Fieber
By James Tyler Kent — Vorlesungen über homöopathische Arzneimittellehre
Bei Bell. findet sich kein kontinuierliches Fieber. Es ist wahr, die älteren Bücher empfehlen Ihnen Bell. wegen dieser heftigen Hitze beim Abdominaltyphus und bei einigen anderen kontinuierlichen Fiebern; wenn Sie Bell. aber von Anfang bis Ende prüfen, werden Sie in seinem Fieber nichts Kontinuierliches finden.
Sein Fieber ist remittierend. Es tritt in seinen Beschwerden niemals allmählich auf wie beim Abdominaltyphus. Es hat nicht den allmählichen Anstieg und den allmählichen Abfall wie ein kontinuierliches Fieber.
Ich erwähne das nur, damit Sie nicht irregehen.
Unser beklagter Hering, einer der fähigsten Lehrer, die die Welt je hatte, rechnet Bell. dem Abdominaltyphus zu, wenn das Delir und die Hitze Bell. einigermaßen ähnlich sind; aber ich will Ihnen genau sagen, was geschehen wird.
Wenn Sie Bell. gegen das Delir beim Abdominaltyphus geben - gegen ein Delir also, das wie Bell. aussieht -, mögen Sie das Delir unterdrücken, aber andere Erscheinungen werden in diesem Fieber aufsteigen.
Sie werden nicht das Fieber unterdrücken, sondern den Patienten niederwerfen. Der Patient wird länger krank sein, in einen stärkeren Zustand der Prostration geraten, als wenn Sie jenes Delir in Ruhe gelassen hätten.
Aber Stramonium paßt vollkommen zu Herings Beschreibung eines Falles, in dem er sagt, daß Bell. gegeben werden sollte.
Der Begriff dieser Hitze muß im Geist fest verankert sein.
Hitze, intensive Hitze, heftige Hitze .
Es gibt noch eine andere Phase von Bell., die sich durch alle diese entzündlichen Beschwerden und seine Fieber hindurchzieht.
Die entzündeten Teile, und sehr häufig die Haut, sind sehr rot und werden, während die Entzündung fortschreitet, livide; mit dem Fortschreiten des Fiebers wird das Gesicht marmoriert; aber das erste Bild von Bell. ist leuchtend rot, und die Haut ist glänzend.
Ein entzündeter Teil, den man sehen kann, ist rot. Bei Entzündung von Drüsen wird die Haut über den Drüsen stellenweise leuchtend rot sein.
Daher rote Flecken am Hals über entzündeten Drüsen. Bei Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, Entzündung der Unterkieferdrüsen, Entzündung der Drüsen des Halses wird über jeder ein Fleck so rot wie Feuer sein.
Der Rachen ist scharlachrot. Die Schleimhaut ist entzündet und scharlachrot. Nach kurzer Zeit wird sie livide, schließlich marmoriert; das zeigt den Charakter und die Richtung der Bell.-Konstitution.
Sie bewegt sich allmählich auf einen zymotischen Zustand zu, wie wir ihn beim Scharlach, bei entzündlichen Zuständen vom niedrigen Typus sehen; zunächst intensive Kongestion, dann folgt vasomotorische Lähmung.
Intensive Kongestion und Blaufärbung, oder purpurn und marmoriert.
Brennen: Ein weiteres großes Kennzeichen von Bell. findet sich in seinen entzündeten Teilen und in seinen schmerzhaften Teilen; wann immer Bell. etwas wie eine entschiedene Wirkung hervorbringt, hat es Brennen ; intensives Brennen.
Das Brennen im Hals bei einer Bell.-Halsentzündung ist wie eine glühende Kohle. Entzündung der Tonsillen, Brennen wie Feuer.
Die Haut brennt, und sie ist für das Empfinden des Patienten brennend heiß und für den Arzt intensiv heiß. Die Haut brennt beim Scharlach. Er sagt:
"Es brennt so, Doktor, es brennt so;"
bei galligem oder remittierendem Fieber. Bei Entzündung eines Organs brennt die Haut, es gibt ein brennendes Fieber, und der Teil selbst brennt.
Entzündung der Harnblase, mit Brennen. Kongestion des Gehirns, und der Kopf brennt. Kongestion im Rachen, und der Rachen brennt.
Es ist örtlich heiß, und es brennt auch subjektiv. Bei Gastritis besteht Brennen.
Bei Entzündung der Leber brennt die Leber. Kongestion der Leber mit Gelbsucht, und die Leber brennt. Nun haben wir drei führende Merkmale; nennen Sie sie nicht " key notes," denn das meine ich nicht; Hitze , Rötung und Brennen.
Wir werden sehen, wie sie das gesamte Gepräge der Krankheit verändern, wie sie alles durchdringen und sich verzweigen und wie sie Bedeutung gewinnen.
Schwellung: Aber das ist nicht alles. Wir haben viel Schwellung bei Bell. Die entzündeten Teile schwellen rasch an; sind äußerst berührungsempfindlich; sind sehr schmerzhaft, mit dem Gefühl, als ob sie platzen würden, mit drückenden Schmerzen, Stechen und Brennen.
In diesen entzündeten Teilen finden sich Hitze, Rötung und Brennen ebenso wie Schwellung. Schwellung, Stechen, Brennen, Pochen. Überall pocht es; bei allen Kongestionen und Entzündungen pocht es.
Der Teil selbst pocht, und seine Karotiden pochen. Wenn Kinder mit Kongestion des Gehirns krank im Bett liegen, haben sie einen intensiv heißen Kopf. Sind sie alt genug, darüber zu sprechen, werden sie sagen: " Es brennt."
Dann aber werden wir das Pochen bemerken. Die Schläfenarterien und die Karotiden pulsieren mit großer Heftigkeit. Es herrscht ein Aufruhr. Es findet ein Erdbeben statt. Alles wird erschüttert, wenn der Patient Bell. braucht.
Es gehört zu den schmerzhaftesten Mitteln. Der Bell.-Patient ist dem Schmerz gegenüber so empfindlich. So empfindlich, daß er unter dem Schmerz mehr leidet als gewöhnliche Menschen.
Und merken Sie sich: die Schmerzen kommen plötzlich, sie bleiben kürzere oder längere Zeit, und sie gehen plötzlich . So ist es bei Neuralgie; so ist es bei entzündlichen Zuständen; so ist es in entzündeten Organen; so ist es, wo immer sie auftreten.
Schmerzen, die reißen, einschießen, brennen, stechen, drücken und wundbrennen, alles auf einmal. Alle diese Eigenschaften sind zu einem Bündel zusammengeschnürt, so daß er leidet.
Alle seine Schmerzen sind schlimmer von Bewegung, schlimmer von Licht, schlimmer von Erschütterung, schlimmer von Kälte. Er möchte warm eingehüllt sein und ist schlimmer von jeder Entblößung oder Zugluft.
Die Kopfschmerzen sind wie viele der anderen Schmerzen; es fühlt sich an, als ob das Gehirn auf und ab ginge, bei jedem Schritt, den er macht, reißend und brennend, und bei jeder Bewegung der Augen oder beim Drehen der Augäpfel oder beim Treppensteigen, beim Aufstehen von seinem Sitz oder beim Sichhinsetzen; jede Bewegung erzeugt heftige Schmerzen; es fühlt sich an, als wolle der Kopf platzen, als ob die Augen herausgedrückt würden. Wenn er sich bewegt, bringt er das Herz dazu, in seinen schmerzhaften Teilen zu pulsieren, und er nennt das " hämmernde Schmerzen."
Wo immer dieser Schmerz sitzt, kann er keine Berührung ertragen. Wird er berührt, beginnt er zu pochen. Wird er entblößt, wird er schlimmer. Wenn jemand über den Fußboden geht, macht ihn die Erschütterung schlimmer.
Die Erschütterung des Bettes , wenn er im Bett liegt, ist eine häufige Verschlimmerung von Bell. Wenn er so krank ist, daß er im Bett liegt, macht die Erschütterung des Bettes alle seine Beschwerden schlimmer.
Sie gehen an das Bett eines Patienten, der an einer entzündeten Leber leidet, und er wird Sie nicht die Hand auf das Bett legen lassen, denn die Erschütterung macht ihn schlimmer. Sitzt der Schmerz im Bauch, ist die Gebärmutter entzündet oder befindet die Frau sich in den Wehen, so ist es dasselbe.
Diese Verschlimmerung durch Erschütterung ist ein so ausgeprägtes Merkmal, daß sie nicht immer auf Entzündungen beschränkt ist. Sie findet sich oft in abgewandelter Form bei einem Zustand nervöser Hyperästhesie.
Eine Gebärende ist, wenn keine Entzündung vorliegt und auch keine droht, in einem solchen Zustand von Hyperästhesie, daß sie die Fenster geschlossen haben möchte, um die Luft draußen zu halten; sie will nicht berührt werden; sie will nicht, daß das Bett bewegt wird; jede kleine Erschütterung verschlimmert; sie ist gegen Erschütterung so empfindlich, selbst wenn kein empfindlicher Teil vorhanden ist.
Sie kommen zu einem solchen Fall, und mit der Zeit werden Sie erkennen, daß Sie ohne Bell. auf eine schwierige und schmerzhafte Geburt zusteuern.
Aber mit einer Dosis Bell. gehen alle diese Beschwerden schnell vorüber, so schnell ist die Wirkung dieses Mittels. Die Erschütterung des Bettes wird Ihnen oft die Natur des Mittels enthüllen. Wenn Sie an das Bett eines Patienten treten, der an Gallensteinkolik mit heftigen Schmerzen leidet, kann er nicht ertragen, daß das Bett berührt wird.
Sein Gesicht ist rot, seine Haut brennt, er kann nicht berührt werden, er ist in qualvoller Agonie, und er sagt Ihnen das, noch ehe Sie das Zimmer durchquert haben. Sie sehen alles. Er sagt:
"Berühren Sie das Bett nicht, Doktor."
Das ist ein besonderes Merkmal; die Verschlimmerung durch Erschütterung ist ausgeprägt.
Krämpfe: allgemeine Krämpfe und lokale Krämpfe. Krämpfe kleiner Kanäle, der Ringfasern, röhrenförmiger Organe, wie jene, von denen ich bei der Gallensteinkolik gesprochen habe.
Im Ductus communis choledochus kommt es zu einem krampfhaften Zusammenziehen - oder es kann im Ductus cysticus sein, daß die Ringfasern dieses kleine Steinchen packen und nicht hindurchlassen.
Der Gang ist weit genug, um es durchzulassen, und es hat bereits begonnen hindurchzugehen - aber die Reizung des Teils verursacht einen Krampf, und dieser packt das kleine Steinchen fest; gibt man ihm eine Dosis Bell. auf die Zunge, läßt der Krampf nach, der Stein geht weiter, und es gibt keine weiteren Schwierigkeiten; in fünfzehn Minuten ist die Gallensteinkolik verschwunden.
Bei der homöopathischen Verordnung bei Gallensteinkolik gibt es nie ein Versagen. Die Symptome sind nicht immer Bell., aber in diesem Fall, in dem diese schreckliche Empfindlichkeit vorhanden ist, ist es Bell.
"Krämpfe bei Säuglingen."
Sie sind heftig und gewöhnlich mit zerebraler Kongestion verbunden. Die Haut befindet sich immer in einem fieberhaften Zustand. Sie werden ausgelöst durch Licht, durch einen Zug kalter Luft, dadurch, daß dem Säugling kalt wird.
