Magnesia Sulphurica
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Magnesiumsulfat; Bittersalz. Mg SO 4 7H 2 O.
Arzneilich geprüft von Nenning (Hartlaub und Trinks Annalen, Bd. 4, S. 466) und Hencke (Neues Archiv., Bd. 3, S. 185).
KLINISCHE AUTORITÄTEN.
- Diabetes, Raue's Rec., 1874, S. 211.
GEMÜT [1]
Sehr lebhaft oder sehr niedergedrückt.
Traurig und weinerlich; vorahnende Angst, als ob sich ein Unglück ereignen würde.
Üble Laune, reizbar.
SENSORIUM [2]
Schwindel, Schweregefühl des Kopfes; spontanes Schließen der Augen.
INNERER KOPF [3]
Benommenheit im Kopf beim morgendlichen Aufstehen, nach einer Stunde verschwindend.
Dumpfes Gefühl im Kopf, als sei er bandagiert oder zusammengeschraubt.
Schweregefühl des Kopfes mit Schwindel.
Stiche, stechende Schmerzen im Kopf.
Bohren im Scheitel.
Empfindung in der Stirn beim Bücken, als ob etwas nach vorn fallen würde.
SEHEN UND AUGEN [5]
Heftige Schmerzen in den Augen, besonders rechts, als ob das Auge aus der Höhle hervortreten wollte.
Stechen in beiden Augen.
Sehtrübung mit häufiger Schläfrigkeit.
Brennen der Augen, besonders bei Kerzenlicht.
Tränenfluss mit Lichtscheu.
GERUCH UND NASE [7]
Nasenbluten (nachts) mit Nachlassen des Kopfschmerzes.
Fließschnupfen mit rauer Stimme, Brustschmerz und häufigem wässerigem Ausfluss aus der Nase.
Schmerz in den hinteren Nasengängen, als werde Luft mit Heftigkeit hindurchgedrückt, beim Sprechen oder Husten.
OBERE GESICHTSHÄLFTE [8]
Reißen in den rechten Gesichtsknochen oder im linken Jochbein.
UNTERE GESICHTSHÄLFTE [9]
Brennen der Lippen am Abend, mit Trockenheit.
ZÄHNE UND ZAHNFLEISCH [10]
Zahnschmerz beim Eintreten aus kalter Luft ins Zimmer, < durch Berührung mit Speisen, kalten und warmen Dingen.
MUNDHÖHLE [12]
Mund und Hals sehr trocken, wie taub.
GAUMEN UND HALS [13]
Stechen in der Rachenenge, mehr zwischen als während des Schluckaktes.
Häufig Schleim im Hals, der weder hinuntergeschluckt noch hochgeräuspert werden kann.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Durst früh morgens beim Aufstehen, nach dem Frühstück vergehend.
Durst am Abend, besonders während der Menstruation.
SCHLUCKAUF, AUFSTOSSEN, ÜBELKEIT UND ERBRECHEN [16]
Aufsteigen von Wasser aus dem Magen, auch mit Ekel und Übelkeit.
Erbrechen (am Nachmittag), zuerst von genossenen Speisen, dann von Schleim.
Häufiges Aufstoßen mit Geschmack nach faulen Eiern.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Zittern des Magens, mit nachfolgendem Hochschlucken von Wasser, bisweilen fauligem Geschmack.
Kältegefühl im Magen, mit Neigung zum Erbrechen.
HYPOCHONDRIEN [18]
Stichschmerz in der linken Hypochondrialgegend, besonders beim Sitzen oder am Abend.
BAUCH UND LENDEN [19]
Auftreibung, Fülle und Härte des Bauches, selbst nach einer mäßigen Mahlzeit.
Rumoren im Bauch, mit Abgang von Blähungen.
Juckreiz der linken Leistengegend, durch Kratzen nicht beseitigt.
STUHL UND REKTUM [20]
Stuhl: abwechselnd hart und weich; flüssig, mit Tenesmus; weich, früh nach dem Aufstehen; Diarrhö, mit Abgang von Askariden; weich, mit Brennen am Anus oder nachfolgendem Tenesmus.
Der Diarrhö geht Rumoren im Bauch voraus.
HARNORGANE [21]
Vermehrte Ausscheidung von klarem, grünlichem Urin.
Nächtliche Miktion (unwillkürlich).
Diabetes.
MÄNNLICHE GESCHLECHTSORGANE [22]
Häufiges Stechen um den Penis beim Sitzen oder Gehen.
