Viola Tricolor.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Jacea. Stiefmütterchen. Herzensfreude. N. O. Violaceæ. Tinktur der frischen, blühenden Pflanze.
Klinisches
Crusta lactea / Ekzem / Enuresis / Gonorrhö, unterdrückt / Gicht / Impetigo / Leukorrhö / Ophthalmie, skrofulös / Orchitis / Plica polonica / Rheumatismus / Ringelflechte / Samenabgänge / Syphilis / Hals, Ulzeration des
Charakteristika
Das Stiefmütterchen wurde von Hahnemann und seinen Prüfern arzneilich geprüft. Es hatte einen alten Ruf bei Asthma und Epilepsie und besonders bei hartnäckigen Hautkrankheiten. Teste zitiert aus alten Beobachtern (Starck, Haase, Murray usw.) Folgendes als durch V. tri. geheilt: (1) Milchschorf bei Kindern an der Brust [oder] kurz nach dem Abstillen. (2) Milchschorf mit heftigem Husten und übermäßiger Beklemmung. (3) Impetigo der behaarten Kopfhaut und des Gesichts bei Kindern und erwachsenen Frauen. (4) Favus und serpiginöse Krusten bei Kindern und Erwachsenen, mit Schwellung und Verhärtung der Halsdrüsen. (5) Große Furunkel am ganzen Körper bei einem skrofulösen Kind. (6) Pusteln und ichoröses Exanthem der Füße. (7) Schuppige Flecken auf der Haut. (8) Rheumatismus und Gicht; Gelenkrheumatismus mit juckreizartigem Ausschlag um die Gelenke. (9) Impetiginöses Exanthem auf der Stirn. (10) Ichoröse Geschwüre mit heftigem Juckreiz. In Russland ist ein Dekokt des Stiefmütterchens ein Volksmittel gegen Skrofulose; und Schlegel aus Moskau verwendete es mit guter Wirkung bei syphilitischen Affektionen, besonders bei venerischen Geschwüren. Teste (von dem ich alles Vorstehende übernehme) stellt V. tri. in zwei Gruppen, deren Typen Lyc. und Cham. sind. Die Homöopathie hat einige Charakteristika von V. tri. hervorgebracht, welche seine Fälle aussondern. Eines davon ist das gleichzeitige Auftreten von Harnsymptomen mit Hautaffektionen: Tinea capitis mit häufigem, unwillkürlichem Wasserlassen. Ekzem mit Harnstörungen; zu reichliches Wasserlassen; oder plötzlicher Stillstand der Absonderung. "Harn, riechend wie Katzenharn" ist ein Leitsymptom. Die männlichen Geschlechtsorgane waren stark erregt. Samenabgänge mit lebhaften Träumen traten auf; Schwellung, Juckreiz und Schmerzen in Vorhaut und Eichel, mit Erektionen. Eigentümlich
sind: Gesicht heiß und schwitzend nach dem Essen. Dyspnö nach dem Essen. Hände zucken und sind im Schlaf geballt. Nervöse Paroxysmen folgten auf unterdrückten Milchschorf. Die Achselhöhlen und Schlüsselbeinregionen waren auffallend betroffen; und Stiche und brennende Stiche waren vorherrschende Schmerzen. Die Symptome sind: < Druck auf der der schmerzhaften Seite gegenüberliegenden Seite. < Liegen auf der schmerzfreien Seite. Liegen = Angst um das Herz. Anheben des Kopfes =, und Bücken >, Schweregefühl im Kopf. Gehen = Schwindel; Stiche durch Brust und Bauch. Sitzen = Stiche in Bauch und Leiste (Stehen > sie). < Um 11 Uhr vormittags; nachts. Im Freien > Kopfschmerz; = Frösteln. Abneigung gegen das Freie. < Im Winter beim Gehen in kalter Luft.