Nervöse, geistig frühreife Kinder, solche mit ziemlich großem Kopf, und rundliche, großköpfige Jungen; besonders Jungen, aber auch Mädchen mit so großen Köpfen wie Jungen, bekommen bei Einwirkung von Kälte Krämpfe. Licht, Bewegung und Kälte lösen diese Krämpfe aus.
Der Bell.-Typ als Individuum ist, wie Bry ., in allen seinen Beschwerden schlimmer von Bewegung.
Bewegung bringt Krämpfe hervor, Bewegung bringt Schmerz hervor; Bewegung steigert die Herzaktion und bringt Pochen hervor; Bewegung bringt viele Beschwerden hervor und steigert die Leiden.
Denken Sie nun an diese Allgemeinsymptome, sooft Sie zu Bell. kommen. Diese Vorstellung von Bell. muß vorherrschen. Ganz gleich, wie viele kleine Symptome Sie zusammentragen, gehen Sie zuerst auf diese ein.
Gemüt
Die Gemütssymptome von Bell. sind faszinierend zu studieren, aber schrecklich mit anzusehen. Die Gemütssymptome sind von der Art, wie sie bei heftigen Fiebern auftreten, wie man sie bei manischer Erregung, im Delir beobachtet.
Erregung durchzieht das Ganze. Heftigkeit durchzieht sämtliche Gemütssymptome. Die Gemütssymptome sind sämtlich aktiv, niemals passiv. Bei Bell. gibt es kein passives Delir. Es ist ein wilder Zustand.
Er ist wild; schlägt, beißt, zerreißt Dinge; tut ungewöhnliche Dinge; tut seltsame Dinge; tut unerwartete Dinge. Er befindet sich in einem Zustand gesteigerter Erregbarkeit. Diese Gemütssymptome, die während Fiebern auftreten, das Delir und die Erregung, werden sehr häufig durch den Genuß einer kleinen Menge leichter Nahrung gebessert.
Das ist bei Bell. nicht allgemein bekannt, ist aber ein recht stark hervortretendes Merkmal. Behalten Sie aber die Heftigkeit im Gedächtnis; und wenn Sie an ein Krankenbett mit diesem heftigen Delir treten, denken Sie an die Hitze, Rötung und das Brennen.
Voller Einbildungen. Sieht Gespenster und Geister und Offiziere und wilde Dinge. Im frühen Stadium des Fiebers ist das Delir sehr heftig und erregt; im weiteren Verlauf aber verfällt er in einen Schlaf, eine Art Halbschlummer, einen halbkomatösen Zustand.
Offenbar im Traum, und er schreit auf. Träumt Schreckliches. Sieht in seinen Träumen die Dinge, von denen er spricht. Wenn er wirklichen Schlaf hat oder Ruhe, soweit er überhaupt zur Ruhe kommt, hat er heftige Träume; Alpträume.
Sieht Dinge in Flammen. Er ist im Delir und in Qual. Mitunter wird er stumpf, scheint das Bewußtsein zu verlieren. Verliert die Erinnerung an alles und wird dann wieder wild. Sein Delir erlischt, wenn er zu schlafen scheint.
Diese Symptome treten häufig bei zerebraler Kongestion auf, bei der heftigen zerebralen Kongestion des Kindes. Wenn sie alt genug sind zu sprechen, sprechen sie von dem Hämmern im Kopf.
In Bell. bleibt das Kind gewöhnlich auch in tiefem Stupor, jenem tiefen Stupor, der mit Gehirnkongestion einhergeht: erweiterte Pupillen; heiße, trockene Haut; rotes Gesicht; pulsierende Karotiden.
Schließlich wird das Kind bleich, während der Stupor zunimmt, und der Hals wird nach hinten gezogen; denn mit dem Fortschreiten werden die Basis des Gehirns und das Rückenmark mit ergriffen, und die Nackenmuskeln kontrahieren sich; ziehen den Kopf nach hinten; und es rollt den Kopf hin und her; die Augen starren, die Pupillen sind erweitert.
Dieser Gemütszustand ist verbunden mit Scharlachfieber und mit zerebrospinaler Meningitis.
Ferner nehmen diese Gemütszustände die Form akuter Manie an, wobei der Kranke den Löffel beißt, wie ein Hund bellt, alle Arten heftiger Dinge tut, sogar aus dem Fenster springt. Er muß festgehalten, in eine Zwangsjacke gesteckt werden.
Das Gesicht ist rot, die Haut heiß, und der Kranke sagt zuweilen, er brenne überall, oder der Kopf brenne, und der Kopf ist sehr heiß.
Während all dieser Zeit sind die Füße kalt. Kopf heiß, Füße kalt, oder Füße und Hände eisig kalt. Es scheint, als werde alles Blut zum Kopf gehetzt. Alle Arten von Wahnvorstellungen und Halluzinationen mischen sich in die akute Manie; Gespenster; gräßliche Ungeheuer; seltsame Dinge und mißgestaltete Gestalten.
Furcht vor eingebildeten Dingen und der Wunsch wegzulaufen. Im Delir von Bell. will er aus dem Fenster springen, will laufen, will seinen Pflegern entkommen. Er glaubt, sie wollten ihm Schaden zufügen.
Während der ganzen akuten Manie und während des ganzen Delirzustandes tragen alle Äußerungen den Charakter der Heftigkeit. Zerstörungstrieb.
Der Bell.-Kranke muß im akutesten Zustand überwacht, beherrscht, geführt und mitunter angebunden werden. Im Text werden diese Zustände als „Wut, Raserei“ beschrieben.
Er will Gewalt anwenden.
„Stöhnen. Statt zu essen, biß er einen hölzernen Löffel in zwei Stücke, benagte den Teller und knurrte und bellte wie ein Hund. Ein heftig kranker Knabe lief maßlos lachend im Zimmer umher.“
Es zeigt sich ein irrsinniges Lachen. Ein lautes, stürmisches Lachen.
„Ein Stück Brot, das er für einen Stein hielt, warf er weit von sich. Er dreht und wälzt sich im Bett in vollkommener Raserei. Abneigung gegen Geräusch und Gesellschaft.“
Abneigung gegen Licht; im Dunkeln besser. Mitunter schiebt sich zwischen diese Anfälle von Heftigkeit ein passiverer Zustand.
Die aktive Zeit ist immer die der Heftigkeit; doch gibt es bisweilen einen passiveren Zustand, in dem die Kranke im Bett sitzt oder liegt und die Bettkleidung zerreißt oder alles zerbricht, was sie in die Hände bekommt. Ist es ein Stock, wird sie ihn zerbrechen.
Durch alle Beschwerden hindurch, ob Delir, Fieber oder Schmerzen, zieht sich das Auffahren .
Auffahren im Schlaf wie bei einem elektrischen Schlag. Sobald er einschläft, geht eine Empfindung wie ein elektrischer Schlag durch den ganzen Körper.
„Fährt beim Herannahen anderer erschrocken auf. Furcht vor eingebildeten Dingen, will vor ihnen davonlaufen.“
„Große Angst“
zieht sich durch das Mittel hindurch. Wenn ein Kranker aus diesen Deliranfällen herauskommt, wenn er aus Krämpfen hervorkommt, ist Furcht im Gesicht gezeichnet.
Der Kranke ist in großer Erregung; der Kreislauf befindet sich in starker Erregung; das Herz ist in starker Erregung; Bewegung und Gemütsbewegung steigern das Schlagen des Herzens.
Es dürfte bereits ersichtlich geworden sein, daß Bell. ein Mittel ist, das überempfindlich ; ein Zustand von Hyperästhesie, äußerster Reizbarkeit der Gewebe. Man sagt, dies sei eine gesteigerte Reizbarkeit der Nervenzentren.
Hieraus entwickelt sich ein Zustand gesteigerter Fähigkeit zu schmecken, zu riechen und zu fühlen; Erregbarkeit des Sensoriums.
Sensorium: Empfindlich für Eindrücke. Empfindlich gegen Licht, gegen Geräusch, gegen Berührung, gegen Erschütterung . Das Sensorium ist heftig erregt.
Übermäßige nervöse Reizbarkeit tritt vielleicht als eines der hervorstechendsten Merkmale von Bell. hervor, im Gegensatz zu Arzneien wie Opium, die dem Kranken jede Empfindlichkeit nehmen.
Je mehr Kongestion bei Bell. vorhanden ist, desto größer die Erregbarkeit. Je mehr Kongestion bei Opium, desto geringer die Erregbarkeit.
Und doch sind sie einander in vieler Hinsicht sehr ähnlich; sehr ähnlich im Aussehen; im Erscheinungsbild von Augen und Gesicht; ähnlich in den pathologischen Zuständen. Wollte ich nach dem pathologischen Zustand, der Gehirnkongestion, dem äußeren Erscheinungsbild verordnen, ohne die Intensität des einen oder des anderen zu berücksichtigen, könnte ich nicht zwischen Opium und Bell. unterscheiden.
Sie antidotieren einander oft. Aber wir verordnen nicht nach der Pathologie, sondern nach den Symptomen, nach sorgfältiger Individualisierung.
„Schwindel“, bei dieser intensiven Erregbarkeit. Das Umdrehen im Bett oder das Bewegen des Kopfes macht ihn schwindlig.
„Die Dinge drehen sich.“
„Schwindel mit Pulsationen.“
Bewegung des Kopfes verstärkt die Pulsation und den Schwindel. Der Kranke liegt im Bett; kann den Kopf nicht aufrecht halten.
Diese gesteigerte Empfindlichkeit betrifft besonders die Kopfhaut. Wir bemerken sie besonders bei der Frau. Sie kann die Haare nicht aufgebunden tragen. Häufig ist es so, daß Bell.-Kranke sich die Haare nicht kämmen oder bürsten lassen.
„Läßt die Haare über den Rücken herabhängen“; so empfindlich ist die Kopfhaut.
„Die Haare fühlen sich an, als würde daran gezogen. Will die Haare nicht berührt haben.“
Es gibt einige Mittel, die zu extremer Reizung bei sehr empfindsamen Naturen passen; wie Hepar , wo sie vor Schmerz ohnmächtig wird; wie Nitric acid, wenn sie das Geräusch der auf der Straße fahrenden Wagen nicht ertragen kann, weil es so heftige Leiden hervorruft; wie Coffea , wo Schritte alle Beschwerden verschlimmern; er war so schmerzempfindlich, daß schon das Geräusch eines durch die Tür Eintretenden, als er sich im dritten Stock befand, seine Leiden heftig verschlimmerte, obwohl es sonst niemand hören konnte.
Bei Nux vomica verstärkt schon das Geräusch von Schritten den Schmerz im ganzen Körper. Bell. hat in seiner Natur all diese Schmerzempfindlichkeit. Sie ist ein Teil des allgemeinen Sensoriums; der ganze körperliche Zustand ist gesteigert.
Der Chamomilla-Kranke ist überempfindlich gegen Schmerz, aber wir brauchen mit dem Chamomilla-Kranken kein Mitleid zu haben, er wird es selbst durchkämpfen. Aber den Belladonna-Kranken, den Pulsatilla-Kranken und den Nitric acid-Kranken werden Sie bedauern.
Ein merkwürdiger Teil davon ist auch die reaktive Erregbarkeit. Die Reaktion auf Arznei ist so schnell und so plötzlich, daß ich viele Male einen Kranken habe sagen hören, ehe ich mich vom Bett abgewandt hatte,
„Dieses Mittel hat mich gelindert“, so schnell ist die Reaktion.
