Platin.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Ein Element. (Auch Platina genannt.) Pt. (A. W. 194.3.) Verreibung.
Klinisch
Amenorrhoe / Chlorose / Verstopfung / Konvulsionen / Wahnvorstellungen / Zahnung / Gedrückte Stimmung / Dysmenie / Erotomanie / Furcht / Gicht / Hämorrhagie / Hämorrhoiden / Hysterie / Bleivergiftung / Masturbation / Melancholie / Menorrhagie / Menstruation, unterdrückt / Gemüt, Affektionen des / Neuralgie / Neurasthenie / Taubheitsgefühl / Nymphomanie / Eierstöcke, Affektionen der / Pruritus vulvae / Rheumatismus / Sexuelle Perversion / Krämpfe / Bandwurm / Gebärmutter, Verhärtung der / Vaginismus / Gähnen, krampfartig
Charakteristika
Der ursprüngliche Name von Platinum war "Platina", ein spanisches Wort mit der Bedeutung "wie Silber" (Plata ist Spanisch für Silber). Das Metall wurde in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts aus Südamerika nach Europa eingeführt. Es findet sich stets in Verbindung mit anderen Metallen, hauptsächlich Rhodium, Osmium, Iridium, Palladium. Hahnemann war der erste, der daran als Arznei dachte, und seine Arzneimittelprüfung in den Chronischen Krankheiten bildet die Grundlage unseres Wissens über seine Wirkung. Ein charakteristisches Symptom hat, ob allein gefunden oder mit anderen Zuständen verbunden, zu vielen Heilungen mit Plat. geführt: verlorener Sinn für Proportion, sowohl im okulären als auch im geistigen Sehen. Gegenstände sehen klein aus, oder die Patientin hält sie für klein. Dies wird in der geistigen Sphäre zu Stolz und Hochmut; die Patientin (gewöhnlich eine Frau) sieht auf alles und jeden herab. Dies ist ein Leitsymptom von Plat. Ein anderes ist das Auftreten von Krämpfen, krampfartigen Schmerzen und Spasmen, die sich zu Konvulsionen entwickeln. Die krampfartigen Schmerzen = Taubheitsgefühl und Kribbeln in den betroffenen Teilen. Schmerzen, als würde gezwickt, in einen Schraubstock gepresst; und diese Schmerzen nehmen allmählich bis zu einem Höhepunkt zu und lassen dann ebenso allmählich nach. Im Rektum wird dies zu Tenesmus; in der Vagina zu Vaginismus. Ein weiteres allgemeines Leitsymptom ist der Wechsel von psychischen und körperlichen Symptomen: wenn körperliche Symptome verschwinden, treten psychische Symptome auf, und vice versâ. Nash heilte einen Fall von Geisteskrankheit von einiger Dauer mit Plat., wobei ihn ein Wechsel der psychischen Symptome mit einem Schmerz über die ganze Länge der Wirbelsäule zu dem Mittel führte. Dieses wechselnde Merkmal zeigt sich auch zwischen einem psychischen Zustand und einem anderen: wechselnde Stimmungen; abwechselnd traurig und heiter; lacht und weint abwechselnd. Es besteht auch ein perverser Zustand: lacht maßlos, aber am falschen Ort; lacht über ernste Dinge. Die psychische Störung nimmt zuweilen eine mörderische Form an. Jahr heilte mit Plat. eine Frau, die eine Eingebung hatte, ihr Kind zu töten, und Jules Gaudy berichtete (Jour. Belge d'H., zitiert Amer. H., xxii. 314) den Fall einer Frau, die von einem nahezu unwiderstehlichen Impuls gequält wurde, ihren Mann zu töten, den sie leidenschaftlich liebte und mit dem sie vollkommen glücklich war. Der Anblick eines Messers übte eine unwiderstehliche Faszination auf sie aus, und sie war oft gezwungen, den Tisch zu verlassen, um sich von dem Impuls zu befreien. Einige Monate zuvor hatte sie kurze Zeit nach der Entbindung ein Kind verloren; darauf war eine reichliche und verzweifelt anhaltende Hämorrhagie gefolgt. Als sie sich davon erholte, wurde sie unruhig, reizbar, und ihr ganzes Dasein wurde von diesem furchtbaren Impuls beherrscht. . 