Kali Ferrocyanatum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Kali ferrocyanidum, Kali ferrocyanuratum, gelbes Blutlaugensalz, Kaliumferrocyanid. K 4 Fe (CN) 6 3H2O. Verreibung. Lösung.
Klinisches
Chlorose / Schwäche / Dysmenorrhö / Dyspepsie / Herz, fettige Degeneration des / Leukorrhö / Menorrhagie / Rheumatismus
Charakteristika
Das Ferrocyanid des Kaliums wird zubereitet, "indem tierische Stoffe wie Horn-, Huf- und Hautabschnitte mit Kaliumcarbonat in einem eisernen Topf verschmolzen werden, das Rohprodukt mit Wasser ausgelaugt und das Salz durch Kristallisation gereinigt wird" (Brunton). In der alten Schule wird dieses Salz nur als Reagens und zur Zubereitung von Hcy. ac. verwendet. Dank einer unter der Leitung von J. B. Bell durchgeführten Arzneimittelprüfung haben Homöopathen darin ein Mittel gefunden, das Sepia in der Uterussphäre und Kali c. in seiner Wirkung auf das Herz gleichkommt. Das Kali-Element scheint in diesem Salz die vorherrschende Kraft zu sein. Das Herabdrängen-Gefühl und das Absinken im Magen sind hervortretende Indikationen. Menstruation zu häufig und zu reichlich. Passive Uterusblutungen. In den Beschwerden von K. fcy. besteht eine Periodizität. Schwäche, Zittern, Taubheitsgefühl, Blutungen, Chlorose, wandernde neuralgische Schmerzen gehören zu seinen allgemeinen Wirkungen. W. G. Dietz berichtet (Amer. Hom., xxiii. 58, unter Zitierung von N. A. J. H.) diesen Fall: Frau H., 23, Mutter von drei Kindern, klein, anämisch, schwach. Seit vier Jahren krank an einer, wie man ihr gesagt hatte, "unheilbaren Herzerkrankung". Symptome: Viel Bedrängnis in der Herzgegend. Häufige Schmerzanfälle, ein heftiger dumpf-schmerzender Schmerz mit gelegentlichen stechenden Stößen; im Allgemeinen < durch Umhergehen, Anstrengung, und > durch Ruhe; gelegentlich sind die Bedingungen umgekehrt. Palpitation begleitet gewöhnlich die Anfälle, kann aber auch unabhängig auftreten. Geistig niedergedrückt, weiß, dass sie herzkrank ist und sterben wird." Appetit wechselhaft, Darmtätigkeit zu Verstopfung geneigt. Harn bleich, 1,014, häufig gelassen. Keine abnormen Bestandteile. Fröstelig, Hände und Füße kalt. Keine organische Erkrankung des Herzens festgestellt. Hat Mengen von Patentmitteln eingenommen. K. fcy. 1x dreimal täglich, in zwei Wochen gebessert und in vier Monaten geheilt. Die Symptome sind < beim Aufstehen; beim Erwachen; morgens; bei Bewegung; beim Gehen. > Nachmittags. Berührung <; Patienten sehr berührungsempfindlich.
Beziehungen
Vergleiche: Sep. (Herabdrängen, eiterartige Leukorrhö, reichlich, nicht reizend; Traurigkeit sogar bis zu Tränen, Sinkgefühl; passive Uterusblutung mit nachfolgender Schwäche); K. ca. (Magen-Sinkgefühl, verbunden mit geschwächtem Herzen; Herzschläge an Zahl und Kraft vermindert, mit nachfolgender Kälte, Sinken, Schwindel, Zittern); K. cy. (periodische Neuralgie); Stann. (Sonnen-Kopfschmerzen) Fer. und K. ca. (Chlorose); Digit. (Herzgift; langsamer Puls) K. ca., K. chl. (Berührungsempfindlichkeit); Collins.; Hcy. ac.
1. Gemüt
Traurig; den Tränen nahe; denkt, er werde bald sterben und seine Freunde zurücklassen. Reizbar, leicht verärgert.
2. Kopf
Schwindel, Kälte, Taubheitsgefühl, mit Gefühl von Absinken im Magen, manchmal allgemeines Zittern wie bei einem Schüttelfrostanfall. Periodische Neuralgie, der Sonne folgend.
5. Nase
Viel Niesen während Druck und schleimigem Ausfluss.
8. Mund
Ptyalismus, mit Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit des Zahnfleisches sowie Aphthen des Mundes und der Rachenenge.
9. Hals
Hals wund und trocken beim Erwachen, doch bald danach setzte Auswurf mit > ein. Beim Erwachen Gefühl, als seien die Rachenenge roh und die Tonsillen geschwollen.
11. Magen
Sinken. Leichte Übelkeit beim Ankleiden. Säure; saures Aufstoßen; Flatulenz, sauer oder nach Aufgenommenem schmeckend; Druck am Magen nach dem Essen, Uterussymptome begleitend.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Zu frühe Emissionen und wenig Lust. Nächtliche Emission mit undeutlichen amourösen Träumen.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation: zu häufig und zu reichlich; verspätet; Metrorrhagie. Passiver schmerzloser Fluss, natürliche Farbe, dünn, viel Schwäche verursachend. Leukorrhö: wie Eiter, gelblich, cremig, reichlich, nicht reizend; nur nach der Menstruation, gewöhnlich am Tag; mit Schmerz im Kreuz. Druckempfindlichkeit des Unterbauchs gegen Druck, Gebärmutter druckempfindlich (während der Schwangerschaft).
19. Herz
(Fettherz mit schwachem, unregelmäßigem Puls.). Herzaktion geschwächt und verlangsamt. (Hypertrophie mit Dilatation. Funktionelle Herzstörungen mit Anämie.)
24. Allgemeines
Schwäche; bleiche Lippen, Zahnfleisch und Haut; kalte Hände und Füße; häufiger, reichlicher, wässriger Harn, manchmal mit Spuren geronnenen Blutes; wandernde neuralgische Schmerzen; periodische Neuralgie des Kopfes, der Sonne folgend.