Bei vielen Mitteln ist die Reaktion verlangsamt, bei Bell. aber ist sie gesteigert. So ist es auch bei Nux vomica und bei Zincum. Wenn der Fall sehr akut ist, bisweilen aber auch, wenn er einigermaßen chronisch ist, ist diese Empfindlichkeit ausgeprägt.
Cuprum ist überall so empfindlich. Es hat empfindliche Warzen; es hat empfindliche Haut, empfindliche Polypen, alles empfindlich; und es ist in seiner Reaktion so empfindlich, daß, wenn es gebraucht wird, nur teilweise angezeigte Mittel nicht wirken, weil der Kranke gegen alles so überempfindlich ist, daß alles zu stark wirkt.
Die kleinste Dosis, die mildeste Dosis, die einfachste Dosis wirkt zu stark, und alles verschlimmert. Gerüche verschlimmern; gut gewählte Mittel stören, statt zu heilen.
Cuprum dämpft, mildert diese Empfindlichkeit, und gut gewählte Mittel wirken dann heilend und dauerhaft. Cuprum hat sie nicht in jenem hohen Zustand der Kongestion, darin ist es nicht wie Bell.; Cuprum besitzt diese Empfindlichkeit nicht zusammen mit dem aktiven Fieber und der Kongestion, dem Pulsieren und der Kreislaufstörung; wohl aber hat es sie in einem chronischen Zustand.
Frauen und Kinder sind so empfindlich, daß sie kein Mitgefühl erlangen, und es ist auch nicht für hysterische Personen geeignet, sondern für solche, die sich nicht vollkommen beherrschen können. So ist Cuprum.
Wir haben Arzneien, die zu empfindsamen Menschen passen, besonders zu empfindlichen Frauen. Empfindlich gegen Gerüche, empfindlich gegen jeden denkbaren Einfluß.
Der Arzt, der hinausgeht und sich dieser armen, kranken kleinen Sterblichen annimmt, der ihre Natur versteht, ihre Beschaffenheit erkennt und sie von ihrem Leiden befreit, wird die ganze Gemeinde für sich gewinnen, ungeachtet des Rufes aller Ärzte, die vor ihm dort waren.
Er darf nicht einer von denen sein, die jedermann nach dem eigenen Sensorium messen; er mag selbst ein Dickhäuter sein, aber er wird empfindliche Patienten finden.
Kopf
Diese Empfindlichkeit findet sich bei den meisten Bell.-Kopfschmerzen. Es gibt stechende Schmerzen, pochende Schmerzen, einschießende Schmerzen, alle im Zusammenhang mit Blutandrang.
Sie sind alle empfindlich gegen Bewegung, gegen jede Erschütterung, gegen Licht, selbst gegen das Blinzeln der Augen; empfindlich gegen Zugluft. Bell. ist angezeigt, wenn der Kopf hin und her gewälzt wird - der Kranke wälzt den Kopf, weil der Schmerz so heftig ist, dass er nicht stillhalten kann, obgleich die Bewegung den Kopfschmerz verstärkt.
Ein Kind liegt da, dreht sich und wirft den Kopf bei Blutandrang zum Gehirn hin und her und stößt den Hirnschrei aus, einen plötzlichen Schrei. Nach einer Weile wacht es auf und beginnt den Kopf hin und her zu werfen, und alle paar Minuten stößt es jenen Hirnschrei aus; es verfällt in Stupor, der Nacken ist nach hinten gezogen, das Gesicht ist gerötet, jetzt wird es blass.
Es gibt Zeiten von Stupor, und in diesem Stupor schreit das Kind auf. Bei allen Gehirnleiden müssen wir vorsichtig sein mit reichlicher Ernährung oder mit Überladung des Magens, denn der Magen ist sehr schwach. Er verdaut nicht viel, doch soll die Nahrung sorgfältig ausgewählt und leicht sein.
Großes Schweregefühl des Kopfes. Der Kopf fühlt sich wie ein Gewicht an und ist nach hinten gezogen. Mitunter sehen wir den Kopf infolge Kontraktion der Nackenmuskeln nach hinten gezogen, wenn die Häute des oberen Teiles der Wirbelsäule beteiligt sind.
Wieder sehen wir, dass der Bell.-Kranke selbst den Kopf zurückzieht, weil das Zurückziehen des Kopfes die heftigen Kopfschmerzen oft bessert.
Diese Besserung hält an, solange er den Kopf zurückhält. Verschlimmert durch Vorbeugen des Kopfes im Sitzen, durch Vorbeugen des Kopfes im Stehen oder beim Bücken. Es fühlt sich an, als ob das Gehirn herausfallen oder nach vorn gedrängt würde.
Dies verstärkt den Kopfschmerz so sehr, dass er bisweilen in messerartige oder hämmernde Schmerzen übergeht. Dies sind die gebrauchten Ausdrücke.
Empfindung wie von Nägeln und Hämmern, hackend und reißend; bei alledem aber Druck und Pochen. Beim Aufstehen von einem Sitz werden alle diese Empfindungen verstärkt. Pochende Pulsation, wie Hämmer, die gegen die Innenseite des schmerzhaften Schädels schlagen, von den Kranken so beschrieben, als sei das Innere des Schädels durchweg wund und werde bei jeder Pulsation von Hämmern beklopft.
Bisweilen beruhigt es sich beim stillen Sitzen oder im Liegen; aber das Aufstehen von einem Stuhl setzt jenes Hämmern wieder in Gang.
"Ausdehnend" ist ein Ausdruck, den der Kranke oft gebraucht, und er wurde auch von den Prüfern gebraucht. Ausdehnungsgefühl, als ob der Kopf vergrößert wäre; Druck von innen nach außen.
Alle diese Kopfschmerzen werden durch Druck von außen gelindert. Plötzliche Berührung oder plötzlicher Druck verschlimmert; aber ein Druck, der allmählich verstärkt und vorsichtig auf den Kopf ausgeübt wird, bessert, wie der Druck einer Binde oder einer eng anliegenden Kappe.
Wieder werden alle diese Kopfschmerzen durch Aussetzung an kalte Luft hervorgerufen; durch Stehen in kalter Luft mit unbedecktem Kopf. Mitunter entsteht schon durch bloßes Haareschneiden ein heftiger Kopfschmerz. Der Blutandrang zum Kopf hält tagelang an, mit Pochen und Pulsieren; infolge des Haareschneidens.
Ohrenbeschwerden, Brustbeschwerden, rheumatische Beschwerden entstehen durch Haareschneiden oder durch Stehen in kühler Luft ohne Hut; so empfindlich ist der Kopf gegen Kälte.
Von diesem Mittel kann man sagen, dass Beschwerden verschiedener Körperteile vom Kopf her kommen und nach unten gehen. Beschwerden in den unteren Extremitäten, rheumatische Beschwerden der Gelenke mit starker Rötung und Schwellung, entstehen durch Entblößen des Kopfes, durch Exposition des Kopfes, dadurch, dass der Kopf nass wird, oder dadurch, dass man in einen Regenschauer gerät.
Es gibt eine Beschwerde, die Sie in Verlegenheit bringen wird, wenn Sie ihr jemals begegnen und nicht genau wissen, was ich Ihnen jetzt sagen werde.
Die Beschwerden von Bell. werden im Allgemeinen durch Ruhe gebessert und durch Bewegung verschlimmert; doch gibt es eine Art von Unruhe mit reißendem Schmerz von den Hüften abwärts, äußerst unerquicklich zu beobachten, die den Kranken fortwährend zum Gehen zwingt.
In dem Augenblick, in dem Ruhe eintritt, beginnen die Schmerzen. Bisweilen schießen sie nach unten, bisweilen ziehen sie reißend die Nerven auf und nieder; und dies kommt von Exposition des Kopfes und nicht davon, dass die Füße nass werden.
Beschwerden von Aconit und Pulsatilla entstehen dadurch, dass die Füße nass werden, und diese Beschwerden steigen nach oben, kommen von den Füßen her und gehen aufwärts und befallen den Kopf.
Bell.-Beschwerden entstehen durch Exposition des Kopfes und gehen nach unten; sie betreffen bald den Kopf, bald die Brust, bald den Magen, bisweilen haben sie ihren Sitz im Bauch, bisweilen in Gebärmutter und Ovarien.
Rhus hat Beschwerden vom Nasswerden, aber die Beschwerden sitzen in den Teilen, die nass geworden sind. Wenn er die Beine nass bekommt, wird er Rheumatismus in den Beinen haben.
Hier besteht ein großer Unterschied, und dieser Unterschied muss bei fast jeder Verordnung gemacht werden. Homöopathie ist eine Sache der Individualisierung danach, wie sich Beschwerden ausbreiten. Manche Beschwerden beginnen auf der rechten Körperseite und breiten sich nach links aus.
Manche Beschwerden beginnen im oberen Teil des Körpers und gehen nach unten. So wirkt dieses Mittel. Bei manchen Mitteln ruft die Exposition der Füße gegenüber einem eiskalten Luftzug Kopfschmerz hervor ( Silic.); bei Bell ruft die Exposition Kopfschmerz oder Neuralgie der unteren Extremitäten hervor.
Nun ist jener Schmerz, der in Ruhe auftritt, bei Bell. eine Ausnahme. Das veranschaulicht wiederum, wie wichtig es ist, sehr entschieden zwischen Generalia und Particularia zu unterscheiden.
Ohne Kenntnis von " Generalia " und " Particularia " werden Sie niemals exakt verordnen. Die unteren Extremitäten bilden hier die Particularia. Der Kranke und sein Allgemeinzustand werden durch Ruhe gebessert; die Symptome des Kranken werden durch Ruhe gebessert.
Alle jene Symptome, die den Kranken selbst betreffen, werden durch Ruhe gebessert; aber die Schmerzen der unteren Extremitäten, wie beschrieben, jene neuralgischen Schmerzen, werden durch Bewegung gebessert und treten in Ruhe auf.
Das bedeutet nicht, dass alle Schmerzen in den unteren Extremitäten durch Bewegung gebessert werden, denn die Schmerzen bei Rheumatismus werden ausnahmslos durch Ruhe gebessert und durch Bewegung verschlimmert.
Jene reißenden Schmerzen von den Hüften abwärts, ohne Schwellung, treten während der Ruhe auf. Alle Mittel sind voller Sonderbarkeiten, und das Herausarbeiten dieser Eigentümlichkeiten befähigt uns zu guter Verordnung.
Bei allen Beschwerden von Bell. darf man den Blutandrang nach oben nicht aus dem Auge verlieren.
"Blutandrang zum Kopf. Kalte Extremitäten."
Kalte Füße, kalte Hände; heißer Kopf.
Augen
Entzündliche Zustände der Augen.
"Glänzende Augen. Erweiterte Pupillen. Gerötetes Gesicht. Intensive Rötung des entzündeten Teils."
Entzündung sämtlicher Gewebe der Augen, der Augenlider und aller Teile des Augapfels, mit äußerst heftigen Schmerzen. Hitze, Rötung und Brennen.
Diese drei starken Merkmale, die sich durch das Mittel hindurchziehen, finden sich auch in den Augenbeschwerden. Pulsation, Anschwellung, Tränenfluss; äußerst heftige Schmerzen; alle Beschwerden sind durch Bewegung schlimmer und durch Licht schlimmer.
Äußerst starke Lichtscheu.
"Lichtblitze und Flimmern vor den Augen,"
Beim Lesen erscheinen die Zeilen krumm.
"Verschwommensehen oder tatsächliche Blindheit."
Äußerst starke Kongestion und Fülle aller Teile.
"Apoplexie der Retina. Halb geöffnete, hervortretende, starr blickende Augen."
