Chininum Arsenicosum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Arsenit des Chinins. (C 20 H 24 N 2 O 2 ) 3 H 3 As O 4 2 H 2 O. Trituration oder Lösung.
Klinisches
Angina pectoris / Asthma / Brightsche Krankheit / Diarrhö / Diphtherie / Epilepsie / Gastralgie / hektisches Fieber / Hemikranie / Wechselfieber / Keratitis / Ophthalmie / Scharlach / Halsschmerzen, maligne / spinale Reizung / Syphilis / Tabak, Wirkungen von / Tuberkulose
Charakteristika
Das Arsenit des Chinins vereinigt viele Eigenschaften seiner beiden Bestandteile, doch da es arzneilich geprüft worden ist, kann es als eigene Individualität behandelt werden. Die Periodizität ist verstärkt, und dies fällt besonders bei den Neuralgien auf. Eine reizbare Stimmung geht dem Kopfschmerz voraus, der durch geistige und körperliche Anstrengung < wird. Die Gastralgie von Chi. ars. ist ein Druck im Solarplexus mit empfindlicher Wirbelsäule unmittelbar dahinter. Auf Übelkeit und Erbrechen folgt Schlaf. Bonino (H. R., iv 210), der eine anhaltende Arzneimittelprüfung damit vornahm, fand die
< in Ruhe; morgens; und wenn der Magen leer war. Sie wurden > durch Bewegung (Schwindel); und durch Essen (Gastralgie). Die Hauptwirkungen zeigten sich am Magen, Solarplexus, an den Bändern und an der Haut. Nach ihm entspricht es der Tabakintoxikation und deren Folgen; Verdauungsstörung durch unreife Früchte; Gastralgie durch grobe Speisen oder schlecht gebackenes Brot; chronischem Rheumatismus der Gelenke ohne Schwellung; tertiärer Syphilis des Periosts; Kolik durch eingeklemmte Blähungen; Wechselfieber mit vorherrschenden Frostschauern, wenig Durst und anhaltendem, beinahe krampfhaftem Gähnen; den Folgen schwerer und niederdrückender Einflüsse auf das Gemüt; der Rekonvaleszenz nach langanhaltender Krankheit. Der Kreislauf war langsam, und die Extremitäten waren erschlafft. Schwäche, Erschöpfung und Abneigung gegen geistige Anstrengung waren bei mehreren Prüfern ausgeprägt.
Beziehungen
Vergleiche: Apis (Diphtherie); Æthusa (Schlaf nach Erbrechen); Cact. (zusammenschnürende Empfindungen).
Causation
Tabak.
1. Gemüt
Abneigung gegen geistige Beschäftigung trotz klarer, leichter Empfindung im Kopf und Gefühl der gehobenen Stimmung. Gedächtnis beeinträchtigt. Angst. Kind setzt sich im Bett auf und klagt. Reizbare Stimmung geht dem Kopfschmerz voraus.
2. Kopf
Plötzliche Schwindelanfälle, < durch Hinaufblicken. Heftige schießende, gewundene Schmerzen, die in den Kopf hinauflaufen und den Schlaf verhindern. Kopf voll, als wolle er bersten. Beim Hinsetzen scheint der Kopf mit einer eisernen Kappe bedeckt zu sein. Hemikranie (l.) nach Schreck; Flimmern vor dem l. Auge und Tränenfluss, Klingeln in den Ohren, reißender, bohrender Schmerz. Eindringender Schmerz in der Gegend der l. Schläfe. Dumpf-schwerer Kopfschmerz, frontal und okzipital; im Kleinhirn, < durch die geringste Bewegung.
3. Augen
Intensive Lichtscheu und Orbiculariskrampf mit hervorschießenden heißen Tränen, Geschwüre, die jedes Auge befallen, < von Mitternacht bis 3 Uhr morgens. (Keratitis.). Flimmern vor dem l. Auge, mit Schmerz und Tränenfluss. (Hemikranie.)
