Mercurius Dulcis
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Subchlorid des Quecksilbers. Calomel. Mercurochlorid. HgCl. Verreibung.
Klinisches
Katarrh / Condylomata / Konjunktivitis / Schwerhörigkeit / Diarrhö / Eustachische Röhre, Erkrankungen der / Gastro-Malazie / Meningitis / Peritonitis, plastische / Prostatitis / Hals, wund
Charakteristika
Merc. dulc. ist für einen großen Teil der Mercurialisierung der Vergangenheit und für einen Teil der gegenwärtigen verantwortlich. Als vergleichsweise milde und langsam wirkende Form eines Quecksilbermittels hat es keine der ätzenden Wirkungen des Perchlorids, dennoch besitzt es die ganze Kraft des Metalls in sich, und es hat seinen eigenen Anteil an Unglücksfällen gehabt. Bei Verstopfung und jeder Beschwerde, die der Leber zugeschrieben werden konnte, war die blaue Pille einst fast das einzige anerkannte Mittel. Einige Homöopathen haben eine Abwandlung davon übernommen, indem sie Merc. dulc. 1x in Dosen von zwei oder drei Gran als direktes Abführmittel verordneten. Da Merc. dulc. jedoch sowohl Verstopfung als auch Diarrhö hervorgerufen hat, ist es wahrscheinlich, dass die Wirkung grob homöopathisch ist. Das Schema setzt sich größtenteils aus toxikologischen und klinischen Symptomen zusammen; obwohl eine Arzneimittelprüfung von Potenzen durchgeführt worden ist. Es sind besonders skrofulöse Kinder, die zu remittierenden galligen Anfällen neigen, denen Merc. dulc. nützt. Der Leitsymptom von Merc. dulc. ist, hier wie bei anderen Beschwerden, Blässe: „bleich wie eine Leiche“, und damit verbunden eine „schlaffe Aufgedunsenheit“ des Erscheinungsbildes. Bleiche, skrofulöse Kinder, die Schwellungen der Hals- und anderer Drüsen haben. Haut schlaff und schlecht ernährt. Ein weiteres führendes Merkmal von Merc. dulc. ist Entzündung mit plastischer Exsudation. Ich habe gesehen, wie Calomel in der allopathischen Praxis eine heftige Meningitis mit wildem Delir bei einem fünfjährigen Mädchen rasch zur Lösung brachte und heilte. In diesem Fall bestand wahrscheinlich plastische Exsudation auf den Häuten. Plastische Peritonitis. Verklebung der Eustachischen Röhre durch Katarrh. Skrofulöse Entzündung im Allgemeinen und besonders der Augen. Wundheit um den Anus ist bei vielen Beschwerden eine führende Indikation, wenn sie als Begleitsymptom auftritt.
Beziehungen
Antidotiert durch: Hep. Vergleiche: Bei fädigem Stuhl, Sul. ac. Katarrhalische Entzündung des Mittelohrs, Kali m. Eustachische Röhre geschlossen; Schwerhörigkeit des Alters, Kali m.
1. Geist
Aufgeregt. Ängstlich-besorgt.
2. Kopf
Schweregefühl quer über der Stirn. Ausfallen der Haare.
3. Augen
Klebrige Absonderung an den Rändern der Augenlider; später Brennen und undeutliches Sehen. Augen: rot; trocken; Photophobie.
< nach körperlicher Bewegung und wenn durch Bewegung erhitzt. Skrofulöse Ophthalmie. Ziliäre Blepharitis.
4. Ohren
Schwerhörigkeit, verursacht durch eine Schwellung, welche die Eustachische Röhre zusammendrückt. (Schwerhörigkeit des Alters.). Skrofulöse Otitis. Juckreiz im äußeren Gehörgang. Plötzliches Flattern im l. Ohr für einige Augenblicke.
5. Nase
Heftige Epistaxis. Trockene, verkrustete Nasenlöcher. Wundes r. Nasenloch.
6. Gesicht
Gesicht gerötet. Bleich wie eine Leiche. Schwellung der Wangen. Exfoliation des Unterkiefers und Tod.
7. Zähne
Heftiges Brennen in den Zähnen; Zähne werden freiliegend, wackeln und fallen aus; Zahnfleisch geschwollen und bei Berührung blutend.
8. Mund
Schwierigkeit, den Mund zu öffnen. Geschwüre im Mund, die die ganze Nacht bluten. Aphthen auf der Zunge. Speichelfluss, manchmal mit Hämorrhagie. Fluss von entsetzlich übelriechendem, dunklem Speichel, der Lippen und Wangen angreift; Zunge und ganzer Mund haben ein schwarzes Aussehen.
9. Hals
Übermäßige Ulzeration des Halses. Schwierigkeit beim Schlucken.
11. Magen
Kein Appetit. Dringender Durst. Erbrechen. Gewicht und Schmerz am Epigastrium.
12. Bauch
Heftiger Schmerz im Bauch; kneifend; Druckempfindlichkeit. Aufgetriebener, heißer, schmerzhafter Bauch (Gastro-Malazie).
13. Stuhl und Anus
Diarrhö; mit Erbrechen. Stühle - wässrig, grünlich; kupfergrün, wie gehackte Eier; grasgrün; fädig; schleimig, blutig, dysenterisch; schwarz mit großem epigastrischem Beklemmungsgefühl, Hinsinken. Ständiger Drang zum Stuhl. Hartnäckige Verstopfung. Rektum: Brennen; Tenesmus. Wundheit um den Anus. Condylomata um den Anus.
14. Harnorgane
Harn vermehrt (2. T.); vermindert (3., 4. und 5. T.).
15. Männliche Sexualorgane
Akute Entzündung der Prostata nach unterdrückter Gonorrhö; Brennen, drückende Schmerzen; intensive Dysurie; Harn spärlich. Stechen und Juckreiz unmittelbar hinter der Corona glandis.
16. Weibliche Sexualorgane
Breite, feuchte, brennende Condylomata um die äußeren Genitalien, Perineum und Anus, von äußerst widerwärtigem Geruch.
18. Brust
Großes Beklemmungsgefühl in der Brust und in der Herzgegend.
21. Extremitäten
Zittern von Händen und Füßen.
22. Obere Extremitäten
Rheumatische Steifigkeit und einschießender Schmerz in den Muskeln der Beine und Kniegelenke. Krämpfe in den Waden nachts.
25. Haut
Desquamation der Haut, bes. der Hände und Füße. Phagedänische Geschwüre, mit weißen Grundlagen und schmerzhaften und entzündeten Rändern, in Mund, Gaumen, Gesicht, Genitalien und anderen Teilen. Kupferfarbener Ausschlag.
27. Fieber
Fieberhitze, reichlicher nächtlicher Schweiß, reißende Schmerzen in den Extremitäten, Kräfteverfall und Zittern. Fieber, manchmal heiß, putrid.