Abrotanum
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Eberraute. Compositæ .
Artemisia abrotanum oder Eberraute, auf sonnigen Hügeln in Südeuropa wachsend und in Gärten kultiviert. Als altes Volksheilmittel berühmt. Von Deventer in unsere Praxis eingeführt. Von Gatchell an zwei Frauen arzneilich geprüft.
GEMÜT [1]
Schwäche und Dumpfheit des Geistes.
Keine Fähigkeit zu denken, als ob alle körperliche und geistige Kraft verschwunden wäre.
Meint, ihr Gehirn erweiche.
Erregt, redselig, hat das Gefühl, schreien zu müssen.
Schweigsamkeit.
Trägheit, Abneigung gegen körperliche Bewegung.
Gut gelaunt, glücklich.
Düster, mutlos.
Große Angst und Niedergeschlagenheit. θ Gastralgie.
Das Kind ist mürrisch und niedergeschlagen. θ Marasmus.
Übellaunig, reizbar, heftig.
Außerordentlich verdrießlich, fühlt, als möchte sie etwas Grausames tun; ohne Menschlichkeit.
Durch Gespräch oder geistige Anstrengung leicht ermüdet.
INNERER KOPF [3]
Die linke Gehirnhälfte schien besonders schwach; durch Gespräch oder geistige Anstrengung leicht ermüdet.
Empfindung, als ob kriechendes Frösteln den Windungen des Gehirns entlangliefe, begleitet von Prickeln.
ÄUSSERER KOPF [4]
Kopf schwach, konnte ihn nicht aufrecht halten.
Kopfhaut wund, besonders seitlich.
Juckreiz der Kopfhaut.
SEHEN UND AUGEN [5]
Blaue Ringe um matt blickende Augen. θ Chlorose.
Entzündete Augen.
GERUCH UND NASE [7]
Trockenheit der inneren Nase.
Nasenbluten bei Knaben.
OBERE GESICHTSHÄLFTE [8]
Gesicht runzlig, alt, blass. θ Marasmus.
Komedonen mit Abmagerung.
Das Gesicht fühlt sich kalt an.
Ziehende Schmerzen im Oberkiefer.
ZÄHNE UND ZAHNFLEISCH [10]
Ziehende und reißende Schmerzen in kariösen Zähnen.
GESCHMACK, SPRACHE, ZUNGE [11]
Schleimiger Geschmack. θ Gastralgie.
Saurer Geschmack.
GAUMEN UND HALS [13]
Kratzen im Hals.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Nagender Hunger; Verlangen nach in Milch gekochtem Brot.
Appetit groß; Heißhunger bei fortschreitender Abmagerung; Marasmus.
Appetitlosigkeit. θ Gastralgie.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Brennen im Magen wie von Säure.
Völle und Aufgetriebenheit in der Magengegend.
Empfindung, als ob der Magen herabhänge oder im Wasser schwimme, mit einem eigentümlichen Kältegefühl und einer Dumpfheit gegen alle Reize. θ Gastralgie.
Schneidende, nagende, brennende, bisweilen zusammenziehende und stechende Schmerzen, meist < nachts; selbst in den Zwischenzeiten niemals vollständig schmerzfrei. θ Gastralgie.
Gestörte Verdauung. θ Chlorose.
BAUCH UND LENDEN [19]
Schwaches, sinkendes Gefühl in den Därmen.
Häufige kolikartige Schmerzen. θ Marasmus.
Aufgetriebener Bauch. θ Chlorose; Marasmus; Kolik.
Harte Knoten in verschiedenen Teilen des Bauches.
STUHL UND REKTUM [20]
Nach plötzlich unterdrückter Diarrhö Rheumatismus.
Hämorrhoiden treten auf und werden <, wenn die rheumatischen Schmerzen nachlassen; häufiger Stuhldrang; es geht fast nur Blut ab.
Verstopfung. θ Gastralgie.
(Beob.:) Würmer, besonders Askariden. θ Marasmus.
Wechsel von Diarrhö und Verstopfung; die Nahrung geht unverdaut ab. θ Marasmus.