Beziehungen
Antidotiert durch: Camph., Merc., Puls., Rhus. Verträglich: Puls., Rhus, Sep., Staph. Vergleiche: Spannung der Hautdecken von Gesicht und Stirn, V. od. Crusta lactea, Vinca m. (V. tri. hat begleitende Harnsymptome). Ausschläge, Geschwüre usw., Cham., Graph., Hep., Merc., Olean., Petrol., Staph. Stiche, K. ca. Botan., siehe Viol. od.
Verursachung
Unterdrückter Milchschorf (nervöse Paroxysmen).
1. Gemüt
Traurigkeit in Bezug auf häusliche Angelegenheiten. Übereilung wie aus innerer Qual, mit Empfindung großer Schwäche. Neigung, Tränen zu vergießen. Üble Laune, Verdrossenheit, mit Abneigung gegen Unterhaltung. Große Empfindlichkeit, Neigung zu schelten und Streitsucht. Ungehorsam. Abneigung gegen Arbeit. Große Dumpfheit des Intellekts.
2. Kopf
Kopf verwirrt und ratlos. Schwindel und Benommenheit beim Gehen. Kopfschmerz von der Nasenwurzel bis zum Gehirn, im Freien verschwindend. Schweregefühl des Kopfes, das ihn nach hinten zieht, hauptsächlich beim Aufstehen, > durch Bücken. Drückender Kopfschmerz, bes. in Stirn und Schläfen (nach außen sich erstreckend). Einschießende Schmerzen im Hinterkopf Tag und Nacht. Das Gehirn erschüttert beim Gehen. Brennende Stiche in der Kopfhaut, bes. in Stirn und Schläfen (reißender Stich äußerlich in der l. Schläfe). Schorfe auf dem Kopf, unerträgliches Brennen, am meisten nachts. Impetigo der behaarten Kopfhaut und des Gesichts. Crusta lactea bei kürzlich abgestillten Kindern. Dicke Inkrustationen, die eine große Menge dicker, gelber Flüssigkeit ergießen, welche das Haar verklebt.
3. Augen
Schmerz in den Augen, als ob ein harter Körper zwischen oberem Augenlid und Augapfel wäre. Beißen und schneidende sowie juckende einschießende Schmerzen im Auge. Kontraktion und Schließen der Augenlider, mit Neigung zu schlafen. (Myopie.)
6. Gesicht
Hitze im Gesicht nachts im Bett, bisweilen halbseitig, und in der Wange, auf welcher der Patient nicht liegt. Hitze und Schweiß des Gesichts nach dem Essen. Verdickung und Härte der Gesichtshaut. Krusten im Gesicht mit brennendem Juckreiz, bes. nachts, und Absonderung eines gelben und zähen Eiters; auch hinter den Ohren. Spannung in den Hautdecken von Gesicht und Stirn.
8. Mund
Zunge belegt mit weißlichem Schleim von bitterem Geschmack. Ansammlung von Speichel im Mund, mit Empfindung von Trockenheit.
9. Hals
Halsschmerzen abends. Schwellung der Halsdrüsen. Viel Schleim im Hals = Räuspern, 11 Uhr vormittags. Schlucken schwierig und sehr schmerzhaft (Syphilis). Schankeröses Geschwür an der hinteren Fläche der Rachenenge und des weichen Gaumens (Syphilis).
12. Bauch
Stiche und schneidender Schmerz im Bauch, mit Drang zum Stuhl und Weinen und Klagen, gefolgt von Abgang von Schleimklumpen und Blähungen. Drückend-stechender Schmerz im Zwerchfell.
13. Stuhl
Zerhackte, weiche Stühle. Stuhl mit Schleim und viel Flatus.
14. Harnorgane
Drang (häufig) zum Wasserlassen, mit reichlicher Harnentleerung. Übelriechender Harn; er riecht wie Katzenharn. Sehr trüber Harn. Stiche in der Harnröhre.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Schwellung der Vorhaut mit Juckreiz. Stechen im Penis oder Drücken in der Eichel; Brennen der Eichel. Im Stehen wollüstiger Juckreiz der Vorhaut, begleitet von einer Erektion, die das Kratzen verhinderte. Juckende Stiche im Skrotum. Unwillkürliche Samenabgänge, mit lebhaften Träumen. Verlust von Samenflüssigkeit beim Stuhl. Unterdrückte Gonorrhö; verhärteter Hoden.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Stich in der Gegend des Mons veneris, r. Seite. Schmerzhafte Pusteln an den Labien. Leukorrhö: mit stechendem Schmerz; bei Kindern; bei Syphilis. Schankeröse Geschwüre an den Brüsten.
