Psorinum
By James Tyler Kent — Vorlesungen über homöopathische Arzneimittellehre
Psorinum ist eng verwandt mit Sulphur.
Haut
Der Patient scheut es, gewaschen zu werden. Die Haut des ganzen Körpers, besonders des Gesichts, sieht schmutzig aus, obwohl sie gründlich gewaschen worden ist. Ein dumpfes, schmutziges, widerlich unreines Aussehen, als wäre sie mit Schmutz bedeckt.
Die Haut ist rau und uneben, reißt leicht ein, mit blutenden Rhagaden; sie wird rau und schuppig. Er kann sie nicht sauber waschen. Die Haut der Hände ist rau, springt leicht auf, wird dick und schuppig, reißt leicht ein; es brechen kleine schuppige Eruptionen aus; sie sieht ungewaschen aus; er scheint immer schmutzige Hände zu haben.
Viele Hautbeschwerden sind schlimmer vom Baden und von der Wärme des Bettes. Die Haut juckt, wenn sie warm wird; sie juckt beim Tragen von Wollsachen. Juckreiz bei Wärme im Bett; er kratzt, bis die Stelle wund wird, und dann verkrustet sie. Wenn Heilung eintritt, entsteht Juckreiz, und dann verkrustet es. Wenn Heilung eintritt, entsteht Juckreiz, und dann muß er kratzen. Beine und Arme sind vom Kratzen wund und verkrustet. Heftiger Juckreiz durch die Wärme des Bettes, selbst ohne irgendeine Eruption.
Die Haut ist ungesund, sieht schmutzig und fahl aus, übersät mit Kapillargefäßen und erweiterten Venen. Dies ist der Zustand, bevor der Ausschlag erscheint. Durch das Kratzen bilden sich Krusten, und dann kommt die Eruption.
Papeln, Pickel, Krusten, Furunkel, Bläschen und Eruptionen nässen eine wässrige Feuchtigkeit ab. Wenn der Ausschlag schon einige Zeit besteht, vermischen sich Krustenbildung und Bläschen; die Haut wird verdickt und induriert, und unter den alten Krusten treten neue Schübe hervor; Wundheit, Juckreiz, Kribbeln, Ameisenlaufen, blutendes Ekzem der Kopfhaut und des Gesichts; die Krusten bedecken die Kopfhaut; die Haare fallen aus; das Nässen hebt die Krusten an und legt neue Bläschen frei; es sieht wie rohes Rindfleisch aus, und es kribbelt so, daß das Kind die Finger nicht davon lassen kann; schlimmer nachts, schlimmer von der Wärme des Bettes, schlimmer durch warme Anwendungen, durch alles, was die Luft davon abhält; gebessert durch kühle Luft und schlimmer durch Bedecken. Dies ist das Gegenteil des allgemeinen Psorinum-Zustandes, der sich im Freien verschlimmert. Er hat eine Abneigung gegen den Aufenthalt im Freien.
Die Eruption schreitet fort, breitet sich aus, und die eigentliche Haut wird erhaben, verdickt, induriert, mit vermehrter Gefäßfülle und Rötung. Das Nässen ist beleidigend wie Aas oder verwesendes Fleisch; widerlich machender Geruch der nässenden Flüssigkeit.
Der Übelgeruch zieht sich durch Psorinum in so charakteristischer Weise hindurch, daß es sich lohnt, ihn hier zu erwähnen; übelriechende Ausdünstungen, übler Atem, Ausflüsse und Nässen der Haut, nach Aas riechend; der Stuhl ist so widerlich, daß der Geruch das ganze Haus durchdringt, bei Diarrhöe, Sommerdiarrhöe, Cholera infantum; der Schweiß ist übelriechend; die Leukorrhö ist abscheulich stinkend; das Aufstoßen schmeckt, als hätte er hartgekochte Eier gegessen, die verdorben waren, und so riecht es auch für andere; Stuhl, Blähungen und Aufstoßen riechen nach verdorbenen Eiern; für Auge und Geruch ist der Kranke, der dieses Mittel braucht, widerwärtig.
Die Haut wird zunehmend dicker und blutet, und der Ausschlag breitet sich auf andere Teile aus. Eruptionen an den Lippen, an den Genitalien; sehr übelriechend; Wundheit und Rohheit um den Anus; die Vulva ulzeriert und ist sehr übelriechend; Geschwüre an den Beinen; an der Tibia; an den Handrücken; auf dem Fußrücken; hinter den Ohren und auf den Ohren; über die Kopfhaut hin; über den Jochbeinen; an den Nasenflügeln und auf der Nase und den Augenlidern.