Dies sieht man beim Säugling, wenn das Kind in einem Stupor liegt; die Augen halb offen; Kongestion des Gehirns; das Gesicht gerötet und sehr heiß; Wälzen des Kopfes von einer Seite zur anderen; wenn dies mehrere Tage angedauert hat, wird das Gesicht später blass und der Hals nach hinten gezogen.
Bei diesen kongestiven Zuständen liegt der Kranke mit halb offenen Augen; fast kein Blinzeln.
"Orbitale Neuralgien. Hervortretende Augen, mit erweiterten Pupillen. Entzündung des Sehnerven und der Retina. Augen kongestiv und rot."
Ein weiteres zum Auge gehöriges Merkmal ist Strabismus. Nicht jene Fälle, die allmählich entstehen und den Chirurgen benötigen werden, sondern jene, die zusammen mit Kongestion des Gehirns auftreten, mit diesem Zustand von Kongestion und erweiterten Pupillen und Wälzen des Kopfes von einer Seite zur anderen, gerötetem Gesicht, klopfenden Karotiden und intensiver Hitze.
Nach ein oder zwei Tagen beginnt das Auge sich nach innen zu wenden, und das Kleine schielt. Das ist eine zusätzliche Indikation für Bell. Mitunter bleibt, wenn eine schwere Kongestion zurückgeht, der Strabismus bestehen, und Bell. ist bisweilen das geeignete Mittel.
Alle diese Fälle, die aus Kreislaufzuständen hervorgehen, sollten mit Arzneien geheilt werden. Sie sollten niemals zum Chirurgen geschickt werden. Auch wenn sie einige Zeit, sogar Monate, bestehen bleiben, werden sie durch gut gewählte Arzneien geheilt, während jene, die allmählich entstehen, und jene, die so geboren werden, durch Arzneien nicht gelindert werden.
Nur jene krampfartigen, die mit Kongestion des Gehirns verbunden sind und daraus hervorgehen. Im Zusammenhang mit Kongestion der Leber und duodenalem Katarrh besteht Gelblichkeit der Augen.
Ohren
Bei Entzündungen des Ohres, die in Eiterung übergehen, ist Bell. selten nützlich. Wir müssen zu tiefwirkenden Arzneien greifen.
Wir können Schmerz, Druckempfindlichkeit, Überempfindlichkeit und alle entzündlichen Zustände haben; aber Fälle, die Bell. erfordern, gehen selten bis zur Eiterung fort.
Schleimhäute: Nun kommen wir zu den Schleimhäuten, der Nase, dem Mund, dem Hals, dem Kehlkopf, der Brust, der Schleimhaut, die sich durch die Eustachische Röhre in das Ohr erstreckt, und wir haben ein weiteres starkes Merkmal von Bell., das die meisten seiner Zustände kennzeichnet.
Große Trockenheit; ein Gefühl von Trockenheit.
Trockenheit in der Nase; im Mund; an der Zunge; im Hals; in der Brust, und entsprechende Erscheinungen wie trockener Husten und krampfartige Zustände.
Dies ist so allgemein, dass es bei den Nasensymptomen, dem Schnupfen, den Halsbeschwerden, dem Husten noch verstärkt hervortritt; Trockenheit der Schleimhäute wird sich im Allgemeinen finden. So ist es auch bei Phos.
Wenn Phos. Halsschmerzen hat, wird Trockenheit des Mundes, der Zunge und der Luftwege vorhanden sein.
Dies gilt allgemein für den Respirationstrakt. Dann gibt es Schnupfen mit viel Niesen,
"Stechen, Brennen in der Nase."
Heißes Gefühl in der Nase. Die allgemeinen Zustände zeigen viel Rötung des Gesichts, viel Hitze mit dem Schnupfen; heißen Kopf, kalte Extremitäten; ausgeprägten Kopfschmerz, weil Trockenheit vorhanden ist.
Schon die Trockenheit selbst ist bisweilen schmerzverursachend, weil der natürliche Sekretfluss der Schleimhäute versiegt ist.
Wann immer wir unterdrückte Sekretionen haben, haben wir Fieber, und bei Bell. ist dies ausgeprägt. Unterdrückung des Ausflusses mit Fieber, mit Hitze, Rötung und Brennen; rotes Gesicht, brennendes Gesicht; Hitze im Gesicht und im Kopf und kalte Extremitäten. Im Text heißt es,
"wahnsinnig machender Kopfschmerz bei unterdrücktem Katarrh."
Nun hat in einem solchen Klima wie diesem während des Winters, bei kaltem Wetter und bei Wetterwechseln fast jeder Mensch mehr oder weniger Schleimabsonderung aus der Nase, den Augen und den Luftwegen.
Es geht ihnen besser, wenn dies stattfindet. Hört es auf einmal auf und werden alle Teile trocken, dann ist Vorsicht geboten.
Ein furchtbarer, wahnsinnig machender, pochender Kopfschmerz tritt auf. Es ist nicht so geeignet für jene alten Katarrhe, bei denen reichlicher Abfluss von dickem, gelbem Schleim besteht.
Der katarrhalische Zustand, in dem Bell. nützlich ist, ist einfach die Steigerung des weißlichen Schleimflusses. Wenn er dick und gelb gewesen ist und dann durch eine Verkühlung plötzlich aufhört und Schnupfen auftritt, ist Bell. wertlos.
Behalte stets im Sinn, dass du bei unterdrücktem Katarrh ein Arzneimittel wählst, das in den Bereich der Symptome gehört, die unterdrückt worden sind. Daher könnte das Mittel bei dicken, gelblich-grünen Absonderungen Merc., Sulphur oder Pulsatilla sein; dann bewegt man sich im Bereich von Arzneien, die fähig sind, den Fluss wiederherzustellen und zugleich eine heilende Wirkung auf den Gewebszustand einzuleiten, sodass der Patient in einem viel besseren Zustand zurückbleibt.
Gesicht
Heftige Gesichtsschmerzen. Reißende, zerreißende Schmerzen im Gesicht; klopfende Schmerzen im Gesicht. Schmerzen im Gesicht, schlimmer auf der rechten Seite; schlimmer durch Erschütterung; mit großer Hitze; klopfenden Karotiden; heißem Kopf; hervorgerufen durch Einwirkung von kaltem Wind und durch Reiten im kalten Wind.
Bell. hat lähmungsartige Zustände geheilt, doch ist Causticum im Allgemeinen das Mittel bei Gesichtslähmung vom Reiten im kalten Wind. Krämpfe der Gesichtsmuskeln.
Außerordentliche Zuckungen im Gesicht. Erysipel im Gesicht; leuchtend rot, allmählich purpurfarben werdend, wenn Fieber damit einhergeht. Bei den neuralgischen Schmerzen besteht stets mehr oder weniger Blutandrang im Gesicht bei heftigen Schmerzen, und das Gesicht ist leuchtend rot.
Im zymotischen Zustand, wenn der fieberhafte Zustand tiefer greift und das Blut stärker zymotisch wird, geht das Gesicht von dumpfer Dunkelfärbung in einen marmorierten Zustand über, wie Sie es bei Baptisia sehen werden, ausgeprägter bei Baptisia als bei Bell.
"Rotes Gesicht, mit brennender Hitze."
Die Zähne sind voll von Schmerzen, Blutandrang und Beschwerden ähnlichen Charakters. Sehr empfindliche Zähne.
Die Zunge sollte trocken sein, denn das ist allgemein für seine Schleimhäute. Trockener Mund; trockene Zunge; geschwollene Zunge; hervorgestreckte Zunge, trocken und hart, fühlt sich wie Leder an.
Verlust der Empfindung, Verlust des Geschmacks, Verlust der Kraft der Zunge und Verlust der Sprache sind sämtlich Bell.-Merkmale.
"Lähmungsartige Schwäche der Zunge; Zittern der Zunge, wenn sie herausgestreckt wird."
Sie kommt schwach heraus. In sehr wenigen Tagen ist der Bell.-Fieberkranke stark heruntergekommen, sehr erschöpft und hat beinahe eine lähmungsartige Schwäche.
Wenn er die Hand hebt und sie einen Augenblick hält, zittert sie auf dieselbe Weise.
Was an der Zunge gefunden wird, ist nur ein Teil des Allgemeinzustandes. Zittern durch Blutandrang in den Nervenzentren. Die Papillen der Zunge sind aufgerichtet, und die Zunge ist leuchtend rot. Leuchtend rote Zunge bei Scharlachfieber. Leuchtend rote Zunge bei Blutandrang zum Gehirn, mit aufgerichteten Papillen.
Als ich Arum triphyllum besprach, sagte ich Ihnen, man habe sie als "Erdbeerzunge" bezeichnet.
Bei Bell. ist es ebenso. Die Zunge sieht so rot wie eine Erdbeere aus, und die Papillen stehen wie die Samen hervor.
"Roter Streifen in der Mitte der Zunge, breit und gegen die Spitze hin breiter. Zunge, weiße Mitte mit roten Rändern."
Weiße Zunge bei Gehirnaffektionen ist nicht ungewöhnlich. Bei Gehirnleiden hat sie einen dicken, milchweißen, zarten Belag über die ganze Zunge.
"Trockenheit des Mundes, mit Durst."
"Trockenheit des Mundes, ohne Durst."
Bell. ist voll von Durst, wie wir finden werden, wenn wir zu den Magensymptomen kommen.
Magen
Manchmal verlangt Bell. nach großen Mengen, manchmal ständig nach Wasser, um den Mund zu befeuchten, wie Ars.
Es ist ein häufiges Kennzeichen bei Bell., wie bei Ars., Wasser in kleinen Mengen und oft zu verlangen, gerade genug, um die ausgedörrte Zunge, den Mund und den Hals zu befeuchten.
Trockenheit in den hinteren Nasengängen, und der Schleim, den er aus den hinteren Nasengängen herabzieht, ist zäh und fadenziehend und sehr spärlich; er ist weiß oder, wenn er überhaupt von Weiß abweicht, blutig.
Doch habe ich über dieses Mittel bei blutigen Absonderungen und Blutungen noch nichts gesagt. Wir werden, ehe wir zu Ende sind, feststellen, dass es ein hämorrhagisches Mittel ist, dass die betroffenen Teile leicht bluten.
Es gibt Blutungen aus den Augen, Blutungen aus der Nase, Blutungen aus dem Hals, Blutungen aus dem Kehlkopf, Blutungen aus der Brust, Blutungen aus der Harnblase, Blutungen aus der Gebärmutter.
Geschwüre bluten. Kleine feine Geschwüre im Hals, nicht größer als ein Stecknadelkopf. Kleine aphthöse Flecken bluten. Eine aphthöse Entzündung des Halses; doch die meisten Halsbeschwerden sind trocken und rot.
Starke Anschwellung. Äußerst empfindlich; starke Schwellung; Unfähigkeit zu schlucken. Großer Schmerz beim Schlucken, mit der ganzen Empfindlichkeit der umgebenden Teile, bei Halsschmerzen und bei entzündetem Hals.
Entzündung und Schwellung der Mandeln, mit rotem Gesicht, intensiver Hitze, klopfenden Karotiden, hohem Fieber, infolge von Erkältung. Rachenenge und Rachen tiefrot. Weicher Gaumen und Mandeln geschwollen.
Schlucken schmerzhaft, besonders von Flüssigkeiten. Die Sprache ist verwaschen.
"Es ist, als ob ein Kloß im Hals säße"; das kommt von den geschwollenen Mandeln.
