Sinapis Nigra.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Brassica nigra, Schwarzer Senf. N. O. Cruciferæ. Verreibung und Tinktur aus den Samen.
Klinisches
Amenorrhö / Apoplexie / Asthma, pituitös / Katarrh / Chlorose / Chordee / Chorea / Verstopfung / Schnupfen / Husten / Diarrhö / Hämorrhoiden / Heuschnupfen / Kopfschmerz, dumpf-schwer / Sodbrennen / Schluckauf / Intermittierende Fieber / Menstruation, vorzeitig / Schleimfieber / Postnasaler Katarrh / Priapismus / Skorbut / Variola
Charakteristika
"Sin. nig. liefert den größten Teil des in diesem Land so allgemein verwendeten Gewürzes. Die Pflanze ist einheimisch, wird aber dennoch in Yorkshire und Durham in großem Umfang angebaut. Die Samen sind von rötlich-brauner Farbe. Mit denen von Sin. a. vermischt, werden sie zwischen Walzen zerquetscht und anschließend pulverisiert und zweimal oder öfter gesiebt. Aus dem auf dem Sieb verbleibenden Rückstand wird durch Pressen ein fettes Öl erhalten. Das Senfpulver wird gewöhnlich mit einer beträchtlichen Menge Weizenmehl und einer kleinen Menge Kurkumapulver vermischt. Der Ausdruck I Senfmehl I ist nicht ganz zutreffend, da die Senfsamen selbst wenig oder kein stärkehaltiges Material enthalten. Die chemischen Bestandteile sind einigermaßen komplex. Unter ihnen befinden sich eine eigentümliche Säure, Myron-Säure genannt, auffallend dadurch, dass sie einen großen Anteil Schwefel enthält, und die, wenn sie mit Wasser und einer eigentümlichen Substanz, Myrosin genannt (dem Albumen analog), die ebenfalls in Senfsamen vorkommt, gemischt wird, ein flüchtiges Senföl liefert, das in den Samen keine gesonderte Existenz hat, sondern auf die eben angegebene Weise künstlich gebildet wird. Dieses Öl ist sehr scharf und wurde als Rubefaciens verwendet. Das zuvor erwähnte fette Öl, das im Samen selbst vorhanden ist, besitzt wenig oder keine Schärfe und wurde als Purgans und Vermifugum verwendet" (Treas. of Bot.). Thiosinamin, das aus Senföl extrahiert wird, gehört zur gleichen Gruppe wie Harnstoff. Es wurde bei Keloid und zur Entfernung von Narbengewebe verwendet, und so auch bei Tinnitus aurium (Spencer, H. M., Jan. 1899). Da die chemischen Bestandteile der beiden Senfarten (siehe Sin. alb.) nicht identisch sind und da sie unabhängig voneinander arzneilich geprüft worden sind, habe ich sie getrennt gehalten. Die gelbe Farbe des Senfs erinnert an Sulphur, von dem in den Samen eine große Menge enthalten ist. Wie viele andere Kreuzblütler besitzt Sin. n. antiskorbutische Eigenschaften; und es hat Fälle von Wechselfieber geheilt; Schleimfieber; Katarrh der Harnblase, des Magens und der Luftwege. Am häufigsten wurde es in der Behandlung des Heuschnupfens verwendet. Die besonderen Indikationen sind: Schleimhaut trocken und heiß; keine Absonderung; < nachmittags und abends; jedes Nasenloch kann allein betroffen sein, oder sie können abwechselnd betroffen sein. Hansen fügt diese hinzu: "Akuter Schnupfen mit dünner, wässriger, wundmachender Absonderung, Tränenfluss, Niesen, hackendem Husten, > durch Liegen. Akute Pharyngitis, der Hals fühlt sich verbrüht, heiß, entzündet an. Laute Hustenanfälle mit bellender Ausatmung, aus großer Entfernung hörbar. Cooper (H. W., xxxvi. 