Badiaga
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Spongilla fluviatilis. Süßwasserschwamm. Verreibung des getrockneten, im Herbst gesammelten Schwamms.
Klinisches
Brust, Krebs der / Quetschungen / Bubo / Katarrh / Frostbeulen / Schnupfen / Augen, Schmerzen in / Drüsen, Affektionen der / Heuschnupfen / Hämorrhoiden / Herz, Affektionen des / Indurationen / Ophthalmie / Palpitation / Rheumatismus / Skrofulose / Syphilis / Tibia, Schmerz in / Keuchhusten
Charakteristika
Badiaga ist der russische Name für den Flussschwamm, der ein volkstümliches russisches Heilmittel ist. Unter den eigentümlichen Symptomen und Indikationen finden sich: Kopfschmerz mit dumpfem Schmerz im hinteren Bereich der Augäpfel, 14 Uhr bis 19 Uhr; < Bewegung. Starker Kopfschmerz am Scheitel > nachts, nach dem Frühstück heftig zurückkehrend. Kopfschmerz mit entzündeten Augen. Schmerzen in den Augäpfeln, zum Kopf ausstrahlend. (J. A. Biegler heilte einen Fall mit den folgenden Symptomen: Eine Dame hatte monatelang zeitweise einen starken Schmerz im r. Augapfel, der sich zur Stirn über diesem Auge, dann zur Schläfe erstreckte; stets < nachmittags.) Kopfhaut wund; trocken; Juckreiz; Schuppen; Flechten. Wundheit ist eines der Leitsymptome des Mittels; allgemeine Wundheit der Hautdecken und Muskeln; wie zerschlagen; sehr empfindlich. Reichlicher Schnupfen, der aus dem Nasenloch schwallartig kommt. L. Wange und Jochbein bei Berührung wund. Einschießende Schmerzen im Magen; in der Leber; unter den Schulterblättern; in der Harnröhre; in der Brust. Bubonen. Durch Ätzmittel unterdrückte Schanker. Infantile Syphilis. Mammakarzinom. Es gibt einen Husten, der Niesen verursacht, reichlichen Schnupfen. Gelegentlich schwerer Hustenanfall, der zähen Schleim auswirft, der aus dem Mund fliegt; verursacht durch Kitzeln im Kehlkopf, als ob sich ein Zuckerkörnchen im Hals auflöste; > in warmem Zimmer. Zitternde, vibrierende Palpitation < beim Liegen auf der r. Seite. Palpitation nach angenehmen Gemütsbewegungen. Wundheit der vorderen Muskeln der Beine; die Zehen beugen sich beim Gehen, als ob die Strecker gelähmt wären. Es hat eine harte zellige Schwellung beider Beine vermindert. Scharfes Stechen an der Rückseite der r. Ferse, < geringster Druck. Chronischer Rheumatismus, < durch Kälte, besonders in kalter Luft. < Stürmisches Wetter. > In warmem Zimmer; < nachmittags. < Druck und Berührung: es besteht allgemeine Wundheit, selbst bei Berührung durch die Kleidung. Wund wie zerschlagen. Kopfschmerz > nachts, nach Schlaf.
Beziehungen
Vergleiche: Spongia; Seneg. (Husten verursacht durch Niesen, Gegenteil von Bad.); Grind. rob. (Atmung setzt beim Einschlafen aus); Spo. (Husten mit viel Niesen); Kali c. (Schleim fliegt aus dem Mund); Calc. s. (Indurationen); Carb. an. (Indurationen, Bubonen); Cist. can. (Skrofulose); Clemat., Hep., Iod., Kali iod., Lach., Merc., Merc. iod., Nit. ac., Sil., Sul. Folgt gut auf Lach. Komplementär zu Sul., Iod., Merc.
1. Geist
Nach angenehmen Gemütsbewegungen, Palpitation. Geist im Allgemeinen klar, aktiv trotz Kopfschmerz.
2. Kopf
Kopfschmerz von 14 Uhr bis 19 Uhr, mit leichten dumpfen Schmerzen im hinteren Abschnitt beider Augäpfel und in den Schläfen. Tagsüber mehr oder weniger Kopfschmerz, mit Schmerz in den Augäpfeln (schlimmer l.); stärker von 13 Uhr bis 19 Uhr. Frontaler Kopfschmerz während des Vormittags, schlimmer in den Schläfen und sich in den hinteren Abschnitt des l. Augapfels erstreckend; < durch Bewegen des Auges. Schmerz in den Schläfen und Augäpfeln; von den Augäpfeln zu den Schläfen. Ein sehr starker Kopfschmerz oben auf dem Kopf; bleibt in allen Lagen gleich; besser nachts nach Schlafen und besser morgens; nach dem Frühstück heftig zurückkehrend; mehrere Tage anhaltend. Kopfschmerz mit entzündeten Augen. Kopfschmerz < beim Bewegen der Augen. Übermaß an Schuppen oder trockenes, flechtenartiges Aussehen der Kopfhaut, mit leichtem Juckreiz; Haare trocken. Kopfhaut bei Berührung wund, mit flechtenartigem Ausschlag auf der Stirn.
3. Augen
Bläulich-purpurne Ränder der Augenlider und Blau unter den Augen. Skrofulöse Entzündung der Augen, mit Verhärtung der Meibom-Drüsen. Starker Schmerz von den Augäpfeln (< l.) in die Schläfe; < beim Drehen der Augen. Intermittierende Neuralgie des r. Augapfels, zur Schläfe ausstrahlend, < nachmittags. Kopfschmerz, der sich in die Augäpfel erstreckt. L. Augapfel ziemlich wund, selbst beim festen Schließen. Zucken des l. Augenlids.