Erektionen ohne verliebte Phantasien oder sexuelles Verlangen.
WEIBLICHE GESCHLECHTSORGANE [23]
Menstruation: zu spät; zu kurz; zu früh; setzt für zwei Tage aus, dann fließt sie wieder.
Während der Menstruation: großes Schweregefühl im Kopf; Schmerz wie geprellt im Kreuz; Schmerz in den Leisten.
Blutabgang zwischen den Menstruationsperioden.
Leukorrhö: brennend, besonders bei Bewegung; dick, mit Schmerz wie geprellt im Kreuz und in den Oberschenkeln; dick, reichlich wie die Menstruation.
STIMME UND KEHLKOPF. LUFTRÖHRE UND BRONCHIEN [25]
Tiefe, hohle Bassstimme (wie bei Katarrh).
HUSTEN [27]
Loser Husten mit Wundheit in Mund und Hals.
Trockener Husten: mit Brennen vom Kehlkopf bis zur Magengrube; abends im Bett, wobei er einschläft.
BRUSTINNERES UND LUNGEN [28]
Schmerzhaftes Brennen in der Brust beim Husten, als ob ein Stück Lunge herauskäme.
Beklemmung der Brust, mit Brennen in der Brust beim Gehen.
Brennen in der Mitte der Brust; unter dem oberen Teil des Brustbeins.
HALS UND RÜCKEN [31]
Spannung im Nacken und zwischen den Schultern, mit Stichen, besonders morgens beim Aufstehen, mit großer Empfindlichkeit gegen Berührung, > durch Gehen.
Rheumatischer Schmerz zwischen den Schultern.
Schmerz wie geprellt im Kreuz, mit Schmerzen in den Leisten beim Sitzen oder Stehen, > beim Gehen.
Nächtlicher Schmerz im Kreuz und in den Oberschenkeln.
OBERE EXTREMITÄTEN [32]
Rheumatische Schmerzen im linken Ellenbogen- und Handgelenk.
Zittern der Hände.
Kribbeln in den Fingern; vergeht durch Reiben.
UNTERE EXTREMITÄTEN [33]
Schmerz in den Oberschenkeln beim Gehen.
Rheumatischer Schmerz in der Hüfte, im linken Femur.
Knacken des Tarsalgelenks bei jedem Schritt.
EXTREMITÄTEN IM ALLGEMEINEN [34]
Rheumatische Schmerzen in den Extremitäten, besonders nachts.
RUHE. LAGE. BEWEGUNG [35]
Kann nicht auf dem Rücken liegen: Schmerz im Kreuz.
Kopfheben im Bett: Schwindel.
Bücken: Empfindung in der Stirn, als ob etwas nach vorn fallen würde.
Sitzen: Stichschmerz in der linken Hypochondrialgegend; Stechen um den Penis; Schmerzen in den Leisten.
Stehen: Schmerzen in den Leisten.
Bewegung: brennende Leukorrhö.
Bei jedem Schritt: Knacken des Tarsalgelenks.
Gehen: Stechen um den Penis; Brennen und Beklemmung der Brust; Spannung im Nacken >; Schmerzen in den Leisten >; Schmerz wie geprellt im Kreuz >; Schmerz in den Oberschenkeln.
NERVEN [36]
Große Mattigkeit, mit taumelndem Gang oder Zittern des Körpers.
SCHLAF [37]
Schlaflosigkeit durch heftigen Kopfschmerz, Kolik, Schmerz im Kreuz, der es ihm nicht erlaubt, auf dem Rücken zu liegen.
Ängstliche Träume mit Aufschrecken.
ZEIT [38]
Morgens, beim Aufstehen: Benommenheit im Kopf; Durst; weicher Stuhl; Stiche im Nacken und zwischen den Schultern; Frösteln mit Durst.
Den ganzen Tag: kalte Füße.
Nachmittags: Erbrechen; Schweiß.
Abends: Brennen der Lippen; Durst; Stichschmerz in der linken Hypochondrialgegend; im Bett trockener Husten; Schaudern im Rücken.
Um 9 Uhr abends: Frost, heftiger Kopfschmerz, im Bett vergehend; bis 10 Uhr morgens Frost.
Nachts: Nasenbluten; unwillkürliche Miktion; rheumatische Schmerzen in den Extremitäten.
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Aus kalter Luft ins Zimmer: Zahnschmerz.
Kalte oder warme Speisen: Zahnschmerz.
FIEBER [40]
Schaudern im Rücken, am Abend, von unten nach oben.
