Gemüt
By James Tyler Kent — Vorlesungen über homöopathische Arzneimittellehre
Wir kennen die Gemütssymptome von Alumina ziemlich gut.
Es ergreift besonders den Intellekt und verwirrt das Denkvermögen so sehr, dass der Kranke unfähig ist, eine Entscheidung zu treffen; die Urteilskraft ist gestört.
Er ist unfähig, Wirklichkeit zu erfassen; die Dinge, von denen er weiß oder gewusst hat, dass sie wirklich sind, erscheinen ihm unwirklich, und er ist im Zweifel, ob sie es sind oder nicht.
In den Guiding Symptoms ist dies nicht so klar ausgedrückt, aber in den Chronic Diseases haben wir eine Aufzeichnung hiervon, die dies besser ausdrückt als alles andere, was irgendwo vorkommt.
Dort lesen wir:
"Wenn er etwas sagt, ist ihm, als hätte es eine andere Person gesagt, und wenn er etwas sieht, als hätte es eine andere Person gesehen, oder als könne er sich in einen anderen hineinversetzen und erst dann sehen."
Das heißt, es besteht eine Verwirrung des Geistes, eine Verwirrung der Vorstellungen und Gedanken. Es hat diese Symptome geheilt.
Das Bewusstsein seiner persönlichen Identität ist verwirrt. Er ist nicht ganz sicher, wer er war; es schien, als sei er nicht er selbst.
Er befindet sich in einem benommenen Geisteszustand. Er macht Fehler beim Schreiben und Sprechen; gebraucht nicht beabsichtigte Worte; gebraucht falsche Worte.
Verwirrung und Verdunkelung des Intellekts. Unfähigkeit, einem Gedankengang zu folgen. Dann gerät er in einen anderen Zustand, in dem er in Eile kommt. Nichts geht schnell genug voran; die Zeit scheint so langsam zu vergehen; alles ist verzögert; nichts geht recht.
Dazu kommen Impulse. Wenn er scharfe Instrumente oder Blut sieht, steigen in ihm Impulse auf, und er schaudert wegen dieser Impulse. Ein Instrument, das zu Mord oder Tötung gebraucht werden könnte, lässt diese Impulse aufsteigen; Impuls, sich selbst zu töten.
Der Alumina-Patient ist sehr traurig, ständig traurig. Unaufhörliches Stöhnen; Ächzen, Besorgnis, Verdrießlichkeit und Hast.
Will fort; will von diesem Ort fort, in der Hoffnung, dass es besser sein werde; voller Furcht.
Allerlei Einbildungen. Eine Art allgemeiner Bangigkeit. Wenn er über diesen Geisteszustand nachdenkt, meint er, den Verstand zu verlieren.
Er denkt an diese Raserei und Hast und Verwirrung des Geistes, daran, dass er kaum seinen eigenen Namen kennt und wie verdrießlich er ist, und er fragt sich, ob er nicht verrückt werde, und schließlich glaubt er wirklich, verrückt zu werden.
Die meisten Gemütssymptome treten morgens beim Erwachen auf. Traurigkeit und Weinen beim Erwachen am Morgen. Seine Stimmungen wechseln.
Mitunter ist sein geistiger Zustand etwas gebessert, und seine Stimmung geht in einen ruhigen, gelassenen Zustand über, und dann gerät er wieder in Furcht und Bangigkeit. Etwas Böses wird geschehen, und er ist voller Angst. Angst um die Zukunft.
Nerven und Schwäche: Das nächst auffallende Merkmal ist die Art, wie das Mittel auf die von der Wirbelsäule ausgehenden Nerven wirkt.
Es besteht ein Zustand von Schwäche der von diesen Nerven versorgten Muskeln; Schwäche im ganzen Körper. Es bestehen Schluckbeschwerden, ein lähmungsartiger Zustand der Speiseröhre; Schwierigkeit, die Arme zu heben oder zu bewegen; Lähmung einer Körperseite oder Lähmung der Muskeln der unteren Extremitäten oder der Harnblase und des Rektums.
Der lähmungsartige Zustand beginnt gleichsam als eine Art Halblähmung, lange Zeit nur als Untätigkeit, die schließlich zu einem vollständigen Lähmungszustand anwächst. Alles ist verlangsamt.
Die Leitungsfähigkeit der Nerven ist beeinträchtigt, so dass ein Nadelstich an den Extremitäten erst etwa eine Sekunde später empfunden wird. Alle seine Sinne sind in dieser Weise beeinträchtigt, bis dies tatsächlich in eine Betäubung des Bewusstseins übergeht und wie eine Art Stumpfheit des Intellekts erscheint, eine geistige Schwerfälligkeit. Eindrücke erreichen seinen Geist mit auffallender Langsamkeit.
Dieser lähmungsartige Zustand durchzieht das ganze Mittel und wird an verschiedenen Körperteilen auf vielerlei Weise beobachtet. Die Harnblase offenbart ihn in der Langsamkeit, mit der der Harn abgeht.
Eine Frau sitzt lange, bevor der Harnfluss einsetzt, ohne pressen zu können, und dann fließt der Strahl langsam. Die Patientin wird sagen, sie könne den Harnfluss nicht beschleunigen. Der Harn beginnt langsam und fließt langsam, und mitunter träufelt er nur. Zeitweise besteht Harnverhaltung, und er träufelt unwillkürlich ab.
Diese Langsamkeit wird auch am Rektum beobachtet. Sein Tonus ist verloren, und es besteht Unfähigkeit, beim Sitzen zum Stuhl die gewöhnliche Pressanstrengung auszuführen, und so paretisch ist das Rektum, dass es voll und ausgedehnt sein kann und die Menge der Fäzes enorm, und dennoch besteht, obwohl der Stuhl weich ist, Verstopfung.
Bei diesem Mittel gibt es oft harten Stuhl, doch bemerken wir, dass das Mittel am besten dort wirkt, wo dieser paretische Zustand des Rektums bei weichem Stuhl vorhanden ist. Sind jedoch die Gemütssymptome vorhanden, wie ich sie beschrieben habe, zusammen mit großem, hartem und knotigem oder klumpigem Stuhl, so wird Alumina heilen.