Ständiges Kratzen und Räuspern im Hals. Rachen und Kehlkopf befinden sich sehr häufig in einem krampfhaften Zustand; teils infolge von Trockenheit, teils infolge äußerster Empfindlichkeit der Nerven dieses Teils. Umklammern des Halses beim Einschlafen, Umklammern des Halses beim Husten. Krämpfe der Speiseröhre.
"Krampfartige Einschnürung des Halses." Einschnürungen, die krampfartig sind.
Einschnürungen des Kehlkopfes, des Rachens, des Halses. Bell. hat zuschnürende Schmerzen in Teilen, die sich anfühlen wie der Griff von Fingern. Dieses Umklammerungsgefühl wird in der Gebärmutter empfunden; es ist ein Krampf. Es wird in der Leber empfunden; es wird im Gehirn empfunden; es wird im Hals empfunden. Rucken und Zucken der Muskeln, mit heftigem Schmerz, in schmerzhaften Teilen.
Das ist ein ausgeprägtes Bell.-Kennzeichen. Die Kranken sagen manchmal in ihrer Unfähigkeit, ihre Empfindungen zu beschreiben:
"Doktor, ich fühle dort drinnen ein Umklammern."
Diese Einschnürung, die bei der Halsaffektion auftritt, kommt gerade beim Schlucken von Flüssigkeiten oder festen Speisen, und dieser Vorgang presst Nahrung und Flüssigkeiten in die Nase hinauf und manchmal aus der Nase heraus.
Bei manchen Mitteln tritt dies als lähmungsartiger Zustand auf, weil die Schluckmuskeln gelähmt sind und die natürlichen Kontraktionen, welche die Nahrung die Speiseröhre hinabtreiben, nicht begünstigen; so wird die Nahrung in die Nase hinaufgepresst und verursacht Erstickungsgefühl.
Bei Bell. unterscheiden in seinen akuten Zuständen seine entzündlichen Zustände und seine Krämpfe es von Lachesis, wo dies als lähmungsartiger Zustand nach Diphtherie auftritt, und von Alumina, das einen Krampf der Speiseröhre hat.
Diese kommen langsam auf; Bell. ist früh. Der frühe Teil des Fiebers ist die Zeit seiner Reizung. Der spätere Teil des Fiebers ist die Zeit seiner Erschlaffung. Rasch sich bildende aphthöse Flecken auf den Mandeln.
Bei der Halsaffektion, wie wir sie beschrieben haben, findet man fast immer eine Vergrößerung und Entzündung oder Schmerzhaftigkeit der Drüsen unter den Kiefern am Hals. Druckempfindlichkeit ist zusammen mit einer Belladonna-Halsaffektion ein natürlicher Begleiter.
Ein seltsames Merkmal, das sich durch die Bell.-Fieber aller Art zieht, ist ein unüberwindliches Verlangen nach Zitronen und Zitronensaft. Zitronenlimonade scheint manchmal gut zu bekommen. Bei akuten Krankheiten ist es gut für sie, wenn sie nach Zitrone verlangen.
Sie verlangen oft nach etwas zu essen. Man darf nicht so heftig temperenzlerisch und für das Verbot eingenommen sein, dass man einem Kranken, wenn er in akuten Leiden nach Bier verlangt, keines gibt.
"Durst nach Wasser verwandelt sich in Durst nach Bier."
Durst nach Dingen, die man selbst in der Gesundheit nicht billigen könnte.
"Übermäßiger Durst nach kaltem Wasser."
In Magen und Darm haben wir entzündliche Zustände, die sich sämtlich als eins zusammenfassen lassen. Schmerz, Brennen, Beklemmung, Auftreibung; empfindlich gegen Erschütterung, gegen die geringste Bewegung und gegen den geringsten Druck.
Empfindlich gegen Erschütterung und empfindlich gegen Bewegung.
"Schmerz im Magen, der bis zur Wirbelsäule durchgeht."
Entzündung des Magens durch Erkältung, mit intensiver Hitze; mit starkem Brennen. Es hat heftige Kolik, heftigen krampfartigen Schmerz bei Kindern. Gesicht rot und heiß; der Schmerz wird nur durch Vorwärtsbeugen gelindert.
Es gibt Ausnahmefälle, in denen es durch Rückwärtsbeugen gelindert worden ist; dann ähnelt es Dioscorea. Die Mutter findet, dass das Halten des Kindes auf der Hand die Kolik lindert.
Das ist wie Colocynth; doch Colocynth ist ohne viel Fieber, ohne viel Durst; ein Schmerz an einer Stelle, eine heftige Kolik im Bauch, gebessert durch Zusammenkrümmen, gebessert durch Beugen über etwas Hartes, ist Colocynth.
In diesem Fall kann Colocynth nach jener einen Symptomgruppe verordnet werden.
"Großer Schmerz in der Ileozökalgegend; erträgt nicht die geringste Berührung, nicht einmal die Bettdecke."
Es gibt Fälle, in denen Bell. das Mittel bei Appendizitis ist.
Stuhl: Belladonna hat dysenterische Beschwerden. Diarrhöe, mit spärlichem flüssigem Stuhl; ausgeprägtes Pressen, dabei aber gerötetes Gesicht.
Hitze, Rötung und Brennen im Gesicht und Kopf. Kalte Extremitäten, bei heißem Kopf. Viel Pressen, aber es geht nur spärlicher Stuhl ab.
"Krampfartige Einschnürung des Sphinkter ani; mit Hämorrhoiden."
Hämorrhoiden, die heftig schmerzhaft sind, intensiv rot, stark geschwollen und entzündet, von hohem Entzündungsgrad; sie können nicht berührt werden; er muss mit weit auseinandergespreizten Extremitäten liegen; die Hämorrhoiden sind schmerzhaft, und es besteht viel Brennen.
Harnblase: Kein Mittel hat eine stärkere Reizung in der Harnblase und entlang der Harnwege als Bell. Der Drang zum Wasserlassen ist ständig.
Der Harn träufelt ab, und es brennt intensiv entlang der ganzen Länge der Harnröhre. Die gesamten Harnwege befinden sich in einem Reizzustand.
Bell. hat Entzündung der Harnblase geheilt. Mit der Reizung und der Stauung besteht dieselbe Druckempfindlichkeit, wie wir sie in jedem anderen Teil finden, wo Bell. angezeigt ist; empfindlich gegen Erschütterung; reizbarer Zustand des Gemüts, reizbarer Zustand des ganzen Nervensystems.
"Tenesmus der Harnblase. Nach dem Harnlassen sitzt er da und presst", in Qual.
Der Harn ist vermindert, blutig, manchmal reines Blut oder kleine Blutgerinnsel. Eine beträchtliche Menge Blut in der Harnblase geht in kleinen Gerinnseln ab.
"Der Harn sieht aus, als wäre er mit Ziegelmehl vermischt, oder streifig. Stark sauer."
Es gibt eine krampfartige Harnverhaltung, und es gibt unwillkürliches Harnlassen. Träufeln von Harn bei Gehirnleiden. Im Schlaf Träufeln von Harn.
Träume, dass er Harn lässt, und dabei unwillkürlich Harn abgeht. Harnverhaltung nach Schock oder infolge von Stauung des Gehirns oder nach der Entbindung. Harnblase voll; großer Schmerz; große Empfindlichkeit.
Unwillkürliches Träufeln im Stehen und Gehen; oder manchmal schießt der Harn schon durch bloße Bewegung hervor. Der Drang ist heftig und plötzlich. Wenn sich ein wenig Harn in der Harnblase gesammelt hat, bekommt er einen plötzlichen, schmerzhaften Drang.
Viel von der Störung sitzt am Blasenhals, und sie ist krampfartig. Er fühlt dieses krampfartige Umklammern. Zur Zeit des Dranges und auch sonst hat er Krampf des Blasenhalses, nach Schock, nach Erkältung, durch Angst, durch psychische Störungen.
Wenn sie älter werden oder sich erkälten oder in sehr kalter Luft sind, verlieren Frauen ihren Harn, wie Dulcamara und Causticum. Fährt im Schlaf auf und nässt das Bett.
Träume von einem Schreck, der ein Auffahren verursacht, und sie nässt das Bett. Beim Einschlafen geht ein plötzlicher elektrischer Schlag durch den ganzen Körper, und sie nässt das Bett.
Bell. ist reich an solchen seltsamen kleinen Eigentümlichkeiten; doch zeigt dies nur den allgemeinen krampfhaften Zustand und die allgemeine Reizbarkeit der ganzen Belladonna-Konstitution.
Wir sehen diese seltsamen Zustände und Verhältnisse, die Reizbarkeit in allen Teilen des Körpers, besonders dort, wo Sphinkteren sind, wo zirkuläre Fasern am Blasenhals umklammern; Umklammern an der Mündung der Vagina; Einschnürung von Röhren. Einschnürung der Gebärmutter.
Hier sehen wir ein besonders ausgeprägtes Merkmal davon, am Blasenhals. Es hat mehr Beschwerden bei der Frau als beim Mann; das heißt in den Symptomen und Zuständen in Beziehung zu den weiblichen Geschlechtsorganen, zur Geburt und zu den Brüsten, und während der Schwangerschaft gibt es viele Zustände, in denen Belladonna gebraucht wird. Es ist wirklich ein wichtiges Mittel für die nervöse empfindliche Frau, die Frau von reizbarer Faser.
Genitalien: An den männlichen Genitalien haben wir kaum irgendwelche wichtigen Symptome; bei der Frau aber gibt es viele, und einige davon sind sehr quälend.
Es bestehen Symptome großen Leidens, großer Erregbarkeit. Die Teile sind empfindlich; Gebärmutter und Eierstöcke sind gestaut, berührungsschmerzhaft, empfindlich gegen Erschütterung. Reizbare Gebärmutter, bis sie vergrößert und schmerzhaft geworden ist und bei Berührung wundschmerzt.
Manchmal bleibt sie nach der Geburt in diesem Zustand. Oder sie ist nach jeder Menstruationsperiode ein wenig größer und bleibt so. Sie kehrt nicht in ihren normalen Zustand zurück, sondern bleibt gestaut, und die Frau fühlt sich während der ganzen Zwischenzeit, als ob sie menstruierte.
Gefühl wie geprellt; empfindlich gegen Erschütterung. Der Fluss ist reichlich und geronnen. Doch das auffallendste Kennzeichen hier ist die Gebärmutterblutung. Gebärmutterblutung aus Stauung, mit Krämpfen, mit großer Empfindlichkeit.
Die Gebärmutter zieht sich mit Heftigkeit zusammen, daher eine krampfartige Kontraktion. Große Wundheit, mit reichlichem Fluss hellroter Flüssigkeit, mit Gerinnseln vermischt, ist das Charakteristische des Belladonna-Flusses.
Darin ist es wie Sabina. Diese beiden Mittel haben das in hohem Grade. Die Gebärmutter füllt sich mit einem Gerinnsel, und dann kommt eine Kontraktion wie eine Wehe und treibt es aus; eine Zeitlang ein reichlicher Flüssigkeitsfluss; und dann treten wieder Kontraktionen wie Wehen auf, die die Gerinnsel austreiben, und dann kommt wieder der Fluss.
Das Blut gerinnt bald, und die Hämorrhagie ist von großer Erschöpfung begleitet. Dies tritt nun beinahe ohne jede Veranlassung auf. Diese Hämorrhagie tritt auch im Zusammenhang mit Fehlgeburt auf; Belladonna ist ein großes Mittel, um die Hämorrhagie im Zusammenhang mit Fehlgeburt oder aus welcher Ursache auch immer zu stillen, wenn die Symptome der Empfindlichkeit vorhanden sind.
