Oxygenium.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Sauerstoff (einschließlich Ozon, das naszierender Sauerstoff ist.). O. (A. W. 16). Verdünnungen von destilliertem Wasser, das mit dem Gas imprägniert ist. Verdünnungen der als Oxydol bezeichneten Zubereitung.
Klinisches
Anämie / Krebs / Schnupfen / Husten / Diabetes / Influenza / Morphinvergiftung / Mund, Aphthen im / Strychninvergiftung / Keuchhusten
Charakteristika
Je mehr wir lernen, mit Gasen umzugehen, desto bestimmter werden sie ihren Platz in der Materia medica einnehmen. In das vorliegende Schema habe ich eine Arzneimittelprüfung von Swan mit Oxy. 200 (Organon, iii. 280) und eine Arzneimittelprüfung von Ozonum durch Dewar, McKendrick und zwei weitere Personen aufgenommen, die von Allen aufgezeichnet wurde. Ihre Symptome habe ich mit "Oz." gekennzeichnet. Mit einer anderen Zubereitung, Oxydol oder Eau Maiche genannt (nach ihrem Erfinder), habe ich einige Erfahrungen gemacht. Sie ist chemisch nicht von Wasserstoffperoxid zu unterscheiden, hat aber nichts von den unangenehmen Eigenschaften dieser Substanz. Sie bleicht Gegenstände, die sie berührt, nicht aus und verursacht kein Aufschäumen. Es heißt, sie setze Sauerstoff im naszierenden Zustand in den Geweben frei, wenn sie innerlich, mit fünf oder sechs Teilen Wasser verdünnt, eingenommen wird. Unverdünnt ist ihr Geschmack unangenehm metallisch, obwohl sie unverdünnt ohne Beschwerden als Gurgelmittel benutzt werden kann. Verdünnt hat sie überhaupt keinen Geschmack. Wenn sie wie angegeben in Dosen von einem Esslöffel mit sechs Esslöffeln Wasser eingenommen wird, verursacht sie zuweilen eine Erschlaffung des Darms, gefolgt von Verstopfung. Bei mir selbst rief sie alle Symptome einer gewöhnlichen Erkältung hervor. Als antiseptische Lotion und Anwendung habe ich sie von großem Wert gefunden, und als Gurgelmittel bei Halsschmerzen, oder vielmehr bei Wundheit des Halses zu Beginn einer Erkältung, habe ich oft erlebt, dass sie die Reizung daran hinderte, weiter nach oben oder unten fortzuschreiten. In Fällen von Gonorrhö hat sie eine nützliche Funktion, indem sie den Harn antiseptisch macht und von innen her eine antiseptische Spülung liefert, ohne die Wirkung des spezifischen homöopathischen Mittels zu beeinträchtigen. Ich habe sie in solchen Fällen nützlicher gefunden als Salol oder Urethane. Die Krankheit jedoch, für die sie von ihrem Erfinder hauptsächlich empfohlen wird, ist Krebs. Ich habe sie in einer Anzahl von Fällen gegeben und in einigen günstige vorübergehende Ergebnisse erhalten. In einem Fall, den ich mit einem Kollegen bei einer älteren Frau aus der Arbeiterklasse sah, die einen großen, fungösen Krebs der linken Brust hatte, wurde Oxyd. innerlich gegeben und auch äußerlich angewandt. Es verursachte übermäßigen Ausfluss mit entsprechender Verkleinerung des Tumors, und wir hofften auf eine Heilung. Doch nach mehreren Wochen schwollen die Beine der Patientin plötzlich an; die Schwellung nahm rasch zu, und sie verfiel, wobei der Tumor mindestens zu drei Vierteln verschwunden war. Die Wirkung des Oxydol bestand wahrscheinlich darin, die Krankheitselemente zu rasch freizusetzen, als dass der Organismus sie hätte ausscheiden können, wie Dr. Cooper in seinem Bericht über Ornithogal. vermutet. Swans Symptome sind in einigen Fällen verifiziert worden (H. P., x. 400), wobei die folgenden Heilungen verzeichnet sind: (1) Husten durch