Coca. (Erythroxylon Coca.)
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Coca. Lineæ (Unterordnung Erythroxyleæ).
Am nächsten verwandt mit den Malpighiaceæ und Sapindaceæ, sodann mit den Aceripaceæ und den Rhizoboleæ.
Ein sechs oder acht Fuß hoher Strauch mit kleinen weißen Blüten und leuchtend grünen Blättern. Die Blätter sind zweieinhalb Zoll lang und halb so breit; das charakteristische Kennzeichen des Blattes ist eine gebogene Linie auf jeder Seite der Mittelrippe. Coca wurde in den Vereinigten Staaten zuerst als Gegenmittel gegen Tabak gebraucht. Es ist bekannt, dass sie bei den Peruanern seit der Eroberung in Gebrauch ist. Zur Zeit der Inkas galt Coca als heilig. In Bolivien wird sie wegen ihrer Blätter in großem Umfang angebaut; diese werden dort vielfach zum Kauen verwendet. Im Jahre 1856 brachte der Verkauf der Blätter der Republik ein Einkommen von dreizehn Millionen Francs. Sie ist jetzt unter den Indianern allgemein als narkotisierendes Getränk in Gebrauch. Die Pflanze, die in Pflanzschulen aus Samen vermehrt wird, beginnt nach achtzehn Monaten Ertrag zu bringen und bleibt ein halbes Jahrhundert lang ergiebig.
Im Jahre 1856 wurde sie von Clotar Müller arzneilich geprüft, Hom. Viert., Bd. 7, S. 443. Prüfung durch Stokes in Mon. Hom. Rev., Bd. 3, S. 275, im Jahre 1859. Arzneimittelprüfungen wurden 1867 von W. S. Searle in N. A. J. of H., Bd. 16, S. 1, angeregt und im selben Jahre von Berridge, Croker, Ray und Scheibler ausgeführt. Weitere Prüfungen wurden 1869 von Lilienthal, Safford, Williams, Ferguson und Labeau vorgenommen. Im Jahre 1870 fertigte C. Hering aus allen verfügbaren Quellen eine vollständige Anordnung der Wirkungen in Form einer Monographie für das Journal of Materia Medica an.
KLINISCHE AUTORITÄTEN.
- Stöße im Kopf, Searle, Organon, Bd. 3, S. 359; Chronische Verstopfung, Stokes, Organon, Bd. 3, S. 267; Husten, Berridge, H. M., Bd. 10, S. 110; Phthisis pulmonalis, E. W. Berridge, H. M., 1874, S. 110; Herzerkrankung, Œhme, A. H. Z., Bd. 101, S. 101; Überanstrengung beim Besteigen von Höhen, Richter B. J. H., Bd. 34, S. 163; Dreijährige Krankheit infolge Entfernung eines Krebses, N. Williams, Hom. Clinics, Bd. 2, S. 269; Morphin- und Opiumgewohnheit, Œhme, A. H. Z., Bd. 101, S. 100.
GEMÜT [1]
Melancholie aus nervöser Erschöpfung.
Hypochondrie. θ Amenorrhöe. θ Dysmenorrhöe. θ Veta.
Schüchtern, furchtsam, in Gesellschaft unbehaglich.
Traurigkeit, Reizbarkeit; er findet nur an Einsamkeit und Dunkelheit Gefallen; häufig zeigt er Eigensinn.
Bemerkenswerte Abneigung gegen jede Art von Anstrengung infolge nervöser Erschöpfung.
Energieverlust.
Mitunter findet er nur langsam die Worte, um sich auszudrücken.
Geistige Niedergeschlagenheit bei beginnender Atrophie.
Von einer unbeschreiblichen Angst überwältigt. θ Veta.
Qualgefühl, verstärkt durch das Misslingen jedes Versuches, gegen die Müdigkeit anzukämpfen; die Pein vermindert sich nur bei vollkommener Ruhe. θ Veta.
Geistige Stumpfheit. θ Veta.
Es ist ihm im Kopf so verworren, dass er nicht mit Verständnis lesen kann.