16) schlägt die Verwendung von Sin. n. als Aperiens vor. Er ist der Ansicht, dass das hauptsächliche Mittel zur Bewirkung der Entfernung von Fäces bei verstopften Zuständen Blähungen sind. Seine Methode, dies hervorzurufen, ist folgende: Ein Glas heißes Wasser soll am frühen Morgen schluckweise genommen werden; dasselbe zur Frühstückszeit mit etwas einfachem Schwarzbrot oder ganz ohne feste Nahrung, und um 11 Uhr vormittags sollen ein oder zwei Kapseln reinen Senfs (Sin n.), jede etwa fünf Gran des Pulvers enthaltend, genommen werden, gefolgt von einem halben Glas heißem Wasser. "Dies Letzte ist höchst wichtig, da das Wasser die Kapsel weiterbefördert und ihre Lagerung an der Kardiaöffnung des Magens und die daraus folgende Bedrängnis des Patienten verhindert; und es verursacht außerdem eine Kontraktion der Magenwände und folglich die Austreibung von Blähungen in das Duodenum." Eigentümliche Empfindungen von Sin. n. sind: Scheitel, als ob er leer wäre. Als ob sie sich erkältet hätte. Als ob die Kopfhaut an den Knochen festhinge. Wie von Stecknadeln, die in den Augäpfeln stecken. Augäpfel, als ob von oben auf sie gedrückt würde. Als ob die Nasenlöcher verstopft wären. Als ob Bewegungen rings um die Brust gehemmt wären. Als ob etwas Schweres sie von allen Seiten vom Hals bis zum Zwerchfell bedrückte. Als ob die Wangen durch eine Luftblase unterhalb des Jochbeins nach außen gewölbt würden. Haut der Lippen, als ob sie steif wäre. Als ob Blasen an der Zungenspitze wären. Als ob eine Last auf dem Magen läge. Schmerz, als ob das Herz auf der rechten Seite wäre. Wie von heißem Wasser in den Blutgefäßen. "Schweiß auf Oberlippe und Stirn" ist ein bemerkenswertes Symptom; ebenso diese: aus den hinteren Nasenöffnungen heraufgezogener oder ausgehusteter Schleim fühlte sich kalt an. Die Symptome sind < durch Berührung und Druck. > Liegen nachts. < Vorwärtsneigen; bückende Bewegung <. Feuchtes Wetter <. > Aufrechtes Sitzen. < Im warmen Zimmer. < Denken an die Symptome; > durch Studium oder psychische Ablenkung. > Schließen der Augen. > Herzhafte Mahlzeit. Lachen = Husten. < Abends, 4-6 Uhr nachm. und 7 bis 9 Uhr abends. < Juli und August.
Beziehungen
Antidotiert durch: Riechen an Brot (sofortige Wirkungen der Einnahme eines Übermaßes des Gewürzes). Nux, Rhus; wenn durch ein Senfpflaster Blasenbildung hervorgerufen worden ist, ist Seife das Mittel. Vergleiche: Sin. a., Thios., Armor. Verbrühtes Gefühl auf der Zunge, Sang. Husten < durch Lachen, Arg. n., Pho. Husten > durch Liegen, Fer., Mang. < Von 4 bis 6 Uhr nachm., Lyc. Amenorrhö, Sul., Pul. Als ob heißes Wasser in den Blutgefäßen wäre (Rhus, als ob Blut kalt liefe).
Kausalität
Feuchtes Wetter. Sommersaison.
1. Gemüt
Reizbar; Denken und Studieren schwierig. Unvernünftig mürrisch. Der Geist arbeitete rasch.
2. Kopf
Schwindel: bei alten Menschen; heftige Anfälle, mit Schwerhörigkeit nach dem Essen schwerer Speisen; besonders Fett. Kopf dumpf, schwer, > wenn der Geist durch Studium beschäftigt ist; > durch Schließen der Augen; > im Freien; < im warmen Zimmer; < wenn man daran denkt. Dumpfes Gefühl im Scheitel, als ob er leer wäre. Frontaler Kopfschmerz, am stärksten über der Nasenwurzel und um den Rand der Orbitae, > beim Essen, < nach dem Essen; > durch Ruhe. Kopfschmerz über dem r. Auge < durch Bücken. Schweres, ziehendes Gefühl in der r. Schläfe gegen Abend. Empfindung, als ob die Kopfhaut an den Knochen festhinge. Stirn heiß und trocken.
