Taraxacum. (Taraxacum Officinale.)
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Löwenzahn. Compositæ.
Eingeführt und arzneilich geprüft von Hahnemann, unterstützt von Franz, Gutmann, Kummer, Langhammer und Rasazemsky.
KLINISCHE AUTORITÄTEN.
- Wechselfieber, Bartl., Newmann, Rück. Kl. Erf., vol. 4, p. 990; Abdominaltyphus, Bœnninghausen, Hom. Cl., vol. 3, p. 54; Rück. Kl. Erf., vol. 4, p. 790.
GEMÜT [1]
Ständiges Vor-sich-hin-Murmeln. θ Typhus.
Zum Sprechen, Lachen und Fröhlichsein geneigt.
Unentschlossen, arbeitsscheu, arbeitet aber nach Beginn gut.
SENSORIUM [2]
Schwindel beim Umhergehen; fieberfreies Stadium des Wechselfiebers.
Benommenheit des Kopfes während eines Ganges im Freien, mit Taumeln und Schwindel; unsicherer Gang, der Kopf neigt sich bald nach l., bald nach der rechten Seite.
INNERER KOPF [3]
Ziehender Schmerz oder nadelartige Stiche in der linken Schläfe im Sitzen, beim Gehen und Stehen verschwindend.
Heftiges Reißen im Hinterkopf. θ Typhus.
Druck mit Schweregefühl im unteren Teil des Hinterkopfs nach dem Liegen.
Scharfe Stiche äußerlich in der linken Stirnseite.
Drückender Schmerz in der rechten Schläfe.
Gefühl im Kopf, als ob das Gehirn von allen Seiten durch Druck eingeschnürt würde.
Übelkeit mit Kopfschmerz; Angst.
ÄUSSERER KOPF [4]
Der Kopf fällt bald nach links, bald nach der rechten Seite, mit Schwindel.
Schweiß beim Einschlafen, am meisten am Kopf. θ Tägliches Wechselfieber.
SEHEN UND AUGEN [5]
Lichtscheu.
Brennen im linken Augapfel.
Brennendes Stechen im linken Augapfel, gegen den äußeren Augenwinkel hin.
HÖREN UND OHREN [6]
Ziehender Schmerz im äußeren Ohr.
GERUCH UND NASE [7]
Nasenbluten links.
Nase kalt. θ Tägliches Wechselfieber.
OBERE GESICHTSHÄLFTE [8]
Gesicht heiß und rot.
Pickel auf den Wangen, an den Nasenflügeln und in den Mundwinkeln.
UNTERES GESICHT [9]
Oberlippe rissig.
ZÄHNE UND ZAHNFLEISCH [10]
Zähne: fühlen sich stumpf an; werden beim Kauen von Speisen stumpf, wie nach Säuren.
Blutung aus kariösen Zähnen; das Blut hat einen sauren Geschmack.
GESCHMACK, SPRACHE, ZUNGE [11]
Geschmack: bitter vor dem Essen; bitter, aus dem Rachen in den Mund aufsteigend; sauer; salzig, besonders bei Butter und Fleisch.
Weiße Flecken auf der Zunge zwischen den roten Stellen.
Zunge: weiß belegt; der Belag geht stellenweise ab und hinterlässt dunkelrote, wunde, sehr empfindliche Stellen; Landkartenzunge.
MUNDHÖHLE [12]
Zäher, fadenziehender, sauer schmeckender Speichel.
Saueres Wasser sammelt sich im Mund.
Ansammlung von Speichel im Mund, mit dem Gefühl, als ob der Kehlkopf zusammengedrückt wäre.
Eiternder Pickel im rechten Mundwinkel.
Wundbrennen, Brennen und Rohheitsgefühl in Mund und Rachenenge.
GAUMEN UND HALS [13]
Hals und Kehlkopf fühlen sich wie geschlossen an.
Während und nach dem Schlucken von Speisen dumpf schmerzendes Gefühl quer über die Schlüsselbeine, die linke Halsseite hinauf bis ins Ohr; der Schlund fühlt sich für die Speise zu eng an.
Trockenheit im Hals.
Räuspern von saurem Schleim macht die Zähne stumpf wie von Säuren.
Scharfer Druck in der vorderen Wand von Rachen und Kehlkopf, verschwindet beim Schlucken.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Starker Durst, Tag und Nacht.
Appetitlosigkeit. θ Gelbsucht.
ESSEN UND TRINKEN [15]
Nach Einnahme von irgend etwas zu essen oder zu trinken starkes Frösteln. θ Typhus.