Nun ist das Pressen, um einen weichen Stuhl zu entleeren, so groß, dass Sie zuweilen eine Patientin den Zustand folgendermaßen schildern hören:
Wenn sie auf dem Sitz sitzt, muss sie lange warten, obgleich Völle besteht und sie viele Tage ohne Stuhl gewesen ist; sie hat das Bewusstsein, dass sie Stuhl entleeren sollte, und ist sich der Völle im Rektum bewusst, und doch sitzt sie lange und unternimmt schließlich, sich selbst zu helfen, indem sie mit den abdominalen Muskeln heftig nach unten drückt, kräftig presst, wobei sie sich doch bewusst ist, dass vom Rektum selbst nur sehr wenig Kraft ausgeht.
Sie presst weiter, von reichlichem Schweiß bedeckt, sich am Sitz festhaltend, wenn es irgendetwas gibt, woran sie sich festhalten kann, und zieht und arbeitet, als läge sie in Wehen, und ist schließlich imstande, einen weichen Stuhl auszutreiben, jedoch mit dem Gefühl, dass noch mehr Stuhl zurückbleibt.
Natürlich haben auch etliche andere Mittel dieses Pressen zur Entleerung eines weichen Stuhls, aber sie haben ihre eigenen Kennzeichen. Nehmen Sie zum Beispiel jemanden, der nicht wach bleiben kann; sie sagt, es sei ihr unmöglich, eine Zeile zu lesen, ohne einzuschlafen; dass sie die ganze Zeit schlafen könne; sie leidet Tag und Nacht an trockenem Mund, und die Zunge haftet am Gaumen.
Lassen Sie sie nun diesen Zustand des Pressens und Ringens schildern, um einen weichen Stuhl auszutreiben, und Sie brauchen kaum weiterzugehen, ehe Sie das Mittel kennen.
Wenn diese Patientin Ihnen zusätzlich zu dem, was sie gesagt hat, mitteilt, dass sie gewohnt ist, in Ohnmacht zu fallen, wenn sie längere Zeit steht, dass sie in einem stickigen Zimmer gestört ist und in kalter Luft allerlei Beschwerden hat, dann ist es Nux moschata.
Nun sehen Sie, wie leicht Mittel sprechen; sie erzählen ihre eigene Geschichte. Angenommen, es käme eine Frau zu Ihnen, die an Blutungen, an anhaltendem Nachsickern gelitten hat, die blass und schwach ist und durch Flatulenz aufgetrieben, mit vielem Aufstoßen und Abgang von Gasen, und je mehr davon abgeht, desto schlechter fühlt sie sich, und sie hat dieselben Symptome langen Pressens zur Entleerung eines weichen Stuhls, ungeheure Anstrengung bei Untätigkeit des Rektums. Sie könnten nichts anderes tun, als ihr China zu geben.
Nun wissen Sie, wie leicht Mittel sprechen und ihre eigene Geschichte erzählen.
Indem man die Mittel sprechen und ihre eigene Geschichte erzählen lässt, wird die Individualisierung erreicht.
Ich habe all dies gesagt, um zu zeigen, dass Sie das Mittel nicht nach der Untätigkeit des Rektums zu bestimmen haben.
Die Individualisierung muss durch den Patienten geschehen. Das ist ein Grundsatz, der niemals verletzt werden sollte. Sie mögen zwanzig Mittel haben, die alle ein bestimmtes Symptom besitzen; wenn Sie aber ein paar wirkliche, entschiedene Dinge über den Patienten sagen können, die Art, wie er seine Angelegenheiten betreibt, die Art, wie die Krankheit den ganzen Menschen betrifft, dann haben Sie etwas, wonach Sie individualisieren können.
Sie haben den Alumina-Patienten, den China-Patienten und den Nux moschata-Patienten gesehen. Die einzige Pflicht des Arztes ist es, den Kranken zu behandeln, das heißt, den Patienten selbst zu studieren, bis man eine Vorstellung von der Krankheit gewonnen hat.
Schwindel
Dieses Arzneimittel ist voller Schwindel; er zittert, taumelt, und „die Gegenstände drehen sich“ fast ständig. Es entspricht dem Schwindel erschöpfter Menschen, alter, gebrechlicher Patienten, von Männern, die durch das Alter aufgerieben sind.
Auch Schwindel, der beim Schließen der Augen aufkommt, wie man ihn bei spinalen Leiden, bei Sklerose der hinteren Seitenstränge findet.
Alumina hat Zustände hervorgebracht, die der lokomotorischen Ataxie analog sind. Es erzeugt Taubheitsgefühl an den Fußsohlen, fulgurierende Schmerzen, Schwindel beim Schließen der Augen und verursacht Taumeln und Koordinationsstörungen.
Es ist wahr, dass Alumina im Frühstadium der lokomotorischen Ataxie den Krankheitsprozess aufhalten wird, indem es den inneren Zustand des Organismus in Ordnung bringt.
Mit Aluminum metallicum habe ich in alten unheilbaren Fällen fulgurierende Schmerzen zum Stillstand gebracht und die Reflexe wunderbar gebessert, wodurch sich die allgemeine Besserung des Patienten zeigte.
Modalitäten: Die meisten Symptome sind < beim Aufstehen am Morgen.
Am Morgen, wie ich es erwähnt habe, geht der Harn langsamer ab als nachdem er sich bewegt und sich ein wenig erwärmt hat. Seine Extremitäten sind morgens steifer, und am Morgen muss er seinen geistigen Zustand erst in Gang bringen. Er wacht verwirrt auf und fragt sich, wo er ist.
Sie werden sehen, dass besonders Kinder morgens in einem benommenen, verwirrten Zustand erwachen, wie man ihn bei Alumina, Aesculus, Lycopod. findet.
