Gnaphalium
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
polycephalum. Wohlriechende Immortelle. N. O. Compositæ. Tinktur der frischen Pflanze.
Klinisches
Neuralgie des N. cruralis anterior / Cholera / Diarrhö / Dysmenorrhö / Gicht / Lumbago / Reizung der Prostatadrüse / Rheumatismus / Ischias
Charakteristik
Gnaphal. wurde hauptsächlich bei Erkrankungen des Ischiasnerven verwendet. Es wirkt aber auch auf die abdominalen Organe, indem es Erbrechen, Kolik und Diarrhö verursacht, und ist somit in beiden Sphären mit Colocynth. zu vergleichen. Die besondere Indikation für seine Anwendung bei Ischias und Lumbago ist: Taubheitsgefühl im Wechsel mit dem Schmerz. Die Diarrhö ist wässrig und übelriechend; sie tritt morgens auf und wiederholt sich während des Tages. Es besteht Rumoren im Darm, kolikartige Schmerzen, und der Patient ist verdrießlich und reizbar; der Harn ist spärlich, Appetit und Geschmack sind verloren. Es besteht außerdem sexuelle Erregung bei männlichen Arzneiprüfern, Schmerz und Reizung in der Prostatadrüse. Dr. W. McGeorge (Hahn. Month., Okt., 1885, S. 606) teilt uns mit, dass Gnaph. unter den Schwarzen den Ruf hat, bei Erkältungen, Fiebern und Nachtschweißen wirksam zu sein. Letzterer wurde bei einem der Arzneiprüfer hervorgerufen. Es heilte einen Fall von "Frostschauern"; und die Periodizität zeigt sich in der intermittierenden Neuralgie der Oberkiefer. Eine sehr wichtige Beobachtung McGeorges betrifft den Wert von Gnaph. bei Dysmenorrhö. "Gewicht und Fülle im Becken" sind die einzigen in der Arzneimittelprüfung vermerkten Symptome, die sich unmittelbar auf das Leiden beziehen. "Dysmenorrhö, wenn die Menstruation spärlich und am ersten Tag sehr schmerzhaft ist", ist die klinische Indikation. McGeorge heilte einen sehr verschlimmerten Fall von Ischias (links) bei einem Mann, resultierend aus einer Zerrung. Das Bein war verkrampft und angezogen; < bei kaltem und feuchtem Wetter. Ich habe eine Anzahl von Fällen geheilt, in denen ein Wechsel von Taubheitsgefühl mit dem Schmerz vorhanden war. Dr. George Shelton hat (N. A. J. H., Feb., 1888, S. 100) zwei Fälle aufgezeichnet. (1) Ein Geistlicher, 27 Jahre alt, hatte stechende, schneidende Schmerzen, die von der Innenseite des rechten Oberschenkels, gerade unterhalb des Poupart-Bandes, ausgingen und entlang dem Verlauf des vorderen Cruralnerven bis zu einem Punkt etwa in dessen unterem Drittel hinabzogen. Die Schmerzen waren paroxysmal, traten beim Gehen auf, gelegentlich beim Niederliegen; er hatte ein oder zwei Anfälle auf der Kanzel gehabt. In mehreren Fällen hatte sich der Schmerz entlang dem rechten Samenstrang bis in den Hoden ausgedehnt und ihn veranlasst, das Bein anzuziehen, wobei er den Oberschenkel auf den Bauch beugte. (Dieser Zustand war auch in Dr. McGeorges Fall vorhanden und könnte möglicherweise ein Leitsymptom sein.) Einige Gaben Gnaph. 1 heilten ihn vollständig. (2) Der zweite Fall trat bei einer Witwe von 68 Jahren auf, die seit sechs Jahren starke Schmerzen an der Außenseite des rechten Oberschenkels gehabt hatte und während eines Teils dieser Zeit ans Bett gefesselt gewesen war. Die Schmerzen waren paroxysmal, schneidend, reißend und erstreckten sich entlang dem Verlauf des Ischiasnerven nach unten. Die Anfälle waren < nachts und häufiger, sodass sie sich im Bett umherwälzte und vor Schmerz aufschrie. Alle Mittel der Allopathie waren vergeblich gewesen. Rhus t., Coloc., Sulph. brachten keine Hilfe. Bell. linderte geringfügig. Gnaph. 1 bewirkte eine allmähliche Besserung, und in acht Wochen war die Heilung vollständig. Meine Fälle wurden mit Gnaph. 30 geheilt. Einer betraf einen sehr gichtischen Mann, wobei der Wechsel von Taubheitsgefühl mit Schmerz vorhanden war. Ischiasschmerz ist < beim Niederliegen; durch Bewegung; beim Auftreten; > beim Sitzen auf einem Stuhl; > durch Anziehen der Extremität. Kopfschmerz > durch Waschen mit kaltem Wasser. Belag auf der Zunge wird durch gründliches Waschen mit kaltem Wasser entfernt.