Trockenheit im oberen Kehlkopf und ständiges Kitzeln in der Halsgrube. Harter, erschütternder Husten, der Wundheit in der epigastrischen Region verursacht. Auswurf bei jedem Husten, dick, klumpig, geschmacklos; Oxy. 1m. (2) Abgang großer Mengen Harnsäure wie rubinroter Sand; Oxy. cm. (3) Husten, erregt durch Kitzeln im Hals und Wundheit der Brust verursachend; 2 bis 3 Uhr morgens; > auf dem Rücken liegend. Oxy. cm heilte diesen Fall. Als Mundspülung bei Aphthen ist verdünntes Oxydol eine nützliche Zubereitung. Da die Sauerstoffinhalation jetzt so verbreitet geworden ist, können wir einige Symptome von denen erwarten, die ihr verfallen. Mit zehn Stunden lang fortgesetzter Inhalation von Sauerstoff heilte D. T. Playfair (Lancet, zitiert nach N. A. J. H., xiv. 139) einen verzweifelten Fall von Morphinvergiftung (30 Gran Morph. acet. waren eingenommen worden) bei einer jungen Frau von 37 Jahren. Alle gewöhnlichen Gegenmittel waren zuvor ohne Erfolg gegeben worden. Die Patientin war in vierundzwanzig Stunden vollständig wohl. Osterwald aus Berlin (Med. Press, 9. Jan. 1901) hat außerdem durch Versuche an Meerschweinchen gezeigt, dass Oxygen-Gas ein höchst wirksames Gegenmittel gegen Vergiftung durch Strychnine bei diesen Tieren ist. Nachdem er zwei Tieren Strychnin injiziert hatte, brachte er eines in eine Sauerstoffatmosphäre, und bei diesem traten keine Krämpfe auf, während sie sich bei dem anderen vollständig entwickelten. Weitere Versuche bestätigten dies vollständig. Korndoerfer (H. R., iii. 189) berichtet diesen Fall, der zeigt, wie Ozone-Inhalationen die Homöopathie zuweilen unterstützen können: Fräulein X, 18, großgewachsen, schlank, außerordentlich bleich, chlorotisch, war seit zwei Jahren krank, und weder Homöopathie noch Allopathie hatten irgendeine Erleichterung gebracht. Sie litt an großer Schwäche und konnte kaum hundert Yards gehen. Prostration sowie Atemverlust und Herzklopfen durch die geringste Anstrengung. Häufiger heftiger Kopfschmerz, < nach Anstrengung, besonders nach Treppensteigen. Schmerzen entlang der Wirbelsäule, besonders dumpf schmerzendes Gefühl im Kreuz. Rheumatische Schmerzen in den unteren Extremitäten. Verlangen nach Bewegung, aber wegen Erschöpfung wagt sie nicht, dem Verlangen nachzugeben. Gebückter Gang. Schlechter Appetit. Menstruation stark verzögert und, wenn sie erscheint, spärlich, wässrig, bräunlich. Alle Symptome < bei nassem Wetter und beim Wechsel von klarem zu bewölktem Wetter. Puls. brachte leichte Erleichterung. Rhus verursachte eine schwere Verschlimmerung. Es deckte den Fall, aber etwas hinderte es daran, richtig zu wirken. Korndoerfer meinte, die Wirkung von Ozone auf die roten Blutkörperchen könne helfen. Inhalationen von jeweils zehn Minuten, dreimal wöchentlich, wurden gegeben, und danach wirkte Rhus gut. Die Besserung war rasch und anhaltend und wurde nur unterbrochen, als der Versuch gemacht wurde, ohne eines der beiden Mittel auszukommen. Keines war wirksam, wenn es ohne das andere gegeben wurde. Eine Heilung von Diabetes mit großen Dosen von Oxy. ist verzeichnet (H. W., xxxii. 567); und viele Fälle von Keuchhusten sind mit Inhalationen von Ozone geheilt worden (H. W., xxxii. 46).
Beziehungen
Gegenmittel gegen: Morphin- und Strychninvergiftung. Vergleiche: Chr. ac., K. bich., K. chl., K. perm., Osm. ac. und oxydierende Mittel im Allgemeinen; Chlorum, Electricitas. In antidotischen Beziehungen, Camph.
