Ammonium Causticum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Ammoniak. Hirschhorngeist. NH 4 OH. Lösung in Wasser.
Klinisch
Aphonie / Nephritis / Ösophagitis / Rheumatismus / Abstoßung nekrotischen Gewebes / Durst / Furchtsamkeit / Ulzerationen / Erbrechen
Charakteristika
Die Symptome des ätzenden Ammoniaks ähneln denen des Karbonats sehr. Die ätzende Natur der Arznei zeigt sich in den erlebten brennenden Empfindungen, besonders in Hals, Speiseröhre und Rektum. Weiße Flecken auf der Zunge und an der Innenseite der Wangen. Es besteht intensiver Durst und eine übermäßig heftige Ausstoßung des Mageninhalts. Stimme tief, schwach. Sprache abgebrochen. Aphonie, mit Schwäche; oder mit brennender Wundheit im Hals. (Ein gutes Rundum-Mittel bei Aphonie.) Große Beklemmung der Atmung; der Patient ringt nach Atem. Wie beim Karbonat besteht Furchtsamkeit. große Neigung, zu erschrecken. Frösteln. In einem Vergiftungsfall bei einem Mann, der versehentlich einen Mundvoll einer starken Lösung von "Haushaltsammoniak" genommen hatte, bestand eine starke Schwellung der Schleimhaut von Mund und Hals, stertoröse Atmung, die Stimme gedämpft und heiser; später Husten mit blutig gefärbtem Auswurf. In einer Nacht bestanden Kopfschmerz und Delir, und zugleich enthielt der Harn Albumin und hyaline Zylinder. Es wurde bei muskulärem Rheumatismus der Schultern und Oberschenkel angewendet. Blutungen treten von Schleimhautflächen auf. Große Erregung am Abend. < Nach Essen oder Trinken.
Beziehungen
Vergleiche die Ammonium-Verbindungen, besonders Amm. carb. Antidotiert durch: Essig und pflanzliche Säuren.
1. Gemüt
Furchtsamkeit.
2. Kopf
Empfindung, als ob das Gehirn in der Mitte, nach vorn und auf beiden Seiten hervortrete und der Schädel geviertelt sei, jedoch ohne Schmerz und ohne Verwirrung des Kopfes.
5. Nase
Eigentümliche Rötung der Haut über Nase und Stirnhöhlen. Nase verstopft. Wässriger Schnupfen.
6. Gesicht
Äußerst bleiches Gesicht, das den größten Leidensdruck ausdrückt. Unterlippe auf das Dreifache ihrer Größe geschwollen; schwarzer Belag in der Mitte. Schleimhaut von Lippen und Nase zerstört. Drüsen unter dem Kieferwinkel, beidseitig, geschwollen.
8. Mund
Reichlicher blutiger Speichelfluss. Brennen und Kratzen an der Zungenwurzel und am hinteren Teil der Speiseröhre. Lippen, Zahnfleisch und Zunge geschwollen.
9. Hals
Brennen und Trockenheit der Speiseröhre; große Schwierigkeit beim Schlucken. Uvula zurückgezogen, mit weißer Membran bedeckt. Mandeln geschwollen. Uvula verlängert und geschwollen.
11. Magen
Intensiver Durst. Erbrechen von Schleim und Blut und große Druckempfindlichkeit über der epigastrischen Region. Heftige Ausstoßung des Mageninhalts durch Nase und Mund. Brennen im Verlauf der Speiseröhre, keines im Magen.
12. Bauch
Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Auftreibung. Borborygmen.
13. Stuhl und Rektum
Reichliche blutige Stühle. Tenesmus.
14. Harnorgane
Harn rot, alkalisch. Albuminurie, hyaline Zylinder.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation fünfzehn Tage zu früh und sehr reichlich.
17. Atmungsorgane
Bronchitis, mit reichlichem Auswurf; blutig gefärbt. Stimme tief, schwach oder fehlend. Große Schwierigkeit beim Atmen. Nach Atem ringend.
22. Obere Extremitäten
Krampfhafte Zuckungen des r. Arms. Muskulärer Rheumatismus der Schultern.
24. Allgemeines
Blutungen aus allen Körperöffnungen, die Schwächegefühl bis zur Ohnmachtsneigung verursachen. Affektion der Schleimhäute und der Organe der Brust; Kontraktion der Beugemuskeln; Kontraktion der Speiseröhre und des Kolons. Große Erschöpfung und muskuläre Schwäche; Schwäche, die kaum eine aufrechte Haltung zulässt; großes Zittern bei der geringsten Anstrengung. Haut heiß und trocken, später feucht, Schweiß tritt hinzu. Gestörter Schlaf. Frösteln; Fieber gegen Abend; Puls, anfangs schwach und ziemlich beschleunigt, später von Stunde zu Stunde schneller. Große Neigung, zu erschrecken.