Frösteln: mit Durst, früh morgens nach dem Erwachen.
Schüttelfrost mit heftigem Kopfschmerz am Abend, 9 Uhr, im Bett vergehend, gefolgt von Durst.
Frost von 9 Uhr abends bis 10 Uhr morgens, gefolgt von Schweiß am Nachmittag.
Wechsel von Hitze und Schaudern, mit abwechselnder Rötung und Blässe des Gesichts.
Hitze in einem Teil des Körpers und Frost in einem anderen.
Hitze und Schwindel beim Heben des Kopfes im Bett, mit Schweiß auf der Stirn und Rötung des Gesichts.
Hitze des Kopfes, mit Kälte des übrigen Körpers.
Den ganzen Tag kalte Füße, obgleich der übrige Körper sonst heiß ist.
ANFÄLLE, PERIODIZITÄT [41]
Nächtlicher Schmerz im Kreuz und in den Oberschenkeln.
Zwei Tage lang: die Menstruation setzt aus, dann fließt sie wieder.
LOKALISATION UND RICHTUNG [42]
Rechts: heftige Schmerzen im Auge; Reißen im Gesichtsknochen.
Links: Reißen im Jochbein; Stichschmerz in der linken Hypochondrialgegend; Juckreiz des Leistenkanals; rheumatische Schmerzen im Ellenbogen- und Handgelenk; rheumatischer Schmerz im Femur.
Von unten nach oben: Schaudern im Rücken.
EMPFINDUNGEN [43]
Als ob sich ein Unglück ereignen würde; Kopf wie bandagiert oder zusammengeschraubt; als ob etwas nach vorn fallen würde; als ob das Auge aus der Höhle hervortreten wollte; als ob Luft durch die hinteren Nasengänge gepresst würde; Mund und Hals wie taub; als ob ein Stück Lunge herauskäme.
Schmerz: in der Brust; in den hinteren Nasengängen; in den Zähnen; in den Leisten; im Kreuz und in den Oberschenkeln.
Heftiger Schmerz: im Kopf; in den Augen.
Reißen: in den rechten Gesichtsknochen oder im linken Jochbein.
Bohren: im Scheitel.
Stiche, Stechen: im Kopf.
Stiche: im Nacken und zwischen den Schultern.
Stechen: in beiden Augen; in der Rachenenge; um den Penis.
Stichschmerz: in der linken Hypochondrialgegend.
Schmerzhaftes Brennen: in der Brust.
Brennen: der Augen; der Lippen; vom Kehlkopf bis zur Magengrube; in der Mitte der Brust; unter dem oberen Teil des Brustbeins; der Flecken; am Anus.
Hitze: des Kopfes; in einem Teil des Körpers, Frost in einem anderen.
Kolik: im Bauch.
Wundheit: in Mund und Hals.
Schmerz wie geprellt: im Kreuz; in den Oberschenkeln; im ganzen Körper.
Rheumatischer Schmerz: zwischen den Schultern; im linken Ellenbogen- und linken Handgelenk; in der Hüfte; im linken Femur; in den Extremitäten.
Kribbeln: in den Fingern.
Spannung: im Nacken und zwischen den Schultern.
Beklemmung: der Brust.
Schweregefühl: des Kopfes.
Fülle: des Bauches.
Benommenheit: im Kopf.
Dumpfes Gefühl: des Kopfes.
Zittern: des Magens; der Hände.
Trockenheit: der Lippen; von Mund und Hals.
Juckreiz: des linken Leistenkanals; der Flecken.
Schaudern: im Rücken.
Heftiger Juckreiz: der Flechte an den Armen.
Kältegefühl: des Magens; des Körpers; der Füße.
BERÜHRUNG. PASSIVE BEWEGUNG. VERLETZUNGEN [45]
Berührung: große Empfindlichkeit des Nackens.
Reiben: Kribbeln in den Fingern vergeht.
Kratzen: beseitigt den Juckreiz des Leistenkanals nicht; bei den Flecken verursacht es Brennen.
HAUT [46]
Juckende Flecken, entweder hart oder wie von Nesseln, mit Brennen nach dem Kratzen.
Kleine rote Flechte an den Armen, mit heftigem Juckreiz.
BEZIEHUNGEN [48]
Vergleiche: Act. rac. und Pulsat. bei Traurigkeit, Weinen, vorahnender Angst; Ignat. bei Stechen in der Rachenenge zwischen den Schluckakten; Hepar bei Aufstoßen.