Empfindlich gegen Berührung, empfindlich gegen Erschütterung; die Kranke selbst befindet sich in diesem Zustand reizbarer Empfindlichkeit, großer nervöser Erregung, die sich sowohl im Wachen als auch im Schlaf, oft mit Fieber, äußert. Hämorrhagie mit fieberhaften Zuständen, doch gewöhnlich tritt die Hämorrhagie an die Stelle des Fiebers, und gewöhnlich wird, wenn Hämorrhagie vorhanden ist, das Fieber gelindert.
Es ist auch ein großes Mittel bei Hämorrhagie nach der Entbindung. Das Blut fühlt sich heiß an. Hämorrhagie mit Sanduhrkontraktion. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Plazenta in ihrer Mitte von einer sanduhrartigen Kontraktion erfasst wird, die sie hier und da losreißt, und von unten kommt die Blutung; ein reichlicher Blutfluss. Bell. lindert diese Sanduhrkontraktion.
Es hat auch die heftigste Dysmenorrhö. Schmerzen wie Wehenschmerzen. Krampfartige Wehenschmerzen. Zirkuläre Kontraktionen sind die häufigsten Formen bei Bell.
Alle Fasern sollten gleichmäßig teilnehmen und ihre Arbeit gleichmäßig verrichten und dadurch allmählich eine Zusammenziehung auf den Inhalt ausüben. Bei Bell. ist es gerade, als ob eine Schnur um den Körper der Gebärmutter herumginge, sie zusammenschnürte, und das behindert die Geburt.
So ist es bei seiner Dysmenorrhö. Heftige Kontraktion der zirkulären Fasern, und daher wird eine Frau es oft so beschreiben, als ob die Gebärmutter mit einer Schnur umklammert würde. Als ob sie festgezogen würde. Bell. ist reich an krampfartigen Zuständen, an hämorrhagischen Zuständen, an Reizzuständen und an Wundheit, und die Teile sind schmerzempfindlich, und die Frau selbst ist durch den Schmerz furchtbar aufgeregt und erschüttert.
Dazu kommen Schmerzen im Eierstock. Belladonna wirkt in vielen Fällen auf der rechten Seite. Häufig ist der rechte Eierstock schmerzhafter als der linke, oder der rechte ist vollständig betroffen und der linke gar nicht, bei Belladonna. So ist es mit der rechten Seite des Halses. So ist es manchmal auch mit der rechten Körperseite.
"Schmerzen in den Eierstöcken mit dem Erscheinen der Menses. Schmerzen in der Beckenregion, die plötzlich kommen und ebenso plötzlich aufhören."
Die charakteristischen Belladonna-Schmerzen kommen plötzlich auf, dauern manchmal einige Sekunden, manchmal einige Minuten, und verschwinden plötzlich. Schmerzen aus Gebärmutterstauung. Akute Entzündung der Gebärmutter.
"Vergrößerung der Gebärmutter und periodisch krampfartiges Herabdrängen,"
Es hat auch Erschlaffung in den Teilen. Die Gebärmutter ist gestaut gewesen und ist vergrößert und schwer, und die kleinen aufhängenden Verbindungen sind erschlafft und ermüdet und schwach geworden und haben sich gedehnt und verlängert, und die bereits ausgedehnte und überlastete Gebärmutter zieht ständig an ihnen, und das erzeugt das Gefühl, das Frauen so oft beschreiben, ein Herabdrängungsgefühl, als ob die Gebärmutter herausgleiten würde.
Es wird manchmal als trichterförmiges Gefühl beschrieben. Das sind die Ausdrücke der Frauen, wenn sie an Prolaps leiden. Diese Erschlaffung ist häufig bei einer großen Zahl, die mit Ergot vergiftet worden sind.
Die Gebärmutter sinkt herab und liegt teilweise zwischen den Labien frei. Prolaps, als ob alle inneren Teile herauskämen, ist ein häufiges Kennzeichen, und dabei wird sie durch Erschütterung schlimmer.
Es besteht große Empfindlichkeit in den Teilen. Es besteht große Wundheit in der Gebärmutter und ein Gefühl von Schwere. Ich habe Frauen mit weit auseinandergespreizten Extremitäten sitzen sehen, so empfindlich ist der aus der Vulva hervortretende Gebärmutterhals.
"Muss sitzen; kann nicht liegen."
Viele der Bell.-Fälle können nicht liegen wegen der Dehnung der Bauchmuskeln. Wenn sie liegen, müssen sie die Extremitäten anziehen, um diese Muskeln zu entspannen.
Muss sitzen oder eine gebeugte Haltung einnehmen. Große Empfindlichkeit in den Teilen. Drängen und Pressen nach den Genitalien hin.
Es gibt alle möglichen Lagen und Verschlimmerungen und Besserungen bei Belladonna, je nachdem, welche Muskeln gerade beteiligt sind.
Einige Kranke können besser liegen als sitzen. Fast alle sind im Stehen schlimmer. Einige werden besser, wenn sie mit weit auseinandergespreizten Extremitäten sitzen. Die meisten werden durch zu starkes Vorwärtsbeugen verschlimmert. Im Sitzen auf einem Stuhl kann sie sich nicht weit nach vorn beugen, ebenso wenig kann sie sich nach hinten beugen, ohne die Leiden zu steigern.
So empfindlich und so viel Schwellung in diesen Teilen. Sie ist schlimmer durch Bewegung, schlimmer durch Erschütterung, schlimmer durch Erregung, schlimmer durch das Zuschlagen der Tür, weil das die Muskeln zucken lässt.
All dies veranschaulicht, wie empfindlich die gereizten Teile sind. Dann bestehen in den äußeren und inneren Genitalien und den Eierstöcken Brennen und Zucken und viel Hitze. Oft reißende Schmerzen; die reißenden Schmerzen sind im Allgemeinen eine Steigerung jener Umklammerungen und Einschnürungen, und solche sind als Krämpfe bekannt, besonders der zirkulären Fasern.
Belladonna ist gut geeignet für schwangere Frauen, die äußerst empfindlich sind, die plethorisch sind, die Stauung durch Erkältung haben, die Wundheit haben, bei drohender Fehlgeburt oder während oder nach Fehlgeburt, wenn Hämorrhagien bestehen.
Dann wiederum ist Bell. nützlich bei rotgesichtigen, plethorischen, kräftigen Frauen, die spät im Leben geheiratet haben und schwanger geworden sind, und wenn der Tag der Entbindung kommt, befinden sich die Muskelfasern in einem Spannungszustand.
Die Gebärmutter will sich nicht entspannen. Sie ist gerötet und hat Hitze und befindet sich in einem Zustand der Erregung, empfindlich gegen Berührung, empfindlich gegen Erschütterung.
Erschlaffung wird bald folgen. Es ist nicht zu erwarten, dass sie eine leichte Geburt haben wird, denn Frauen, die mit 28 oder 30 oder später heiraten, leiden unter langwieriger Geburt.
Es gibt ein starkes Kennzeichen der Hämorrhagien und der Abgänge: Der Blutfluss fühlt sich heiß an. Während der Entbindung Blutschwälle, die sich heiß anfühlen. Nach Fehlgeburt Blutschwälle, die sich heiß anfühlen.
Ein Lochialfluss, der sich heiß anfühlt, zusammen mit der Empfindlichkeit und Wundheit der Teile. Druckempfindlichkeit.
Es gibt entzündliche Zustände der Brüste im Zusammenhang mit der Entbindung. Milchfieber. Wenn die Brüste rot und äußerst berührungsempfindlich werden.
Sie kann sich im Bett nicht umdrehen; sie kann es nicht ertragen, dass das Bett erschüttert wird; das Gesicht ist gerötet und die Karotiden pochen; es besteht Fieber; die Empfindlichkeit ist im ganzen Organismus gesteigert.
Große Induration; hart wie ein Stein. Bell. wird den Schmerz in der Brust in wenigen Stunden stillen. Es wird jene Stauung beseitigen und alles Leiden lindern.
Wenn die Brustdrüsen ohne allgemeine Symptome entzündet sind, sondern lediglich eine Entzündung der Drüsen besteht, gebe man Phytolacca.
Kehlkopf: Entzündung des Kehlkopfes. Da ist wieder jenes Umklammern und Würgen. Es beginnt mit Wundheit im Hals, Stechen und Kratzen und der Bildung von etwas Schleim. Nach vielem Kratzen und Räuspern steigt es im Hals etwas hinauf; doch ehe er zu husten beginnt, ist es ganz trocken.
Es besteht Stechen und Stimmverlust. Sobald er versucht einzuschlafen, kommt dieses Umklammern und weckt ihn auf. Heiserkeit und Wundheit und Umklammern im Hals.
Laryngitis mit Empfindlichkeit.
"Plötzliche Anfälle von Heiserkeit;"
jede Bewegung oder der geringste Versuch zu sprechen, die geringste Anstrengung, den Kehlkopf zu bewegen oder ihn zu berühren, verursacht Leiden.
Das Bewegen des Kopfes nach hinten oder das Bewegen des Kopfes von einer Seite zur anderen verursacht Schmerz und Husten. Schlucken verschlimmert. Während der Bissen hinter dem Kehlkopf hinabgeht, fühlt er eine große wunde Stelle; es ist der Kehlkopf. Die Stimme verändert sich.
In dem einen Augenblick hat sie eine Tonlage, im nächsten verändert sie sich. Manchmal ist sie heiser und manchmal quiekend. Und dann besteht vollständiger Stimmverlust, unfähig, einen Laut hervorzubringen.
"Croupartige Krämpfe im Kehlkopf. Krämpfe der Glottis. Alle Symptome des Croups", aber keine Membran.
Es ist einfach ein trockener, entblößter Kehlkopf, mit Wundheit und Kratzen; ein entzündeter Zustand. Und dies ist die Form der akuten Laryngitis; sie kommt sehr plötzlich auf. Seine Atmung ist kurz, rasch und schmerzhaft. Oft asthmatisch.
Brust
Asthmatischer Zustand mit krampfartiger Atmung. Und wiederum scheinen diese Symptome die ganze Brust zu betreffen. Beklemmung der Brust. Asthma bei heißem feuchtem Wetter.
Der Belladonna-Husten entsteht aus einem krampfartigen Zuschnüren im Kehlkopf. Als ob ein kleines Teilchen in den Kehlkopf geraten wäre; etwas Staub oder ein wenig Speise oder ein Tropfen Wasser in den Kehlkopf gekommen wäre, und er hustet.
"Trockener, krampfartiger Husten."
Ein heftiger Husten. Husten nachts. Husten im Liegen, nachts mehr als am Tage. Der Husten ist krampfartig, bellend, kurz. Es ist ein Mittel bei Keuchhusten, mit Krämpfen des Kehlkopfes, die das Keuchen und die erschwerte Atmung hervorrufen.
Schließlich ist nach langem Husten das Abhusten von etwas Blut oder von wenig dünnem weißem Schleim die Folge des heftigen Tumults, der durch den Husten in den Luftwegen vor sich geht. Der Belladonna-Husten ist eigentümlich.
Doch sobald seine große Heftigkeit und die große Anstrengung ein wenig Schleim heraufgebracht haben, bekommt er für kurze Zeit Ruhe und hört auf zu husten. Aber während dieser Ruhezeit werden der Kehlkopf und die Luftröhre und die Luftwege immer trockener, und schließlich beginnen sie zu kitzeln, und dann kommt der Krampf, als ob alle Luftwege daran beteiligt wären, mit Keuchen und Würgen und bisweilen Erbrechen.