Ursache
Morphin. Strychnin.
2. Kopf
Kopfschmerz in der äußeren Hälfte der r. Augenbraue; Schmerz noch immer in der Stirnregion. Dumpfer frontaler Kopfschmerz, < an einer Stelle über dem l. Auge. Schmerz in der l. Schläfe, die sich bei Berührung kalt anfühlt. Fortgesetzter Schweiß auf der Kopfhaut.
3. Augen
Einschießender, paroxysmaler Schmerz im r. Augapfel, etwas links von der Pupille. Gelegentlicher Schmerzanfall, der den ganzen r. Augapfel ausfüllt und sich in die r. Schläfe erstreckt, die dann heiß wurde. Kribbeln der Konjunktiven und der Gesichtshaut (Oz.).
5. Nase
Viel verhärteter Schleim in der Nase, der häufiges Bohren nötig macht; morgens Ausblasen von Klumpen, gewöhnlich zäh, undurchsichtig, weißlich gelb. Niesen mit dem Husten (Oz.).
6. Gesicht
Kribbeln der Gesichtshaut (Oz.). Wundheit im Hals (Oz.).
8. Mund
Aphthen im Mund und an den Wangen.
9. Hals
Reizung der Rachenenge und der Glottis.
12. Bauch
Große Flatulenz, Abgang großer Mengen beim Stuhl.; Blähungen scheinen sich im Rektum anzusammeln; verursacht Verlangen nach Stuhl und Furcht, Blähungen abgehen zu lassen, damit nicht auch Stuhl abgeht.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Feiner stechender Ausschlag an der r. Seite des Skrotums, einen Tag anhaltend.
17. Atmungsorgane
Heftiger reizender Husten und Niesen, gefolgt, von Wundheit im Hals und in den Atemwegen (Oz.). Reizung der Atemwege wie bei der Erholung von einem Influenzaanfall (dieselbe Reizung kann durch das Einatmen von Elektrizität hervorgerufen werden, die von einem Leiter abgegeben wird) (Oz.). Aphonie, mit Schwierigkeit, die Stimme zu beherrschen. Leichte Heiserkeit, Trockenheit des Halses; gegen Abend nahm die Trockenheit rings um den Rand der Glottis zu; um Mitternacht erwachte er mit Erstickungsgefühl, brennender Trockenheit der Glottis und des oberen Kehlkopfs; kein Durst. Heiserkeit und harter, erschütternder, reißender Husten durch Kitzeln unter dem Brustbein in der Nacht, < beim Liegen auf jeder Seite, > beim Liegen auf dem Rücken, mit reichlichem, klumpigem, geschmacklosem, weißlichem Auswurf. Auswurf gelegentlich gelb, eitrig. Trockener, hackender Husten; 2 bis 5 Uhr morgens. Husten = Räuspern; Naseputzen; berstendes Gefühl in der Brust.
18. Brust
Kitzeln unter dem Brustbein. Engegefühl unter dem Brustbein < beim Vorziehen der Schultern. Erstickungsgefühl in der Brust; Neigung, langsam zu atmen (Oz.).
20. Rücken
Übermäßige Schmerzen in der ganzen Sakralregion, offenbar in den Gelenken; besonders ein Gefühl von Müdigkeit durch alle Beckenorgane hindurch, sogar im Perineum (Oz.).
22. Obere Extremitäten
Juckreiz der Haut am Mittelhandende der ersten Phalanx des l. Zeigefingers, keine Rötung des Ausschlags.
23. Untere Extremitäten
Oberschenkel und Beine wie überarbeitet; übermäßig ermüdet (Oz.). Ausschlag von Pickeln in der Falte der r. Seite der Nates, nahe dem Anus, sehr wund werdend und anscheinend wie Blasen; als die Haut abgescheuert war, blieb sie sehr wund zurück.
25. Haut
Kribbeln der Gesichtshaut und der Konjunktiven.
27. Fieber
Schweiß am ganzen Körper und Kopfschmerz zwischen den Augen. Schweiß auf der Kopfhaut und leichte Feuchtigkeit über dem Körper.