6x und 30x linderten und heilten sie schließlich. Kent (., xxv. 184) berichtet den Fall einer Frau mittleren Alters, Mutter mehrerer erwachsener Töchter, die über ein eigentümliches psychisches Symptom klagte: eine Furcht, in Abwesenheit ihres Mannes, dass er nie zurückkehren, dass er sterben oder überfahren werden würde. Sie weinte die ganze Zeit, während er fort war. Kent entdeckte, dass sie wegen Gebärmutterverlagerung behandelt worden war und damals ein Pessar trug. Dieses wurde entfernt. Der Menstruationsfluss war reichlich, schwarz, geronnen. Die äußeren Genitalien waren so empfindlich, dass die gewöhnliche Binde unerträglich war. . heilte den ganzen Fall, einschließlich der Verlagerung. Fast jedes Symptom in diesem Fall war charakteristisch. Die Empfindlichkeit der äußeren Genitalien ist oft so groß, dass sie den Koitus unmöglich macht. Die digitale Untersuchung einer solchen Patientin verursacht große Schmerzen. Die Wirkung von . konzentriert sich zu einem großen Teil in den Sexualorganen, männlich und weiblich, und strahlt von ihnen aus. Es entspricht der Masturbation vor der Pubertät und auch den Folgen der Masturbation. Es war eines von Gallavardins Mitteln für den Impuls zu Päderastie und Sodomie. Die Neigung, sich im Schlaf vollständig zu entblößen, ist ein führendes Merkmal davon. Übermäßiges Verlangen, besonders bei Jungfrauen. Vorzeitige und übermäßige Entwicklung des Sexualtriebs und der Organe. Nymphomanie im Wochenbettzustand. Während der Menstruation Gebärmutterkrämpfe, Konvulsionen. Konvulsionen des Wochenbettzustandes. Katalepsie während der Menstruation. Krämpfe wechseln zwischen konvulsiven Handlungen und Opisthotonus; volles Bewusstsein. Krämpfe wechseln mit Dyspnoe. Übermäßiger Juckreiz in der Gebärmutter; Pruritus vulvae. . hat einige charakteristische Symptome in Beziehung zum Darm. Seine krampfartige Tendenz macht es zu einem Gegenmittel bei Bleivergiftung; und es hat eine Verstopfung, kaum weniger ausgeprägt als die von ., obwohl sie sich davon unterscheidet. Die Stühle von . sind zäh und klebrig, haften am Rektum und Anus wie Kitt; oder sie können hart sein, als wären sie verbrannt; die Verstopfung tritt während des Reisens auf; bei Auswanderern; während der Schwangerschaft. und
sind: Als würden ihre Sinne schwinden. Als lägen Teile der Jochbeine zwischen Schrauben. Als sei alles um sie herum sehr klein. Als würde sie ständig länger und länger. Als gehöre sie nicht zu ihrer eigenen Familie. Schwindel, als würde sie mit Fäden zerrissen und gezogen. Stirn wie verengt; angeschraubt; als drücke ein Brett dagegen. Als seien die Schläfen zu fest eingeschnürt. Kopfhaut wie zusammengezogen; als liege eine schwere Last darauf. Als sei der Kopf vergrößert. Als sei der Hals verengt; der Gaumen verlängert; die Zunge verbrüht. Als seien Bauch, Brust, Nacken, Extremitäten, Oberschenkel, große Zehe fest umwickelt oder verengt. Rücken und Kreuz wie gebrochen. Kriechen, Kribbeln, taube Empfindungen. Krampfartiges Gähnen. Schmerzen gehen von rechts nach links. Die rechte Seite ist etwas ausgeprägter betroffen als die linke. Heftige Stiche im rechten Eierstock. Die Symptome sind periodisch und paroxysmal, ebenso wie wechselnd. Plat. ist geeignet für Frauen mit dunklem Haar; dünn, sanguinisch, gallig; mit zu häufiger und zu reichlicher Menstruation; Sexualorgane außerordentlich empfindlich. Hysterische und hämorrhoidale Patienten. Die Symptome sind: < Durch Berührung und Druck. < Fasten. < Während der Menstruation. < Ruhe; Sitzen; Stehen; Rückwärtsbeugen. > Bewegung. Gehen und Treppensteigen < Druck in den Genitalien; > hysterischer Rheumatismus. Gehen gegen den Wind = plötzliches Stocken der Atmung. < Abend und Nacht. Kopfschmerz beginnt beim Erwachen. < Im warmen Zimmer; > im Freien (aber im Freien = Fließschnupfen und Schüttelfrost beim Hinausgehen aus dem Zimmer; Wärme > krampfartiger Schmerz in den Beinen sowie Reizbarkeit und Frösteln. Gezwungen, sich zu strecken, was >.
