinen Grund. Das ist ein Zustand des Willens, Wahnsinn des Willens.
Bei einem anderen Patienten springen die Gedanken in seinen Geist hinein, und er kann sie nicht beiseiteschieben, und die Gedanken quälen ihn. Das Unterscheidende des Mittels findet man oft dadurch, daß man zwischen diesen beiden unterscheidet. Wünsche gehören dem Willen an; Impulse drängen sich in die Gedanken.
Kopf
Kopfschmerzen, als würde der Schädel beim Bewegen des Kopfes, beim Gehen oder Husten bersten. Gefühl, als würde der Kopf in Stücke fliegen; hält den Kopf mit der Hand fest. Gefühl, als sei der Kopf groß; verschlimmert durch Husten und Auftreten, gebessert im Liegen mit hochgelagertem Kopf.
Berstender Schmerz und Klopfen. Kopfschmerz mit Pulsation in Stirn und Schläfen. Kopfschmerz, als würde das Gehirn durch die Stirn gepreßt. Beim Bücken Gefühl, als würde das Gehirn herausgepreßt, als würden die roten Augen beim Bücken herausgedrückt.
Die Sinne sind gestört und überakut; Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Gerüche, Geschmack und Berührung, gegen Eindrücke, gegen Kränkungen. Der Patient ist erregt.
Ohren
Schmerzen in den Ohren; juckender Schmerz; dumpf schmerzender, drückender Schmerz mit Husten, als würde ein Abszeß platzen. Es hat eine eigentümliche Wirkung auf die Knochen des inneren Ohres und den Processus mastoideus. Abscesse ringsherum und unter dem Ohr und Karies; die Felsenbeinpyramide ist nekrotisch. Es ist ein häufig angezeigtes Mittel bei Mastoidabszeß gewesen.
Nase
Alte Katarrhe. Der Patient erkältet sich an Nase und Hals, und darauf folgt eine Schleimansammlung. Sehr oft ist es bei stumpfen Patienten schwierig, Symptome zu bekommen, und man muß sich auf das verlassen, was man sieht, auf den Charakter des Ausflusses und einige andere Dinge, und man wird finden, daß einige dieser Fälle geheilt werden und alle übrigen Symptome verschwinden; aber bei manchen dieser alten Katarrhe scheint nach den sorgfältigst gewählten Mitteln keine Reaktion einzutreten, und plötzlich bemerkt der Arzt, daß der Patient ein rotes Gesicht hat und dieses kalt ist und die Nasenspitze rot und kalt ist, und der Patient ist fett und schlaff und hat doch nicht viel Ausdauer, konnte in der Schule nie recht lernen, und wenn sie sich anstrengt, bricht sie in Schweiß aus und friert in der kalten Luft.
Er hat einen Schlüssel zum Patienten und untersucht den Patienten mittels dieses Schlüssels, das heißt mittels des Arzneimittels, eine verrückte Praxis und nie anzuwenden außer als ein dernier resort und bei stumpfen Patienten. Wenn er diesem Patienten Capsicum gibt, rüttelt es sie auf, es heilt vielleicht nicht; aber danach greift Silicea oder Kali bich. oder ein anderes Mittel, das vielleicht zuvor gegeben wurde und nicht wirkte, und heilt.
Im Text heißt es: "Nase rot und heiß."
Die Haut ist überall rot und brennend, eine kapillare Kongestion.
Gesicht
Die Wangen sind rot und heiß, und dies wechselt mit Blässe. Rote Punkte im Gesicht. Schmerzen im Gesicht wie Knochenschmerzen, durch äußere Berührung. Schmerzen sind schlimmer durch Berührung. Schmerz im Jochbein, oder das Jochbein ist empfindlich. Druckempfindlichkeit über dem Mastoid. Schwellung in der Gegend des Mastoids.
Widerwärtiger Geschmack wie von fauligem Wasser. Beim Husten verursacht die Luft aus der Lunge einen scharfen, widerwärtigen Geschmack im Mund. Eine heiße, scharfe Luft steigt aus dem Hals herauf , mit fauligem Geschmack beim Husten.
Auf Zunge und Lippen flache, empfindliche, sich ausbreitende Geschwüre mit speckigem Grund. Die Schleimhaut der Lippen und verschiedene Körperteile bleiben, wenn sie mit den Fingern hochgekniffen werden, in der erhobenen Stellung stehen, was eine träge Zirkulation zeigt.
Dies ist die Schlaffheit von Capsicum. Sie runzelt sich unter Druck. Es ist eine schwache Zirkulation. Die Teile, die man berührt, sind locker und schlaff, rot, dick und kalt. Dieses Kind wird, wenn es Masern hat, nicht gut reagieren, bis es Capsicum bekommt.
Die Haut ist feucht und kalt, und es besteht ein feiner, masernartiger Hautzustand infolge kapillarer Kongestion. Wenn das Kind alt genug ist, wird es über Kältegefühl klagen. Es besteht langsame Reaktion nach Exanthemerkrankungen, nach Drüsenerkrankungen, nach Darmbeschwerden. Das Kind war fett und schlaff, nimmt jetzt aber nicht mehr an Fleisch zu.
Er erkältet sich an Hals und Nase, und der Hals sieht aus, als wollte er bluten, so rot ist er, mit fein exanthemartigem Aussehen - aufgedunsen, verfärbt, purpurn, marmoriert, schlaff und schwammig aussehend; dunkelrot. Brennende Wundheit mit Ulzeration in der Rachenenge. Zäpfchen verlängert. Stechen im Hals. Vergrößerte Tonsillen, entzündet, groß und schwammig.