Hervortretende hämorrhoidale Knoten, brennend bei Berührung und beim Pressen.
HARNORGANE [21]
Harnblase voll, Drang zum Harnlassen.
Harn spärlich.
MÄNNLICHE GESCHLECHTSORGANE [22]
Hydrozele bei Kindern.
WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE [23]
Einschießender Schmerz in der Gegend des linken Eierstocks.
Zucken in den Ovarialgegenden, scheint sich bis in den Rücken zu erstrecken.
(Beob.:) Geschwüre am os tincæ.
Dysmenorrhö; unterdrückte Menses.
SCHWANGERSCHAFT. GEBURT. STILLZEIT [24]
Erschwerte Geburt.
Blut und Feuchtigkeit sickern aus dem Nabel neugeborener Kinder.
STIMME UND KEHLKOPF. LUFTRÖHRE UND BRONCHIEN [25]
Plötzliche Heiserkeit; schwache Stimme.
ATMUNG [26]
Erschwerte Atmung.
HUSTEN [27]
Quälender Husten. θ Rheumatismus.
BRUSTINNERES UND LUNGE [28]
Wundheitsgefühl in den Atemwegen durch kalte Luft.
Bei Pleuritis (nach Acon. und Bryon.), wenn in der befallenen Seite ein Druckgefühl zurückbleibt, das freies Atmen behindert.
HERZ, PULS UND KREISLAUF [29]
Schmerz quer durch die Brust, stechend und heftig in der Herzgegend. θ Rheumatismus.
Puls schwach und klein. θ Chlorose.
Wallungen mit allgemeiner Hitze und erweiterten Venen an Stirn und Händen. θ Hämorrhoidalkolik.
BRUSTWAND [30]
Ziehende Schmerzen in den Brustmuskeln, besonders bei Bewegung.
HALS UND RÜCKEN [31]
Schwacher Rücken, mit Ovarialschmerzen.
Schmerzen im Kreuzbein. θ Hämorrhoidalkolik.
OBERE EXTREMITÄTEN [32]
Flüchtige Schmerzen in den Schultern die ganze Nacht hindurch, den Schlaf verhindernd.
Dumpf schmerzendes Gefühl von den Schultergelenken bis zum Ellbogen.
Arme sehr schwach.
Taubes Gefühl in den Fingern.
Dumpf schmerzendes Gefühl im Zeigefinger der rechten Hand, gefolgt von ähnlichem Schmerz in den übrigen Fingern der rechten und linken Hand.
Prickeln und Kälte der Fingerspitzen.
UNTERE EXTREMITÄTEN [33]
Abmagerung, meist der Beine. θ Marasmus.
Ziehendes Gefühl im Sprunggelenk.
Erstorbensein und Kälte der Füße.
Stechende, reißende und juckende Empfindungen in alten Fußwunden.
EXTREMITÄTEN IM ALLGEMEINEN [34]
Unfähigkeit, die Arme zu bewegen; die Beine nur mit Mühe. θ Rheumatismus.
Erfrierungsgeschädigte Extremitäten.
RUHE. LAGE. BEWEGUNG [35]
Liegt auf dem Bauch; kann den Kopf nicht aufrecht halten.
Bewegung: Schmerzen in den Brustmuskeln; Abneigung gegen Bewegung; rheumatische Schmerzen <.
Unfähigkeit, die Arme zu bewegen; die Beine nur mit Mühe.
NERVEN [36]
Bleibt sehr erschlafft und zu allem unfähig.
Geneigt, auf dem Bauch zu liegen.
Ein schwaches, kränkliches Gefühl hielt viele Tage an, mit innerem Zittern bei Erregung.
Am ganzen Körper sehr lahm und wund. θ Rheumatismus.
Große Schwäche und Prostration sowie eine Art hektisches Fieber bei Kindern nach Influenza.
Kopf so schwach, dass er ihn nicht aufrecht halten kann.
Hysterie.
SCHLAF [37]
Schlaflos und unruhig. θ Hämorrhoidalkolik.