Beziehungen
Antidotiert durch: Puls., Nit. sp. d. (Teste, der Plat. mit Thuj., Brom. und Castor in eine Klasse stellt, sagt, Colch. sei das beste Gegenmittel für alle vier). Gegenmittel gegen: Blei. Komplementär: Pallad. (beide betreffen den rechten Eierstock, doch Pallad. hat > durch Druck). Verträglich: Bell., Ign., Lyc., Puls., Rhus, Sep., Ver. Vergleiche: Stolz, Pall. (Plat. egoistisch, verachtet andere; Pall. leicht verletzt, misst anderen Bedeutung bei), Lyc. (herrisch). Krämpfe und Abmagerung durch Masturbation vor der Pubertät, Staph. Uterusaffektionen, Nymphomanie, Aur., Sep. (die Nymphomanie von Plat. ist intensiver; Plat. steht in Lebensmüdigkeit zwischen Aur. und Sep.; die Gebärmutterkrämpfe von Plat. werden von Taubheitsgefühl gefolgt; die von Sep. sind ein Zugreifen, als würde plötzlich gepackt, dann plötzlich losgelassen). Hysterie, verhärtete Geschwüre, Tarent. Sieht Geister und Dämonen, Hyo., K. bro. Schamlosigkeit, entblößt sich, Pho., Hyo. (Hyo. sieht Dinge größer; Plat. kleiner). Denkt, der Tod sei nahe, und fürchtet ihn, Aco., Ars. Dunkle, fadenziehende Hämorrhagie, Cham., Croc. (Croc. hat die Empfindung von etwas Lebendigem). Schmerzen kommen und gehen allmählich, Stan., Arg. n. (Bell. und Lyc., plötzlich). Empfindlich gegen Koitus, Sep., Bell. (trockene Vagina), Fer., Nat. m., Apis (mit Stechen im Eierstock), Thuj., Kre. (gefolgt von blutigem Fluss), Murex, Orig. Verstopfung beim Reisen (Lyc. wenn von zu Hause fort; Bry. auf See). Schwaches und erschöpftes Gefühl zwei Stunden nach Stuhl, Sep. Klebrige Stühle wie weicher Ton, Alm. Hysterie, Druck an der Nasenwurzel, Ign. Übermäßige sexuelle Entwicklung, besonders bei Jungfrauen, K. pho. Masturbation bei Mädchen, Orig., Gratiol. Dunkelhaarige Frauen, Sep. Lacht maßlos über ernste Dinge, Anac., Nat. m., Lyc., Pho.
Ursachen
Schreck. Ärger. Trauerfall. Zornanfall. Sexuelle Exzesse. Masturbation.