4. Ohren
Klingeln in den Ohren wie Glocken; mit Stauung zum Kopf hin. Geräusch in den Ohren und Schwerhörigkeit.
5. Nase
Reichlicher Schnupfen > in aufrechter Haltung und im Freien. Retronasaler Katarrh < l. Seite. Reichliches Nasenbluten.
6. Gesicht
Zittern der Gesichtsmuskeln, besonders des M. orbicularis palpebrarum (sofort). Dumpfer Schmerz in der l. Schläfengegend am Gelenk des Unterkiefers. Gesicht bleich, fahl, aufgedunsen.
8. Mund
Zunge dick belegt; Appetit schlecht. Gelber, schleimiger Belag auf der Zunge, mit bitterem Geschmack. Übelriechender Atem. Trockenheit am Gaumendach, Nagen und Übelkeit. Metallisch bitterer Geschmack, ohne den Geschmack der Speisen zu verändern.
9. Hals
Hals fühlt sich wund und rau an, < durch Husten und Niesen. Diphtherie.
11. Magen
Appetit verschwunden. Heftiger Durst nach kaltem Wasser. Verlangen nach Süßem. Leeregefühl. Schluckauf und Aufstoßen; gefolgt von Drang zum Stuhl. Plötzliche, unbeschreibliche allgemeine Übelkeit, mit fliegender Hitze und schwindender Kraft, besonders der unteren Extremitäten. Auf Übelkeit und Erbrechen folgt Schlaf. Eier oder Fisch verursachen sofort schmerzlose Diarrhö. Nagen und Übelkeit wie vor Erbrechen, wie zu Beginn einer Tabakvergiftung. Schmerz im Magen, als habe er sich um einen unebenen Stein zusammengezogen. Nachts durch starken Schmerz im Magen gestört, als werde er gegen die Wirbelsäule gedrückt; > durch Essen, für einige Augenblicke; mehrere Morgen wiederholt. Zusammenziehende Gastralgie, als werde sie hinaufgeschoben; > nur für einen Augenblick durch geschmackloses Aufstoßen.
12. Bauch
Schmerz im Epigastrium wie von verdorbenem Magen. Schmerz wie von Blähungen, die in die Flexur des Kolons eingekeilt sind. Dumpf schmerzendes Gefühl um den Nabel und im Ilium. Abends starke kolikartige Schmerzen > durch Druck.
13. Stuhl und Anus
Heftiger Stuhldrang, Entleerung in anhaltendem Schwall, bis der Darm leer ist; Stuhl dünn, braun, schmerzlos. Diarrhö, morgens, hatte kaum Zeit, sich anzukleiden, braun, flüssig mit gallertartigen Klumpen: Schmerz in der l. Iliakalgegend, beim Gehen recht stark. Gegen Morgen häufige, übelriechende Blähungen. Stuhl breiig; wässrig, übelriechend. Stuhl, fäkal, mit Schleim und Blut, von Tenesmus vorangegangen und gefolgt. Stuhl hart, mit Schwierigkeit entleert; unterstützt durch Druck mit dem Finger auf das Steißbein. Konnte kein Frühstück essen, nahm aber etwas Mittagessen zu sich, und unmittelbar danach großer Stuhldrang; der Stuhl war wässrig und schwärzlich; etwas Schmerz im Hypogastrium.
14. Harnorgane
Harn spärlich; häufiger Drang. Harn vermehrt, Drang lästig.
15. Männliche Sexualorgane
Ein eigentümlicher brennender Schmerz um den Sphincter vesicæ und durch die ganze Harnröhre.
17. Atmungsorgane
Atmung unbefriedigend, er will mehr Luft, als er in seine Lungen aufnehmen kann. Atmung sehr frei, als sei der Thorax hohl. Erstickungsanfälle, morgens beginnend und bis Mittag dauernd; > beim Sitzen nach vorn gebeugt am offenen Fenster, < in jeder anderen Lage. Seniler subakuter Bronchialkatarrh mit periodischem Fieber, gewöhnlich < nachts.