Leichte Erregung, gefolgt von Schlaflosigkeit.
Missmutige Stimmung. θ Veta.
Verleiht ungewöhnliche Spannkraft; erheitert das Herz, hellt den Geist auf und erneuert die körperliche Kraft für die tatkräftigen Aufgaben des Lebens.
Mangel an Willenskraft; Zittrigkeit und geistige Niedergeschlagenheit.
SENSORIUM [2]
Schwindel und Benommenheit.
Schwindel. θ Veta.
Furcht zu fallen beim Gehen; Schwindel mit unwillkürlich beschleunigten Schritten beim Gehen, den Kopf nach vorn geneigt, mit Benommenheit und Fallfurcht; Übelkeit und Schwindelgefühl machen ihn zu geistiger Arbeit unfähig; Schwindel mit Druck im Hinterkopf und Müdigkeit.
Ohnmacht und heftiges Kranksein. θ Veta.
Ohnmachtsanfälle aus nervöser Schwäche.
INNERER KOPF [3]
Spannungsgefühl über der Stirn, als ob ein Gummiband darüber gespannt wäre.
Füllegefühl in der Stirn und dumpfes Gefühl über der ganzen Stirnpartie.
Heftiger Kopfschmerz unmittelbar über den Augen, mit leisem Klingeln in den Ohren.
Kopfschmerz unmittelbar über den Augenbrauen, nicht anhaltend; < beim Heben des Kopfes oder beim Aufwärtsrichten der Augen.
Dumpfer frontaler Kopfschmerz, der mit dem Untergang der Sonne verschwindet, gefolgt von einem Zustand geistiger Heiterkeit.
Leichte einschießende Schmerzen in der rechten Schläfe.
Kopfschmerz in der rechten Schläfe morgens, beim ersten Aufstehen stechend und den ganzen Tag beim Aufblicken; der Schmerz schießt in gerader Linie von der Schläfe zum Scheitel und hinterlässt ein wundes Gefühl.
Drückender Kopfschmerz auf der rechten Seite des Hinterkopfes und auf der rechten Stirnseite, mit Schwindel und Frösteln nach dem Mittagessen; > gegen Abend.
Stöße im Kopf, dumpfes Füllegefühl im Hinterkopf, mit Schwindel, < beim Liegen; oft ist die einzig mögliche Lage im Bett die mit dem Gesicht nach unten.
Hinterkopf schmerzhaft, berührungsempfindlich; Schmerzen < beim Husten.
Kopfschmerz im Hinterkopf mit Frösteln und leichtem Fieber.
Hinterhauptskopfschmerz.
Kopfschmerz am Nachmittag mit Frösteln.
Kopfschmerz mit Trockenheitsgefühl im Hals.
Blutandrang zum Kopf und zu den Lungen.
Kopfschmerz > nach dem Essen, kehrt nach dreieinhalb Stunden zurück und hört bei Sonnenuntergang auf.
Nervöser halbseitiger Kopfschmerz; Migräne.
ÄUSSERER KOPF [4]
Hinterkopf schmerzhaft und berührungsempfindlich, Schmerz < beim Husten. θ Phthisis.
SEHEN UND AUGEN [5]
Große Lichtunverträglichkeit mit bemerkenswerter Erweiterung der Pupillen.
Dunkle Wolke vor den Augen; die Augen stark gerötet, bis blutige Tränen hervorströmten. θ Veta.
Weiße, dunkle oder feurige Flecken vor den Augen; Flimmern oder Blitzen; die Buchstaben scheinen ineinanderzulaufen.
Undeutliches Sehen, bald gefolgt von Kopfschmerz und Übelkeit. θ Veta.
Dumpfer Schmerz hinter den Augen, so dass sie sich anfühlen, als schielten sie nach innen.
HÖREN UND OHREN [6]
Klingeln in den Ohren mit Fieber.
Lautes Klingeln, Brummen und Summen in den Ohren. θ Veta.
Seit drei Monaten bestehende Schwerhörigkeit bei einem alten Soldaten, æt. 102; er klagte über Geräusch im Kopf und darüber, dass er sich beim lauten Lesen nicht hören könne.