1. Gemüt
Traurigkeit, besonders am Abend, mit starker Neigung, oft zu weinen (jeden zweiten Tag), abwechselnd mit übermäßiger Heiterkeit und Possenreißerei. Unwillkürliche Neigung zu pfeifen und zu singen. Unwillkürliches Weinen. Laute Hilferufe. Denkt, sie stehe allein in der Welt. Anxietas praecordium in übermäßigem Grad, mit großer Todesfurcht, der für sehr nahe gehalten wird, begleitet von Zittern, Herzklopfen und behinderter Atmung. Empfindung von Grauen und Entsetzen. Furcht, mit Zittern von Händen und Füßen und Verwirrung der Vorstellungen, als seien alle sich nähernden Personen Dämonen. Hysterische Stimmung, mit großer psychischer Niedergeschlagenheit, nervöser Schwäche und Übererregung des Gefäßsystems. Psychische Symptome im Allgemeinen: Liebesdrang; Zustand der Gemütsverfassung. Große Reizbarkeit, mit anhaltend schlechter Laune nach einem Zornanfall. Apathische Gleichgültigkeit und Geistesabwesenheit. Stolz und Selbstüberhebung, mit Verachtung für andere, sogar für diejenigen, die gewöhnlich am meisten geliebt und geachtet werden; < drinnen, > im Freien und im Sonnenschein. Impuls, ihr eigenes Kind zu töten; ihren Mann; (beim Anblick eines Messers). Zerstreutheit und Vergesslichkeit. Verlust des Bewusstseins. Zusammenhanglosigkeit der Sprache. Sinnestäuschung; Gefühl, als sei man zu groß, und im Gegenteil scheinen alle anderen Dinge und Personen zu klein und zu niedrig zu sein. Delir, mit Furcht vor Männern, oft wechselnd, mit Überschätzung des eigenen Ichs. Manie: mit großem Stolz; mit Tadelsucht; mit unzüchtigem Reden; Zittern und klonische Krämpfe, verursacht durch Schreck oder durch Zorn.
2. Kopf
Spannungsartige Verwirrung in der Stirn, als sei der Kopf in einen Schraubstock gepresst. Drückender Kopfschmerz von außen nach innen in Stirn und Schläfen, allmählich zunehmend und abnehmend, < abends durch Bücken, während der Ruhe, im Zimmer; > durch Bewegung und im Freien. Vorübergehende Schwindelanfälle am Abend mit Bewusstseinsverlust. Schwindel beim Niedersetzen oder Treppensteigen. Kopfschmerz, der allmählich oder anfallsweise zunimmt, bis er sehr heftig wird, und der auf gleiche Weise fortschreitend nachlässt. Anfall von Kopfschmerz, mit Übelkeit und Erbrechen. Taubheitsgefühl im Kopf und äußerlich am Scheitel, dem eine Empfindung von Zusammenziehung des Gehirns und der Kopfhaut vorausgeht; < am Abend und beim Sitzen, > durch Bewegung und im Freien. Schmerz an den Seiten des Kopfes, als durch einen Pflock verursacht. Zusammenschnürender Kopfschmerz, als sei ein Band fest darum gezogen, mit Taubheitsgefühl im Gehirn, Hitzewallungen und schlechter Laune, < durch Bücken und Bewegung. Ameisenlaufen in einer Schläfe, bis zum Unterkiefer reichend, mit Kältegefühl an dieser Stelle; < am Abend und in Ruhe, > durch Reiben. Drückende, krampfartige, zusammendrückende Schmerzen in Stirn und Schläfen, besonders an der Nasenwurzel, sehr < durch Bewegung und durch Bücken, manchmal mit Hitze und Rötung des Gesichts, Unruhe und Weinen. Kribbeln in den Schläfen, als durch Insekten verursacht. Summen und Geräusch im Kopf, wie das einer Mühle.
3. Augen
Schmerz in den Augen nach Ermüdung des Sehens durch aufmerksames Betrachten eines Gegenstandes. Spannung in den Augenhöhlen, mit nagendem Schmerz, wie von Exkoriation an den Rändern. Krampfartiger Schmerz an den Rändern der Orbitae. Zusammendrückende Spannung in den Augäpfeln. Dumpf schmerzende Augen mit Schlaf. Kriechendes Kribbeln in den Augenwinkeln. Hitze- oder Kältegefühl und Brennen in den Augen. Zittern oder krampfartiges Zucken der Augenlider. Augen konvulsiv verdreht. Gegenstände erscheinen kleiner, als sie wirklich sind. Verwirrtes Sehen, als durch einen Schleier gerichtet, oft mit schmerzlosen Zuckungen um das Auge. Zittern und Funkeln vor dem Gesicht.