18. Brust
Starker stechender Schmerz in der Brust; später in der Präkordialgegend; < beim Einatmen. Asthmatische Atmung beim Hinaufsteigen. Zusammenziehende Empfindung im Mediastinum, vorn links vom Brustbein. Eigentümlicher Schmerz, dumpf mit Druck, als durch Flatulenz verursacht, an der Basis der l. Brust, rasch kommend und gehend und häufig wiederholt.
19. Herz
Angina pectoris. Herzklopfen beim Anlehnen des Rückens. Empfindung, als habe das Herz aufgehört zu schlagen. Das Herz begann zu zittern, mit einem rumelnden Geräusch; ich war unfähig, die Pulsationen zu unterscheiden (dauerte eine Stunde). Langsamer Puls. L. Interkostalneuralgie, als sei man mit heißen Zangen zerrissen.
20. Rücken
Schmerz in den Muskeln zwischen l. Schulter und Hals, wie verstaucht, beim Aufstehen aus dem Schlaf, 4 p.m. Rücken fühlt sich schwach an wie nach einer langen Reise. Druck im Solarplexus (gewöhnlich nur nach dem Essen von zähem Fleisch oder harten Nüssen gespürt, wovon ich nichts genossen hatte) dehnte sich zum Rücken hin aus, wo er in eine kneifende Empfindung überging; die Wirbelsäule war an dieser Stelle bei Berührung schmerzhaft empfindlich.
22. Obere Extremitäten
Schmerz im l. Handgelenk, Steifigkeit des l. Arms. Ermüdungsschmerz im r. Handgelenk. Brennender Schmerz wie im Periost des l. Ellenbogens. Lästiges Müdigkeitsgefühl in der r. Schulter, als sei der Humerus aus seiner Gelenkpfanne gerissen. Wundes, müdes, dumpf schmerzendes Gefühl in Gelenken, Knochen und Muskeln: im l. Bizeps für einige Stunden.
23. Untere Extremitäten
Dumpfer Schmerz in der r. Schläfengegend, am Kiefergelenk und in der r. Hüfte. Schmerz im r. Astragalo-Tarsalgelenk, als würden die Knochen in entgegengesetzte Richtungen gezogen; > durch Gehen. Druck auf die Tuberositas tibiae, die etwas geschwollen ist. Schmerz im r. Knie wie von einem Sturz. Krampf in der Wade. Schmerzen an der Rückseite des r. Oberschenkels und in der Wade. Taubheitsgefühl der Beine, nachdem er kaum gelegen hatte. Schwäche der unteren Extremitäten.
24. Allgemeines
In verschiedenen Körperteilen brennende flatternde Schläge, wie von Elektrizität. Steifigkeit aller Knochen, selbst beim Gehen. Brennende Schmerzen tief in den Gelenken. Brennende Schmerzen wie im Periost. Nervöse Unruhe, unfähig, im Haus zu bleiben. Beim Gehen Schwindel und Kollaps. Verlangen, sich hinzulegen. Vollständige Erschlaffung der Muskeln wie durch Tabakvergiftung.
25. Haut
Gänsehaut, besonders der unteren Extremitäten. Periodische Furunkel, die den Kopf erleichtern. Brennende, erysipelatöse Rötung und heftiger Juckreiz < durch Wärme > durch Kälte.
26. Schlaf
Nacht voller Visionen; schwerer Schlaf bis zum Morgen. Nervöse Unruhe, ängstliche Träume. Schlaf häufig unterbrochen.
27. Fieber
Allgemeiner Frost und Kälte. Nach dem fieberhaften Husten im Frost keine Reaktion von Wärme. Fliegende Hitze mit Übelkeit. Kalter, klebriger Schweiß.