Scrophularia
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
nodosa (und S. Marilandica, die aus Europa und Asien eingeführte amerikanische Varietät). Braunwurz. N. O. Scrophulariaceae. Tinktur der ganzen frischen Pflanze.
Klinisches
Appendizitis / Brust, Tumoren der / Kolik / Schwerhörigkeit / Dyspepsie / Enuresis / Augen, skrofulöse Affektionen der / Drüsen, vergrößerte / Leber, Schmerzen in der / Handflächen, Krampf in den / Pemphigus / Rheumatismus / Sigmaschlinge, Schmerz in der / Schläfrigkeit / Steifer Hals / Ureter, Schmerz im
Charakteristik
Die Pflanzen der Gattung Scrophularia „haben im Allgemeinen einen unangenehmen Geruch. Der Gattungsname leitet sich von der Eigenschaft ab, welche die Wurzeln angeblich besaßen, Skrofulose zu heilen. Eine Abkochung einer der gewöhnlichen britischen Arten, S. nodosa, wird von Bauern bisweilen verwendet, um die Räude bei Schweinen zu heilen“ (Treas. of Bot.). Scrph. wurde von Franz arzneilich geprüft und später in Amerika von W. H. Blakeley, der mehrmals täglich 10 bis 60 Tropfen der Tinktur einnahm. Pareira gibt die Analyse der Droge, die zeigt, dass sie sehr komplex ist. Sie enthält viel Oxalat und Kalkkarbonat sowie Magnesia und Silica. Die bemerkenswertesten Symptome Franz' waren: übermäßige Schläfrigkeit; vormittags, nachmittags und vor und nach dem Essen; Schwindel in aufrechter Haltung; Ansammlung süßlichen Wassers an mehreren Teilen der Zunge; Empfindung eines weichen Körpers im Schlund; Verengung der Brust; Beklemmung der Brust mit Zittern wie nach vielem Weinen. Die meisten dieser Symptome wurden von Blakeley bestätigt. Die wichtigste klinische Autorität für Scrph ist Cooper, der es nach einigen alten Indikationen verwendet hat. Gerarde erwähnt „harte Knötchen“ sowie schmerzhafte und geschwollene Hämorrhoiden als darauf hinweisend. Cooper gab es einem Patienten, der durch ein indisches Pfeilgift vergiftet worden war, das Entzündung und Eiterung der Drüsen hervorrief; Scrph. linderte einen äußerst schmerzhaften Zustand des Rektums und einen eitrigen Ausfluss, der noch Jahre danach angehalten hatte. Cooper hat strumöse Drüsen damit verkleinert; und Schwerhörigkeit bei einem „stiernackigen“ Patienten geheilt; außerdem heilte er einen Fall von Sycosis menti, wobei er Scrph. äußerlich anwendete und zugleich innerlich gab. „Knotigkeiten in der Brust“ ist eine weitere Indikation Coopers. Nach Cooper hat es ein krankhaftes, schwindliges Gefühl erzeugt, mit einem Gefühl von Schwäche und Absinken in der Herzgrube, zu schwach zum Sprechen; zusammen mit Schmerz von der Stirn bis zum Hinterkopf. Die Arzneimittelprüfungen brachten mehrere Symptome im Unterbauch hervor. Cooper hat gesehen, dass Scrph. in Form eines Umschlags Peritonitis linderte, welche den Unterbauch betraf. Kolik infolge leichter Verärgerung trat in Franz' Prüfung auf. Blakeley hatte Schmerz in der Sigmaschlinge. Beide hatten Schmerzen in der Leber. Die Symptome sind: < morgens; durch Studieren; in kalter Luft; beim Einatmen kalter Luft; bei tiefem Atmen; beim Liegen auf der rechten Seite; durch Ruhe; nach Nahrung; durch Druck. > In warmem Zimmer.
Beziehungen
Antidotiert durch: . Bry. (Brustsymptome). Folgt gut auf: Dig. (bei vergrößerten Drüsen. R. T. C.). Vergleiche: Botan., Dig., Euphr., Grat. Schmerzen in den Gelenken < durch Ruhe, > in warmem Zimmer, Rhus. Schläfrigkeit, Nux m., Op., Lup.
Verursachung
Verärgerung.