3. Augen
Augen fühlen sich schwach an; Druck = Stechen in ihnen. Drückendes Gefühl in den Augen wie von oben, schwierig, die Augenlider offen zu halten; > durch Schließen der Augen; > durch herzhafte Mahlzeit.
5. Nase
Symptome einer schweren Erkältung. Sofort beim Berühren der Zunge ging ein stechender Geruch in die Nasenlöcher und verursachte Niesen. Trockenheit in beiden Nasenlöchern, < l., druckempfindlich; sonderte etwas Schleim ab. L. Nasenloch verstopft: nachmittags und abends; den ganzen Tag, spärliche Absonderungen, scharf, die Haut brennend wund machend. Skorbut mit reichlichem und häufigem Nasenbluten.
6. Gesicht
Eingefallene Züge. Brennendes Prickeln im Gesicht. Rot um den Mund mit Brennen der Lippen. Empfindung, als ob die Wange durch eine Luftblase gerade unterhalb des Jochbeins nach außen gewölbt würde, nachmittags. Lippen trocken und fühlen sich an, als ob die Haut steif wäre.
8. Mund
Zähne empfindlich gegen warme Getränke und kalte Luft, besonders verstopfte Zähne. Geschwollenes, blutendes Zahnfleisch. Zunge: Fissur in der Mittellinie; schmutzig-weißer Belag in der Mitte; wund, roh, ebenso Zahnfleisch, konnte es nicht ertragen, etwas Hartes zu essen; trocken und klebrig; brennendes, verbrühendes Gefühl; vorderer Teil fühlt sich blasig an. Schwarze Zunge. Atem übelriechend, wie nach dem Essen von Zwiebeln. Mund: trocken; Brennen, bis zum Magen sich erstreckend. Reichlicher Speichel. Während der Arzneimittelprüfung hatte Senf (den er gewöhnlich sehr gern mochte) einen sehr unangenehmen Geschmack und verursachte beinahe Übelkeit. Geschmack: nach Knoblauch, Übelkeit verursachend; nach Meerrettich.
9. Hals
Trockenes Gefühl hinten in Nase und Hals > durch Schlucken oder durch Hustenbemühungen, wodurch mit Mühe ein wenig weißer, zäher Schleim in Klumpen heraufgebracht wird. Halsschmerzen, linke Seite, beim Schlucken von sativa, weniger beim Schlucken von Speise oder Getränk, ganzer Hals hinter der Uvula hellrot injiziert. Halsschmerzen r. Seite, sich nach l. erstreckend.
11. Magen
Appetit gut. Abneigung gegen Süßes. Aufstoßen: von Gas; ständig andere Symptome begleitend; alle Speisen nach Meerrettich schmeckend, später geschmacklos. Schluckauf. Sodbrennen und Aufstoßen. Magen: Last in ihm; Brennen in ihm. Ulzeration von Magen und Därmen. Schmerz in der Magengegend mit Empfindung von Schwächegefühl, das zum Vorwärtsbeugen zwingt, was >. Dumpfer Schmerz, direkt quer durch die epigastrische Region laufend, < durch Vorwärtsneigen, > durch aufrechtes Sitzen. Druck in der epigastrischen Region.
12. Bauch
Dumpfer Schmerz in der l. hypochondrischen Region. Schwerer, dumpfer Schmerz wie von Gewicht unterhalb der Nabelregion. Heftiges Drehen in der Nabelregion. Schmerz von l. der Nabelregion zur l. Iliakalregion; später zur r. Seite, Colon ascendens. Ansammlung von Blähungen mit Schmerzstichen um den Nabel. Kollern. L. Leistendrüse geschwollen und schmerzhaft. Stechender Schmerz in der r. Leistendrüse. Dumpfer Schmerz in der r. Leistenregion > durch Druck.
13. Stuhl und Anus
Brennen, schneidender Schmerz tief unten im Anus, nach einem Stuhl. Drang zum Stuhl ohne Entleerung. Diarrhö. Stühle übelriechend. Erster Stuhl normal, zweiter lose. Vor dem Stuhl unbehagliches Gefühl im Rektum; nach dem Stuhl brennend-schneidend tief unten in Rektum und Anus. Verstopft; Stühle hart, wie Kugeln. (Verstopfung und Hämorrhoiden in der Arzneimittelprüfung geheilt.)
