Asarum Europoeum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Asarum Europœum.
Asarabacca. Haselwurz. Wilder Nardus. (Bergwälder in Europa.) N. O. Aristolochiaceæ. Tinkturen aus der Wurzel und der ganzen frischen Pflanze.
Klinisches
Alkoholismus / Anus, Prolaps des / Katarrhe / Cholerine / Diarrhö / Dysmenorrhö / Augen, Affektionen der; Operationen an / Zappeligkeit / Kopfschmerz / Hysterie / Levitation, Empfindung von / Typhus
Charakteristika
Vor Hahnemanns Zeit war Asar. wenig bekannt, außer als Brechmittel. Seine Arzneimittelprüfung brachte einige einzigartige Charakteristika ans Licht. Am bemerkenswertesten ist ein Zustand von Überempfindlichkeit der Nerven; das Kratzen von Leinen oder Seide, oder auch nur der Gedanke daran, ist unerträglich. Gefühl von Leichtigkeit der Extremitäten; sie meint, sie gleite beim Gehen durch die Luft. Nervöse Reizbarkeit und Erhöhung. Gefühl, als werde der ganze Körper oder einzelne Teile zusammengedrückt. Schmerz wie von Kontraktion in Stirn, Schläfen und hinter dem Ohr, mit Tränen und Brennen der Augen; < nachmittags, > beim Sitzen und durch Waschen. Augen entzündet, triefend, starrend. Schwaches Sehvermögen, < helles Licht. Beim Lesen Gefühl, als würden die Augen auseinandergedrückt. Kalte Luft und kaltes Waschen >. Mit einer Einzeldosis Asar. 200 heilte ich einen Fall von subakuter Entzündung der Augen und Lider, der einige Monate nach einem Influenzaanfall bestanden hatte; die Indikationen waren "> im Freien und durch Waschen mit kaltem Wasser." Andererseits ist es nach Guernsey geeignet für fröstelige Personen, die stets vor der Kälte zurückweichen; e.g., literarisch tätige, sitzende Männer, die krank und fröstelig sind. Es ist nützlich bei den einschießenden Schmerzen, die nach Operationen an den Augen zurückbleiben. Mehrere Symptome sind < bei kaltem, trockenem Wetter; bei klarem, schönem Wetter; bei trockenem Wetter. > Bei feuchtem, nassem Wetter; beim Befeuchten der betroffenen Teile. Gefühl, als sei die Haut über dem rechten äußeren Ohr gespannt. Schwerhörigkeit. Verstopftes Gefühl. Druck-, Spannungs- und kontraktive Empfindungen sind Leitsymptome von Asar. Ansammlung von kaltem, wässrigem Speichel im Mund. Hunger am frühen Morgen. Ständige Übelkeit. Erbrechen mit Diarrhö und heftiger Kolik. Stuhl aus gallertartigem Schleim. Menstruationskolik. Kopfschmerz vor und nach der Menstruation. Heftiger Schmerz im Kreuz, der ihr zu Beginn der Menstruation kaum zu atmen erlaubt. Deschere berichtet einen Fall von Dysmenorrhö bei einer nervösen, zappeligen Frau von siebenundzwanzig Jahren, die während der ersten zwei Tage heftigen Rückenschmerz hatte, so stark, dass sie sich nicht bewegen konnte. Er stieg oft bis in die Rückenregion auf, wobei er ihr den Atem raubte. Geheilt mit Asar. 50, jeden Abend eine Dosis. Hitze besonders im Gesicht und in den Handflächen. Beim Würgen alles
< außer der Benommenheit des Kopfes, die > ist.
Beziehungen
Gegenmittel: Camph., Essig und pflanzliche Säuren. Folgt gut auf: Bismuth. Vergleiche: Acon., Alo. (fadenziehende Stühle); Camph. (Cholerine); Cupr., Hep., Ipec. (Cholerine); Merc. (fadenziehende Stühle); Nux v., Phos., Pod., Puls. und Sul. ac. (fadenziehende Stühle); Sep., Stram., Tabac. und Verat. (Cholerine). Asaf. (Überempfindlichkeit). Sticta pul., Calc., Can. ind., Gels., Thuj., Ol. jec. asel. (Levitation). Mosch., Tarent., Meph., Zinc. (zappelige Füße).
1. Gemüt
Nervöse Reizbarkeit und Steigerung der Sinne. Schon der Gedanke, jemand könnte mit Fingerspitze oder Nagel auf Leinen usw. kratzen, = ein unangenehmes Durchrieseln durch ihn, das Denken und Handeln hemmt. Kalte "Schauer" durch jede Gemütsbewegung. Gemütszustand wie gerade beim Einschlafen; ein allmähliches Verschwinden der Vorstellungen. Er bildet sich ein, wie ein Geist in der Luft zu schweben; beim Gehen im Freien.
2. Kopf
Schwindel wie betrunken, beim Aufstehen von einem Sitz; beim Gehen. Schwindel, Druck oder dumpf schmerzendes Gefühl im Kopf, hauptsächlich in Schläfen, Stirn und über der Nasenwurzel. Sehr empfindlicher, zusammendrückender Kopfschmerz in Stirn, Schläfen und hinter den Ohren (l. Kopfseite), mit Tränen und Brennen der Augen, < nachmittags (5 p.m.), > beim Sitzen und durch Waschen, aber nicht durch Abwischen. Kopfschmerz < durch geistige Anstrengung. Spannung der ganzen Kopfhaut, sodass sich die Haare schmerzhaft anfühlen; kann Kämmen nicht ertragen. Kopf dumpf und benommen; spürt die Pulsation der Arterien im Hinterhaupt.
