Emetinum
von Richard Hughes & Jabez P. Dake — Enzyklopädie der Arzneimittelpathogenese
Historische Referenz für Behandelnde und Studierende. Die nachstehenden Aussagen spiegeln die homöopathische Lehre des genannten Autors wider und belegen keine Wirksamkeit einer Behandlung. Dieser Text stellt keine medizinische Beratung dar und darf eine angemessene Diagnose oder Behandlung nicht ersetzen.
Band IV — Anhang
EMETINUM.
(Siehe Bd. III, S. 17.)
I. 4. Einer von uns nahm auf nüchternen Magen 2 gr. E. ein. Nach ½ Std. wurde ihm übel, und er erbrach mehrmals; darauf folgte eine ausgeprägte Schlafneigung. Mehrere Studenten unterzogen sich diesen Versuchen und wurden in gleicher Weise davon betroffen. (MAGENDIE und PELLETIER, Sur l’Ipécac., S. 7.)
III. 4. Dr. FOULKRAD fasst die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die Wirkung von E. wie folgt zusammen:
a. Örtlich angewendet bewirkt E. eine fortschreitende Verminderung der Funktionsfähigkeit der Nerven und quergestreiften Muskeln. Hält der Kontakt an, so erlangen die Gewebe ihre Eigenschaften nicht wieder. Bei unmittelbarer Anwendung auf die Substanz des Gehirns und des Rückenmarks wird keine erkennbare Wirkung hervorgerufen.
b. Die als Folge einer Injektion von E. beobachtete Herabsetzung des arteriellen Druckes beruht auf einer unmittelbaren Wirkung des Arzneimittels auf das Herz, das heißt auf Herzlähmung.
c. Die Herzbewegungen werden durch die Wirkung von E. zunächst beschleunigt und dann verlangsamt; die Verlangsamung beruht auf Herzlähmung.
d. E. lähmt die Moderatorfasern des Herzens in den Pneumogastrici.
e. Der durch E. hervorgerufene Torpor und das Koma beruhen auf einer Wirkung auf das Gehirn.
f. Seine Konvulsionen sind spinalen Ursprungs, und auch die Herabsetzung der Reflextätigkeit beruht auf einer Wirkung auf das Rückenmark.
g. Das durch E. verursachte Erbrechen beruht auf einer örtlichen Wirkung auf den Magen.
h. E. bewirkt eine Verlangsamung der Atembewegungen, die selbst nach Durchtrennung der Vagi eintritt.
i. Die willkürlichen Muskeln bleiben bei einer Vergiftung mit E. unverändert.
j. E. wird resorbiert und als solches durch die Nieren ausgeschieden; ein Teil wird auch durch die gastrointestinale Schleimhaut ausgeschieden.
k. Der durch E. hervorgerufene Speichelfluss beruht auf seiner Wirkung auf die Nerven des Mundes.
l. Seine Einführung über den Magen, subkutan oder durch Injektion in die Venen ist von Albuminurie gefolgt.
m. Nach einer Vergiftung damit findet sich Glukose in der Leber. (Phil. Med. Times, 31. Aug. 1878.)