Beziehungen
Vergleiche: Coloc., Ipec., Merc., Puls., Lyc., Caulo., Xanthox.
1. Gemüt
Sehr reizbar für zwei oder drei Tage nach der Diarrhö (in drei Fällen).
2. Kopf
Schwindlig, bes. nach dem Aufstehen aus liegender Stellung. Fülle um die Schläfen. Dumpfer, anhaltender Schmerz im Hinterkopf, mit einschießendem Schmerz in den Augäpfeln. Voller Kopfschmerz 3 bis 4 Uhr nachm., oder beim Erwachen, > durch Waschen mit kaltem Wasser oder Baden des Kopfes mit Bay-Rum.
6. Gesicht
Dumpfes, schweres, aufgedunsenes Aussehen. Neuralgischer Schmerz intermittierender Form in beiden oberen Maxillarknochen.
8. Mund
Flacher, süßlicher, Übelkeit erregender Geschmack. Zunge mit langem weißem Belag bedeckt, > durch gründliches Waschen mit kaltem Wasser. Mund fühlt sich ausgetrocknet an und schmeckt schlecht.
11, 12. Magen und Abdomen. . Blähungen, windige Aufstoßen, Übelkeit und Schluckauf. Kolikartige Schmerzen in verschiedenen Körperteilen, Zäkum empfindlich. Borborygmus mit Abgang von viel Blähungen.
13. Stuhl und Anus
Rumoren im Darm mit Stuhl vor dem Frühstück. Erschlaffung des Darms mit Abgang blass gefärbter Fäzes. Diarrhöische Entleerung morgens und während des Tages; mit reizbarer Gemütsart; Schmerzen im Darm bei Kindern. Dunkel gefärbter, flüssiger, übelriechender Stuhl morgens, danach den ganzen Tag Schmerzen im Darm. Erbrechen und Purgieren, wie Cholera morbus, in der Nacht und den ganzen folgenden Tag.
14. Harnorgane
Schmerzen in den Nieren mit häufigem leichtem Schmerz in der Prostatadrüse. Gefühl von Schmerz und Fülle in der Harnblase, selbst wenn sie gerade entleert wurde.
15. Männliche Sexualorgane
Vermehrte sexuelle Leidenschaft. Reizung der Prostatadrüse.
16. Weibliche Sexualorgane
Dysmenorrhö, Menstruation spärlich und am ersten Tag sehr schmerzhaft. Gefühl von Gewicht im Becken. Gefühl von Fülle im Becken.
20. Hals und Rücken
Taubheitsgefühl im unteren Teil des Rückens mit Lumbago. Gefühl von Gewicht im Becken.
22. Obere Extremitäten
Gefühl von Schwäche, als sei man unfähig, das geringste Gewicht zu heben. Rheumatische Schmerzen in Ellenbogen und Schultern.
23. Untere Extremitäten
Schmerzen dumpf oder schießend oder schneidend, vom rechten Hüftgelenk hinten nach unten bis zum Fuß; < beim Niederliegen, durch Bewegung, beim Auftreten, > beim Sitzen auf einem Stuhl. Intensiver Schmerz entlang dem Ischiasnerven. Taubheitsgefühl, das gelegentlich an die Stelle der Ischiasschmerzen tritt und Bewegung sehr ermüdend macht. Krämpfe in den Waden; in den Füßen, nachts im Bett. Gichtische Schmerzen in den großen Zehen.
27. Fieber
Nachtschweiße.