3. Augen
Verdunkelung des Sehvermögens. Beim Lesen Gefühl in den Augen, als würden sie auseinandergedrückt. Entzündete Augen, Triefäugigkeit. Entzündete Augen, Brennen in den Lidern, besonders in den Augenwinkeln. Die Augen starren. Kalte Luft ist den Augen angenehm; Sonnenschein, Licht und Wind sind unerträglich. Schmerzhafte Trockenheit des Augeninneren. Asthenopie mit kongestivem Kopfschmerz; Augen < morgens und abends; > mittags und durch Baden in kaltem Wasser. Stechender Schmerz über dem l. Auge, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit.
4. Ohren
Überempfindlichkeit der Nerven; Kratzen von Leinen oder Seide ist unerträglich. Druck und Spannung in der Gegend der Öffnung des Gehörgangs. Schwerhörigkeit auf einem oder beiden Ohren. Gefühl, als seien die Ohren geschlossen oder mit irgendeinem fremden Stoff verstopft.
6. Gesicht
Wärmegefühl im Gesicht; alle Symptome verschwinden beim Auftragen von kaltem Wasser, kehren aber bald danach zurück.
8. Mund
Ekelhafter Geschmack im Mund. Ansammlung von kaltem, wässrigem Speichel im Mund. Brot schmeckt bitter. Tabak schmeckt beim Rauchen bitter. Brennen quer über die Zunge. Beißen auf die Zunge. Zunge etwas weißlich und dicht belegt. Stomacace.
9. Hals
Zäher Schleim im Hals; kann ihn nicht heraufbringen.
11. Magen
Aufstoßen faulig oder sauer, die Zähne stumpf machend. Häufiges leeres Aufstoßen. Heftiges, leeres Würgen, das alle Symptome steigert und nur das benommene Gefühl um den Kopf erleichtert, das abnimmt. Sodbrennen. Anfälle von Übelkeit; < nach dem Essen; Zunge sauber. Appetitmangel, sogar Übelkeit durch Speisen. Übelkeit und Neigung zum Erbrechen. Erbrechen mit großer Qual, unter heftiger Anstrengung, mit Frösteln. Erbrechen mit Diarrhö und heftiger Kolik. Drückendes Graben und Gefühl von Unbehagen in der Magengrube. Entsetzliche Empfindung im Epigastrium beim Erwachen (bei Trinkern). Unstillbares Verlangen nach Alkohol.
12. Bauch
Beklemmung um den Nabel, drei- oder viermal nach jeder Mahlzeit, eine Stunde lang anhaltend. Schmerz in der Region des absteigenden Kolons, mit Abgang von fadenziehendem Schleim.
13. Stuhl und Anus
Diarrhö, bestehend aus zähem Schleim. Ein langer, gelber, gedrehter Faden geruchlosen Schleims, mit Schmerz im Bauch. Lienterie. Während des Stuhls Abgang von dickem, schwarzem Blut. Prolapsus ani während des Stuhls. Nach dem Stuhl Pressen und Drängen sowie Abgang von weißem, zähem, blutigem Schleim. Vor dem Stuhl Schneiden im Bauch und stechende Stiche im Rektum, von oben nach unten.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Heftige Schmerzen in der l. Leiste, durch die Harnröhre bis zur Glans einschießend.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation zu früh und lang anhaltend, Blut schwarz. Kopfschmerz erscheint oft vor und nach der Menstruation. Heftiger Schmerz im Kreuz beim Auftreten der Menstruation, der ihr kaum zu atmen erlaubt. Zäher gelber Fluor. Vaginalfistel. Übelkeit der Schwangerschaft. Drohende Fehlgeburt durch übermäßige Empfindlichkeit der Nerven.
17. Atmungsorgane
Stiche und Zusammenschnürung im Kehlkopf; > durch Husten. Häufiger Husten wegen Schleim in der Brust; Schleim steigt in den Hals, verursacht erschwertes Atmen und schließlich Husten mit Auswurf. Ständiger kurzer, hackender Husten der Schwindsüchtigen.
18. Brust
Stechender Druck in der Gegend der letzten Rippen wie mit dem Rücken eines Messers. Schmerz um beide Lungen, als seien sie durch einen Draht eingeschnürt. Häufige Stiche in beiden Lungen während der Inspiration.
21. Extremitäten
Leichtigkeit aller Extremitäten; er nimmt nicht wahr, dass er einen Körper hat.
22. Obere Extremitäten
Schweiß in den Achselhöhlen, sauer riechend. Lähmender Schmerz im l. Handgelenk.
23. Untere Extremitäten
Dumpfer Druck in der rechten Hüfte. Chronische Ischialgie. Gurgelndes Gefühl in der Patella.
24. Allgemeines
Übermäßige Empfindlichkeit aller Nerven; wenn er nur daran denkt (und dies muss er fortwährend), dass jemand mit der Fingerspitze oder dem Nagel auch nur leicht auf Leinen oder ähnlichen Stoffen kratzen könnte, durchrieselt ihn eine höchst unangenehme Empfindung, die für einen Augenblick all seine Gedanken und Handlungen hemmt.
26. Schlaf
Große Schläfrigkeit am Tage. Häufiges Gähnen. Kurzer Atem nachts. Nächtliche verdrießliche Träume, von Demütigungen. Unruhiger Schlaf.
27. Fieber
Puls voll und beschleunigt. Frösteln und Kälte nach Essen und Trinken, mit Hitze des Kopfes. Nervöses Frösteln; einzelne Teile werden eisig kalt. Kältegefühl nicht > durch Zudecken oder Zimmerwärme. Hitze besonders im Gesicht und in den Handflächen. Nachts sauer riechender Schweiß in den Achselhöhlen. Leicht erregbarer Schweiß, besonders am oberen Teil des Körpers. Langsame Fieber.