Er muss seine Gedanken auf die Dinge richten, um festzustellen, ob sie so sind oder nicht, wie sie sein sollten, und fragt sich, ob er zu Hause oder an einem anderen Ort ist.
Es gibt viele Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen. Die Kopfschmerzen kommen jedes Mal, wenn er sich verkühlt. Das beruht wahrscheinlich auf dem katarrhalischen Zustand.
Schleimhäute: Der Alumina-Patient leidet fast ständig an Trockenheit der Schleimhäute; die Nase ist trocken, verstopft, besonders auf einer Seite, gewöhnlich links.
Die Nase fühlt sich an, als sei sie voller Stöckchen, trockener Membranen oder Krusten; alte atrophische Katarrhkrusten in den hinteren Nasenöffnungen und in der Rosenmüller-Grube.
Große grüne, übelriechende Krusten in der ganzen Nase. Nun kommt die Beziehung zum Kopfschmerz. Jedes Mal, wenn er sich verkühlt, lässt der dicke gelbe Ausfluss nach und macht einem wässrigen Ausfluss Platz, und er hat Schmerzen in der Stirn über den Augen, durch den Kopf hindurch, mit Übelkeit und Erbrechen.
Wenn also von Kopfschmerz durch chronischen Katarrh die Rede ist, so ist das damit gemeint. Der Kopfschmerz > Liegen. Er hat Migräne und periodische Kopfschmerzen.
Sie werden sehen, dass Alumina zu einer Konstitution passt, die man psorisch nennen kann: alte, verfallene, schwache Konstitutionen, skrofulöse Konstitutionen, solche, die zu Tuberkeln und katarrhalischen Affektionen geneigt sind.
Die katarrhalische Tendenz dieses Mittels ist ausgeprägt. Katarrhe finden sich überall dort, wo Schleimhäute vorhanden sind. Alumina wirkt ausgedehnt auf Haut und Schleimhaut, d. h. auf die äußere und innere Haut, auf die Oberflächen des Körpers.
Der Patient expektoriert ständig, schnäuzt sich viel und hat Absonderungen aus den Augen. Zu diesem katarrhalischen Zustand gehören viele Sehstörungen, von denen jetzt gesprochen werden kann.
Verschwommensehen, als sähe er durch einen Nebel, bisweilen beschrieben wie durch einen Schleier. Eine neblige Sehtrübung.
Es besteht auch eine Störung der Augenmuskeln, der Muskeln des Bulbus und des Ziliarmuskels. Schwaches und wechselndes Sehvermögen. Die paralytische Schwäche, wie sie zum ganzen Mittelbild gehört, findet sich in bestimmten Muskeln oder Muskelgruppen, sodass Brillen nur mit großer Schwierigkeit angepasst werden können. Die Tätigkeit der Augenmuskeln ist gestört.
Nasopharynx: Der katarrhalische Zustand erstreckt sich nach hinten in die Nase hinein, und die hinteren Nasenöffnungen sind mit zähem Schleim und Krusten angefüllt; und wenn man in den Hals sieht, erkennt man, dass der weiche Gaumen und die Schleimhaut der Tonsillen und des Rachens und alle sichtbaren Teile sich in einem granulierten Zustand befinden, geschwollen, kongestioniert und entzündet sind.
Der Rachen fühlt sich trocken an, und es besteht eine chronische Empfindlichkeit und Wundheit. Beim Schlucken von Nahrung bestehen Stechen und das Gefühl, als sei der Hals voll kleiner Stöckchen, besonders nach kurzer Ruhe, besser durch Befeuchten und Schlucken. In der Nachtluft, nach einer Weile ruhigen Verharrens, sammelt sich zäher Schleim an.
Dies erstreckt sich in den Kehlkopf hinein, mit Wundheit im Kehlkopf und in der Brust sowie chronischem trockenem, hackendem Husten. Derselbe katarrhalische Zustand setzt sich in die Speiseröhre fort, sodass sie empfindlich und unbeholfen wird. Er schluckt mit Schwierigkeit.
Der Bissen geht nur mit Anstrengung hinunter, und er spürt ihn auf dem ganzen Weg nach unten. Es bestehen Wundheit und Unbeholfenheit, Parese und Schluckbeschwerden.
Diese paralytische Schwäche erinnert den Patienten daran, dass er ein wenig Kraft aufwenden muss, um zu schlucken, und dieses Schlucken wird empfunden, während die Speise hinabgeht, als wäre die Speiseröhre empfindlich. Es besteht ein katarrhalischer Zustand des Magens, des Darms und des Rektums, sodass sich bei weichem und schwer abgehendem Stuhl oft eine Ansammlung von Schleim findet.
Es besteht auch ein katarrhalischer Zustand in der Harnblase, den Nieren und der Harnröhre, und eine alte Gonorrhö zieht sich in einen katarrhalischen oder chronischen Harnröhrenausfluss hin.
Bisweilen ist es kein chronischer Harnröhrenausfluss, sondern der Ausfluss bleibt viele Monate bestehen, und anstatt dass er hell milchig-weiß ist, wie es in den meisten anhaltenden Fällen von Gonorrhö natürlich ist, bleibt er gelb und schmerzlos. Ebenso ist es mit der Vagina.
Der Schleimausfluss aus der Vagina ist dick, gelblich-weiß, bisweilen wundmachend. So sehen wir, dass zu der von uns beschriebenen Konstitution ein ausgedehnter katarrhalischer Zustand gehört.
Haut
Wenn wir zur Haut kommen, finden wir, dass sich ein ähnlicher Zustand zeigt. Der Patient ist allen möglichen Ausschlägen unterworfen. Die Haut welkt, wird trocken und neigt zu Ausschlägen, Verdickung, Verhärtungen, Ulzerationen, Aufspringen und Bluten.
