Æthusa.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
cynapium. Hundspetersilie. (Europa.) N. O. Umbelliferæ. Tinktur der ganzen blühenden Pflanze.
Klinisches
Geistige Erschöpfung / Cholera infantum / Konvulsionen / Husten / Delir / Diarrhö / Dyspepsie / Ausfluss aus dem Ohr / Epilepsie / Exkoriation / Augen, Erkrankungen der / Drüsen, Erkrankungen der / Kopfschmerz / Herpes / Singultus / Idiotie / Infantile Lähmung / Geist, Schwäche des / Schlaflosigkeit / Magen, Störungen des / Trismus / Erbrechen
Charakteristika
Die Symptome von Æthusa sind besonders klar umrissen; tatsächlich ist Heftigkeit eines der Kennzeichen seiner Wirkung: heftiges Erbrechen, heftige Konvulsionen, heftige Schmerzen, heftiges Delir. Andererseits bestehen Erschöpfung und Somnolenz. „Fool's parsley“ hat seinen Namen nicht umsonst erhalten: es ist in der Tat ein Mittel für „Narren“. Es besteht große Schwäche des Geistes oder Körpers. Ein sehr charakteristisches Symptom ist: Unfähigkeit zu denken oder die Aufmerksamkeit zu fixieren. Von diesem Symptom geleitet, gab ich es einmal einem Studenten, der sich auf ein Examen vorbereitete, mit vollem Erfolg. Er war gezwungen gewesen, seine Studien aufzugeben, konnte sie aber wieder aufnehmen und bestand eine glänzende Prüfung. Einem kleinen Findelkind in einem Waisenhaus, das unter schweren Kopfschmerzen und Unfähigkeit litt, seine Aufmerksamkeit auf den Unterricht zu richten, schickte ich einzelne Gaben von Æthus. in seltenen Abständen, mit sehr großer Erleichterung. Der kleine Junge fragte später bei Rückkehr der alten Symptome selbst nach dem Arzneimittel. Andere psychische Symptome sind: Idiotie; in einigen Fällen wechselnd mit Raserei. Halluzinationen. Delir; sieht Katzen und Hunde; will aus dem Bett oder aus dem Fenster springen. Reizbarkeit, besonders im Freien. Guernsey sagt: „Die psychischen Symptome, die Kindern, und häufig auch Erwachsenen, eigentümlich sind, sind große Qual und Weinen. Im Fortschreiten der Krankheit wird der Patient in seinem Wesen immer zurückgezogener und mehr zum Weinen geneigt.“ Somnolenz. Altersschwachsinn. Ein weiteres ausgeprägtes Charakteristikum ist: Unverträglichkeit von Milch; Erbrechen von allem Genommenen, besonders von Milch, die in gelblichen oder grünlichen Klumpen ausgeworfen wird. Es besteht große Schwäche und Erschöpfung nach dem Erbrechen; das Kind ist so erschöpft, dass es sofort einschläft. Es erwacht hungrig, isst und erbricht wieder. „Hungrig nach Erbrechen“ ist hier der Leitsatz. Es bestehen auch Kneifen, mit Diarrhö, Erbrechen, Weinen. Für Erwachsene, die über Regurgitation von Nahrung eine Stunde nach deren Aufnahme klagen, ist Æthus., sagt Guernsey, unschätzbar. Auch reichliches Erbrechen bei Erwachsenen, mit einem starken Gefühl von Bedrängnis; sie können nicht sagen, worauf sich die Bedrängnis bezieht, aber sie besteht dennoch. Erwachsene klagen über eine Empfindung, als sei der Magen umgedreht, begleitet von einem brennenden Gefühl bis hinauf zur Brust. Reißende Schmerzen im Magen, die in den Ösophagus reichen; Bauch gespannt, aufgetrieben, empfindlich. Es besteht ein herpetischer Ausschlag an der Nasenspitze. Zusammen mit den Magensymptomen besteht ein eigentümlicher Ausdruck großer Angst und großen Schmerzes (Linea nasalis), eine perlmutterweiße Fläche auf der Oberlippe, durch deutliche Linien von den Nasenflügeln bis zu den Mundwinkeln begrenzt. Andere Symptome sind: Empfindung von Schwellung in Kopf und Gesicht beim Betreten eines Zimmers. Eingesunkene Hornhaut. Augäpfel konvulsiv verdreht und nach unten gerichtet. Schlaf nach Anfällen. Empfindung von Schwellung in den Händen nach Gehen. Konvulsionen, mit kalten Extremitäten. Die Schmerzen sind einschießend. Schwellung der Mamma- oder Achsellymphknoten, mit einschießenden Schmerzen. Erschöpfung; stupide. Alle Symptome < 3 bis 4 Uhr morgens. Hitze = alle Ausschläge jucken unerträglich. Wie bei Bovist. und Aster. r. sind die Symptome < durch Kaffee, Wein, Trunkenheit, kaltes Wasser und Bettwärme; > durch einen Gang im Freien und durch Unterhaltung. > Im Freien (außer den psychischen Symptomen). Das Mittel passt zu zahnenden Kindern und choleraartigen Beschwerden im hohen Alter.