1. Gemüt
Niedergeschlagenheit, sehr bekümmert über die Vergangenheit und sehr besorgt im Hinblick auf die Zukunft; verging in wenigen Tagen und ließ den Verstand klar zurück. Elendes und träges Gefühl im Gemüt beim Umhergehen.
2. Kopf
Schwindel: oben im Kopf beim Stehen; sogar mit stark dumpf schmerzendem Schmerz in der supraorbitalen Region. Schwindel, Fülle und Druck im Scheitel. Schweregefühl und Bedrängnis im Kopf, wie nach zu vielem Essen. Beim Aufstehen am zweiten Morgen ein unbeschreiblicher Schmerz und Fülle im ganzen Kopf, gefolgt von Epistaxis, besonders Hinterkopf und Scheitel, wodurch Stauung der Konjunktiva mit Gedunsenheit verursacht wurde. Einschießender Schmerz am Austritt des rechten Fazialisnervs aus dem Hylomastoid-Foramen, zum rechten Auge schießend. Kopfschmerz über den Augenbrauen beim Gehen. Starker Kopfschmerz durch die Schläfen, jeden Morgen auftretend, sich bis zum Scheitel und Hinterkopf erstreckend. Starker einschießender Schmerz im Scheitel, in der Stirn und in den Schläfen; dumpf und pochend, periodisch wiederkehrend; < beim Ruhen; < im Freien; < beim Vorbeugen; < durch Studieren.
3. Augen
Starke schneidende Schmerzen in den Augen, unfähig, sie zu bewegen, vergingen mit reichlichem Schweiß. Pochende Stiche in der rechten Augenbraue. Wundheit der Augäpfel. Schwarze Flecken oder Film vor den Augen. Beim Schließen der Augen Visionen von Gegenständen. (Skrofulöse Lichtscheu; konkurriert hierin mit Con. Blepharospasmus. Skrofulöse Keratitis. Tinea ciliaris mit feinster Pustelbildung. R. T. C.)
4. Ohren
Klingeln in den Ohren und plötzlicher Hörverlust. (Schwerhörigkeit bei stiernackigen Jungen. Schwerhörigkeit vor und nach der Menstruation, Besserung während des Flusses. Ekzem hinter dem rechten Ohr und um den Nabel. R. T. C.)
5. Nase
Trockener Schnupfen mit Niesen.
6. Gesicht
Angenehme Wärme in den Wangen. (Rezidivierende Periostitis des Unterkiefers bei einem Syphilitiker. R. T. C.)
8. Mund
Zähne fühlen sich an, als seien sie locker, Schmerz in kariösen Zähnen, < Oberkiefer. Zahnfleisch blutet sehr reichlich. Zuerst starke Vermehrung des Speichels, dann Mund trocken. Ansammlung süßlichen Wassers an mehreren Teilen der Zunge. Übelkeitsartiger, stechender Geschmack unmittelbar oberhalb der Magengrube, häufig eine Stunde anhaltend, mit der Empfindung, als sei dort eine weiche Substanz (ein Schleimpfropf) eingelagert. Bitterer Geschmack im Mund.
9. Hals
Dicker, zäher, übelriechender Schleim im Hals, vormittags. Ranziger Geschmack im Hals, mit großer Schwäche und Steifigkeit in den Kniekehlen. Reizung des Ösophagus.
11. Magen
Appetit anfangs sehr vermehrt; später Übelkeit mit Schwäche und Beklemmung im Epigastrium. Gefühl, als habe er seine regelmäßige Mahlzeit versäumt. (Dyspepsie durch die Prüfung beseitigt.)
12. Bauch
Schmerz im rechten Hypochondrium, < bei tiefer Einatmung oder beim Liegen auf der rechten Seite. Schneiden in der Leber bei Druck. Drehend-kneifender Schmerz im Nabel (linke Seite). Kolik unmittelbar unterhalb des Nabels und etwas Greifen in der Seite am Nachmittag. Greifen unterhalb des Nabels, 7 Uhr morgens (nach einer leichten Verärgerung). Schmerz in der Sigmaschlinge. Dumpf-schwerer, periodischer Schmerz < wenn der Bauch zusammengedrückt wird, Beine ausgestreckt. (Appendizitis als lokales Mittel. R. T. C.)