Der Hals bleibt nach einer Erkältung oder Halsentzündung lange wund. Brennender, drückender Schmerz im Hals, der Hals dunkelrot; erschlaffte Halsentzündung; Schmerz beim Schlucken, Dysphagie. Der Hals bleibt wochenlang träge, ein Nichtstun-Zustand, wird nicht sehr schlimm, aber auch nicht besser, ein Mangel an Reaktion.
Wenn der Schüttelfrost beginnt, besteht Durst. Durst nach jedem dysenterischen Stuhl, ein plötzliches Verlangen nach eiskaltem Wasser, das Frösteln verursacht. Verlangen nach Wasser vor dem Schüttelfrost, und wenn es getrunken wird, beschleunigt es den Schüttelfrost; im Magen fühlt es sich kalt an.
Er verlangt nach etwas Warmem, etwas Anregendem, verlangt nach scharfen Dingen. Das sieht man bei Whisketrinkern; sie verlangen nach Pfeffer, und der Pfeffer wiederum verlangt nach Whisky. Diese diffusiblen Stimulanzien verlangen nach etwas Anregendem, verlangen nach Stütze. Dipsomanie.
Lassen Sie mich Ihnen einen Hinweis bei Arsenic geben. Bei Dipsomanie geraten die Sünder, die tagsüber sehr viele Getränke zu sich genommen haben, manchmal in jenen Zustand, in dem sie nachts aufstehen müssen, um zu trinken, sonst werden sie morgens nicht aufstehen können.
Am Morgen werden die ersten drei oder vier Getränke wieder erbrochen, aber das nächste bleibt unten; sie müssen so viele nehmen, bis eines bleibt. Sie sind in jenen Zustand gekommen, in dem sie fortfahren müssen, es zu nehmen. Wenn sie zu lange schlafen, kommen die ersten paar Getränke wieder hoch, und so müssen sie in der Nacht aufstehen, oder der Whisky bleibt morgens nicht unten, bis sie eine Anzahl von Getränken genommen haben.
Das werden Sie bei Anwälten sehen, die unter Stimulanzien sehr viel Arbeit leisten. Nux, Ars., and Caps. werden etwas für sie tun, wenn sie mit Ihnen zusammenarbeiten. Ich erinnere mich, wie ich zu einem alten Säufer, der sich ausschließlich mit Champagner aufrechterhalten hatte, sagte, daß er damit aufhören müsse. Er jammerte,
"Ich glaube nicht, daß es sich lohnt."
Wenn er seinen Champagner nicht bekommen konnte, hielt er das Leben nicht für lebenswert. Wenn diese Leute Nutzen haben wollen, müssen sie mitarbeiten.
Bauch
Dysenterie. Nach dem Stuhl Tenesmus und Durst, und Trinken verursacht Schaudern. Wundbrennen und Brennen in Anus und Rektum. Heftiger Tenesmus in Rektum und Harnblase zugleich. Hämorrhoiden; vorfallend, wundbrennend, brennend; wundbrennend wie Pfeffer; sie stechen und brennen, als sei Pfeffer auf sie gestreut worden.
Tenesmus der Harnblase; Strangurie. Brennender, beißender Schmerz nach dem Wasserlassen, in alten Fällen von Gonorrhöe, in denen keine Reaktion eintritt.
Der Ausfluß ist cremig. Man nimmt ein Bild seines Gesichts auf, man bemerkt die Plethora, aber auch, daß er keine Ausdauer hat, voll, schlaff, empfindlich gegen Kälte, rotes Gesicht. Er reagiert nach einer Erkältung nicht. Er hat Nachträufeln oder einen cremigen Ausfluß mit Brennen beim Wasserlassen.
Capsicum wird dies bisweilen plötzlich zum Stillstand bringen. Kälte des Skrotums. Präputium geschwollen, ödematös. Schmerz in der Prostata nach Gonorrhöe.
Kälte des befallenen Teils. Kälte in Flecken. Kälte des ganzen Körpers.
Es ist nützlich bei verwirrender und lästiger chronischer Heiserkeit. Er hatte sich erkältet, und Mittel für den akuten Zustand wurden gegeben, vielleicht zwei oder drei Mittel, Acon., Bry., Hep., Phos., aber plötzlich wird man sich seines chronischen konstitutionellen Zustands der Heiserkeit bewußt. Er ist rundlich, fröstelig, rotgesichtig, und die Heiserkeit verschwindet unter Capsicum.
Mit dem Husten ist es ebenso. Nachdem man mehrere Fehlgriffe gemacht hat, merkt man plötzlich, daß es ein Capsicum-Fall ist und daß man der Wurzel des Übels bisher nie nahegekommen ist. Das zeigt, wie wichtig es ist, zuerst das Allgemeine zu erfassen. Wenn viel akutes Leiden vorhanden ist, muß man natürlich ein Akutmittel geben, aber wenn die Genesung verzögert ist und die Rekonvaleszenz langsam verläuft, sollte das nächste Mittel das Mittel für den Patienten sein.
Manchmal ist es Sulph., Phos., Lyc., und manchmal ist es Caps. Wenn der Patient einen guten konstitutionellen Zustand hat, wird er die Erkältung unter dem Akutmittel überwinden, aber die alten gichtischen, rheumatischen, schlaffen Patienten brauchen ein Konstitutionsmittel.
Husten in plötzlichen Anfällen, die den ganzen Körper erschüttern. Weint nach dem Husten vor Kopfschmerz. Stechen im leidenden Teil beim Husten. Jeder Hustenstoß erschüttert das betroffene Gelenk. Der konstitutionelle Zustand kommt zuerst, und das Einzelne muß übereinstimmen, d. h. verordnen Sie nach der Totalität.