Chamomilla
By H.C. Allen — Leitsymptome wichtiger Mittel der homöopathischen Materia Medica
Matricaria Chamomilla. (Compositae)
Personen, besonders Kinder, mit hellbraunem Haar, nervösem, erregbarem Temperament; überempfindlich durch Gebrauch oder Missbrauch von Kaffee oder Narkotika. Kinder, neugeboren und während der Zahnungsperiode. Verdrossen, reizbar, gegen Schmerz überempfindlich, bis zur Verzweiflung getrieben (Coff.); bissig, kann keine höfliche Antwort geben. Das Kind außerordentlich reizbar, quengelig; nur ruhig, wenn es getragen wird; ungeduldig, will dies oder jenes und wird zornig, wenn es verweigert wird, oder weist es, wenn es angeboten wird, verdrießlich zurück (Bry., Cina, Kreos.); "zu unerquicklich, um zu leben"; mürrisch, boshaft. Jammerndes Stöhnen des Kindes, weil es nicht haben kann, was es will; weinerliche Unruhe. Der Kranke kann niemanden in seiner Nähe ertragen; ist verdrießlich, kann es nicht ertragen, angeredet zu werden (Sil.); abgeneigt zu sprechen, antwortet verdrossen. Beschwerden nach Ärger, besonders Frösteln und Fieber. Schmerz: scheint unerträglich, treibt zur Verzweiflung; < durch Wärme; < abends vor Mitternacht; mit Hitze, Durst und Ohnmacht; mit Taubheitsgefühl des betroffenen Teils; Aufstoßen <. Eine Wange rot und heiß, die andere bleich und kalt. Überempfindlich gegen Aufenthalt im Freien; große Abneigung gegen Wind, besonders an den Ohren. Zahnschmerz, wenn etwas Warmes in den Mund genommen wird (Bis., Bry., Coff.); beim Eintritt in ein warmes Zimmer; im Bett; von Kaffee; während der Menstruation oder Schwangerschaft. Wehenschmerzen; krampfartig, qualvoll, sie will ihnen entfliehen; reißen die Beine hinab; drücken nach oben. Diarrhöe: durch Erkältung, Ärger oder Verdruss; während der Zahnung; nach Tabak; im Wochenbett; durch Abwärtsbewegung (Bor., Sanic.). Stuhl grün, wässrig, wundmachend, wie gehackte Eier und Spinat; heiß, sehr übelriechend, wie faule Eier. Brustwarzen entzündet, berührungsempfindlich (Helon., Phyt.); Brüste des Säuglings berührungsempfindlich. Milch fließt bei stillenden Frauen aus (fließt nach dem Abstillen aus, Con.). Krämpfe der Kinder nach dem Stillen, nach einem Wutanfall der Mutter (Nux - nach Schreck der Mutter, Op.). Heftige rheumatische Schmerzen treiben ihn nachts aus dem Bett und zwingen ihn umherzugehen (Rhus). Schläfrig, kann aber nicht schlafen (Bell., Caust., Op.). Brennen der Fußsohlen nachts, steckt die Füße aus dem Bett (Puls., Med., Sulph.).
Beziehungen. - Ergänzend: Bell. bei Krankheiten der Kinder, Hirnnerven; Cham. bei abdominalen Nerven. In Fällen, die durch den Gebrauch von Opium oder Morphium bei Beschwerden der Kinder verdorben sind. Vergleiche: Bell., Bor., Bry., Coff., Puls., Sulph. Psychische Ruhe spricht gegen Chamomilla.
Verschlimmerung. - Durch Wärme; Ärger; abends, vor Mitternacht; im Freien; im Wind; Aufstoßen.
Besserung. - Vom Getragenwerden; Fasten; warmes, feuchtes Wetter.