13. Stuhl und Anus
Mehrere Stühle täglich mit Tenesmus. Hervortretende Hämorrhoiden, die bluten und schmerzen (R. T. C.).
14. Harnorgane
Kneifen und Reißen wie im Ureter, sich von der vorderen oberen Darmbeinstachel bis zum Schambein erstreckend. Vermehrte Harnabsonderung mit Brennen in der Harnröhre. Häufige spärliche Harnentleerung am Nachmittag. Enuresis somni (R. T. C.).
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Wiederkehrende Metritis mit schmerzhaften Hämorrhoiden: Reizung, Wundheit und Brennen in Vagina und Anus verschwanden, ebenso der Kopfschmerz, der sie am Aufrechtstehen hinderte (durch lokale Anwendung. R. T. C.).
17. Atmungsorgane
Beim Drehen auf eine der beiden Seiten heftige Dyspnoe, < rechts als links, mit Schneiden in der Leber bei Druck.
18. Brust
Beklemmung der Brust mit zitternder Bewegung wie von vielem Weinen. Schmerz in der ganzen rechten Lunge beim tiefen Einatmen, der = Husten ohne Auswurf. Schneiden in der oberen linken Lunge, < beim Einatmen kalter Luft. Verengtes Gefühl in der Brust, das = Unbehagen. Krampfartiger Schmerz quer über die untere Brust, wie nach vielem Weinen. Schmerz um die Bifurkation der Trachea. Stiche in der rechten Brust, etwa an der 6. Rippe, mit Frösteln. Heftige kneifende Stiche nahe den rechten letzten echten Rippen, beim Gehen, während der Ruhe, scheinbar in der Leber.
19. Herz
Qual in der Präkordialgegend, < nach dem Essen. Unbeschreibliche Empfindung im Herzen, mit starkem hörbarem Herzklopfen. Puls voll, regelmäßig.
20. Hals und Rücken
Steifer Hals mit Schmerz und Kontraktion des rechten Sternomastoidmuskels. Schmerz in der ganzen Wirbelsäule, mit leichtem Opisthotonus.
21. Extremitäten
Ziehender rheumatischer Schmerz in allen Beugern von Armen und Beinen. Kribbeln in den Extremitäten wie nach einem Schlag auf einen Nerv.
22. Obere Extremitäten
Tiefsitzender schneidender Schmerz in allen Muskeln der Arme. Kribbeln oder Summen in Armen und Händen. Stechen und Ziehen in der rechten Handfläche, von den Fingergelenken bis zur Mitte der Hand und bis zu den Handwurzelknochen (muskulärer Krampf der Handflächen).
24. Allgemeines
Schwäche; Mattigkeit; will sich hinlegen. Schneidende Schmerzen in den Gelenken, ähnlich denen von Rhus, aber intensiver und länger anhaltend, < durch Ruhe und im Freien, > in warmem Zimmer; schießend vom Knie zu den Sprunggelenken, die sich steif anfühlen. Drohende Abszesse, die keinerlei Zeichen des Verschwindens zeigen. R. T. C.)
25. Haut
Fahle Haut. Brennen der Oberfläche beim Reiben. Prickelnder Juckreiz überall, < Handrücken, Innenseite der Handgelenke und zwischen den Fingern. Ausfallen der Haare durch Lotion von Scroph. gestoppt (R. T. C.). Pemphigus gangrenosus und seine verwandten Formen. Reizende Bläschen an der Innenseite der Lippe, beladen mit spindelzelligem Epithel (geht durch lokale Anwendung zurück. R. T. C.).
26. Schlaf
Starke Neigung zu schlafen: morgens mit Müdigkeit und Fülle im ganzen Körper; unwiderstehlich vor und nach einer Mahlzeit, mit anhaltendem Nachmittagsschlaf.
27. Fieber
Frösteln: beim Umhergehen in kühler Luft; nach dem Aufstehen am Morgen, mehrere Stunden lang, vergehend mit reichlichem Schweiß, dem Stupor und das Ausbleiben aller Symptome folgten. Der ganze Körper fühlt sich nach dem ersten Tag sehr trocken und heiß an, mit Brenngefühl, gefolgt von reichlichem Schweiß.