Dann bringt er wieder etwas Schleim herauf und der Husten lässt nach. Nach einem weiteren kurzen Zwischenraum bekommt er wieder einen Anfall. So geht es fort, wie bei Keuchhusten, aber während der ganzen Zwischenzeit besteht eine beständige Trockenheit. Daher nennt man den Husten paroxysmal.
Engegefühl in der Brust. Schmerzhaftigkeit in der Brust. Wundheit in der Brust. Bei Bell. fängt das Kind in dem Augenblick an zu weinen, in dem es diesen Hustenreiz fühlt, weil es weiß, welch großes Leiden gleich eintreten wird. Die Brust ist so schmerzhaft, dass das Kind den Husten fürchtet und schreit. Am Weinen des Kindes erkennen wir, dass ein Hustenanfall kommen wird.
Gerade wie Bry., Hepar und Phos., die dieses Merkmal stärker haben als andere Mittel. Es besteht Brennen in der Brust; heftige Kongestion in der Brust; bei all diesen Brustbeschwerden besteht jener trockene, quälende krampfartige Husten; nachts schlimmer.
Dieses Mittel heilt Pneumonie und Pleuritis. Ich bin sicher, dass sich jeder hier eine Belladonna-Pneumonie oder eine Belladonna-Pleuritis vorstellen kann. Ich bin sicher, Sie kennen den Patienten so gut, dass ich weder den Patienten noch den Kopf, die Kongestion, das rote Gesicht oder das Brennen zu schildern brauche; aber bei Pleuritis will ich Ihnen sein Geheimnis verraten. Bell. bevorzugt die rechte Seite.
Großer Schmerz; äußerste Wundheit des betroffenen Teils; kann nicht darauf liegen; schlimmer durch die Erschütterung des Bettes, und dann haben Sie die Bell.-Pleuritis.
Auch Bry. bevorzugt die rechte Seite, aber der Bry.-Patient muss auf dieser Seite liegen; muss Druck haben und ist gegen Erschütterung nicht so empfindlich; er hat nicht die intensive Hitze, er hat nicht das starke Pulsieren und das Brennen.
Jede Art von Krankheit, an die Sie herantreten, müssen Sie auf diese Weise individualisieren. Es gibt keinen anderen Weg, Homöopathie auszuüben.
Merken Sie sich: Bei allen entzündlichen Zuständen finden sich pulsierende Hitze, Rötung, Brennen, Berührungsschmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit gegen Erschütterung.
Bei Bell. bedeutet dies, dass er nicht auf dem entzündeten Teil liegen kann; während er sich bei Bry. durch Liegen auf dem entzündeten Teil bessert.
Pulsieren in allen Arterien. Große Kongestion. Gefäßerregung. Diese finden sich bei allen Kongestionen und Entzündungen.
Gelenke : Belladonna heilt entzündlichen Rheumatismus, wenn alle Gelenke oder doch viele von ihnen geschwollen sind und sie heiß und rot sind und brennen.
Beim Rheumatismus finden wir Hitze, Rötung und Brennen durchgehend; mit derselben Empfindlichkeit des ganzen Patienten und einer Empfindlichkeit der Gelenke gegen die Erschütterung des Bettes.
Er möchte vollkommen still liegen, ist durch Bewegung sehr viel schlimmer und hat beträchtliches Fieber. Bisweilen, wenn das Fieber beim entzündlichen Rheumatismus ziemlich hoch steigt, besteht Delirium. Aber die auffallenden Merkmale sind die Schwellung der Gelenke mit der Rötung und die große Empfindlichkeit gegen Bewegung und Erschütterung.
Es ist besonders geeignet für solche, die gegen Kälte sehr empfindlich sind, die die geringste Entblößung nicht ertragen können, keinen Luftzug vertragen, gegen die Bewegung der Bettdecken sehr empfindlich sind und durch Wärme gebessert werden.
Der eigentliche Stempel und Charakter von Bell. liegt in seinem rheumatischen Zustand, wie auch in all seinen anderen Beschwerden. Es ist der Patient, der Bell. diesen Charakter in den Arzneimittelprüfungen gegeben hat; es ist der Patient, der der Krankheit diesen Charakter verleiht, wenn er sie hat, und es ist nur die Erfüllung des Ähnlichkeitsgesetzes, wenn diese zusammenkommen und das Mittel die Krankheit vernichtet.
Entzündung der Gelenke, hervorgerufen durch plötzliche Kälteeinwirkung auf das betreffende Gelenk. Oder nach einer schweren Verkühlung entzündet sich ein Gelenk. Ein Leiden, das sich lokalisiert. Es kann jedes Gelenk des Körpers sein, denn Bell. betrifft alle Gelenke.
Die plötzliche Kälteeinwirkung bei plethorischen Individuen ist eine der hervorstechendsten Ursachen der Bell.-Krankheit. In chronischen Fällen lokalisiert eine Verkühlung gewöhnlich eine Störung oder erzeugt sie erst und verstärkt die Erkrankung, die sich an der schwächsten Stelle äußert.
Kräftige Menschen erkälten sich an der Nase, wo sie es leicht abwerfen. Zu kränklichen Patienten kann man oft sagen, dass Ihre Erkältung Sie jetzt an der schwächsten Stelle befällt. Wenn Sie ein Leberleiden haben,
"wird sich Ihre Erkältung auf die Leber setzen", und so weiter; "aber wenn Sie gesund werden, werden Sie sich wie andere Menschen an der Nase erkälten."
Vollkommen gesunde Menschen erkälten sich selten; aber wir haben nicht viele solche, sie sind so selten, dass wir sie nicht oft sehen; und Stockschnupfen, Niesen und Nasenlaufen sind bei gewöhnlich gesunden Menschen einfach nur das Abwerfen der Erkältung.
Extremitäten: In den Extremitäten finden wir wiederum Krämpfe, was zu den Allgemeinsymptomen gehört. In allen Muskeln der Extremitäten und im ganzen Körper Krämpfe.
Kinder geraten bei Kopfleiden, bei Kongestion des Gehirns, bei Reizung des Gehirns in Krämpfe. Krämpfe infolge von Verkühlung bei plethorischen Kindern, und an den Extremitäten treten diese krampfhaften Muskelanstrengungen am ehesten hervor.
Heftige Krämpfe. Alle Extremitäten befinden sich in einem Zustand krampfhafter Bewegungen. Bisweilen sind die Krämpfe klonisch, bisweilen tonisch. Die Krämpfe in den Extremitäten sind mitunter so, dass sie diese plötzlich anziehen, plötzlich ausstrecken; manchmal Krämpfe, die den Körper nach hinten werfen, Opisthotonus genannt, und manchmal ein Nach-vorn-Werfen des Körpers, im Text ebenfalls Opisthotonus genannt.
Die meisten Beschwerden von Bell. werden durch Ruhighalten gebessert. Die ziehenden Schmerzen, die Pulsationen, die entzündlichen Zustände treiben den Patienten zu einem Verlangen nach vollkommener Ruhe und werden durch Bewegung verschlimmert.
Die Widerwilligkeit und Abneigung gegen die geringste Bewegung ist bei Bell. gewöhnlich und bei Bell. ebenso stark wie bei Bry. Bell. ist in einzelnen Teilen so empfindlich, dass schon die Bewegungen des Sprechens schmerzhaft sind; so empfindlich, dass die Erschütterung der Stimme in den wunden Stellen schmerzhaft ist.
Ein Mensch mit einer starken Stimme, einer Bassstimme, denkt kaum an die Erschütterung, die dabei stattfindet; und die einer Frauenstimme ist noch viel geringer, und doch habe ich diese Verschlimmerung durch Bewegung und diese Verschlimmerung durch Erschütterung bei der Frau so ausgeprägt gesehen, dass ihre Stimme wie Hammerschläge war. Bei Entzündung der Gebärmutter, der Eierstöcke und des Darms unterlässt sie das Sprechen, weil ihre Stimme in den wunden Teilen eine Erschütterung hervorruft.
Das veranschaulicht nur die Extreme dieser großen Empfindlichkeit gegen Bewegung und Erschütterung. Erschütterung ist nur eine gesteigerte Form von Bewegung und bringt diese Empfindlichkeit zum Vorschein.
Wenn Sie die Nerven studieren, werden Sie die größte Fülle eigentümlicher nervöser Erscheinungen finden, wie Empfindlichkeit der Nerven, verschlimmert durch Schreck; Krämpfe; verschiedene Störungen des ganzen Nervensystems; Zuckungen; ruckartige Zuckungen; Zittern; subsultus tendinum usw. Krämpfe, Spasmen und Konvulsionen bei Kindern.
Krämpfe: Die Krämpfe treten mit großer Plötzlichkeit auf.
Sie kommen völlig unerwartet. In den meisten Fällen von Krämpfen bei den langwirkenden Mitteln und Arzneien vom zymotischen Typ hat die Patientin in den letzten Tagen ihrer Schwangerschaft nicht recht gut dagestanden; aber bei Bell. kommt sie ein Stück durch die Wehen oder beendet sie sogar, und man erwartet nichts Besonderes.
Vielleicht ist ihr Gesicht etwas zu rot, aber sie gerät unerwartet in einen Krampfanfall, einen heftigen von Kopf bis Fuß.
Kongestion des Gehirns mit Erregung. Intensive Hitze; alles ist intensiv, heftig, plötzlich und unerwartet.
Die Wehenschmerzen hören während der Entbindung bisweilen plötzlich auf, und ein Krampfanfall tritt ein. Aber sehen Sie zu, dass die ganze Empfindlichkeit, die ich beschrieben habe, die Patientin durchzieht.
Die Schmerzen hören plötzlich auf. Das Blut scheint zum Kopf zu steigen. Das Gesicht wird rot . Kongestionen treten plötzlich auf. Krämpfe von epileptiformem Charakter.
Bell. ist für jene zahlreichen rezidivierenden Beschwerden nicht geeignet, auch wenn der einzelne Anfall durch Bell. gemildert werden sollte. Nehmen Sie irgendeinen dieser Anfälle; ob Krämpfe oder Kopfschmerzen oder Kongestion des Gehirns: die Patienten verfallen, werden reizbar, bekommen kongestive Anfälle des Kopfes, gehen sogleich zu Bett und wälzen den Kopf hin und her.
Sie behandeln solche Fälle mit Bell.; der Anfall wird gelindert. Beachten Sie: Ich gehe davon aus, dass dies nur einer aus einer Reihe ist. Sie wissen es vielleicht nicht. Dies mag der erste sein.
Sie mindern diesen einen, und wenn dieselbe Einwirkung wiederkehrt, kehrt derselbe Anfall zurück; aber Bell. tut diesmal weniger als zuvor. Nach zwei oder drei Anfällen vermag Bell. nichts mehr, und Sie stehen diesmal schlechter da als vorher.
Wenn es den ersten Anfall gebrochen hat, sollte der Arzt erkennen, dass dies einer aus einer Reihe ist und dass Bell. nicht passend ist. Oft ist es ein Fall, der Calc. braucht, ich sage oft, nicht immer.
Alle Symptome sollten zwischen den Anfällen geprüft werden, damit das Kind über diese Anfälle hinausgehoben werden kann; denn das akute Mittel wird nicht mehr leisten, als höchstens für den ersten, zweiten oder dritten Anfall zu passen. Es hat nicht die Tiefe der Wirkung, es hat nicht die Dauer der Wirkung. Es greift nicht tief genug in den Organismus ein. Seine Wirkung vergeht nach wenigen Tagen; es muss häufig wiederholt werden.