GERUCH UND NASE [7]
Nasenbluten von rechts nach links übergehend.
OBERE GESICHTSHÄLFTE [8]
Lippen blau, geschwollen, rissig. θ Veta.
Lippen und Zahnfleisch bleich; Trockenheit der Lippen und des Mundes.
Ulzerationen an den Lippenwinkeln.
ZÄHNE UND ZAHNFLEISCH [10]
Verhindert Zahnkaries.
GESCHMACK, SPRACHE, ZUNGE [11]
Geschmack und Zunge
Morgens kein Geschmack.
Zunge stark belegt.
MUNDHÖHLE [12]
Trockenheit der Lippen und des Mundes, besonders beim Erwachen.
Nachts und morgens ein Gefühl im Mund und Gaumen, als hätte er Pfeffer gegessen.
Übelriechender Atem.
GAUMEN UND HALS [13]
Deutliches Gefühl einer Schwellung des Zäpfchens, Schluckbeschwerden.
Früh am Morgen Trockenheitsgefühl im Hals, beim Schlucken sehr unangenehm, als ob er geschwollen wäre.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Großer Appetit.
Hält Hunger und Durst zurück.
Großes Sättigungsgefühl, lange Zeit ohne Verlangen nach Nahrung.
Appetitlosigkeit, besonders gegen feste Speisen.
Großer Durst.
Verlangen nach spirituösen Getränken und Tabak, den gewohnten Reizmitteln.
ESSEN UND TRINKEN [15]
Kann jeweils nur wenig auf einmal essen. θ Chronische Verstopfung.
Beschwerden von salziger Nahrung.
SCHLUCKAUF, AUFSTOSSEN, ÜBELKEIT UND ERBRECHEN [16]
Übelkeit mit Schwindel.
Schluckauf nach dem Abendessen.
Häufiges Aufstoßen.
Blähungen steigen mit solcher Gewalt auf, als würde die Speiseröhre davon zerrissen. θ Chronische Verstopfung.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Gefühl von Leere oder Fülle im Magen.
Schwache und erschwerte Verdauung.
Magenkatarrh; Gastralgie; Dyspepsie.
Bestätigte Dyspepsie, besonders bei Hypochondern.
HYPOCHONDRIEN [18]
Druck und Spannung in den Hypochondrien nach den Mahlzeiten.
BAUCH UND LENDEN [19]
Blähungen.
Heftiges Herzklopfen durch eingeklemmte Blähungen, die bisweilen mit solcher Gewalt aufsteigen, als würde die Speiseröhre davon zerrissen. θ Chronische Verstopfung.
Heftige Leibschmerzen mit tympanitischer Aufblähung des Bauches, > durch häufigen Abgang geruchloser Blähungen.
Aufgetriebener Bauch.
Krampfartige Kolik; Enteralgie.
Schleimige Erkrankungen der Bauchorgane.
STUHL UND REKTUM [20]
Abgehende Winde aus dem Darm riechen wie verbranntes Schießpulver.
Ständiger Drang zum Stuhl. θ Nach Gonorrhöe.
Dysenterie. θ Veta.
Jeden Tag erfolgte der Stuhlgang eine Stunde später.
Verstopfung durch Untätigkeit des Rektums.
Hämorrhoiden beim Gehen oder Sitzen schmerzhaft.
HARNORGANE [21]
Steht nachts zum Wasserlassen auf.
Harn reichlich, mit einem dunkelroten, am Gefäß haftenden Bodensatz.
Schmerz im Perineum am Ende des Wasserlassens; Harnstrahl verdreht; Nachträufeln; orangefarbener flockiger Niederschlag sammelt sich an einer Stelle „wie ein Schwamm;“ ammoniakalischer Geruch. θ Nach unterdrückter Gonorrhöe.
Der Harn setzt nach dem Stehen einen gelblichweißen gallertigen, am Gefäß haftenden Niederschlag ab, bisweilen mit einem irisierenden öligen Film auf der Oberfläche. θ Phthisis pulmonalis. θ Husten.