Husten nach dem Essen.
Bitterlicher Geschmack im Mund vor dem Essen.
Leeres Aufstoßen nach dem Trinken.
Brennen im Hals vom Rauchen, > durch Trinken.
Unwiderstehliche Schläfrigkeit nach einer Mahlzeit.
SCHLUCKAUF, AUFSTOSSEN, ÜBELKEIT UND ERBRECHEN [16]
Bitteres Aufstoßen; Schluckauf.
Aufstoßen, Würgen, Übelkeit nachts. θ Wechselfieber.
Übelkeit mit Kopfschmerz, Angst; nach fetter Nahrung.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Rohheitsgefühl, das sich vom Mund bis zum Magen erstreckt, mit Brennen im Magen, das gegen den Hals aufsteigt.
Verdauung gestört. θ Gelbsucht.
Gallige Dyspepsie; bitterer Geschmack; Übelkeit wie nach fetter Nahrung; Landkartenzunge; Schmerzen in den Beinen > bei Bewegung.
HYPOCHONDRIEN [18]
Leber vergrößert, verhärtet. θ Gelbsucht.
Schmerz in der Milzgegend. θ Wechselfieber.
Landkartenzunge, bitterer Geschmack im Mund, Frösteln nach Essen oder Trinken, Schmerz und Wundheit in der Lebergegend, gallige Diarrhö.
BAUCH UND LENDEN [19]
Bewegungen im Unterbauch, als ob Blasen sich bildeten und platzten.
Bauch aufgetrieben. θ Gelbsucht.
Stechende Schmerzen im Bauch, besonders in den Seiten.
STUHL UND REKTUM [20]
Vergeblicher Stuhldrang mit starkem Pressen; spärlicher harter Stuhl. θ Wechselfieber.
Stuhlgang schwierig, selbst wenn der Stuhl nicht hart ist. θ Wechselfieber.
Wollüstiger Juckreiz im Damm, zum Kratzen zwingend.
Verstopfung. θ Gelbsucht.
HARNORGANE [21]
Häufiger, reichlicher blasser Urin. θ Diabetes.
MÄNNLICHE GESCHLECHTSORGANE [22]
Bei harter Schwellung des linken Nebenhodens nach einer Entzündung infolge einer Quetschung heftige einschießende Schmerzen, die aufwärts laufen und sich über die ganze Schamgegend ausbreiten, nach dem Harnlassen.
WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE [23]
Unterdrückte Menses.
STIMME UND KEHLKOPF. LUFTRÖHRE UND BRONCHIEN [25]
Als ob der Kehlkopf zusammengedrückt wäre, mit Speichel im Mund, heiser beim Sprechen, mit bitterem Schleim im Hals.
ATMUNG [26]
Bei tieferem Einatmen spannungsartiger Schmerz in der Zwerchfellgegend.
Beim Ausatmen, mehr als beim Einatmen, brennender Druck im Brustbein.
Beim Ausatmen Druck von innen gegen die kurzen Rippen in der Lebergegend, bis in die Brust hinaufreichend.
Tiefere Atemzüge > drückenden Stich in der rechten Brust.
HUSTEN [27]
Sauer schmeckender Auswurf.
BRUSTINNERES UND LUNGEN [28]
Stiche in der Brust während des Einatmens.
Bohrendes, wühlendes Gefühl in der Brust.
Drückender Schmerz in der Brust.
BRUSTWAND [30]
Zucken in den rechten Interkostalmuskeln.
Druck auf den Schwertfortsatz.
HALS UND RÜCKEN [31]
Reißen vom Ohr abwärts in den Hals.
Rollendes und gurgelndes Gefühl im rechten Schulterblatt, mit Frösteln.
Drückende Stiche längs der Wirbelsäule, meist im Kreuzbein, mit Dyspnoe.
Zucken im unteren Teil der Halsseite.
Stechen, wie mit einer etwas stumpfen Nadel, in der linken Nackenseite, verschwindet beim Hinsetzen.
OBERE EXTREMITÄTEN [32]
Zucken in den Armmuskeln.
Taubheitsgefühl im linken Arm, in der Kopfseite und im Ohr.
Drückender Schmerz im rechten Mittel-, Ring- und Kleinfinger.
Hände heiß oder kalt.
Fingerspitzen eisig kalt.
Zucken der Muskeln des linken Unterarms.
UNTERE EXTREMITÄTEN [33]
Stiche in Oberschenkeln, Waden und Fußsohlen.