Der Patient sollte bei all diesen rezidivierenden krampfartigen und periodischen Beschwerden weiterbehandelt und beobachtet werden. Bell. ist kein gutes Mittel für rezidivierende Beschwerden, denn es fehlt ihm an Periodizität, ebenso wie an Fortdauer der Beschwerden.
Selbst wenn der erste Anfall wie Bell. aussah, würde der nächste Anfall doch ganz ebenso wiederkommen. Belladonna ist geeignet bei solchen Beschwerden, die, wenn sie überwunden sind, keine Neigung zum Wiederkehren haben; bei solchen Beschwerden, die mit Tod oder Genesung enden. Solche Beschwerden, die periodisch sind, wird es nur mildern.
Schlaf
Sein Schlaf ist ein kongestiver Schlaf, ein Stupor; voll von Träumen, voll von Gewalttätigkeit. Es wacht mit Schreck aus einem furchtbaren Traum, einem Alptraum, auf. Im Schlaf fährt es zusammen und zuckt.
"Unruhiger Schlaf."
Stöhnen und Ächzen im Schlaf. Alle Arten von Gewalttätigkeit. Delir im Schlaf.
"Fährt im Schlaf zusammen, als wäre es erschrocken."
Im Schlaf beginnt der Kranke mitunter zu sprechen, spricht schneller und lauter, der Kopf wird heiß und die Füße kalt, und es endet mit einem Schrei.
"Unruhiges Herumwerfen im Schlaf. Füße werden im Schlaf eisig kalt. Der Kopf wird im Schlaf heiß. Erwacht mit Fieber und Erregung."
Es hat Symptome, die einem typischen altmodischen Sydenham-Scharlachfieber so ähnlich sind, dass es bei Scharlachfieber nützlich gewesen ist.
Vielleicht ist es bei dieser Krankheit eines der am häufigsten angezeigten Arzneimittel. Wenigstens in manchen Jahreszeiten zieht es sich durchweg hindurch, und die Mehrzahl der Fälle wird Bell.-Fälle sein, mit dem leuchtend roten Gesicht und dem glänzenden Aussehen der Haut.
Leuchtend rot, intensive Hitze, große Kongestion; nach kurzer Zeit, wenn Bell. nicht verabreicht wird, wird es dunkler.
Aber durch all dies ziehen sich jene drei Worte, Hitze, Rötung und Brennen . Brennen überall. Die Temperatur, die ich unter den Allgemeinsymptomen als so ausgeprägt, so intensiv beschrieben habe, dass man sie nach der Berührung eines Bell.-Scharlachfiebers noch stundenlang an den Fingerspitzen mit sich trägt.
Es unterscheidet sich gänzlich vom Apis-Fall, der einen rauen Ausschlag hat. Bell. ist glatt und glänzend. Apis will kühl sein, will aufgedeckt sein; Bell. will warm sein, will ein warmes Zimmer; Apis hat so gut wie keinen Durst; bei Bell. ist es die Ausnahme, keinen Durst zu haben, gewöhnlich großen Durst auf Wasser, wenig und oft.
Die intensive Trockenheit der Schleimhäute und der Haut. Kälte der Extremitäten bei heißem Kopf. Bei Arum triphyllum besteht ein ständiges Nesteln am Mund, bei unterdrücktem oder spärlichem Harn; bleiche Oberfläche, nur hier und da ein wenig Ausschlag; der Juckreiz der Finger, Zehen, Nase und Lippen wird Sie dazu führen, Arum . zu verordnen.
Sie erinnern sich an den Baptisia-Fall mit jenem psychischen Zustand, in dem er im ganzen Bett herumfühlt, "um die Stücke zusammenzubekommen."
Andererseits, wenn so gut wie kein Ausschlag vorhanden ist, nur ab und zu ein Fleck, gerade genug, um eine Diagnose zu ermöglichen, oder die Diagnose aus der Tatsache gestellt wird, dass jemand anders in der Familie die Krankheit hat, das Kind Eiswasser schluckt, es aber wieder erbricht, wenn es im Magen warm wird, wer würde da nicht Phosphorus geben?
So wählen wir am Krankenbett die unterscheidenden Dinge heraus und sehen, dass diese Mittel einander ganz und gar nicht ähnlich sind.
Bell. tritt hervor durch seine Hitze, seine Röte, seinen Aufruhr. Denken Sie daran, es hat kein fortgesetztes Fieber; es ist nicht geeignet bei Typhus. Bell. wird in einer Nacht das Fieber senken, wird das Delir besänftigen; aber wie steht es in der nächsten Nacht?
Das Fieber kommt wieder auf, und der Kranke ist schlimmer als zuvor.
Einfach deshalb, weil Bell. das, womit es beginnt, nicht halten kann. Es ist nicht geeignet.
Es hat nicht diesen fortgesetzten Charakter an sich. Wir werden zu einem Arzneimittel geführt, das mit fortgesetzten Fiebern übereinstimmt, und ein solches muss gewählt werden, wenn wir in den typhösen Zustand eintreten.
Unsere früheren Praktiker dachten oft nur an das, was sie gerade sahen. Erst nachdem unsere Schule beträchtliche Erfahrung gesammelt hatte, wurde erkannt, dass die Periodizität ein Symptom darstellt.
Jedes Mittel hat sein Tempo, seine Zeiten der Verschlimmerung und seine Zeiten der Besserung.
So ist es mit Bell.. Seine Zeit ist gewöhnlich drei Uhr nachmittags. Seine Beschwerden sind im Allgemeinen nachts schlimmer. Seine Beschwerden beginnen gewöhnlich gegen drei Uhr nachmittags und dauern bis drei Uhr morgens oder bis nach Mitternacht.
Daher ist sein Fieber während der Nacht am höchsten. Das Fieber kommt auf und steigt rasch auf eine sehr hohe Temperatur, manchmal 104° oder 105°, und fällt dann wieder auf nahezu normal ab; jedoch nicht mit vollständiger Apyrexie.
Es ist nicht geeignet bei Beschwerden mit vollständiger Apyrexie, denn das kennzeichnet vollständige Periodizität, und die hat Bell. nicht.
Haut
Die Hitze, die Rötung und das Brennen kennzeichnen die meisten Hautsymptome.
Es hat einen feinen Ausschlag; keinen groben Ausschlag, sondern einen feinen, scharlachroten, glatten Ausschlag. Es hat eine phlegmonöse Entzündung der Haut, eine tiefe Entzündung.
Zuerst hellrot, wird er allmählich bläulich oder purpurfarben oder fleckig; und dabei bestehen Hitze, Rötung und Brennen.
Es ist im Allgemeinen nicht geeignet für die erysipelatöse Entzündung der Haut und der tieferen Gewebe, die mit Bläschen bedeckt ist, wie bei Rhus .
Bläschenbildung ist bisweilen vorhanden, aber sie ist die Ausnahme, während sie bei Rhus den allgemeinen Charakter ausmacht. Rhus beginnt mit Entzündung; es hat Hitze, Rötung und Brennen; aber sobald Rhus eine Entzündung beginnt, wirft es augenblicklich eine große Blase auf, und diese füllt sich mit Serum.
Nahezu jede bei Bell. entzündete Oberfläche neigt dazu, einen roten Ausschlag hervorzubringen. Bei heftigen Fiebern, bei denen weder Scharlachfieber noch einer der gewöhnlichen Ausschläge vorhanden sind, kommt wahrscheinlich ein roter, feiner, glänzender Ausschlag heraus.
Es ist bei Stauung des Gehirns und bei galligen Fiebern nicht ungewöhnlich, dass dieser Ausschlag erscheint, und er täuscht den Arzt bisweilen, so dass er eine der exanthematischen Krankheiten diagnostiziert, während es doch nur ein Mischbild ist.
Die Bell.-Haut hat, während sie rot wird, eine so passive Röte, dass man fast seinen Namen auf die Haut schreiben kann. Wenn man den Finger nimmt und eine Linie darauf zieht, bleibt hinter dem Finger eine weiße Linie zurück.
Das war früher eine alte diagnostische Phase des Scharlachfiebers, und es zeigt, dass Bell. an der Oberfläche jene eigentümliche passive Stauung hervorbringt, die der Scarlatina sehr ähnlich ist. So haben wir in den Bell.-Arzneimittelprüfungen ein Symptom, das sogar ein pathognomonisches Symptom der Scarlatina ist.
Aber wir verordnen nicht nach einem Symptom. Seit den letzten Jahren denkt kein homöopathischer Arzt mehr daran, ein Arzneimittel einfach zu geben, nur um den Puls herunterzubringen oder das Fieber zu senken.
Er verordnet für den Patienten . Es ist wahr, dass die Temperatur sinkt, wenn wir das richtige Mittel finden; aber ein Mittel zu verordnen, um den Puls herunterzubringen, heißt, vom falschen Ende heranzugehen.
Wer homöopathisch denkt, verordnet niemals, um ein Symptom zu beseitigen; sondern von den Symptomen geleitet wählt er das Mittel, gleichgültig, was dann folgt.
Es ist wahr, die Symptome gehen zurück. Andere könnten sagen, er habe verordnet, um die Symptome zu beseitigen, weil sie zurückgehen.
Lernt, das Ideal der Homöopathie im Auge zu behalten und vernünftig zu denken; um das zu tun, müsst ihr euch einer gewaltigen Erbschaft entledigen.
Wir haben die Art zu denken geerbt, vom falschen Ende her.
"Gelbfärbung der Haut infolge von Stauung der Leber und Katarrh des Duodenums."
Wenn Personen mit Chinin überbehandelt worden sind, bis sie sich bei jeder Gelegenheit erkälten, und dann ein plötzlicher Anfall von Stauung der Leber mit großer Wundheit eintritt und die Haut gelb wird, bei aller Empfindlichkeit dieses Mittels, so wird Bell. solche Fälle heilen.
Es gibt Zustände, die auf Bell. folgen und sich auf seinen chronischen Zustand beziehen. Wo Bell. für die akuten Zustände, die Stauungen, geeignet war, wo aber jene Periodizität besteht, die ich erwähnt habe, da hat es seine natürlichen Folgemittel, und Calcarea ist eines davon.
Bei Jungen mit großem Kopf, vollschlank, plethorisch, frühreif, die sich leicht erkälten und dann mit Kopfschmerzen und Stauung niederkommen; bei Schulkindern, die Kopfschmerzen bekommen, bei denen Bell.
zunächst half; sehr gewöhnlich wird sich, wenn man den Fall sorgfältig prüft, herausstellen, dass es sich um einen Calc.-Fall handelt.
Es ist so häufig, dass Calc. sich auf diese Weise zu Bell. verhält.
Heutzutage finden wir häufig den trockenen, hackenden Husten in den Händen von Ärzten, die zu viel Lachesis . gegeben haben.
Lachesis wird gewöhnlich empfindsamen Frauen gegeben, und es erzeugt viele dieser Zustände; es heilt bisweilen große Leiden, hinterlässt aber wochenlang einen trockenen, hackenden Husten, der sie vom Schlafen abhält.
Bisweilen kommt er nach dem ersten Schlaf auf, der gewöhnlich gegen 11 Uhr ist; ein trockener, hackender Husten vom Liegen.
Bell. wird diese alte Wirkung von Lach ., den nervösen Zustand und die Erregbarkeit und den Husten, heilen. Bell. wird als Gegenmittel zu Lach ., das heißt für die akuten Symptome, geeignet sein.
Calc. ist ein Gegenmittel für die chronischeren Wirkungen von Lach .
Nach dem Missbrauch von Bell., Calc. tritt als eines der natürlichen Gegenmittel ein.