4. Ohren
Otalgie mit krampfartigem Schmerz. Erschütterungen in den Ohren. (Stechendes Zucken im rechten äußeren Ohr mit) Taubheits- und Kältegefühl in den Ohren, bis zu Wangen und Lippen reichend. Nagendes Kribbeln in den Ohren. Brausen, Sausen und Klingeln in den Ohren. Dumpfes Donnern und Rumoren in den Ohren.
5. Nase
Krampfartiger Schmerz, mit Taubheitsgefühl in der Nase und an der Nasenwurzel. Wirkungsloser Niesreiz und Kribbeln in der Nase. Trockener Schnupfen, oft halbseitig. Ätzende Empfindung an der Nase, wie von etwas Scharfem.
6. Gesicht
Gesicht bleich, fahl und eingefallen. Brennende Hitze und glühende Rötung im Gesicht, mit brennendem Durst und Trockenheit des Mundes, besonders am Abend. Verzerrung der Gesichtsmuskeln. Kältegefühl, mit Kribbeln und Taubheitsgefühl in der ganzen (rechten) Gesichtshälfte. Krampf und spannungsartiger Druck in den Jochfortsätzen. Betäubender, dumpfer Druck im Jochbein. Pulsierendes Bohren in den Kiefern, besonders am Abend und während der Ruhe, mit unwillkürlichem Weinen. Kiefersperre. Nagen, mit Schmerz wie von Exkoriation in Lippen und Kinn, der zum Kratzen zwingt. Brennende und einschießende Bläschen an den Lippen. Lippen trocken und rissig. Plexus venarum, von rötlichblauer Farbe, am Kinn. Empfindung von Torpor oder Kälte um Mund und Kinn. Krampf im Kiefer.
7. Zähne
Odontalgie mit pulsierendem und bohrendem Schmerz. Krampfartiges Ziehen, das anfallsweise wiederkehrt, in den Zähnen. Tauber Schmerz in den linken unteren Zähnen. Risse im Zahnfleisch.
8. Mund
Kältegefühl, besonders im Mund. Kriechende Empfindung auf der Zunge. Brennender Schmerz unter der Zunge. Empfindung in der Zunge, als sei sie verbrannt oder verbrüht worden.
9. Hals
Empfindung, als sei der Hals wund, während des (leeren) Schluckens und zu anderen Zeiten. Krampfartiges Ziehen im Hals, wie eine Einschnürung. Empfindung, als seien Gaumen oder Uvula verlängert. Kratzen und Ansammlung von Schleim im Hals. Heraufhusten von Schleim.
10. Appetit
Schleimiger, klebriger Geschmack. Süßlicher Geschmack an der Zungenspitze. Adipsie. Appetitlosigkeit nach dem ersten Bissen. Vollständige Appetitlosigkeit. Abneigung gegen Nahrung, aus Traurigkeit entstehend. Widerwille gegen Nahrung. Bulimie. Gierige Hast beim Essen, mit Neigung, an allem etwas auszusetzen (alles um sich herum, sich selbst, zu verabscheuen). Nach einer Mahlzeit Aufstoßen, Druck auf den Magen; und Kolik.
11. Magen
Wirkungsloses Bemühen aufzustoßen. Leeres, geräuschvolles Aufstoßen. Ein Sekret von unangenehm süßlicher Bitterkeit steigt in den Hals auf und bringt den Patienten in Gefahr zu ersticken. Anhaltende Übelkeit, mit Mattigkeit, Zittern und Angst. Dumpfer Schmerz (Druck) im Magen, besonders nach einer Mahlzeit. Einschnürungsgefühl in der Magengrube, bis in den Bauch reichend. Gärungen in der epigastrischen Gegend. Flatulente Wundheit gegen das Hypogastrium hin. Zusammenziehender Schmerz im Scrobiculus, als würde er zu fest zusammengedrückt. Druck oder Stöße, oder auch Klopfen, einschießende Schmerzen und Kneifen im Scrobiculus. Brennen im Scrobiculus, manchmal vom Hals in den Bauch reichend.