Fettige Haut. Die Eruption ist begleitet von Rötung der Schleimhäute von Nase, Mund, Lippen und Augen. Augenlider verdickt und nach außen gestülpt, wie bei Ektropium; Granulation und Induration der Schleimhäute, so daß sie wie Knorpel werden; Rötung und Ulzeration. Ulzeration der Hornhaut; Tränenfluß; Auswärtsstülpung der Lider mit Verlust der Wimpern.
Augen und Nase: Er sieht furchtbar aus mit seinen roten Augen, dem Ausschlag im Gesicht, der roten Haut, die einen dicken gelben Ausfluß nässt. In den frühen Stadien ist das Nässen eine weißliche dünne oder weißliche dicke Feuchtigkeit. Bei alten Eruptionen kommt es unter den Krusten zur Ulzeration, und es besteht ein dicker, gelber, eitriger Ausfluß. Gelbgrüner Ausfluß aus Augen und Nase. Schrecklich übelriechender Ausfluß aus der Nase; klebriger Ausfluß aus der Nase; beleidigend wie bei (Merc., Sil., Calc. p., Hep.)
Ansammlung von übelriechendem Eiter in den Augen. Schnupfen mit dickem, gelbem Ausfluß. Erkältet sich ständig. Beim Schnupfen ist die Nase einen Teil der Zeit trocken und läuft einen Teil der Zeit; er muß fortwährend das Taschentuch benutzen; muß ständig die Nase schneuzen.
In den frühen Stadien des Schnupfens schneuzt er sie die ganze Zeit, aber es kommt kein Ausfluß und keine Erleichterung. Dieser Zustand ist so ausgeprägt, daß manche ihn als einen anhaltenden Heuschnupfen ansehen, der das ganze Jahr dauert und im Herbst wieder aufflammt.
Es ist eng mit Heuschnupfen verwandt; Verstopfung der Nase im Herbst; katarrhalischer Zustand von Augen und Nase. Heuschnupfen ist eine der schwierigsten Zustände, einem Mittel anzupassen. Er gehört zu einer geschwächten Konstitution, die erst aufgebaut werden muß, bevor der Heuschnupfen aufhört.
Er ist ein Ausdruck der Psora, der einmal jährlich auftritt, und das psorische Miasma muß verändert werden. In einigen Jahren können die meisten Patienten verändert werden, aber nicht in einer einzigen Saison; seien Sie also nicht enttäuscht. In katarrhalischen Zuständen geht Heuschnupfen oft auf ein ungenügend behandeltes schleichendes Fieber zurück.
Der Psorinum-Patient selbst ist ein Bild der Schwäche. Er will nach einem kurzen Spaziergang nach Hause gehen. Ihm geht es schlimmer im Freien. Er kann im Freien nicht atmen; er kann im Stehen nicht atmen; will nach Hause gehen und sich hinlegen, damit er atmen kann.
Asthma oder kardiale Dyspnoe, wenn der Patient nach Hause gehen und sich hinlegen will, damit er atmen kann. Gewöhnlich wird dieser Zustand durch Aufsitzen und im Freien gebessert. Nicht so bei Psorinum; er will einen warmen Ort, sich hinlegen und in Ruhe gelassen werden.
Psorinum ist in allen seinen Funktionen verlangsamt; ein Zustand paretischer Schwäche. Er erholt sich nach einem Fieber nicht; seine Verdauung ist träge; der Stuhl ist normal, und doch bedarf es großer Anstrengung, ihn auszutreiben; die Harnblase ist voll Harn, und doch geht er langsam ab, und er hat das Gefühl, daß etwas zurückbleibt; er kann Stuhl oder Wasserlassen niemals in einemmal zu Ende bringen; er muß mehrmals zurückgehen. Obwohl der Stuhl weich und vollkommen normal ist, kann er nicht in einem Sitzen entleert werden.
Ein psorischer Patient erkrankt an Typhus abdominalis; der Typhus abdominalis ist zum Stillstand gekommen oder hat seinen Verlauf genommen, und nun ist die Zeit der Rekonvaleszenz da. Das Fieber ist zurückgegangen, aber der Patient hat keinen Appetit; er kommt nicht zur Rekonvaleszenz; er will liegen und hat kein Verlangen, bewegt zu werden; ihm geht es schlechter beim Aufsitzen, er liegt auf dem Rücken; er hat lästige Atmung und liegt mit vom Körper abgespreizten Armen, quer über das Bett geworfen; dies erleichtert seine Atmung und erlaubt der Brust, richtig zu arbeiten; so müde und so schwach; eine Gabe Psorinum wird eine Reaktion hervorrufen, seinen Schweiß stillen, den Appetit steigern und eine bessere Atmung bewirken.