Spannung im linken Oberschenkel beim Bücken.
Drückender Schmerz in der linken Wade.
Ruckartiger Schmerz in der rechten Wade, hört bei Berührung schnell auf.
Reißende Schmerzen nur in den unteren Extremitäten, < während der Ruhe. θ Typhus.
Druck im rechten Fußrücken im Sitzen.
Brennen in Knien, Beinen und Zehen.
Ziehender Schmerz im rechten Fußrücken im Stehen; hört im Sitzen auf.
Starke oder feine stechende Schmerzen in der rechten Sohle von innen nach außen im Sitzen.
EXTREMITÄTEN IM ALLGEMEINEN [34]
Kann die Extremitäten bewegen, aber sie fühlen sich wie eingeschnürt oder kraftlos an.
Extremitäten schmerzhaft bei Berührung und in falscher Lage.
RUHE. LAGE. BEWEGUNG [35]
Ruhe: reißende Schmerzen in den Extremitäten <.
Liegen: Druck im Hinterkopf.
Sitzen: Schmerz in der linken Schläfe; Druck im rechten Fußrücken; Ziehen im rechten Fußrücken >; stechende Schmerzen in der rechten Sohle; Gähnen.
Stehen: Ziehen im rechten Fußrücken.
Bücken: Spannung im linken Oberschenkel.
Falsche Lage: verursacht Schmerzen in den Extremitäten.
Gehen: Schwindel; im Freien Benommenheit des Kopfes.
Bewegung: > Schmerzen in den Beinen; Schwindel.
NERVEN [36]
Erschöpft, geneigt zu sitzen oder zu liegen; halb bewusstlos.
Schwäche, Appetitlosigkeit, reichlicher, erschöpfender Nachtschweiß; Durst; unruhiger Schlaf.
SCHLAF [37]
Gähnen, schläfrig im Sitzen.
Nachts beim Erwachen Hitze, besonders im Gesicht und in den Händen.
Schlaf gestört durch: Träume; Schweiß.
Lebhafte, nicht erinnerte Träume.
Unbezwingbares Schlafverlangen beim Verlassen des Tisches; furchtbare Träume, von denen keine Erinnerung bleibt außer einem schmerzlichen Eindruck.
ZEIT [38]
Um 8 Uhr abends: Hände und Nase kalt.
Nacht: Übelkeit; Hitze im Gesicht und in den Händen; Frösteln mit Schweiß.
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Temperatur und Wetter
Zum Aufenthalt im Freien geneigt.
Im Freien: Frösteln.
FIEBER [40]
Fingerspitzen eisig kalt.
Frösteln: am ganzen Körper; nachts, mit Schweiß und Magenbeschwerden; nach Essen oder Trinken.
Frösteln im Freien.
Lang anhaltendes Frösteln, reichlicher Schweiß; Schmerz in der Milz. θ Wechselfieber.
Hitze: nachts beim Erwachen; am meisten im Gesicht und in den Händen; ohne Durst.
Schweiß: meist mit Durst; reichlich, entkräftend, nachts, mit beißendem Gefühl auf der Haut.
Frösteln von langer Dauer, oft den ganzen Tag, nachts gefolgt von allgemeinem und reichlichem Schweiß; Magenstörungen; Übelkeit; Aufstoßen; Stuhl verzögert, spärlich, hart, mit starkem Pressen; Schmerz in der Milzgegend. θ Wechselfieber.
Gegen 8 Uhr abends werden Hände und Nase kalt, Verlangen, zu Bett zu gehen, und schläft bald ein; kaum eingeschlafen, erscheint reichlicher Schweiß, besonders am Kopf, eine Stunde lang; Mattigkeit; Neigung zu Schwindel beim Umhergehen. θ Tägliches Wechselfieber.
Große Entkräftung, Appetitlosigkeit; reichliche Nachtschweiße, er war gezwungen, jede Nacht dreimal das Hemd zu wechseln; starker Durst, Tag und Nacht; unruhiger Schlaf. θ Wechselfieber.
Heftiges Frösteln nach Essen oder Trinken. θ Typhus.
Wechselfieber: wenn China die Anfälle nur leicht verzögert hat und die Krankheit in ein langsames Fieber ausgeartet ist, besonders bei Personen trockener und galliger Konstitution.
Abdominaltyphus; während der Ruhe unerträgliche reißende Schmerzen in den unteren Extremitäten; ständiges murmelndes Delir; heftiger reißender Schmerz im Hinterkopf; starkes Frösteln nach Essen oder Trinken; Landkartenzunge.