Die Ausschläge jucken schlimmer in der Wärme des Bettes. Die Haut juckt, selbst wenn kein Ausschlag vorhanden ist, sobald er im Bett warm wird, so dass er kratzt, bis die Haut blutet. Das gibt Ihnen einen Anhaltspunkt für Ausschläge, die Sie in Betracht ziehen müssen. Ein Patient kommt zu Ihnen, mit Krusten bedeckt, und sagt:
"Wenn mir nachts warm wird, muss ich kratzen, und ich kratze, bis die Haut blutet."
Nun ist es bei Alumina sehr wichtig festzustellen, ob diese Krusten durch das Kratzen entstanden sind oder ob der Ausschlag als juckender Ausschlag hervortrat; denn bei Alumina gibt es anfangs keinen Ausschlag, sondern er kratzt, bis die Haut abgeschürft ist, und dann kommen die Krusten.
Sie müssen hier nicht für den Ausschlag, sondern für den Juckreiz der Haut ohne Ausschlag verordnen. Nun juckt bei Mezereum, Arsenicum, Dolichos und Alumina die Haut, und er kratzt, bis sie blutet; dann tritt Erleichterung ein.
Natürlich besteht danach ein scheinbarer Ausschlag, weil sich Krusten bilden. Sobald die Heilung beginnt, beginnt der Juckreiz, und er findet nur Linderung, wenn die Haut wund ist. Mit dem blutigen Nässen der Haut tritt Linderung des Juckreizes ein.
Nun machen manche Bücher den Unterschied zwischen Juckreiz ohne Ausschlag und Juckreiz mit Ausschlag nicht, und daher kommen fast alle jungen Ärzte zu der Ansicht, Juckreiz der Haut müsse immer mit einem Ausschlag verbunden sein, und machen einen Fehler bei der Bestimmung, um welche Art von Ausschlag es sich handelt.
Die Haut verdickt sich, verhärtet sich und ulzeriert, und unter den Ulzera finden sich Verhärtungen. Es besteht ein sehr träger Zustand sowohl der Schleimhaut als auch der Haut mit Neigung zur Verhärtung.
Verdickung der Schleimhaut findet sich überall; auf die Verdickung folgen kleine Ulzerationen, und im Laufe der Zeit bilden sich Verhärtungen an der Basis der Ulzera. Dasselbe gilt für die Haut. Trockenheit und Brennen durchziehen alles und können von sämtlichen Schleimhäuten und der Haut im Allgemeinen gesagt werden.
Chronisch granuläre Augenlider. Wenn wir die Augenlider nach unten umstülpen, werden wir sehen, dass die Schleimhaut verdickt ist. Bisweilen verursacht diese Verdickung oder Hypertrophie ein Auswärtskehren der Lider wie bei Ektropium.
"Die Wimpern fallen aus;" das entspricht dem Allgemeinzustand.
Die Haare am ganzen Körper fallen aus. Stellen werden vollständig haarlos; das Kopfhaar fällt in großem Ausmaß aus. Allerlei Geräusche in den Ohren, Summen usw., und gestörtes Gehör; eitrige Otorrhö.
"Nasenspitze rissig" passt zum Arzneimittelbild.
Hier und da Verhärtung, so dass es Lupus und Epitheliom bei einem begünstigt, der zu diesen Schwellungen und Ausschlägen neigt.
Alumina und Alumen sind, wie Ars., Lach., Sulph. und Conium ,, Arzneien, die zu diesen Beschwerden gehören. Einige von ihnen haben bei Infiltration glänzende Heilungen bewirkt.
Auf der Haut des Gesichts und anderer Körperteile besteht kriechender Juckreiz, besonders beim Warmwerden. Spannungsgefühl. Eigentümliches Gefühl im Gesicht und an anderen nicht von Kleidung bedeckten Stellen, ein Gefühl wie von getrocknetem Eiweiß im Gesicht, von getrocknetem Blut oder Spinnweben im Gesicht.
Wenn Sie je durch einen Ort gegangen sind, an dem Spinnweben hängen, und sich ein feiner Spinnwebfaden quer über Ihr Gesicht gespannt hat, wissen Sie, welch eigentümliches kriechendes Gefühl das hervorruft, und Sie können es nicht in Ruhe lassen, bis es entfernt ist.
Dieses Gefühl gehört besonders zu Alumina, Borax, Bar. c.
Kleine Kriech- und Kribbelgefühle in der Haut. Juckreiz des Gesichts. Diese Symptome sind so lästig, dass der Patient dasitzt und sich fortwährend das Gesicht reibt.
Sie werden denken, dass er nervös ist. Er sieht nervös aus, während er dasitzt und die Handrücken reibt. Es ist gut herauszufinden, ob er dies tut, weil er seine Hände nicht stillhalten kann, oder wegen des Juckreizes. Wegen dieses Juckreizes im Gesicht führt er die Hand zum Gesicht, als wollte er etwas wegwischen.
Hals
Vielleicht habe ich über den Hals nicht so viel gesagt, wie gesagt werden sollte.
"Geschwüre in der Rachenenge, schwammig, ein gelblichbraunes, übelriechendes Eitersekret absondernd."
Man kann sagen, dass der Patient oft ein Opfer chronischer Halsbeschwerden ist. Das ist das Besondere an Alumina: Es hat eine besondere Neigung, sich auf den Schleimhäuten zu lokalisieren.
Beim Alumina-Kranken finden Sie Blutungen aus allen Schleimhäuten. Er hat Nasenkatarrh und rote Augen, und seine Nase wird verstopft, und er bekommt viele akute Erkältungen; sehr schwere Halsbeschwerden.
Absonderungen aus allen Öffnungen. Es ist kein Mittel, das man bei einer Erkältung wählen würde, die sich im Hals festgesetzt hat, kein Heilmittel für akute Halsschmerzen, sondern ein tief wirkendes Antipsorikum, und es wirkt monatelang.
Sein größter Nutzen liegt als Mittel gegen Erkältungsneigung.
In dieser Hinsicht ist es wie Sil., Graph. und Sulfur. Es bewirkt Gewebeveränderungen, und das tut es langsam, denn es ist ein langsam wirkendes Mittel.