Der Psorinum-Komplex von Symptomen ist einer, bei dem Mittel nur kurze Zeit Besserung bringen und dann die Symptome wechseln und ein anderes Mittel gewählt werden muß. Es ist eine Reaktionsschwäche.
Gemüt
Die psychischen Symptome zeigen einige starke Züge. Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit; er sieht kein Licht, das durch die Wolken über seinem Kopf bricht; alles ist dunkel um ihn her.
Er denkt, sein Geschäft werde scheitern; er werde ins Armenhaus kommen; er habe seinen Gnadentag verwirkt. Es ist tagsüber eine fixe Idee, und nachts träumt er davon. Überwältigende Traurigkeit; Niedergeschlagenheit; er findet keine Freude an seiner Familie; fühlt, daß diese Dinge nicht für ihn sind.
Sein Geschäft ist erfolgreich, und doch fühlt er, als würde er ins Armenhaus kommen. Keine Freude und kein Empfinden von Nutzen. Äußerst reizbar, will allein sein. Will nicht gewaschen werden.
Voll Angst, sogar mit Selbstmordgedanken. Wenn er krank ist, verzweifelt er an der Genesung. Obwohl nachts keine Eruption vorhanden ist, wird er durch den fortwährenden Juckreiz zur Verzweiflung getrieben. Wirft er die Decken ab, dann wird ihm fröstelig; deckt er sich zu, dann kommt der Juckreiz.
Empfindlich gegen Kälte, und doch ist die Haut durch Wärme schlimmer. Kribbeln, Juckreiz, Ameisenlaufen, Kriebeln wie von Ameisen, die über die Oberfläche laufen, als seien Insekten in der Haut.
Besonders geeignet für heruntergekommene, entkräftete Menschen, die Schwindel bekommen, sobald sie ins Freie gehen; ihnen wird schwindelig, und sie wollen nach Hause gehen und sich hinlegen; sie fürchten, keine Luft mehr zu bekommen.
Kopf
Alte chronische periodische Kopfschmerzen mit Hunger, und oft hält der Hunger während des ganzen Kopfschmerzes an; er muß nachts aufstehen, um etwas zu essen.
Der Kopfschmerz wird manchmal durch Essen gebessert. Wenn er eine Mahlzeit ausläßt, bekommt er Kopfschmerzen.
Heftiger Blutandrang zum Kopf, heißes Gesicht, die Haare naß von Schweiß, Hunger. Alle ein, zwei oder drei Wochen ein rezidivierender Kopfschmerz. Jedesmal, wenn Luft an seinen Kopf bläst, flammt der Katarrh auf, und ein Kopfschmerz entsteht.
Entweder Schnupfen oder Kopfschmerz durch Erkältung. Der Kopfschmerz ist heftig, pulsierend, hackend wie von einem kleinen Hammer, rotes Gesicht, heißer Kopf, zeitweise kongestiv, mit Schweiß. Hungerkopfschmerz bei solchen, die im Winter trockenen Husten haben. Trockener, quälender, erschöpfender Husten ohne Auswurf. Hört der Husten auf, bekommt er periodischen Kopfschmerz. So wechseln die Beschwerden. Der Kopfschmerz verschwindet und Husten erscheint, oder im Winter eine Eruption im Wechsel mit Kopfschmerz.
Kopfhaut kalt; trägt im Sommer eine Pelzkappe; schlimmer durch Entblößen des Kopfes (Sil.), schlimmer vom Haareschneiden (Bell., Glon., Sep.). Hepar ist ebenfalls schlimmer durch Kälte.
Salzflechte, Psoriasis im Winter. Trockenes kaltes Wetter, kalt-nasses Wetter; Waschen in kaltem Wasser; Geschirrspülen verschlimmern die Salzflechte.
"Haare trocken, glanzlos, verfilzen leicht, kleben zusammen; müssen fortwährend gekämmt werden."
Ohren
Chronische übelriechende Otorrhö; dicker, eitriger, übelriechender, gelber Ausfluß aus den Ohren; riecht wie stinkendes Fleisch; anhaltender Ausfluß; Eruptionen um und hinter den Ohren. Ausfluß nach Scharlach; Abszess im Mittelohr; Otitis media; Trommelfellruptur; anhaltender Ausfluß nach einem solchen Abszess; übelriechender Ausfluß.
