Opium
By H.C. Allen — Leitsymptome wichtiger Mittel der homöopathischen Materia Medica
Mohn. (Papaveraceae.)
Besonders geeignet für Kinder und alte Menschen; Krankheiten des ersten und zweiten Kindesalters (Bar. c., Mill.), Personen mit hellem Haar, schlaffen Muskeln und Mangel an körperlicher Reizbarkeit. Mangel an Empfänglichkeit für Arzneimittel; fehlende vitale Reaktion, das gut gewählte Mittel macht keinen Eindruck (Carbo v., Laur., Val.). Beschwerden: mit Empfindungslosigkeit und teilweiser oder vollständiger Lähmung; die aus Schreck entstehen, dessen üble Folgen, wobei die Furcht noch fortbesteht (Acon., Hyos.); durch Kohlenrauchdämpfe; durch Einatmen von Gas; bei Trinkern. Alle Beschwerden; mit großem Sopor; schmerzlos, klagt über nichts; verlangt nichts. Krämpfe: bei Kindern, beim Herannahen Fremder; vom Stillen nach Schreck der Mutter (Hyos. - nach Zorn der Mutter, Cham., Nux); vom Weinen; Augen halb offen und nach oben verdreht. Schreien vor oder während eines Krampfes (Apis, Hell.). Tiefes stertoröses Atmen sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen. Delir, ständig redend; Augen weit offen, Gesicht rot, aufgedunsen; oder bewusstlos, Augen glasig, halb geschlossen, Gesicht bleich, tiefes Koma; Stupor vorangegangen. Glaubt, sie sei nicht zu Hause (Bry.); dies geht ihr fortwährend durch den Sinn. Zupfen an der Bettdecke im Schlaf (im Wachen, Bell., Hyos.). Delirium tremens: bei alten abgemagerten Personen; aufgedunsenes Gesicht, Stupor, Augen brennend, heiß, trocken; mit lautem Schnarchen. Schlaf: schwer, stumpf; mit stertoröser Atmung, rotem Gesicht, halbgeschlossenen, blutunterlaufenen Augen; die Haut mit heißem Schweiß bedeckt; nach Konvulsionen. Schläfrig, kann aber nicht schlafen (Bell., Cham.), Schlaflosigkeit mit übergroßer Schärfe des Gehörs, Uhrenschläge und Hahnenkrähen aus großer Entfernung halten sie wach. Verlust des Atems beim Einschlafen (Grind., Lach.). Das Bett fühlt sich so heiß an, dass sie nicht darauf liegen kann (das Bett fühlt sich hart an, Arn., Bry., Pyr.); bewegt sich oft auf der Suche nach einem kühlen Platz; muss aufgedeckt sein. Verdauungsorgane inaktiv; peristaltische Bewegung umgekehrt oder gelähmt; der Darm scheint geschlossen. Verstopfung: bei Kindern; bei korpulenten, gutmütigen Frauen (Graph.); aus Untätigkeit oder Parese, ohne Verlangen; nach Bleivergiftung; Stuhl hart, rund, in schwarzen Kugeln (Chel., Plumb., Thuja); Fäzes treten vor und ziehen sich wieder zurück (Sil., Thuja). Stuhl: unwillkürlich, besonders nach Schreck (Gels.); schwarz und übelriechend; durch Lähmung des Sphinkters. Harn: zurückgehalten, bei voller Harnblase; Harnverhaltung, post partum oder durch übermäßigen Gebrauch von Tabak; bei Säuglingen nach Gemütsbewegung der Amme; bei Fieber oder akuter Krankheit; Lähmung der Harnblase oder des Sphinkters. (Bei Stramonium haben wir Unterdrückung; während bei Opium die Sekretion nicht vermindert ist, die Harnblase voll ist, die Fülle aber nicht erkannt wird.). Opium macht den Darm so träge, dass die aktivsten Purgantien ihre Kraft verlieren. - Hering. Hartnäckige Diarrhöe bei denen, die mit großen Dosen des Mittels behandelt wurden. - Lippe. Plötzliche Zurücktretung akuter Exantheme führt zu Lähmung des Gehirns oder zu Krämpfen (Zinc.). Marasmus; Kind mit runzliger Haut, sieht aus wie ein kleiner getrockneter alter Mann (Abrot.).
Beziehungen. - Gegenmittel bei giftigen Dosen: starker Kaffee, Nux, Kali per., und ständige Bewegung. Wenn die Symptome entsprechen, können die Potenzen die üblen Folgen einer Opiumvergiftung antidotieren. Vergleiche: Apis, Bell., Hyos., Stram. und Zinc.
Verschlimmerung. - Während und nach dem Schlaf (Apis, Lach.); beim Schwitzen; durch Wärme; Reizmittel.
Besserung. - Durch Kälte; durch ständiges Gehen.