Der Harn wird nach dem Stehen trübe und ist mit einem leichten Häutchen bedeckt.
Nächtliche Enuresis.
MÄNNLICHE GESCHLECHTSORGANE [22]
Nervöse Prostration nach sexuellen Exzessen.
Spermatorrhö und partielle Impotenz.
WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE [23]
Die Menstruation fließt schwallweise und weckt aus tiefem Schlaf.
STIMME UND KEHLKOPF. LUFTRÖHRE UND BRONCHIEN [25]
Schwäche der Stimme.
Kehlkopfschwindsucht, wenn der Magen infolge Reizbarkeit des Rachens keine Nahrung bei sich behält.
Fühlt sich in der Stimme viel kräftiger; kann viel lauter und klarer singen.
ATMUNG [26]
Schmerzhafte Kurzatmigkeit. θ Veta.
Abends im Bett stärkste Beklemmung mit großer Angst und Prostration.
Schmerzhafte Beklemmung der Brust und fortgesetztes Bedürfnis nach tiefer Atmung.
Beklemmung der Atmung während der Nachtstunden.
Genötigt stehenzubleiben und Atem zu schöpfen, kaum imstande dazu. θ Veta.
Schweregefühl in der Brust und behinderte Atmung nötigten ihn, langsam zu gehen.
Behinderte Atmung, heftiges Herzklopfen, mit Müdigkeitsgefühl, das weiteres Vorwärtskommen unmöglich macht. θ Veta.
Häufig krampfartige Dyspnoe. θ Chronische Verstopfung.
Dyspnoe bei Emphysem, Asthma oder Herzerkrankung.
Atemmangel bei denen, die sich sportlich betätigen; oder bei solchen, die Tabak oder Whisky im Übermaß gebrauchen.
Hämoptyse. θ Veta.
HUSTEN [27]
Geringfügiger Husten, der Kribbeln in den Händen verursacht.
Beim Husten Schmerz im Hinterkopf.
Husten morgens mit weißlich-gelbem Auswurf, dicht und zäh; zugleich Trockenheit von Mund und Hals mit Durst.
Husten trocken am Abend im Bett.
Husten durch kalte Luft und rasches Gehen.
Sputum spärlich, aber Erleichterung bringend. θ Husten.
Auswurf kleiner Klümpchen, wie gekochte Stärke, unmittelbar nach dem morgendlichen Aufstehen.
INNERES DER BRUST UND LUNGEN [28]
Vergebens versucht er, die Lungen durch volle Inspirationen und äußerste Erweiterung der Brust mit Luft zu füllen. θ Veta.
Schmerzen unter den Schlüsselbeinen, stärker links.
Den ganzen Tag über Gefühl von Einschnürung im oberen Teil beider Lungen.
Vorübergehende einschießende Schmerzen in der linken Lunge zwischen der dritten und sechsten Rippe, < bei tiefer Einatmung.
Plötzlich von Krampf in der Brust befallen; sie wurde ganz kalt und konnte den Aufstieg nicht fortsetzen. θ Überanstrengung beim Besteigen von Höhen.
Blutandrang zur Brust mit leichtem Kopfschmerz. θ Veta.
Emphysem. θ Phthisis pulmonalis.
HERZ, PULS UND KREISLAUF [29]
Pochen des Herzens gegen die Rippen hörbar. θ Veta.
Herzklopfen mit allgemeiner Schwäche. θ Veta.
Heftiges Herzklopfen durch eingeklemmte Blähungen. θ Chronische Verstopfung.
Angina pectoris beim Steigen; sie wurde ganz kalt.
Erschöpfung des Herzens mit unregelmäßiger Tätigkeit.
Funktionelle Herzerkrankung durch Überanstrengung.
Vermehrte Frequenz des Pulses, in einem Fall von 70 auf 143 Schläge in der Minute.
Puls 108 bis 120. θ Veta.
Puls schwach, beschleunigt, klein.
Puls setzt bei jedem fünften Schlag aus. θ Herzerkrankung.