Während der Patient selbst sich bei diesen tiefsitzenden psorischen Affektionen nach dem Mittel im Allgemeinen besser fühlt, werden Monate vergehen, bevor seine Symptome verschwinden.
Er kann sagen: "Ich fühle mich besser, aber meine Symptome scheinen alle noch da zu sein. Ich kann besser essen und besser schlafen."
Dann wäre es unklug, das Mittel zu wechseln. Sie dürfen nicht erwarten, die Katarrhe und Rückenschmerzen und die anderen Symptome, derentwegen Sie dieses Mittel gaben, sofort zu lindern.
Sie können zufrieden sein, wenn Sie die Ergebnisse erst nach vielen Wochen erhalten. Dasselbe finden Sie bei der lähmungsartigen Schwäche, die durch Plumbum hervorgerufen wird .
Es gibt ein neues Arzneimittel, das in Gebrauch kommt, dessen Arzneimittelprüfung sehr vollständig und reichhaltig ist und das den Symptomen dieses Mittels analog ist. Es ist Curare.
Curare: Ich wünschte, wir hätten eine feinere Prüfung davon, aber es ist reich an sehr vielem, das Alumina und Plumbum ähnlich ist, und besonders an der Schwäche der Hände und Finger von Pianisten.
Ein alter Spieler wird sagen, dass seine Finger, nachdem er einige Zeit gespielt hat, langsamer werden. Die Schwäche scheint in den Streckern zu liegen. Mangel an Fähigkeit, die Finger zu heben; die Hebebewegung geht verloren.
Curare überwindet das in hohem Maße, verleiht dieser Hebekraft der Finger Schnelligkeit. Aber auch dieses Mittel durchzieht in allgemeiner Weise solche paretischen Zustände; während Curare besonders zu einem lähmungsartigen Zustand der Strecker mehr als der Beuger in Beziehung steht, betrifft die Lähmung bei Alumina sowohl Beuger als auch Strecker.
Alumina: Dieses Mittel gehört zu den wenigen, bei denen festgestellt wurde, dass sie durch Stärke verschlimmert werden, besonders durch die Stärke der Kartoffeln.
Verschlimmerung durch Essen von Kartoffeln. Es hat Verdauungsstörung, Diarrhöe, starke Flatulenz, Verschlimmerung des Hustens durch Essen von Kartoffeln.
Es hat auch Verschlimmerung durch Salz, Wein, Essig, Pfeffer und durch geistige Getränke.
Alumina ist ein spinales Mittel, und die Verschlimmerung durch geistige Getränke steht im Einklang mit einigen anderen spinalen Mitteln.
Sie finden es bei Zincum. Der Zincum-Patient kann keinen Wein trinken, denn alle seine Beschwerden werden dadurch verschlimmert.
Dieses Mittel ist so empfindlich und wird durch eine kleine Menge Alkohol so leicht überwältigt, dass er gezwungen ist, darauf zu verzichten. Er wird nicht nur davon berauscht, sondern es verschlimmert auch seine Beschwerden.
Magen und Verdauung: Nun hat die Verdauung bei diesem Mittel praktisch versagt. Er neigt zu Magenkatarrh, zu Ulzeration des Magens, zu Verdauungsstörung durch die einfachsten Speisen. Saures und bitteres Aufstoßen.
Erbrechen von Speisen, Schleim oder Galle. Übelkeit, Schwindel, Sodbrennen, viel Flatulenz. Erbrechen von Schleim und Wasser. Der Magen ist mit Gas aufgetrieben. Die Leber ist voller Leiden. Beide Hypochondrien sind voll Elend, besonders aber das rechte.
Als ich Alumen besprach, machte ich besonders auf seine antidotische Beziehung zu Blei aufmerksam.
Auch dieses Mittel hebt die giftigen Wirkungen des Bleis und die Empfindlichkeit gegen Blei auf. Kolik und lähmungsartige Schwäche bei Bleiarbeitern, Malern und Künstlern und bei solchen, die so empfindlich gegen Blei sind, dass sie durch die Anwendung von Haarwaschmitteln, die Blei enthalten, gelähmt werden.
Vor nicht vielen Jahren wurde Bleizucker von Frauen gewöhnlich bei Leukorrhö verwendet, doch fand man, dass so viele dafür empfindlich waren, dass man davon abkam; Alumina ist das hervorstechendste Gegenmittel gegen die Affektionen, die aus diesem empfindlichen Zustand hervorgegangen sind.
Fissuren: Unter Stuhl und Rektum steht so viel, was zum Allgemeinzustand gehört, dass kaum etwas zur Darstellung übrigbleibt außer einigen wichtigen Einzelheiten. Wie Sie vermuten würden, hat dieses Mittel Fissuren; Sie würden dies natürlich erwarten, wenn Sie bedenken, welche Art von Schleimhäuten und Geweben dieser Patient hervorbringt. Er leidet sehr unter Verstopfung, er presst sehr stark, die Schleimhaut ist verdickt und geschwollen, und daher haben wir eine Fissur.
Wenn Sie sehen, dass ein Mittel im Organismus einen solchen Zustand hervorbringt und erzeugt, eine solche Art von Schleimhaut wachsen lässt, die Fissuren begünstigen würde, brauchen Sie nicht zu warten, bis Sie mit diesem Mittel eine Fissur geheilt haben, um herauszufinden, ob es auf den Fall passt.
Sie brauchen nicht zum Repertorium Ihre Zuflucht zu nehmen, um zu sehen, was dieses Mittel bei Fissur getan hat. Aus Ihrer allgemeinen Kenntnis des Mittels werden Sie ersehen, dass es den Patienten heilen sollte, da es einen solchen Zustand der Schleimhaut und der Haut hervorbringt, wie er natürlicherweise bei einem Menschen mit Fissur gefunden würde.
Die Haut verhärtet sich und ulzeriert und wird plump und ungesund, und Verstopfung wird hervorgebracht; und so sind Sie, nachdem Sie das Mittel auf diese Weise studiert haben, nicht überrascht, wenn es eine Fissur heilt.