12. Bauch
Schmerzen im Bauch, mit dumpfem und ruckartigem Druck. Auftreibung des Bauches, mit schwieriger und unterbrochener Abgang von Blähungen. Drücken und Herabdrängen im Bauch, bis ins Becken reichend. Bleikolik. Einschnürung im Bauch. Kneifen in der Nabelgegend. Einschießende Schmerzen in der Bauchseite und in der Nabelgegend. Nagen im Bauch. Ziehen in den Leisten, vom Kreuzbein aus beginnend.
13. Stuhl und Anus
Verstopfung: nach Bleivergiftung oder während des Reisens; manchmal sehr hartnäckig. Der Stuhl wird mit Schwierigkeit entleert und scheint am Anus und Rektum wie Kitt zu kleben. Häufiger Drang, mit spärlicher Entleerung, die in Stücken abgeht, und mit großen Anstrengungen. Entleerungen von breiiger Konsistenz. Stuhl hart, als verbrannt. Taenia und Askariden werden während der Entleerung und zu anderen Zeiten aus dem Rektum ausgestoßen. Nach der Entleerung allgemeines Schauern oder Schwächegefühl im Bauch. Häufiger Juckreiz, Kribbeln und Tenesmus im Anus, besonders am Abend (vor dem Schlaf). Heftige und dumpfe einschießende Schmerzen im Rektum.
14. Harnorgane
Roter Harn mit einer weißen Wolke, oder solcher, der trüb wird und ein rotes Sediment absetzt. Langsame, aber häufige Harnabgabe.
15. Männliche Sexualorgane
Brennender Schmerz und Nagen im Skrotum. Unnatürliche Zunahme des sexuellen Verlangens, mit häufigen Erektionen, besonders nachts (mit erotischen Träumen). Wollüstiges Kriechen in den Genitalorganen und im Bauch, mit ängstlicher Beklemmung und Herzklopfen, dann schmerzloser Druck abwärts in den Genitalien mit Stechen im Sinciput und Erschöpfung. Abfluss von Prostataflüssigkeit. Koitus von zu kurzer Dauer, mit nur geringem Genuss.
16. Weibliche Sexualorgane
Empfindung von Herabdrängen zu den Genitalorganen hin, mit dumpfem Schmerz im Bauch. Unnatürliche Zunahme des sexuellen Verlangens, mit schmerzhafter Empfindlichkeit und wollüstigem Kribbeln von den Genitalien hinauf in den Bauch. Nymphomanie, die sogar während der Wöchnerinnenzeit auftreten kann. Verhärtung der Gebärmutter. Sanguinische Stauung in der Gebärmutter. Fehlgeburt. Metrorrhagie (mit großer Erregbarkeit des Sexualsystems) von dickem, dunkelfarbigem Blut, mit Ziehen in den Leisten. Katamenien zu früh und zu reichlich (Blut dunkel und geronnen), manchmal mit Kopfschmerz, Unruhe und Tränen. Menstruation, wenn der Ausfluss sehr reichlich, dick und schwarz wie Teer ist und sehr erschöpft; Krämpfe und Schreien bei jeder Menstruationsperiode. Katamenien zu lange anhaltend. Vor den Katamenien Schneiden und Schmerzen wie Wehen im Hypogastrium. Krämpfe zu Beginn der Katamenien. Schmerzhafte Empfindlichkeit und ständiger Druck im Mons veneris und in den Genitalorganen, mit innerem Frösteln und äußerer Kälte, außer im Gesicht. Heftige Stiche in der rechten Ovarialgegend. Während der Katamenien Druck wie von allgemeinem Herabdrängen zu den Genitalorganen hin, die sehr empfindlich sind. Leukorrhoe, wie Eiweiß, hauptsächlich nach dem Wasserlassen fließend und beim Aufstehen von einem Sitz.
17. Atmungsorgane
Aphonie. Kurzer, nervöser, trockener Husten, mit Herzklopfen und Dyspnoe. Kurze, schwierige und ängstliche Atmung.