Heftige Schmerzen bei Abdominaltyphus oder typho-malariösen Fiebern, besonders in den Oberschenkeln.
LOKALITÄT UND RICHTUNG [42]
Links: Ziehen oder Stiche in der Schläfe; Stiche in der Stirn; brennendes Stechen im Augapfel; Nasenbluten; dumpfer Schmerz vom Hals ins Ohr; Nebenhoden; Stechen in der Halsseite; Taubheitsgefühl des Arms; Zucken im Unterarm; Spannung im Oberschenkel; drückender Schmerz in der Wade.
Rechts: drückender Schmerz in der Schläfe; Pickel im Mundwinkel; Zucken in den Interkostalmuskeln; Rollen und Gurgeln im Schulterblatt; drückender Schmerz in den Fingern; ruckartiger Schmerz in der Wade; Druck im Fußrücken; stechende Schmerzen in der Sohle.
EMPFINDUNGEN [43]
Als ob das Gehirn eingeschnürt wäre; als ob die Zähne stumpf geworden wären; als ob der Kehlkopf zusammengedrückt wäre; als ob Hals und Kehlkopf geschlossen wären; als ob sich im Bauch Blasen bildeten und platzten; als ob im rechten Schulterblatt Rollen und Gurgeln wäre; als ob die Extremitäten eingeschnürt oder kraftlos wären.
Schmerz: in der Milzgegend; in der Lebergegend.
Ruckartiger Schmerz: in der rechten Wade.
Nadelartige Stiche: in der linken Schläfe.
Stiche: in der linken Stirn; im Bauch, besonders in den Seiten; in der Brust; in Oberschenkeln, Waden und Fußsohlen; in der rechten Sohle.
Drückende Stiche: längs der Wirbelsäule; im Kreuzbein.
Einschießend: vom Nebenhoden über die Schamgegend.
Stechen: im linken Augapfel; wie mit stumpfer Nadel an der linken Nackenseite.
Stechen: in der Haut.
Reißen: im Hinterkopf; vom Ohr zum Hals; in den unteren Extremitäten.
Bohrend, wühlend: in der Brust.
Ziehender Schmerz: in der linken Schläfe; im äußeren Ohr; im rechten Fußrücken.
Brennen: im linken Augapfel; in Mund und Rachenenge; im Hals; im Magen; in Knien, Beinen und Zehen.
Brennender Druck: im Brustbein, < beim Ausatmen.
Beißen: in der Haut mit Schweiß.
Wundbrennen: in Mund und Rachenenge.
Wundheit: in der Lebergegend.
Rohheitsgefühl: in Mund und Rachenenge; vom Mund bis zum Magen.
Druck: im Hinterkopf; von der Lebergegend in die Brust; in der Brust; auf dem Schwertfortsatz; in den Fingern; auf dem Fußrücken.
Dumpfer Schmerz: quer über die Schlüsselbeine; die linke Halsseite hinauf ins Ohr.
Spannungsartiger Schmerz: in der Zwerchfellgegend bei tiefem Einatmen.
Drückender Schmerz: in der rechten Schläfe; in der linken Wade.
Spannung: im linken Oberschenkel beim Bücken.
Benommenheit: des Kopfes.
Schweregefühl: im Hinterkopf.
Taubheitsgefühl: im linken Arm.
Juckreiz: im Damm.
GEWEBE [44]
Gallige Magenanfälle mit Landkartenzunge.
Neuralgie und Rheumatismus während und nach Typhus.
BERÜHRUNG. PASSIVE BEWEGUNG. VERLETZUNGEN [45]
Berührung: > in der rechten Wade; Extremitäten schmerzhaft.
HAUT [46]
Ungesunde, picklige, sykotische Haut.
Stechen in der Haut.
Ausschlag über Körper und Extremitäten, stark juckend und anscheinend eine Mischung aus Lichen und Urtikaria.
Beißen in der Haut, mit Schweiß.
LEBENSALTER, KONSTITUTION [47]
Knabe, æt. 8; Wechselfieber.
Mädchen, æt. 19, Dienstmädchen; Abdominaltyphus.
Mann, æt. 46; Wechselfieber.
Ein Mann: ungesunde, picklige, sykotische Haut.
BEZIEHUNGEN [48]
Verträglich: Arsen. bei Nachtschweißen.
Vergleiche: Chelid., Hydrast., Pulsat.