Sie können auch darüber nachdenken, welche anderen Mittel diesen Zustand des Organismus haben, und sehen, von welchen anderen Mitteln Sie erwarten würden, eine Fissur zu heilen.
Wenn Sie in die Natur von Nitric acid, Causticum und Graphites hineinschauen, werden Sie sehen, warum sie einen wunderbaren Ruf für die Heilung von Fissuren gehabt haben. So müssen Sie Ihre Materia Medica studieren; sehen Sie, was sie mit dem Menschen selbst, mit seinen Organen und Geweben macht.
Harnblase : "Häufiger Harndrang."
"Harn wird beim Pressen zum Stuhl entleert, oder er kann ohne solches Pressen keinen Harn lassen"
Das ist ein Symptom hohen Grades, es ist ein eigentümliches Symptom und kann ein Einzelzeichen ersten Ranges genannt werden. Er muss zum Stuhl pressen, um den Inhalt der Harnblase zu entleeren.
"Harn beißend, wundmachend."
"Gefühl von Schwäche in der Harnblase und in den Genitalien."
"Schwellung und Abgang von hellgelbem Eiter aus der Harnröhre."
"Brennen beim Harnabgang."
Männliche Geschlechtsorgane
Die Symptome der männlichen Geschlechtsorgane sind gekennzeichnet durch Schwäche, Impotenz und nächtliche Samenergüsse; angezeigt, wenn die Geschlechtsorgane durch Missbrauch oder Überbeanspruchung erschöpft sind.
Es bestehen Völle und Vergrößerung der Prostata sowie verschiedene Beschwerden der Prostata, mit dem Gefühl von Völle im Dammbereich.
Unangenehme Empfindungen und Beschwerden in der Gegend der Prostata nach dem Beischlaf. Beschwerden zur Zeit der Ejakulation oder danach oder nach einem Samenerguss.
Das sexuelle Verlangen ist vermindert und manchmal vollständig verloren. Paralytische Schwäche oder Parese der Geschlechtsorgane; ein Zustand, der dem ganzen Arzneimittelbild entspricht.
"Abgang von Prostataflüssigkeit bei erschwertem Stuhlgang."
"Schmerzhafte Erektionen nachts."
Weibliche Geschlechtsorgane
Die Frau hat sehr viele Beschwerden, die mit diesem Mittel geheilt werden können, doch sind ihre Beschwerden meist katarrhalischer Natur.
Ein Beispiel hierfür ist die Leukorrhö; reichliche, scharfe oder wundmachende, gelbe Leukorrhö; Leukorrhö so reichlich, dass sie an den Schenkeln hinabläuft und die Teile rot und entzündet macht.
Ulzeration am Muttermund. Die Schleimhäute sind schwach und klaffend und ulzerieren leicht. Alle Teile befinden sich in einem Zustand der Schwäche.
Es besteht ein Herabziehen infolge des erschlafften Zustands der Bänder. Schweregefühl; die Beckenorgane fühlen sich schwer an. Der Ausfluss ist fädig, sieht aus wie Eiweiß, reichlich und scharf; durchsichtiger Schleim.
"Leukorrhö, wundmachend, reichlich; läuft bis zu den Fersen hinab."
Sie ist tagsüber auffälliger, weil diese Beschwerden im Allgemeinen beim Gehen oder beim Stehen schlimmer sind, was eigentlich kein wichtiges Symptom, sondern ein häufiger Umstand ist.
Nach der Menstruation braucht die Frau fast bis zur nächsten Periode, um wieder auf die Beine zu kommen. Alle ihre Muskeln sind schwach; es scheint ihr ganz an Tonus zu fehlen. Es ist sehr geeignet für Frauen um das vierzigste Lebensjahr, die sich dem Ende der Menstruationszeit nähern; die Menstruation entkräftet, der Fluss ist spärlich und doch entkräftend; die Leiden sind schrecklich, und die Patientin ist während der Menstruation elend. Nach der Menstruation an Körper und Geist erschöpft zu sein, ist ein stark ausgeprägtes Merkmal von Alumina.
Es ist wiederum ein geeignetes Mittel, wenn die Frau eine Gonorrhö hat, die durch Palliation verlängert worden ist. Sie ist durch teilweise passende Mittel gebessert worden, doch scheint kein Mittel tief genug gewirkt zu haben, um das Übel mit der Wurzel auszurotten, denn es kommt immer wieder zurück.
Bei einem Ausfluss, der immer wiederkehrt und sich für kurze Zeit unter Pulsatilla bessert, ebenso unter diesem und jenem und allerlei anderem, ja sogar unter Thuja, mehr deshalb gegeben, weil es sich um Gonorrhö handelt, als weil sie eine kranke Frau ist.
Die Patientin ist müde und aufgerieben, und wenn man die ganze Patientin betrachtet und den paretischen Zustand sowie das fortgesetzte Wiederkehren des durch Mittel palliativ beeinflussten Ausflusses sieht, denke man an dieses Mittel sowohl beim Mann als auch bei der Frau.
Beim Mann ist der Ausfluss schmerzlos. Der gonorrhoische Ausfluss hat lange angedauert, kam und ging, bis jetzt nur noch wenige Tropfen zurückbleiben, und er ist schmerzlos.
Das Mittel hat viele dieser alten Fälle geheilt. Drohender chronischer Katarrh. Die Schleimhaut ist überall in einem Zustand der Kongestion und ist schwach.
Auch eine schwangere Frau hat einige Beschwerden. Eine Frau, die von Natur aus nicht an Verstopfung leidet, wird, wenn sie schwanger ist, verstopft, mit allen charakteristischen Zügen von Alumina, d. h. Trägheit des Rektums, keine austreibende Kraft; sie muss die Bauchmuskeln zu Hilfe nehmen, muss lange pressen.
Säugling: Wiederum hat der Säugling eine ähnliche Art des Pressens. Man wird das neugeborene Kind oder den wenige Monate alten Säugling sehen, der Alumina braucht.