ÄUSSERE BRUST [30]
Krampf in der Brust. θ Von Übermüdung beim Besteigen eines Berges.
OBERE EXTREMITÄTEN [32]
Schmerz im vierten Finger der rechten Hand; er war kalt und blieb es wochenlang; auch der kleine Finger war betroffen.
UNTERE EXTREMITÄTEN [33]
Schwäche beim Gehen.
Beeinträchtigtes Gehvermögen. θ Chronische Verstopfung.
EXTREMITÄTEN IM ALLGEMEINEN [34]
Gefühl innerer Kälte mit Taubheitsgefühl in Händen und Füßen. θ Veta.
Rheumatismus schon von der geringsten Kälte.
RUHE. LAGE. BEWEGUNG [35]
Ruhe: Qual, Müdigkeit und Pein lassen nur bei vollkommener Ruhe nach; nach je zehn Schritten zum Ausruhen genötigt.
Sitzen: Hämorrhoiden schmerzhaft.
Liegen: < Stöße im Kopf, dumpfes Füllegefühl im Hinterkopf.
Genötigt stehenzubleiben und Atem zu schöpfen, kaum imstande dazu.
Er legt sich auf die Erde, unfähig, sich noch weiter fortzuschleppen.
Unmöglich, irgendeine Anstrengung zu machen, Mattigkeit mit Verlangen, ständig im Bett zu bleiben.
Kopf nach vorn geneigt, mit Schwindel und Fallfurcht.
Die einzig mögliche Lage im Bett ist mit dem Gesicht nach unten.
Erwacht nachts in Rückenlage.
Heben des Kopfes oder Aufwärtsrichten der Augen < Kopfschmerz.
Gehen: Furcht zu fallen; unwillkürlich beschleunigte Schritte; Hämorrhoiden schmerzhaft; Husten; Schwäche.
Schweregefühl in der Brust und behinderte Atmung nötigen ihn, langsam zu gehen.
NERVEN [36]
Hält Hunger zurück und verleiht ungewöhnliche Spannkraft, so dass man große Höhen ersteigen, Lasten tragen oder rasch laufen kann, ohne Müdigkeit oder Atemnot zu empfinden.
Erethismus im sensiblen Bereich.
Nervosität und nächtliche Unruhe der Kinder während des Zahnens.
Kann nirgends Rot erkennen. θ Veta.
Nervöse Depression als Folge von Überarbeitung, seelischer Angst, sexuellen Exzessen oder Missbrauch von Tabak.
Zittern; er legt sich auf die Erde, körperlich und geistig unfähig, sich noch weiter fortzuschleppen, halb bewusstlos. θ Veta.
Das Müdigkeitsgefühl steigert sich bis zur Unmöglichkeit weiterzugehen infolge behinderter Atmung und heftigen Herzklopfens. θ Veta.
Unmöglich, irgendeine Anstrengung zu machen, Mattigkeit mit Verlangen, ständig im Bett zu bleiben. θ Nach Krebsoperation.
Schwäche während der Rekonvaleszenz nach Typhus.
Ohnmachtsanfälle aus nervöser Schwäche.
Hysterische Beschwerden.
SCHLAF [37]
Neigung zum Schlaf und ständige Müdigkeit, die keinen erquickenden Schlaf herbeiführen. θ Veta.
Neigung zum Schlaf, aber er kann keine Ruhe finden.
Erwacht nachts in Rückenlage.
Schlaflosigkeit in der Nacht oder der Schlaf ist zu fest und schwer.
ZEIT [38]
Früh am Morgen: Trockenheitsgefühl im Hals.
Morgens: beim ersten Aufstehen stechender Kopfschmerz in der rechten Schläfe; kein Geschmack; Gefühl in Mund und Gaumen, als hätte er Pfeffer gegessen; Husten mit weißlich-gelbem Auswurf, dicht und zäh; Trockenheit von Mund und Hals mit Durst.
Am Nachmittag: Kopfschmerz mit Frösteln.
Nach dem Mittagessen: Schwindel und Frösteln.
