Franzensbad.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Die alkalisch-salinischen Quellen von Franzensbad, nahe Eger, in Böhmen. (Franzens-quelle, Salz-quelle, Wiesen-quelle.)
Klinisch
Chlorose / Verstopfung / Entkräftung / Diarrhö / Dyspepsie / Nervöse Störung
Charakteristik
Die Wässer von Franzensbad werden wegen ihrer tonisierenden Wirkung aufgesucht, besonders bei chronischen Störungen der Verdauung, hartnäckiger Verstopfung und Trägheit des unteren Darms, Anämie nach passiven Blutungen, Chlorose und nervösen Störungen, die durch Entkräftung verursacht sind. Die Wässer jeder der drei Hauptquellen . Franzens-quelle (F.), Salz-quelle (S.) und Wiesen-quelle (W.). wurden von Dr. Watzke arzneilich geprüft. Natriumsulfat ist in jeder bei weitem der vorherrschende Bestandteil; Natriumchlorid und Natriumcarbonat folgen danach. Die Wässer sind auch stark mit Kohlensäuregas gesättigt. Ein großes Gefühl von Schwäche, körperlich und psychisch, wurde von allen hervorgerufen. Unter F. bestand vermehrte Empfindlichkeit gegen Kälte. Zusammenziehende Empfindungen wurden bemerkt, wie: zusammenziehender Schmerz in der ganzen Stirn; Gefühl einer Kontraktion der Stirnhaut zwischen den Augenbrauen. Viele Symptome eines gestörten Magens und Darms traten auf, und einige eigentümliche Symptome im Penis und in den Geschlechtsorganen. Empfindlichkeit der Körperoberfläche im Allgemeinen.
Beziehungen
Vergleiche: Nat. sul.; Kali iod. (diffuse Empfindlichkeit).
1. Gemüt
Große Missstimmung.
2. Kopf
Zusammenziehender Schmerz in der ganzen Stirn. Hinterhaupt nahe dem Scheitel bei Berührung warm. Empfindlichkeit des ganzen Kopfes und des Augapfels, < durch langes Nachdenken über ein Thema, nicht < durch Bücken, Kopfschütteln oder Gehen.
3. Augen
Gefühl großer Trockenheit und Härte der Lider.
5. Nase
Fließschnupfen beim Bewegen nach dem Aufstehen, mit ständigem Kitzeln im l. Nasenloch, Tränenfluss des l. Auges und häufigem Niesen.
8. Mund
Zunge weiß belegt. Trockenheit von Gaumen und Hals. Erdiger oder verbrannter Geschmack im Mund.
9. Hals
Zusammenschnürung im Hals; > nach dem Abendessen; mit Übelkeit.
11. Magen
Appetit vermindert. Wiederholtes, leeres, heftiges Aufstoßen.
12. Bauch
Dumpf schmerzendes Gefühl, Auftreibung und ausgeprägte Empfindlichkeit des ganzen Bauchs. Stiche in der Gegend der Gallenblase. Gluckern; schmerzloses Rumoren; Kolik; leichtes Kneifen, gefolgt von Diarrhö. Schmerzhaftes Ziehen in der Leiste beim Wasserlassen.
13. Stuhl und Anus
Zusammenziehender, zeitweise ruckartig zuckender Schmerz im Anus fast den ganzen Vormittag. Ständiger erfolgloser Stuhldrang. Halbflüssige Entleerungen; nach dem Essen; mit oder ohne vorausgehenden und nachfolgenden Schmerz. Verstopfung.
14. Harnorgane
Quälendes (langsames) Ziehen durch die ganze Harnröhre. Stiche in der Mündung der Harnröhre; gefolgt von unangenehmem Juckreiz. Häufiges Wasserlassen.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Erektion ohne sexuelles Verlangen; Verlangen vermindert. Empfindlichkeit, zeitweise schmerzhaftes Ziehen im Penis; kehrt häufig zurück, sitzt offenbar in der Schleimhaut der Harnröhre (S.). Heftiges Kitzeln in Vorhaut und Eichel.
17. Atmungsorgane
Stimme rau und tief; Heiserkeit. Trockener, kitzelnder Husten, häufig wiederholt, verursacht durch Kitzeln am weichen Gaumen (S).
18. Brust
Empfindlichkeit, äußere Schmerzhaftigkeit; Zusammenschnürung in der Brust.
20. Rücken
Schwerer, lang anhaltender Schmerz in Rücken und Lenden; ein unangenehmes Gefühl von Schwere und Druck, gegen Morgen, beim Liegen im Bett, nur > nach dem Aufstehen; < durch Bewegung; durch Drehen auf eine Seite. Kneifen unter dem r. Schulterblatt.
25. Haut
Stechender Juckreiz an verschiedenen Stellen.
26. Schlaf
Häufiges Erwachen mit ungewöhnlich lebhaften und erinnerlichen Träumen.