Es ist ein sehr gebräuchliches Mittel gegen Verstopfung bei Säuglingen, wenn man nichts anderes finden kann; das Kind presst und presst und macht jede Anstrengung, den Stuhl herauszudrücken, und bei Untersuchung des Stuhls findet sich, dass er weich ist und leicht hätte entleert werden sollen.
Es bestehen Heiserkeit und Stimmverlust sowie paralytische Schwäche des Kehlkopfs. Das ist nicht seltsam; es entspricht nur dem allgemeinen Zustand, der zerrütteten Konstitution. Er hat eine schwache Stimme und kann, wenn er Sänger ist, nur kurze Zeit singen, nur geringe Anstrengung leisten.
Alles ist eine Last. Ein paralytischer Zustand der Stimmbänder, der sich beständig bis zum Stimmverlust steigert.
Husten und Brust: Zu den auffallendsten Dingen, zu denen wir nun kommen, gehören Husten- und Brustbeschwerden. Bei manchen Hustenfällen besteht Auswurf, doch ist der Husten gewöhnlich ein ständiger, trockener, hackender Husten, einer jener lästigen, hartnäckigen Husten, die seit Jahren bestehen.
Es steht Arg. met. nahe hinsichtlich des Charakters des trockenen, hackenden Hustens, besonders wenn er mit Schwäche verbunden ist; doch hat Arg. met. den Husten am Tage, was bei Alumina nicht der Fall ist.
Der Alumina-Husten tritt morgens auf. Hier ist ein Symptom, das den Alumina-Husten ziemlich gut kennzeichnet:
"Husten bald nach dem Erwachen am Morgen."
Jeden Morgen ein langer Anfall von trockenem Husten. Der Husten ist hart, ein fortgesetztes trockenes Hacken, und sie hustet, bis ihr der Atem ausgeht, sie erbricht und Urin verliert.
Dieses Symptom kommt gewöhnlich bei der Frau vor.
"Trockener, hackender Husten mit häufigem Niesen."
Im Text heißt es "durch verlängertes Gaumenzäpfchen", doch sollte es "durch das Gefühl eines verlängerten Gaumenzäpfchens" heißen.
Es ist ein Gefühl, als kitzle etwas im Hals; ein Kitzeln, als hinge das Gaumenzäpfchen weit herab, und er wird sagen, sein Gaumen müsse zu lang sein.
Eine andere Ausdrucksweise für dasselbe ist "Husten durch das Gefühl, als hinge lose Haut im Hals herab."
Mitunter sprechen diejenigen, die über den Gaumen nichts wissen, von etwas Lockerem im Hals, während diejenigen, die wissen, dass sie ein Gaumenzäpfchen haben, es gewöhnlich den Gaumen nennen. Aber es ist dieselbe Vorstellung. Auch Kitzeln im Kehlkopf.
Sänger: Dies wird bei Sängern immer zitiert. An Alumina würden wir denken, wenn bei Sängern die Stimme durch Lähmung oder durch Überanstrengung der Stimme versagt.
Die Stimme lässt nach und wird schwach, und bei Erkältung stellt sich eine eigentümliche Art von Kitzeln ein.
Alumina ist in diesen Fällen sehr nützlich. Arg. met. war das Mittel, das von den früheren Homöopathen für Sänger und Redner mit vielem Zittern und Nachlassen der Stimme gebraucht wurde, bevor der Wert von Alumina bei solchen Zuständen bekannt war.
Lassen Sie mich hier etwas über Rhus sagen, da ich sonst vielleicht nicht wieder daran denke. Bei vielen älteren Sängern bleibt nach einer Erkältung eine Schwäche der Stimme zurück, die sie beim Beginn des Singens bemerken.
Beim Einsetzen des Singens ist die Stimme schwach und heiser, bessert sich aber, nachdem sie eine kurze Zeit gebraucht worden ist. Geben Sie Rhus all diesen Patienten, Primadonnen, Anwälten, Predigern usw.
Sie müssen die Stimme erst aufwärmen, dann sind sie ganz in Ordnung, aber sie sagen:
"Wenn ich in die Garderobe zurückgehe und ein wenig warte, bin ich, wenn ich wieder zu singen beginne, schlimmer als je zuvor."
Die Stimme ist besser, wenn sie in einem sehr heißen Raum bleiben und sie in Gebrauch halten. Das fügt sich in den allgemeinen Zustand von Rhus ein.
Heiserkeit: Es gibt eine Art von Heiserkeit, von der man feststellen kann, dass sie sich etwas von der paralytischen Heiserkeit von Alumina und Arg. met. unterscheidet.
Diese Heiserkeit, von der ich spreche, gehört zu derselben Klasse von Menschen; gleich beim ersten Gebrauch der Stimme scheint es, als müssten sie erst etwas Schleim durch Räuspern loswerden, bevor die Stimme arbeiten kann.
Die Stimmbänder sind bei Beginn der Arbeit mit Schleim bedeckt, und nachdem sie ihn losgeworden sind, können sie sehr gute Arbeit leisten, solange sie dabeibleiben.
Das ist Phosphorus. In solchen Fällen wird der Gebrauch der Stimme schmerzhaft. Die Stimmbänder sind nach Bewegung schmerzhaft, und der Kehlkopf ist schmerzhaft bei Berührung.
Mitunter ist dies so ausgeprägt, dass es beim Versuch, die Stimme zu gebrauchen, wie ein Messerstich ist. Daher müssen wir die Heiserkeit sehr weitgehend individualisieren.
Die Homöopathie ist eine Sache der Unterscheidung. Wundheit der Brust, die durch Sprechen stark zunimmt. Es besteht Schwäche der muskulären Kraft der Brust. Die Lungen scheinen schwach zu sein, und in der Brust besteht ein Schwächegefühl. Erschütterung verstärkt die Beschwerden der Brust.
Rücken und Extremitäten
Die nächst auffallendsten Merkmale stehen mit Rücken und Extremitäten in Zusammenhang, und ich habe von ihnen bereits in allgemeiner Weise gesprochen.