18. Brust
Kurzatmigkeit, mit einschnürender Beklemmung der Brust. Neigung, tief Atem zu holen, verhindert durch ein Schwächegefühl in der Brust. Ängstliche Beklemmung der Brust, mit Hitzegefühl, das vom Epigastrium aufsteigt. Schmerz in der Brust, als drücke ein Gewicht darauf, mit Verlangen, voll einzuatmen, was durch ein Schwächegefühl behindert wird. Spannung, Druck und einschießende Schmerzen in den Seiten der Brust, die das Liegen auf irgendeiner Seite nicht erlauben. Dumpf schmerzende und dumpfe Schläge in der Brust. Krampfartiger Druck in einer Brustseite. Krampfartiger Schmerz in der Brust, leicht beginnend, bis zu einer bestimmten Intensität zunehmend und allmählich in derselben Weise nachlassend. Dumpfe einschießende Schmerzen in den Seiten der Brust während des Einatmens.
19. Herz
Brennen und Stechen tief unten beim Herzen. Dumpfer Druck in der Gegend der Herzspitze. Ängstliches Herzklopfen.
20. Hals und Rücken
Steifigkeit des Nackens. Schwäche und Empfindung von spannungsartigem Taubheitsgefühl im Nacken (der Kopf sinkt nach vorn). Schmerz wie von Prellung in den Lenden und im Rücken, besonders beim Druck darauf, oder auch beim Rückwärtsbeugen. Schmerzen im Rücken und Kreuz wie gebrochen, nach einem Spaziergang < Rückwärtsbeugen. Krampfartiger Schmerz in den Lenden. Taubheitsgefühl im Steißbein, wie nach einem Schlag.
21. Extremitäten
Krampfartiges Zucken und ziehende Schmerzen in Extremitäten und Gelenken. Spannung in den Extremitäten (besonders Oberschenkeln), als seien sie zu fest mit Bändern eingeschnürt. Anfall krampfartiger Steifigkeit in den Extremitäten, ohne Bewusstseinsverlust, aber mit Zusammenpressen der Kiefer, Verlust der Sprache, konvulsiv verdrehten Augen und unwillkürlichen Bewegungen der Lippenwinkel und Augenlider. Kribbelnde Unruhe, Schwächegefühl und Zittern in den Extremitäten, besonders während der Ruhe und im Freien.
22. Obere Extremitäten
Schweregefühl und Mattigkeit der Arme, mit paralytischem Ziehen. Gelähmte Empfindung im linken Arm; in beiden Armen. Dumpf schmerzender und krampfartiger Schmerz in Unterarmen, Händen und Fingern, besonders beim festen Ergreifen von etwas. Juckreiz, Nagen, Stechen und Brennen in Armen, Händen und Fingern. Steifigkeitsgefühl in den Unterarmen. Schmerzhaftes Klopfen in den Fingern. Verzerrung der Finger. Taubheitsgefühl der Finger. Zittern des rechten Daumens, mit Taubheitsgefühl. Taubheitsgefühl des kleinen Fingers. Geschwüre an den Fingern.
23. Untere Extremitäten
Krampfartiger Schmerz und Spannung in Oberschenkeln, Füßen und Zehen. Schwäche der Oberschenkel und Knie, als wären sie gebrochen. Schmerz wie von einem Schlag im linken Knie. Erschütterungen und Schläge in den Beinen. Mattigkeit der Beine. Unruhe und Zittern in den Beinen, mit Taubheitsgefühl und Steifigkeit. Mattigkeit und Taubheitsgefühl in den Füßen beim Sitzen. Kälte der Füße. Nagen, Exkoriation und Brennen in den Knöchelknochen, sehr < durch die geringste Berührung. Schmerzhaftes Klopfen in den Zehen. Schwellung am Ballen der Zehe, mit Reißen und nächtlichen Pulsationen. Geschwüre an den Zehen. Schmerz in der großen Zehe, als sei sie zu fest eingehüllt.