4. Ohren
Leichte Erschütterungen im Ohr gehört, wie von sehr ferner Artillerie; nachmittags.
5. Nase
Reichlicher Schnupfen, meist aus dem l. Nasenloch; kommt schwallartig; schlimmer nachmittags und abends; mit Niesen. Schnupfen und Husten. Juckreiz am l. Nasenflügel.
6. Gesicht
Auf der Stirn flechtenartiger Ausschlag. Bleiche, aschige oder bleifarbene Gesichtsfarbe. Steifigkeit in den Kiefergelenken. L. Wange und Jochbein bei Berührung wund.
8. Mund
Mund und Atem heiß und fieberhaft, mit Durst auf große Mengen Wasser auf einmal. Mund und Zunge fühlen sich verbrüht an.
9. Hals
Räuspert morgens Massen von klebrigem, blutigem Schleim aus dem Hals herauf, der entzündet und wund ist, < beim Schlucken, fester Speisen. Tonsillen rot, entzündet, < beim Schlucken fester Speisen.
11. Magen
Druck im Epigastrium, Übelkeit und Rumoren. Einschießender Schmerz in der Magengrube um 8 Uhr morgens; erstreckt sich zu den Wirbeln, zum r. Schulterblatt, zeitweise zur r. Seite, dort in pleuritischem Schmerz resultierend.
12. Bauch
Einschießender Schmerz mit einer stoßenden Bewegung in der Lebergegend. Indurierte Inguinaldrüsen. Syphilitische Bubonen.
13. Stuhl und Anus
Katarrh der Därme. Verstopfung. Hämorrhoiden.
14. Harnorgane
Starker, stechender, einschießender Schmerz in oder nahe der Öffnung der Harnröhre. Harn hochfarbig; und rötlich.
15. Männliche Sexualorgane
Schanker, nach Ätzung, erhabene verfärbte Narben, Rhagaden. Syphilis der Säuglinge, ganze Konvolute harter Drüsenschwellungen, Bubonen.
16. Weibliche Sexualorgane
Carcinoma mammæ. Metrorrhagie < nachts, mit Gefühl der Vergrößerung des Kopfes.
17. Atmungsorgane
Atem heiß und fieberhaft. Gelegentlich schwere Paroxysmen krampfartigen Hustens, wobei zäher Schleim aus den Bronchien ausgeworfen wird, der zeitweise mit Gewalt aus dem Mund herausfliegt, < nachmittags und abends, verursacht durch Kitzeln im Kehlkopf, als ob Zucker sich auflöste, > in warmem Zimmer. Husten = Niesen; reichlicher Schnupfen. Schmerz im oberen Teil der r. Brust. Pleuritischer Schmerz, < bei Bewegung oder bei voller Einatmung; mit Wundheit. Starker, stechender, einschießender Schmerz in der r. supraklavikulären Region. Stiche in den Seiten, bes. r. Beim Liegen auf der r. Seite im Bett und im Augenblick des Unbewusstwerdens durch Schlaf, schwere drückende erstickende Anfälle durch ausgesetzte Atmung, die eine rasche Anstrengung verursachen, der Erstickung durch Lagewechsel vorzubeugen. Typhoide Pneumonie.
19. Herz
Starke vibrierende, zitternde Palpitation des Herzens, selbst beim Sitzen oder Liegen, ruhig, bei jeder plötzlichen erhebenden oder anderen Gemütsbewegung. Beim Liegen auf der r. Seite wird das Herz gehört und gefühlt, wie es von der Brust bis zum Hals hinauf pulsiert.
20. Hals und Rücken
Sehr steifer Hals. Wundheit und Lahmheit, mit Stichen im Nacken, < beim Beugen des Kopfes nach hinten und vorn. Skrofulöse Schwellung der Drüsen der l. Seite des Gesichts, des Halses und des Nackens; nahezu so groß wie ein Hühnerei; einige hart, einige eiternd. Starke einschießende Schmerzen und Stiche in der hinteren r. Seite, unter dem Schulterblatt, viel < durch Zurückwerfen der Schultern und Vorstrecken der Brust oder jede Verdrehung des Körpers; Schmerz, der zeitweise ein Stöhnen oder einen Schrei herauspresst.
22. Obere Extremitäten
Handflächen heiß und trocken.
23. Untere Extremitäten
Mehrere harte, kleine Knoten entlang dem Schienbein. Harte zellige Schwellung der Beine. Vordere Muskeln des r. Beines wund, wie zerschlagen. Nachts heftige einschießende Schmerzen in den Extremitäten. Harte Schwellungen beider Beine vermindert. Verletzungen durch Pferdehufe. Schlimme Geschwüre an Pferdefüßen. Zehen beugen sich beim Gehen, als ob die Strecker gelähmt wären. Unterdrückter Fußschweiß.
24. Allgemeines
Allgemeine Wundheit der Muskeln und Hautdecken des ganzen Körpers; Fleisch bei Berührung wund, sogar durch die Kleidung; wund wie zerschlagen.
25. Haut
Haut bei Berührung wund. Erhabene und verfärbte Narben. Rhagaden. Braune und blaue Flecken nach Erschütterungen. Äußerlich angewandt bewirkt es, dass unterdrückte Ausschläge wieder erscheinen. Flechten auf Kopfhaut und Stirn; Juckreiz auf der Kopfhaut.
26. Schlaf
Nachts unruhig; muss häufig die Lage wechseln, der Körper fühlt sich so wund an. Wach 3-4 Uhr morgens mit furchtbaren Träumen und starken krampfartigen Schmerzen in den Mittelfußknochen beider Füße. > Nach Schlaf (Kopf).