"Otorrhö mit Kopfschmerz; dünn, ichorös und schrecklich übelriechend wie verdorbenes Fleisch; sehr übelriechend, eitrig; braun, übelriechend aus dem linken Ohr, seit fast vier Jahren."
Otorrhö verbunden mit wässriger, übelriechender Diarrhöe. Schuppen in den Ohren und feuchte Schuppen hinter den Ohren.
Zähne und Mund: Rigg's-Krankheit; die Zähne werden locker; das Zahnfleisch zieht sich zurück, schwammig, blutet leicht, feucht, bläulich, die Zähne fallen aus.
Geschwüre an Zunge und Mund; Geschwüre, wie man sie im Säuglingsalter findet; Aphthen, Soor; ulzerierter wunder Mund, Halsschmerzen, chronische Geschwüre des Halses. Chronische Verdickung und Verlängerung der Uvula.
Vergrößerung der Tonsillen, Parotiden und Submandibulardrüsen; sie werden hart und druckempfindlich; Schwellung durch Erkältung. Drüsen des Halses schmerzhaft.
Abdomen
Chronische abdominale Affektionen mit Störungen des Stuhls.
Er wird pressen, um einen weichen Stuhl zu entleeren (Nux moschata., Alumina).
Chronische Diarrhöe; schrecklich übelriechend; häufiger Stuhl Tag und Nacht (im Unterschied zu Sulphur, dem Mittel, dem es am ähnlichsten ist). Er muß mehrmals gehen, um einen normalen Stuhl zu entleeren.
Chronisches Erbrechen; Magengeschwür, Magenausdehnung sind gewöhnlich damit verbunden. Immer saures Aufstoßen, saurer Magen. Bluterbrechen und blutige Stühle. Das ist nicht seltsam, denn Psorinum hat eine Neigung zu Blutungen, besonders aus der Gebärmutter.
Frauen: Alle Arten menstrueller Störungen, besonders eine anhaltende Menstruation. Wenn eine Frau eine Fehlgeburt durchgemacht hat und die Plazenta abgegangen ist, aber alle paar Tage ein kleiner Schwall frischen, hellroten Blutes und Gerinnsel kommt, oder tagelang und wochenlang ein wenig hellrotes Blut nachnäßt; jedesmal, wenn sie auf die Beine kommt, beginnt der Fluß von neuem; keine Neigung zu dauernder Genesung.
Zwei Mittel, die zu diesem Zustand passen, sind Sulphur und Psorinum. Ein ausgeprägter Zustand der Erschlaffung, Subinvolution. Die Gebärmutter kehrt nicht auf ihre normale Größe zurück, und es besteht diese Neigung zu bluten; ein Zustand der Trägheit.
Weicher Stuhl, der nur schwer entleert wird; vergesse das nicht. Hartnäckige Verstopfung. Hämorrhagie aus dem Rektum.
Cholera infantum; oft ist der Stuhl in den ersten Tagen schrecklich übelriechend, schleimig, unverdaut; es besteht Erbrechen und anhaltende Schwäche, und das ganze Kind hat einen beleidigenden Geruch; das Kind ist schmutzig; die Nase eingesunken (Ant. t.); eingefallenes Gesicht. Psorinum ruft Reaktion hervor und heilt oder bringt das Kind in einen solchen Zustand, daß ein einfaches Mittel die Heilung vollendet.
Es ist nicht die Säure von Hepar; trotz Waschens riecht das Kind so sauer; wie saure Milch; die Windel, der Harn, die Fäzes und der Schweiß sind sauer. Dies ist ein starkes Allgemeinsymptom von Hepar. Der Stuhl riecht wie verdorbene Eier, ebenso das Aufstoßen und die Blähungen. Die Widerwärtigkeit des Stuhls ist schrecklich, aber nicht so alles durchdringend wie bei Bapt., der dick und tonartig ist, während der Psorinum-Stuhl wässrig, braun, schwallartig und auch blutig sein kann.
Chronische Diarrhöe, frühmorgens, dringend. Heiße Blähungen, den Anus brennend; riechen nach verdorbenen Eiern, Arn. und Staph. Unwillkürlicher Stuhl nachts (China hat nachts und nach den Mahlzeiten einen schwarzen, reichlichen, wässrigen Stuhl.)
Bei Psorinum finden wir die Hast von Sulphur, die Blähungen von Olean. und Aloe, und die Schwierigkeit, einen weichen Stuhl auszutreiben, wie bei Alumina, China und Nux mosch.
Männer: In manchen Psorinum-Fällen besteht Prostration; Prostration der Genitalien.