24. Allgemeines
Dunkelhaarige Frauen. Gesicht wechselt häufig die Farbe. Aufsteigen im Hals. Bandwurm, wenn die übrigen Symptome übereinstimmen. Zusammenziehung innerer Teile. Katalepsie; Epilepsie mit Rigor; tonische Krämpfe. Sehr große Blässe der Haut. Krampfartiges Gähnen. Schmerzen wie Wehen. Empfindung wie von einem Reifen um Teile. Heftige Stöße wie von Schmerz. Empfindung von Prickeln in den äußeren Teilen. Kältegefühl in äußeren Teilen. Zusammendrückende, krampfartige, einschnürende oder drückende Schmerzen, als durch einen Pflock oder durch dumpfe Schläge verursacht. Krampfartige, ruckartige und ziehende Schmerzen in Extremitäten und Gelenken. Spannung in den Extremitäten, als zu fest mit Bändern eingeschnürt. Schmerzen wie von einer Kontusion, einem Schlag oder einer Quetschung, besonders beim Druck auf den betroffenen Teil. Schmerzen, zu Beginn leicht, nehmen allmählich zu, oft in regelmäßigen Abständen, und nehmen in derselben Weise ab. Empfindung von Torpor und paralytischer Steifigkeit in verschiedenen Körperteilen, oft mit Zittern und Herzklopfen. Anfall krampfartiger Steifigkeit in den Extremitäten, ohne Bewusstseinsverlust, aber mit Zusammenpressen der Kiefer, Verlust der Sprache, konvulsiv verdrehten Augen und unwillkürlichen Bewegungen der Lippenwinkel und Augenlider. Die krampfartigen Anfälle zeigen sich hauptsächlich bei Tagesanbruch. Affektionen verursacht durch Schreck, durch Ärger oder durch einen Zornanfall. Moralische und körperliche Affektionen, die abwechselnd erscheinen. Übermäßige Schwäche (paralytische Schwäche in den Extremitäten). Dumpfe, schiebende oder nach innen drückende Schmerzen, wie von dumpfen Schlägen. Kribbelnde Unruhe, Schwächegefühl und Zittern in den Extremitäten, besonders während der Ruhe und im Freien. Mehrzahl der Symptome < Ruhe, am Abend; durch Zorn; mehr bei Frauen als bei Männern; nach dem Hinlegen und Wiederaufstehen; beim Sitzen; nach dem Aufstehen; und > durch Bewegung. Die Affektionen, die > im Freien sind, sind im Allgemeinen < gegen Abend und in einem Zimmer.
25. Haut
Kribbelndes Nagen, mit Schmerz wie von Exkoriation, und Juckreiz oder Brennen, Stechen und einschießender Schmerz an verschiedenen Teilen der Haut, was zum Kratzen reizt. Geschwüre (an Fingern und Zehen).
26. Schlaf
Konvulsives und krampfartiges Gähnen, besonders am Nachmittag. Große Neigung zum Schlaf am Abend. Anhaltender Schlaf am Morgen. Ängstliche Träume von Kriegen und Blutvergießen. Lascive Träume. Erwachen nachts, besonders nach Mitternacht (mit furchtbaren Träumen, Mangel an Bewusstsein), oder mit ängstlichen, traurigen und quälenden Gedanken. Verwirrtheit nachts beim Erwachen. Nachts liegt die Patientin auf dem Rücken, mit den Armen über dem Kopf, die Beine angezogen, mit starker Neigung, sie zu entblößen.
27. Fieber
Puls klein, schwach, häufig zitternd. Ständiges Frösteln und Schaudern über den ganzen Körper, besonders im Freien. Schüttelfrost beim Gehen aus dem Zimmer in die freie, sogar warme Luft. Frösteln überwiegt, mit gedrückter Stimmung, die während der Hitze aufhört. Hitze mit Brennen im Gesicht, ohne irgendeine sichtbare Veränderung der Gesichtsfarbe (sie dachte, sie sei sehr rot, aber die Farbe war wie gewöhnlich). Hitzewallungen, unterbrochen von Frösteln. Allmählich zunehmende und in derselben Weise allmählich abnehmende Hitze. Schweiß nur während des Schlafes, aufhörend, sobald man erwacht.