17. Atmungsorgane
Stiche in der l. Brustseite; < während Ein- und Ausatmung.
18. Brust
Syphilitische Geschwüre auf den Schlüsselbeinen. Einschießender Schmerz in der Brust. Stiche in der Brust, an den Rippen, am Brustbein und in den Interkostalmuskeln.
19. Herz
Beklemmung und einschießende Schmerzen in der Herzgegend beim Vorbeugen im Sitzen. Anxietas præcordium, mit Herzklopfen beim Hinlegen (mit Schlagen wie Wellen).
20. Hals und Rücken
Schwellung der Halsdrüsen. Krampfartiger Schmerz und Kontraktion, mit Zwicken zwischen den Schulterblättern (mit Schneiden, Kribbeln und Kriechen in der Haut).
22. Obere Extremitäten
Einschießende Schmerzen in den Gelenken von Schulter, Ellbogen, Unterarmen und Fingern; > bei Bewegung. Schmerzhafte Pusteln in den Achselhöhlen (Syphilis). Schneidende Stiche mit Juckreiz in den Achselhöhlen.
23. Untere Extremitäten
Schmerz, wie von zerbrochenen Oberschenkeln, beim Erwachen am Morgen. Beugen der Knie beim Gehen; mit Ziehen in Oberschenkeln und Waden. Zucken der Muskeln in den Waden. Feine Stiche in der r. Tibia beim Gehen. Einschießende Schmerzen in Patellen, Tibien und Füßen. Pustulöses und ichoröses Exanthem an den Füßen.
24. Allgemeines
[Die hauptsächliche Verwendung dieses Mittels ist bei nächtlichen Samenabgängen, begleitet von sehr lebhaften Träumen; sie erschöpfen nicht sehr stark, verursachen aber einen unruhigen und "ausgespielten" Geisteszustand. Verlust von Samenflüssigkeit beim Stuhl und im Harn, Zittern, schlechter Appetit, fühlt sich dumpf, schlaflos. Sehr lebhafte, erotische Träume. Stechen in der Haut; stechender Juckreiz. < Beim Sitzen. > Nach dem Aufstehen von einem Sitz. H. N. G.]. Niedergeschlagenheit, bisweilen wie von ungenügendem Schlaf. Einschießende Schmerzen in den Extremitäten. Miliarausschlag über den ganzen Körper, mit einschießender, nagender Empfindung.
25. Haut
Stechend-beißender Ausschlag. Trockene Krusten über den ganzen Körper; wenn sie gekratzt werden, sondern sie gelbes Wasser ab. Ausschlag über dem Gesicht (außer den Augenlidern) und hinter den Ohren, mit Brennen, Juckreiz, < nachts; eine dicke, harte Kruste bildete sich, hier und da rissig, aus der ein zäher gelber Eiter austrat und zu einer Substanz wie Gummi verhärtete.
26. Schlaf
Neigung zu schlafen am Nachmittag. Gestörter Schlaf, mit häufigem Erwachen. Erwacht häufig ohne Ursache. Schlaf verzögert durch einen Andrang von Gedanken, mit Schwierigkeit, morgens zu erwachen. Lebhafte und erotische Träume. Zucken der Hände (des Kindes) und Einziehen der Daumen im Schlaf, mit Rötung des Gesichts und allgemeiner trockener Hitze.
27. Fieber
Kältegefühl oder Frösteln vormittags und im Freien. Trockene, ängstliche Hitze nachts im Bett, mit rotem Gesicht. Allgemeine Hitze, bes. im Gesicht, mit Angst; Dyspnö sofort nach dem Essen. Nachtschweiße.