Es ist bei der Frau nichts so Ungewöhnliches, eine Abneigung gegen den Geschlechtsverkehr zu haben, aber der Mann unterliegt nicht oft den Beschwerden, die Abneigung gegen den Koitus verursachen. Dennoch finden wir beim Mann ebenso wie bei der Frau eine wirkliche Abneigung oder einen Zustand ohne Genuß. Er kann den Akt vollziehen, und er hat keine Schwierigkeit, eine Erektion zu bekommen, also ist es keine Impotenz, aber es ist kein Genuß vorhanden. Die Impotenz kommt später.
"Fehlen von Erektionen; Teile schlaff, torpid."
"Abneigung gegen den Koitus; Impotenz; fehlende Emission während des Koitus."
"Prostataflüssigkeit entleert sich vor dem Wasserlassen."
Alter chronischer Harnröhrenausfluß, schmerzloser Ausfluß; der "letzte Tropfen"; erschlaffte und kalte Genitalien; ein Tropfen weißen oder gelben Eiters nach einem gut gewählten Mittel. (Sepia, Sulphur, Alumina, Psorinum.) Psorinum ist vor allen anderen angezeigt, wenn ein ungewöhnlich übelriechender Zustand der Genitalien besteht; Thuya, wenn der Geruch einen widerlich süßlichen Charakter hat; Warzen, die beim Zurückrollen der Vorhaut sichtbar werden; süßlicher Geruch trotz Waschens.
Herz
Psorinum heilt viele Herzbeschwerden.
Herzklopfen von der geringsten Anstrengung, besser im Liegen. Stechender Schmerz besser im Liegen. Herzgeräusche jeder Seite. Mitralinsuffizienzgeräusch. Perikarditis rheumatischen Ursprungs. Herzsymptome mit allgemeiner Schwäche, düsterem Gesicht, benommenem Ausdruck.
Schwacher, unregelmäßiger und schneller Puls. Doch beachte die Modalitäten. Verschlimmerung im Freien, Verschlimmerung beim Aufsitzen, Verschlimmerung beim Sitzen am Schreibtisch; will Brust und Atmungsapparat durch Liegen schonen. Asthmatische Dyspnoe, gebessert durch Liegen, und schlimmer, je näher die Arme an den Körper gebracht werden. Solche Symptome finden sich bei sehr wenigen Mitteln und bei keinem so ausgeprägt wie bei Psorinum.
Fieberzustand. Intermittierendes, galliges Fieber, Fieber nach Erkältung. Der Patient ist so heiß, daß die Hand unter den Decken sich anfühlt wie in einem Dampfbad, und das Hitzegefühl veranlaßt einen, sie zurückzuziehen.
Es ist nicht die trockene Hitze von Belladonna, und doch ist sie ebenso intensiv. Es ist wie Dampf. Er ist bei Fieber mit kochendem Schweiß bedeckt. Kopf und Körper heiß, und heiße Luft oder Dampf unter den Decken. (Opium hat dies, aber dort ist es bei heftigem Blutandrang zum Kopf, in einem apoplektischen Zustand.) Bei intermittierendem Fieber wird er auf der Straße von schwerer Atmung befallen. Er will nach Hause; er ist schwach und erschöpft, kriecht auf Händen und Knien die Treppe hinauf.
Der Schüttelfrost ist nicht ausgeprägt, aber die Hitze ist intensiv und der Schweiß reichlich. Er ist fast im Stupor, umnebelt, verwirrt, kann Fragen nicht beantworten; Gesicht rot, aufgedunsen, fleckig.
"Schweiß reichlich, kalt, klamm bei der geringsten Anstrengung."
Dies ist eine andere Form, die im schwachen, heruntergekommenen Zustand auftritt. Nach Typhus abdominalis schwitzt er, wenn er sich im Bett dreht, nach der geringsten Anstrengung, und der Schweiß ist kalt. Reichliche Nachtschweiße. Nachtschweiße der Phthise; wenn jene enorme Hitze unter den Decken vorhanden ist, ein reichlicher heißer Schweiß; psychischer Zustand wie benommen.
Marasmus; Schrumpfung der Haut; schmutzige Haut; er kann sie nicht sauber waschen. Übelriechender Ausfluß aus dem Darm; starke Abmagerung; vermehrter Haarwuchs im Gesicht; ein Flaum (Nat-mur., Psor., Sulph Calc.); schrecklich übelriechend trotz Waschens; Heißhunger und doch magert er ab. Üble Gerüche würden einen an Psorinum denken lassen.