Beziehungen
Vergleiche: Cicut.; Coni.; Œnan. croc.; Ant. crud. und Calc. c. (Erbrechen von Milch); Ars.; Asar.; Cupr.; Ipec.; Op. Es antidotiert Opium; und wird antidotiert durch Pflanzensäuren. Teste stellt Æthus. in die Schwefelgruppe mit Cicuta, Con., Aster., Bov., Lobel., Merc., Kreas.
1. Geist
Unfähigkeit zu denken; verwirrt. Verlust des Verständnisses; als ob eine Schranke zwischen den Sinnen und den äußeren Gegenständen wäre. Idiotie, in einigen Fällen wechselnd mit Raserei. Große Angst und Unruhe, gefolgt von heftigen Schmerzen in Kopf und Bauch. Schlechte Laune; Reizbarkeit. Reizbarkeit, bes. am Nachmittag und im Freien. Delir: sieht Katzen und Hunde; versucht, aus dem Fenster zu springen. Redselige Heiterkeit.
2. Kopf
Kopf verwirrt; das Gehirn fühlt sich wie eingeschnürt an. Schwindel, mit Schläfrigkeit, kann den Kopf nicht heben. Kopfschmerz im ganzen vorderen Teil des Kopfes. Schweregefühl in der Stirn. Empfindung, als wären beide Seiten des Kopfes in einem Schraubstock. Quälende Schmerzen im Hinterkopf, den Nacken hinab und die Wirbelsäule entlang. Hitze steigt zum Kopf; der Körper wird wärmer; das Gesicht wird rot und der Schwindel hört auf. Stiche und Pulsationen im Kopf. Kann den Kopf nicht aufrecht halten oder aufsitzen. Empfindung, als werde ständig an den Haaren gezogen. Die Kopfsymptome sind > durch Abgang von Blähungen.
3. Augen
Hinaufsehen < Kopfschmerz und Schwindel. Erweiterte Pupillen. Pupillen erweitert, aber lichtempfindlich. Augen glänzend und hervortretend. Hornhaut eingesunken. Pusteln auf der Hornhaut. Skrofulöse Ophthalmie; Lidränder entzündet und nachts verklebt; Schwellung der Meibom-Drüsen. Chronische Photophobie.
4. Ohren
Stiche in den Ohren, bes. im r. Ohr, als ströme etwas Heißes daraus. Gelber Ausfluss aus dem r. Ohr, mit stechenden Schmerzen. Es besteht große > durch Einführen des Fingers und Auseinanderziehen der Teile.
5. Nase
Herpetischer Ausschlag an der Spitze.
6. Gesicht
Ein gezogener Zustand, beginnend an den Alæ nasi und sich bis zu den Mundwinkeln erstreckend, der dem Gesicht einen Ausdruck großer Angst und großen Schmerzes verleiht. Reißen im Gesicht, in den Jochbeinen. Kiefer krampfartig fixiert. Gesicht bleich, aufgedunsen und rot gefleckt. Kinn und Mundwinkel fühlen sich kalt an.
8. Mund
Stechen und Reißen im Zahnfleisch. Geschmack: bitter; wie Käse; wie Zwiebeln; süßlich am Morgen beim Erwachen. Zunge: feucht; weiß belegt; schwarz; fühlt sich zu lang an. Sprache langsam; gehemmt. Aphthen in Mund und Hals. Reichlicher Speichelfluss, der die Vergiftungssymptome >.
9. Hals
Empfindung von Zusammenschnürung, die das Schlucken verhindert. Stechen im Hals, zwischen den Schluckakten. Weicher Gaumen rot, geschwollen. Beißende Hitze in Mund und Hals. Beim Essen plötzliches Schweregefühl in der Stirn. Krampfartiger Singultus.