Brennen in der Wirbelsäule; viel Schmerz im Rücken. Brennende und stechende Schmerzen im Rücken. Er drückt es folgendermaßen aus:
"Schmerz im Rücken, als würde ein heißes Eisen durch die unteren Wirbel gestoßen."
Bei Myelitis leistet dieses Mittel Wunder, wenn daneben auch ein beträchtlicher krampfartiger Zustand des Rückens besteht, was zeigt, dass die Häute mitbeteiligt sind.
Ein weiteres zu diesem Mittel gehöriges Symptom, ein bei Myelitis wohlbekannter Zustand, ist das Reifengefühl; das Gefühl von Bandagen hier und da um die Extremitäten und den Körper ist ein häufiges Symptom.
Ein Gefühl wie von einer straffen Schnur um den Körper ist charakteristisch für den am stärksten ausgeprägten Zustand von Reizung und Myelitis. Reizung des Rückenmarks mit empfindlichen Stellen.
Brennende Stellen, als würde ein heißes Eisen in die Wirbelsäule gezwungen. Schmerz längs des Marks, zerreißende, reißende Schmerzen im Mark mit lähmungsartiger Schwäche, zunehmender Lähmung und vollständiger Lähmung; Lähmung einer Körperseite.
"Schmerz in der Fußsohle beim Auftreten, als wäre sie zu weich und geschwollen."
"Taubheitsgefühl der Ferse beim Auftreten."
"Zittern der Knie"; dies ist lediglich Ausdruck der allgemeinen Schwäche.
"Beim Sitzen schlafen die Extremitäten ein."
Sobald die Extremität wieder gegen irgendetwas gedrückt wird, schläft sie ein. Schwache Zirkulation, schwache Leitungsfähigkeit, schwache Nervenfunktion; alles ist verlangsamt.
Arme und Beine fühlen sich schwer an.
"Schmerzen in den Extremitäten, als würden die Knochen enger zusammengedrückt, mit Druck in den Gelenken."
Nun will ich einige der Nervensymptome vorlesen, die manches von dem bestätigen werden, was wir bereits durchgenommen haben.
"Mangel an körperlicher Reizbarkeit."
"Große Erschöpfung der Kräfte, besonders nach Gehen im Freien."
"Einseitige Lähmung, besonders der Strecker."
"Rheumatische und traumatische Lähmung bei gichtischen Patienten."
Gichtische Patienten mit Knoten in den Gelenken; alte, heruntergekommene Konstitutionen mit paretischer Erschöpfung.
"Erregter Zustand von Geist und Körper."
Zittern hier und da im Körper.
"Langsamer, taumelnder Gang wie nach schwerer Krankheit."
Er muss langsame Bewegungen machen, er kann sich nicht beeilen.
"Unwillkürliche Bewegungen."
Schlaf und Träume: Es gibt alle möglichen Träume und Störungen im Schlaf, so dass der Schlaf ganz gestört und unruhig sein kann.
Nicht erquickender Schlaf, Erwachen mit Herzklopfen.
"Viele Träume und häufiges Erwachen; fährt erschrocken auf; murmelt oder weint."
"Während des Schlafes zogen die Nackenmuskeln den Kopf nach hinten;"
dies findet sich in Fällen von lähmungsartiger Schwäche; er muss aufwachen, weil die Muskeln im Nacken so ziehen. Zuckungen im Nacken während des Schlafes.
Durch das ganze Mittel hindurch zeigt sich sehr häufig ein großer Mangel an tierischer Wärme, Kälte, und doch möchte der Patient im Freien sein; er muss sich gut kleiden und warm halten, möchte aber im Freien sein.
Der Patient erkältet sich ständig bei jedem Wetterwechsel und jedem Luftzug. Mitunter geht der Patient kalt wie ein Frosch zu Bett, und wenn er im Bett warm geworden ist, wird er durch Juckreiz und die Wärme des Bettes so gestört, dass keinerlei Behagen aufkommt.
Hier treffen zwei Extreme zusammen. Die Zirkulation ist über die Extremitäten und die Handrücken so schwach, dass bei kaltem Wetter die Hände ständig kalt sind und mit Schrunden und Rissen bedeckt, die bluten.
Haut
Die Haut entlang des Schienbeins ist rau, rissig und juckend. Es ist gesagt worden, dass trockenes Wetter und trocken-kaltes Wetter die Beschwerden von Alumina verstärken und dass nasses Wetter bisweilen bessert.
Der Fieberzustand dieses Mittels ist überhaupt nicht ausgeprägt. Es gibt nicht viel Frösteln und nicht viel Fieber, sondern die passiven, langsamen, trägen, chronischen Elemente und die chronischen Symptome sind es, die am deutlichsten vorherrschen. Bei schwachen, heruntergekommenen Fällen gibt es etwas Nachtschweiß und Schwitzen gegen Morgen. Leichtes Frösteln am Morgen. Frösteln mit Durst.
Ein auffallendes Merkmal des Mittels ist die chronische Trockenheit der Haut. Schweiß ist selten und spärlich.
Dieses Mittel ist nicht besonders für jene reichlichen, erschöpfenden Schweiße geeignet. Es ist geradezu das Gegenteil von Calcarea, die reichlich schwitzt; doch bei diesem Mittel ist der Patient bei spinalen und paralytischen Affektionen durch Anstrengung völlig ermüdet, sehr erschöpft, schwitzt aber nicht.
Man mag ihn mit Decken zudecken, um ihn zum Schwitzen zu bringen, er wird nur heiß, bekommt Juckreiz und schwitzt nicht.
Spärlicher Schweiß. Völliges Unvermögen zu schwitzen. Chronische Trockenheit der Haut mit Fissuren. Die Haut wird durch ihre Trockenheit wund, rau und rissig. Große Trockenheit der dicken Haut auf dem Handrücken, und bei kaltem Wetter werden die Hände kalt und verfärbt.