Nach dem Abendessen: Schluckauf.
Am Abend: im Bett stärkste Beklemmung mit großer Angst und Prostration; im Bett trockener Husten.
Nachts: Gefühl in Mund und Gaumen, als hätte er Pfeffer gegessen; steht zum Wasserlassen auf; Enuresis; Beklemmung der Atmung; erwacht in Rückenlage; Schlaflosigkeit oder zu fester und schwerer Schlaf, Hitze und Schlaflosigkeit mit Pochen in den Arterien.
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Kalte Luft: Husten davon.
Kälte: Rheumatismus schon von der geringsten.
Schlimmer bei allen Witterungslagen bei niedrigem Barometerstand, auch wenn Nachlässe während hoher Barometerstände eintreten.
FIEBER [40]
Frösteln und Kopfschmerz am Nachmittag.
Nachts Hitze und Schlaflosigkeit mit Pochen in den Arterien.
Hitzewallungen am Rücken und Brennen im Bauch.
Das Fieber zeichnet sich durch die es begleitende äußerste Müdigkeit aus.
Schwäche während der Rekonvaleszenz nach niedrigen Fiebern.
Nachtschweiße.
ANFÄLLE, PERIODIZITÄT [41]
Krampfartig: Kolik; Dyspnoe.
Plötzlich: Anfall von Krampf in der Brust.
Vorübergehend: einschießender Schmerz in der linken Lunge.
Häufig: Aufstoßen; Abgang geruchloser Blähungen.
Ständig: Drang zum Stuhl; Bedürfnis nach tiefer Atmung; Müdigkeit und Neigung zum Schlaf.
Lange Zeit: großes Sättigungsgefühl.
Den ganzen Tag: Kopfschmerz in der rechten Schläfe beim Aufblicken; Einschnürung im oberen Teil beider Lungen.
Täglich: Stuhlgang eine Stunde später.
Dumpfer frontaler Kopfschmerz, der mit Sonnenuntergang verschwindet.
Kopfschmerz > nach dem Essen, kehrt nach dreieinhalb Stunden zurück und hört bei Sonnenuntergang auf.
Nächtlich: Unruhe der Kinder während des Zahnens.
Verschlimmerungen von Mitternacht bis 4 Uhr morgens oder von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags.
Wochenlang: Schmerz und Kälte im vierten Finger der rechten Hand, auch den kleinen Finger betreffend.
Seit drei Monaten: Schwerhörigkeit.
Chronisch: Verstopfung; Dyspepsie.
LOKALISATION UND RICHTUNG [42]
Rechts: leichte einschießende Schmerzen in der Schläfe; Kopfschmerz in der Schläfe, zum Scheitel schießend; drückender Kopfschmerz auf der Seite des Hinterkopfes und der Stirnseite; Schmerz und Kälte im vierten Finger der Hand; auch der kleine Finger betroffen.
Links: stärkerer Schmerz unter dem Schlüsselbein; vorübergehende einschießende Schmerzen in der Lunge zwischen der dritten und sechsten Rippe.
Von rechts nach links: Nasenbluten.
EMPFINDUNGEN [43]
Qualgefühl verstärkt sich, wenn jeder Versuch scheitert, gegen die Müdigkeit anzukämpfen.
Als ob das Gehirn verworren wäre; als ob ein Gummiband über die Stirn gespannt wäre; als ob die Augen nach innen schielten; als ob er Pfeffer gegessen hätte; als ob der Hals geschwollen wäre; als ob die Speiseröhre durch die Gewalt der aufsteigenden Blähungen zerrissen würde.
Schmerz: im Perineum am Ende des Wasserlassens; in den Hämorrhoiden beim Gehen oder Sitzen; im Hinterkopf beim Husten; unter den Schlüsselbeinen; im vierten Finger der rechten Hand, auch den kleinen Finger betreffend.
Heftiger Schmerz: unmittelbar über den Augen; in der rechten Schläfe.
Einschießend: in der rechten Schläfe; in der linken Lunge zwischen der dritten und sechsten Rippe, < bei tiefer Einatmung.
