Kalium Permanganatum
Kaliumpermanganat
By William Boericke — Handbuch der homöopathischen Materia medica
(KALI PERMANGANICUM)
Starke Reizung von Nase, Hals und Kehlkopf. Diphtherie. Dysmenorrhö. Schlangenbisse und andere tierische Gifte. Septische Zustände; Gewebe infiltriert, mit Neigung zu nekrotischem Zerfall.
Atmungsorgane
Nasenbluten. Nasenausfluss; er brennt und reizt. Einschnürendes, brennendes Gefühl im Hals. Der Kehlkopf fühlt sich wund an. Kurzer Reizhusten.
Hals
Geschwollen und schmerzhaft. Alles Heraufgeräusperte ist blutig gestreift. Hintere Nasengänge schmerzhaft. Die Muskeln des Nackens fühlen sich wund an. Geschwollenes Zäpfchen. Übler Atemgeruch.
Dosis
Örtlich 1 Dram auf 1 Quart Wasser zur Beseitigung des Foetors bei Krebs, Geschwüren, Ozäna und anderen üblen Gerüchen. Auch als Injektion bei Leukorrhö und Gonorrhö. Innerlich 2x-Verdünnung in Wasser. Gesättigte Lösung örtlich beim Pockenausschlag. Kaliumpermanganat bei Morphinvergiftung. Kaliumpermanganat gilt als das wirksamste chemische Gegenmittel bei Morphin- oder Opiumvergiftung; es wirkt direkt auf das Morphin ein und oxidiert es zu weniger toxischen Substanzen. Um wirksam zu sein, muss das Permanganat im Magen in direkten Kontakt mit dem Opium oder Morphin kommen; subkutane oder intravenöse Injektionen sind völlig nutzlos, da das Salz durch das Blutserum sofort zersetzt würde. Die anerkannte Behandlung besteht in der Verabreichung von zwei bis fünf Gran Kaliumpermanganat in verdünnter wässriger Lösung so bald wie möglich nach Einnahme des Giftes; diese Menge ist zu erhöhen, wenn sehr große Dosen des Giftes eingenommen wurden. Auch wird eine Magenspülung mit einer 1:500-Permanganatlösung empfohlen; es soll dabei mindestens ein Pint dieser Lösung verwendet werden, entweder mit der Magenpumpe oder durch erzwungenes Erbrechen. Kaliumpermanganat wirkt den Alkaloiden vieler giftiger Pflanzen entgegen, sofern es vor der Resorption des Alkaloids gegeben wird, aufgrund seiner oxidierenden Kräfte (Dr. Chestnut im Dept. of Agriculture).