ZEIT [38]
Nacht: schneidende, nagende, stechende Magenschmerzen <; flüchtige Schmerzen in den Schultern.
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Kalte Luft erzeugt Wundheitsgefühl in der Brust.
Juckende Frostbeulen.
FIEBER [40]
Hohes Fieber. θ Rheumatismus.
Hektisches Fieber, sehr schwächend. θ Marasmus.
ANFÄLLE, PERIODIZITÄT [41]
Plötzlich: Heiserkeit.
Hämorrhoiden <, wenn Rheumatismus >.
Wechselnd: Diarrhö und Verstopfung.
LOKALITÄT UND RICHTUNG [42]
Links: Gehirn scheint schwach; Kopfhaut wund; einschießend im Eierstock; stechende Schmerzen in der Herzgegend.
Von rechts nach links: dumpf schmerzendes Gefühl in den Fingern.
Rechts und links: Zucken in der Ovarialgegend; dumpf schmerzendes Gefühl in den Fingern.
EMPFINDUNGEN [43]
Wie von kriechendem Frösteln entlang den Windungen des Gehirns, mit Prickeln; als ob der Magen herabhänge oder im Wasser schwimme; Schwäche mit innerem Zittern.
Dumpf schmerzend: in den Schultergelenken und im Zeigefinger der rechten Hand.
Schmerz: quer durch die Brust, stechend in der Herzgegend; im Kreuzbein.
Einschießend: im linken Eierstock.
Schneidend: im Magen.
Stechend: in Fußwunden.
Stechend: im Magen.
Prickeln: im Gehirn; in steifen Gelenken; in den Fingerspitzen.
Reißen: in den Zähnen; in Fußwunden.
Brennen: im Magen und in Hämorrhoiden.
Wundheit: der Kopfhaut überall.
Dumpf schmerzend: von den Schultergelenken bis zum Ellbogen; in den Fingern.
Zusammenziehend: im Magen.
Gichtartige Schmerzen: in den Handgelenken und Sprunggelenken.
Flüchtige Schmerzen: in den Schultern.
Nagend: im Magen.
Ziehend: im Oberkiefer, in kariösen Zähnen, in den Brustmuskeln; im Sprunggelenk.
Drückend: bei Pleuritis.
Kratzen: im Hals.
Wundheit: in den Atemwegen.
Zucken: in den Eierstöcken.
Taubheitsgefühl: in den Fingern.
Erstorbensein: der Füße.
Kälte: im Gesicht, im Magen, in den Fingerspitzen; an den Füßen.
Schwaches, sinkendes Gefühl: in den Därmen.
Trockenheit: der inneren Nase.
Juckreiz: der Kopfhaut, der Fußwunden, der Frostbeulen.
GEWEBE [44]
Gicht: schmerzhafte und entzündete Handgelenke und Sprunggelenke.
Gelenke steif, mit prickelnder Empfindung.
Schmerzhaft-entzündlicher Rheumatismus vor der Schwellung.
Chlorose.
(Beob.:) Bei phagedänischen Erkrankungen.
Rheumatismus nach plötzlich unterdrückter Diarrhö; sie kann Kopf, Arme oder Gliedmaßen nicht bewegen und leidet unter starken Schmerzen, ohne Schwellung.
Nach unterdrückter Gicht. θ Gastralgie.
Marasmus der Kinder.
Kontraktionen der Extremitäten durch Krämpfe oder nach Kolik.
HAUT [46]
Furunkel, wenn Hepar sulph. nicht ausreicht.
Die Haut ist schlaff und hängt locker herab. θ Marasmus.
Juckende Frostbeulen.
LEBENSALTER, KONSTITUTION [47]
Kinder: Abmagerung, besonders der Beine. θ Marasmus.
Knaben: Epistaxis; Hydrozele.
BEZIEHUNGEN [48]
Nach Acon . und Bryon . bei Pleuritis; nach Hepar sulph . bei Furunkel.
Juckende Frostbeulen; vergleiche Nux vom . und Amanita .