11. Magen
Unverträglichkeit von Milch; sie wird fast sofort nach dem Schlucken gewaltsam ausgeworfen; dann verursacht Schwäche Schläfrigkeit; bei Säuglingen. Heftiges Erbrechen geronnener Milch und käseartiger Massen. Heftiges Erbrechen einer schäumenden Masse, weiß wie Milch. Dies können wir bei Männern, Kindern oder schwangeren Frauen finden. Heftiges Erbrechen von grünem Schleim. Heftiges Erbrechen, mit Diarrhö, von grünem Schleim oder (bei Kindern) blutigen Stoffen. Nach dem Erbrechen kalt und klamm.
12. Bauch
Kälte des Bauches und der unteren Extremitäten, bes. l., mit dumpf schmerzendem Gefühl im Darm; > durch warme feuchte Anwendungen. Empfindung von Kälte im Bauch. Geschwollener und gespannter Bauch. Schneiden, mit Auftreibung. Schneiden, mit heftigem Erbrechen. Schwarz-bläuliche Schwellung des Bauches. Kolik, gefolgt von Erbrechen, Schwindel und Schwäche.
13. Stuhl
Diarrhö: Stühle hellgelb oder grünlich, wässrig und schleimig, mit heftigem Tenesmus. Unverdauter Stuhl oder teilweise so. Lose Stühle, denen Schneiden im Bauch vorangeht, mit Tenesmus am Morgen nach dem Aufstehen. Diarrhö: Abgänge grün, dünn, gallig, mit heftigem Tenesmus. Blutige Stühle. Hartnäckigste Verstopfung, mit dem Gefühl, als sei jede Tätigkeit des Darms verloren gegangen.
17. Atmungsorgane
Die Leiden des Patienten machen ihn fast sprachlos. Atmung sehr schwierig und kurz. Empfindung, als sei die Brust von einem Band umschlossen, was erschwertes Atmen verursacht. Stiche in der l. Seite der Brust. Husten, der betäubenden Schmerz im Kopf hervorruft.
19. Herz und Puls
Heftiges Herzklopfen, mit Kopfschmerz. Puls voll und rasch; hart, klein und rasch; klein und häufig; unregelmäßig; nicht fühlbar.
20. Hals und Rücken
Quälender Schmerz im Hinterkopf und Nacken, die Wirbelsäule hinabreichend, > durch Reibung mit heißem Whisky. Schwellung der Drüsen um den Hals wie eine Perlenschnur. Empfindung, als sei das Kreuz in einem Schraubstock. Ein Gefühl, als könne der Schmerz im Rücken > werden durch Sich-gerade-Ausstrecken und steifes Rückwärtsbeugen.
21. Extremitäten
Ausschlag um die Gelenke, bes. Knie, Ellenbogen und Sprunggelenk. Achsellymphknoten geschwollen. Steifigkeit der Ellenbogengelenke. Schwellung der Unterarme und Hände. Daumen und Finger nach innen gebeugt. Exkoriationen der Oberschenkel durch Gehen. Paralytische Schmerzen in den unteren Extremitäten; Ameisenlaufen in den Füßen.
24. Allgemeines
Epileptiforme Krämpfe, mit eingeschlagenen Daumen; rotes Gesicht; Augen nach unten gedreht; erweiterte, starr blickende, unbewegliche Pupillen; Schaum vor dem Mund; Zähne fest aufeinander; Puls klein, hart, beschleunigt. Krämpfe, mit Stupor und Delir. Kalte Extremitäten und konvulsiv bewegter Körper. Große Schwäche; Kinder können nicht stehen; können den Kopf nicht aufrecht halten.
25. Haut
Flechtenartige Ausschläge, die leicht bluten. Schwarzblaue Flecken, manchmal wie Ekchymosen am ganzen Körper. Der ganze Körper kann von bläulich-schwarzer Farbe sein. Anasarka.
26. Schlaf
Dösen des Kindes nach Erbrechensanfällen oder nach dem Stuhl. Beim Einschlafen Rollen der Augen oder leichte Konvulsionen. Schläfrigkeit den ganzen Tag; manchmal > im Freien. Schlaf durch Schmerzen in den Extremitäten verhindert.
27. Fieber
Völliges Fehlen von Durst, obwohl große Hitze besteht. Kann es nicht ertragen, während des Schweißes aufgedeckt zu sein. Fieber, bes. morgens, mit Schaudern; Schaudern, Müdigkeit in den Extremitäten, innere Kälte mit heißem und gerötetem Gesicht; Unwohlsein; Neigung zum Delir während des Kältestadiums; Schweiß, nach dessen Ausbruch die vorherigen Symptome verschwinden. Schweiß bei geringster Anstrengung.