Conchiolinum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Perlmutter. Verreibung.
Klinisches
Ostitis / Pyämie
Charakteristika
Beobachtungen an Arbeitern in Perlmutterfabriken zeigen, dass das Einatmen des Staubes Katarrh der Atmungsorgane hervorruft und später Entzündung der Knochenenden. Diese beginnt stets in den Diaphysen, kann sich aber auf die Epiphysen ausbreiten. Sie befällt immer junge Personen. Zunächst besteht ein mehr oder weniger heftiger Schmerz im Knochen; er tritt plötzlich auf; ist anfangs anhaltend, später intermittierend. Bald nach dem Auftreten des Schmerzes kommt es zu Fieber; Durst; Appetitlosigkeit; Schlaflosigkeit; dunkel gefärbtem Harn mit Sediment. Dann entsteht eine Schwellung. Die Schwellung entwickelt sich stets an dem einen oder anderen Ende einer Diaphyse, niemals in ihrer Mitte und auch nicht in der Epiphyse. Die Schwellung hat einen klaren, scharf begrenzten Rand; sie ist bei der geringsten Berührung äußerst schmerzhaft; anfangs weich, elastisch und leicht fluktuierend, kann sie knochenhart werden. Eiterung kann auftreten. Die befallenen Knochen waren Unterkiefer, Schulterblatt, Humerus, Radius, Ulna, Tibia, Fibula, Tarsal- und Metatarsalknochen. Ich heilte mit Conch. 3 einen zarten Jungen, der zu drei verschiedenen Zeiten Schmerzen im linken Knie gehabt hatte. Der linke innere Kondylus war geschwollen und druckempfindlich. Die Heilung erfolgte rasch, und zugleich war die allgemeine Gesundheit deutlich gebessert. Conch. hat zweifellos einen weiten Wirkungsbereich bei Knochenaffektionen, besonders wenn die wachsenden Enden betroffen sind. Calc. Phos. und Calc. c. sind seine nächsten Analoga.