14. Harnorgane
Schmerz in der Harnblase, morgens, vor dem Harnlassen. Drang häufig; Harnfluss vermehrt. Harn, blass, strohfarben, ohne Bodensatz.
15. Männliche Sexualorgane
Heftige Erektionen während Tag und Nacht; hartnäckig, schmerzhaft und anhaltend. Ihn nachts weckend; mit wollüstigen Gedanken; wollüstige Träume und nächtliche Pollutionen.
16. Weibliche Sexualorgane
Menstruation erscheint innerhalb weniger Stunden, lange vor der richtigen Zeit (mehrere Fälle). Amenorrhö und Chlorose. Ausbleiben der Katamenien.
17. Atmungsorgane
Heiserkeit, abends ab 4 Uhr nachm. Husten, kurz, hackend; den ganzen Abend; 7 bis 8 Uhr abends; selten während des Tages. Husten meist trocken oder mit Auswurf von Schleimklumpen < in kalter Luft; > durch Liegen und (vorübergehend) durch Essen; durch Lachen erregt. Auswurf: aus den hinteren Nasenöffnungen viel Schleim, der sich kalt anfühlte; weiß, in zähen Massen. Asphyxie. Pituitöses Asthma.
18. Brust
Wandernde Schmerzen in der Brust. Schmerz in der l. Brustseite in der Herzgegend. Atmung an der Basis der l. Lunge aufgeraut. Empfindung in der r. Brust, als ob das Herz auf der r. Seite wäre.
19. Herz
Dumpfer, anhaltender Schmerz im Herzen gegen die Spitze hin, abends; scheinbar in der Herzsubstanz. Herzschmerzen kehren täglich um 10 Uhr vorm. und von 4 bis 6 Uhr nachm. zurück. Empfindung, als ob das Herz auf der r. Seite wäre. Puls: beschleunigt; voll.
20. Rücken
Heftiger, dumpfer, pochender Schmerz unter dem unteren Winkel der l. Scapula. Leichter Rückenschmerz, gegen die Schlafenszeit unerträglich werdend; die ganze Nacht unruhig durch Schmerz im Rücken und in den Hüften; > durch Bewegung.
21. Extremitäten
Müdigkeit in den Extremitäten mit Krämpfen in den Waden.
22. Obere Extremitäten
Gelegentlicher dumpfer Schmerz im linken Schultergelenk.
23. Untere Extremitäten
Schwäche in den Wadenmuskeln. Dumpf-schwerer Schmerz in den Beinen. Schmerz ständig in Knöcheln und Waden.
24. Allgemeines
Es schien ihn zusammenzukrümmen; konnte kaum stehen; Tränen liefen aus den Augen; intensiver Schmerz quer durch die epigastrische Region. Stand spät auf, fühlte sich überall wund und steif. Schwäche in allen Muskeln.
< 7 bis 9 Uhr abends; > Liegen nachts, außer Träume.
25. Haut
Haut wird rot. Brennende Hitze und Stiche in der Haut. Furchtbare Eiterung und gangränöse Entzündung, bis zum Brustbein hinabreichend (tödliche Wirkungen von Senf, auf geschwollene Drüsen des Halses aufgelegt). Allgemeine Ekchymose. Chronisches Ekzem. Pocken; ("zu geben, bis Sulfocyanide im Speichel erscheinen"). Geschwüre an den Beinen.
26. Schlaf
Schläfrigkeit; tagsüber, nachts schlaflos. Schläft nachts wenig, fühlt aber keinen Verlust an Schlaf. Träume: lebhaft; oder wollüstig.
27. Fieber
Schwere Frostschauer, Zähneklappern, Empfindung allgemeiner Kälte, mit eingefallenem Gefühl (vom Senfbad). Hitze durch den ganzen Körper, besonders die Wirbelsäule hinab. Quartanfieber und entzündliches Fieber. Schweiß und Gefühl von heißem Wasser in allen Blutgefäßen, > wenn Übelkeit einsetzte. Schweiß allgemein; besonders auf Stirn und Oberlippe. Reichlicher Schweiß bei Anstrengung (psychischer oder körperlicher) und durch äußere Wärme.