Copaiva.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Copaifera officinalis. N. O. Leguminosæ. Tinktur des Balsams.
Klinisches
Akne / Anus, Juckreiz am / Harnblase, reizbare / Blennorrhagie / Bronchitis / Katarrh / Husten / Zystitis / Dysenterie / Fistel / Gastritis / Gonorrhö / Hämorrhoiden / Masern / Nasenbluten / Prostatitis / Pruritus / Urethritis / Urtikaria / Vulva, Entzündung der
Charakteristika
Copaiva ist ein althergebrachtes Mittel gegen Gonorrhö, und es wurde auch bei anderen blennorrhagischen Zuständen verwendet. Es ist arzneilich geprüft worden; und Beobachtungen wurden an Patienten gemacht, die sich mit der Droge überdosiert hatten. Der Hauptangriffspunkt der Arzneiwirkung liegt an den Harn- und Geschlechtsorganen sowie am Rektum. Es passt zur reizbaren Harnblase alter Frauen. Reizung, die mit einer Verdickung der Harnblase einhergeht. Brennen am Blasenhals und in der Harnröhre; Ausfluss milchig, ätzend; Meatus geschwollen und entzündet. Es affiziert allgemein die Haut und die Schleimhäute. Bei chronischer Bronchitis ist es nützlich, wenn reichliche, grünlich-graue, widerlich riechende Sputa vorhanden sind. A. P. Bowie (Med. Adv., xx. 14) hat diese Indikation bestätigt: "Bei alten Personen (Männern, würde ich sagen), die infolge von Erkältung oder anderen Ursachen nicht Wasser lassen können; oder wo häufiger Drang besteht und nur wenige Tropfen unter starkem Pressen abgehen . häufig mit einem schleimigen Ausfluss aus dem Darm, mit vielem Rumoren und Rollen im Darm." Er gab 5-Tropfen-Gaben der ersten Verdünnung. Er empfiehlt auch eine Salbe aus gtt. x des Balsams auf eine Unze Vaseline, "um das Brennen und den Juckreiz am Anus zu lindern, die durch Hämorrhoiden verursacht werden."
Beziehungen
Antidotiert durch: Bell., Calc., Merc., Sulph. Vergleiche: Cannab., Canth., Cubeb., Eriger., Kali bro., Kali i., Sep., Senec. Es wirkt weniger heftig als Canth. Teste sagt, er sei nicht imstande, irgendeinen Unterschied zwischen den therapeutischen Eigenschaften von Copaiv. und Sep. zu finden. Beide werden durch dieselbe Arznei antidotiert: Merc. cor. beim Mann und Merc. sol. bei der Frau neutralisieren nach Teste die Wirkung von Copaiv. fast augenblicklich.
1. Gemüt
Niedergeschlagenheit mit ängstlicher Traurigkeit. Übermäßige Empfindlichkeit des ganzen Nervensystems; das geringste Geräusch verursacht Zusammenfahren und Zorn. Ein junges Mädchen weint, wenn es ein Klavier hört. Unruhe wegen der eigenen Gesundheit. Menschenfeindlichkeit. Mangelhaftes Gedächtnis. Lebensüberdruss und zugleich Furcht vor dem Tod.
2. Kopf
Schweregefühl des Kopfes, besonders der Hinterhauptsregion, die instinktiv gegen den Kragen des Mantels gedrückt wird, was erleichtert. Pulsierende, tiefe Stiche im Hinterhaupt. Dumpfer Schmerz im Hinterhaupt. Jeder Schritt erschüttert den Kopf. Hemikranie (l.) mit brennenden Schmerzen, Kältegefühl in der betroffenen Stelle, Weinen und ständigem Stöhnen (bei einem zweiundzwanzigjährigen jungen Mann, der zu Hypochondrie neigte. Sie war so heftig, dass Teste Merc. geben musste, um ihn zu erleichtern). Druck an der Stirn. Kopfschmerz > durch Zurückdrücken des Kopfes gegen den Kragen des Mantels; sanfter Druck mit der Hand < abends und nachts; unerträglich beim Liegen auf dem Kissen; Waschen des Gesichts mit kühlem Wasser morgens (plötzliche Stiche in beiden Schläfen). Ausfallen der Haare. Empfindlichkeit der behaarten Kopfhaut.
3. Augen
Ameisenlaufen in den Augenwinkeln abends. Schwarze Punkte schweben vor den Augen. Beim abwechselnden Schließen der Augen erscheinen die Gegenstände dem l. Auge viel bleicher als dem r.
4. Ohren
Übermäßige Empfindlichkeit des Gehörs, besonders gegen scharfe Geräusche.
5. Nase
Epistaxis kleiner Knaben; auch nach Wunden. Reichlicher gelber und grüner, dicker, übelriechender Ausfluss aus den Nasengängen, der nachts in den Hals hinabläuft.