Brennen: im Bauch.
Wundes Gefühl: von der rechten Schläfe zum Scheitel.
Spannung: über der Stirn; in den Hypochondrien nach den Mahlzeiten.
Drückend: im Hinterkopf, mit Müdigkeit; auf der rechten Seite des Hinterkopfes und der rechten Stirnseite.
Druck: in den Hypochondrien nach den Mahlzeiten.
Beklemmung: der Atmung; der Brust.
Krampf: in der Brust.
Einschnürung: im oberen Teil beider Lungen.
Spasmus: in der Brust.
Stöße: im Kopf.
Dumpf schmerzend: hinter den Augen.
Fülle: in der Stirn; im Hinterkopf; im Magen.
Schweregefühl: in der Brust.
Kribbeln: in den Händen, verursacht durch geringfügigen Husten.
Taubheitsgefühl: der Hände und Füße.
Schwäche: allgemein; beim Gehen.
Müdigkeit: bis zur Unmöglichkeit weiterzugehen; äußerst mit Fieber.
Mattigkeit, jede Anstrengung unmöglich machend.
Dumpfes Gefühl: über der ganzen Stirnpartie; im Hinterkopf.
Leere: im Magen.
Trockenheit: im Hals; der Lippen und des Mundes.
Hitze: am Rücken, Hitzewallungen von; der Haut.
Kälte: im vierten Finger der rechten Hand, auch den kleinen Finger betreffend; Gefühl innerer.
GEWEBE [44]
Verlangsamt den Gewebezerfall und verleiht vorübergehende Kraft.
Übererregung des Nerven- und Muskelsystems.
Bei geistiger oder körperlicher Müdigkeit oder Erschöpfung; Dyspepsie; Hysterie; nervösem Erethismus; protrahierten Fiebern; spinaler Reizung und Krämpfen; schädlichen Folgen von Reizmitteln, Alkohol, Tabak usw.
Verminderte Ausscheidung der festen Bestandteile des Harns.
Abmagerung.
Marasmus der Kinder.
Rheumatismus schon von der geringsten Kälte.
Skorbut aus anämischen Zuständen.
Skrofulose.
BERÜHRUNG. PASSIVE BEWEGUNG. VERLETZUNGEN [45]
Berührung: Hinterkopf schmerzhaft und berührungsempfindlich.
Üble Folgen des Bergsteigens oder der Äronautik.
HAUT [46]
Vermehrte Hitze der Haut.
Trockener papulöser Ausschlag auf dem Handrücken.
Schutz gegen Hautkrankheiten.
LEBENSALTER, KONSTITUTION [47]
Passt für Personen, die sich unter der geistigen und körperlichen Anspannung eines arbeitsreichen Lebens aufreiben und an erschöpften Nerven und erschöpftem Gehirn leiden.
Passt für schüchterne, furchtsame Menschen, die sich in Gesellschaft unbehaglich fühlen.
Alte Leute, nicht nur wenn ihnen der Atem ausgeht, sondern auch bei anderen Beschwerden.
Kinder mit Marasmus.
Schwächliche, nervöse, fette oder plethorische Personen sowie solche mit Herz- und Lungenerkrankungen leiden stärker an Veta.
Miss R., æt. 24, großgewachsen, schlank, schwarze Augen und Haare, sehr bleich; drei Jahre krank nach Entfernung eines Mammakarzinoms.
Mann infolge zügellosen Lebens; Herzerkrankung.
Ein alter Soldat, æt. 102; Schwerhörigkeit.
BEZIEHUNGEN [48]
Wird seit Jahrhunderten von den Eingeborenen Perus, Chiles und Boliviens als Ersatz für Tabak, Betel, Haschisch und Opium gebraucht.
Vergleiche: Stramon. Patient mag Gesellschaft, Coca der Patient die Einsamkeit; Stramon. Licht, Coca, Dunkelheit; Arsen., schädliche Wirkungen des Steigens in die Höhe; Paullinia, Scutellaria, Cyprip. und Valer., Tee, Kaffee, Cann. ind., und Tabak.