6. Gesicht
Gesicht bleich und kränklich aussehend. Akne. Urtikaria. Roter nässender Flechtenausschlag an der Oberlippe, die geschwollen und bei Berührung schmerzhaft ist.
8. Mund
Zähne wie stumpf und empfindlich gemacht. Kältegefühl in den Zähnen. Übler Atem morgens. Zunge mit weißlichem Belag bedeckt, an der Basis grünlich. Zäher Schleim in Mund und Hals, der ständig neu gebildet wird.
9. Hals
Chronischer Katarrh des Halses. Gefühl eines Fremdkörpers im Pharynx. Schwellung beider Tonsillen (< r.).
11. Magen
Durst und verminderter Appetit. Bitterer Geschmack. Hungrig abends beim Zubettgehen. Jedes Nahrungsmittel erscheint zu salzig. Blutandrang zu Kopf und Gesicht beim Essen oder nach einer Mahlzeit. Heraufwürgen von Ingesta mit großen Mengen Schleim. Neigung zum Erbrechen. Auftreibung und Füllegefühl nach dem Essen; Magenbeschwerden während der Menstruation oder im Anschluss an Urtikaria.
12. Bauch
Drückender Schmerz in der Milzgegend, wird von Zeit zu Zeit pulsierend. Reißende Schmerzen im Bauch, denen Ziehen in den Knochen der Oberschenkel vorangeht. Brennendes Gefühl im Bauch. Borborygmen und Bewegungen in den Därmen.
13. Stuhl und Anus
Weiße, dünne Entleerungen, hauptsächlich morgens, mit kalten und ziehend-reißenden Schmerzen im Bauch, die den Patienten zwingen, sich zusammenzukrümmen. Unwillkürliche Entleerungen. Stuhl wie Schafkot. Unzureichender Stuhl. Fließende Hämorrhoiden. Blutige Stühle. Stühle mit Tenesmus. Stiche; Krämpfe im Rektum. Unerträgliches Brennen am Anus. Brennen, Juckreiz am Anus.
14. Harnorgane
Ständiger, wirkungsloser Drang zum Wasserlassen; Kontraktion der Harnröhre; Abgang des Harns in Tropfen. Juckreiz, Wundheit und Gefühl des Verbrühens in der Harnröhre, vor und nach dem Abgang des Harns. Entzündung der Harnorgane; Schwellung, Erweiterung und Entzündung der Harnröhrenöffnung. Schmerz wie von Exkoriation in der Harnröhrenöffnung, die weit offen bleibt, mit pochendem Schmerz im Penis im Allgemeinen. Hämaturie. Harn schäumend; grünlich-trüb, nach Veilchen riechend. Gelbe, eitrige Gonorrhö.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Brennen und Trockenheitsgefühl in der Gegend der Prostatadrüse; Verhärtung der Prostatadrüse. Schwellung der Hoden. Schwellung und Verhärtung der Hoden.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Brennen und Juckreiz der Harnröhre; Juckreiz der Vulva; brennende rote Flecken in der Vulva. Milchiger, saurer, wundmachender Ausfluss mit schmerzhafter Menstruation. Reichlicher gonorrhoischer Ausfluss. Metrorrhagie.
17. Atmungsorgane
Trockener, schmerzhafter Husten, mit Trockenheit im Larynx. Reichliche Expektoration eines grünlich-grauen eitrigen Schleims von widerlichem Geruch. Bluthusten.
19. Herz
Herzklopfen.
23. Untere Extremitäten
Schmerz und Schwellung der Knie und Malleolen.
24. Allgemeines
Brennender Schmerz (Haut, Bauch, Harnröhre, Prostatadrüse, Brust). Schweregefühl und Druck (Bauch, Brust, Perineum).
25. Haut
Große rote Flecken über den ganzen Körper, mit Verstopfung und etwas Fieber. Dunkelfarbige oder hellrote, erhabene, unerträglich juckende, linsengroße, masernförmige Exantheme, in Gruppen, ineinander übergehend. Nesselausschlag, blassrot oder hellrot, mit heftigem Juckreiz. Gelbsucht.
26. Schlaf
Schläfrigkeit tagsüber. Unruhiger Schlaf nachts. Furchtbare oder wollüstige Träume.
27. Fieber
Tägliches Fieber, Frösteln und Kälte am Vormittag, mit Schmerz auf den Fußrücken; dann, am Nachmittag, allgemeine Hitze und Durst, mit Verlangen nach kaltem Wasser. Während der fieberhaften Kälte ist der Spann des Fußes bei Bewegung schmerzhaft empfindlich. Schweiß reichlich, von stechendem Geruch. Sauer riechender Schweiß nachts. Reichlicher geruchloser Schweiß morgens.