Anthracinum
By Constantine Hering — Die Leitsymptome unserer Materia medica
Der alkoholische Extrakt des Milzbrandgiftes, bereitet aus der Milz von Rindern, die von dieser Krankheit befallen waren. Eine Nosode, die von der alten Schule und von der Mehrzahl der neuen verworfen wurde, obwohl sie ein Mittel ist, das unsere Theorie bestaetigt und sich in der Praxis als aeusserst nuetzlich erwiesen hat. Sie ist noch nicht arzneilich geprueft worden, doch rechtfertigt der haeufige Gebrauch, den einige unserer besten Praktiker von ihr gemacht haben, ihre Aufnahme. Die erste Zubereitung wurde gemaess den Vorschlaegen C. Hg.s (niedergelegt in Stapfs Archiv, 1830) von Dr. G. A. Weber hergestellt und bei der Rinderseuche mit dem erstaunlichsten Erfolg angewandt. Er heilte damit jeden Fall und auch Menschen, die durch das Kontagium vergiftet worden waren. Sein Bericht, eine kleine Abhandlung von 114 Seiten, wurde 1836 bei Reclam in Leipzig veroeffentlicht. Er fand keine Beachtung. Nur der begabte Dr. P. Dufresne, der Gruender der Bibliothèque Homœopathique von Genf (siehe Nachruf von Grieselich in Hygea, VI., S. 351, 352), gebrauchte es und verhinderte in einer Schafherde das weitere moerderische Umsichgreifen der Krankheit (unter Schafen ist sie stets toedlicher als unter anderen Haustieren) und heilte auch die Schaefer (Biblioth. Homœop. de Genève, Jan. und Febr. 1837).
Die Entdeckung der Bakterien und ihrer unglaublich raschen Vermehrung schien von weit groesserer Bedeutung zu sein als die Heilung des Viehs und der Verlust von Millionen Dollar durch diese Krankheit. Im Jahre 1842 erlitt Frankreich einen Verlust von ueber sieben Millionen Francs, und jaehrlich erleidet ein kleiner Bezirk Deutschlands einen Verlust von sechzigtausend Talern durch die Rinderseuche; in Sibirien starben 1785 100.000 Pferde daran; im Jahre 1800 verlor ein kleiner Bezirk 27.000 Pferde. Die strahlende Waerme, die C. Hg. vor Jahrzehnten fuer andere zymotische Krankheiten vorgeschlagen hatte, wurde von Pasteur auf sehr geistreiche Weise als Mittel entdeckt, die Vermehrung der Bakterien zu verhindern. Nun koennen die Waerme (wie sie es bei der Hydrophobie getan hat) und die Nosode genuegen, jeden Fall zu heilen.
Dr. Kaesemann hatte 1853 sittlichen Mut genug, Anthracin bei Gangraen und Sphacelus einzufuehren, und Doktor Raue hat es seit 1858 bei Karbunkeln gegeben. Siehe seine Pathology and Diagnosis, und bei gangraenoesem Panaritium siehe Journal of clinics, 4, 142.
Die Symptome eines Falles von Rotzvergiftung, unter ihnen hervorstechend blaue Furunkel, bei einem Tierausarzt, geheilt mit Anthracinum 30 (Tafels Praeparat) durch Knerr, sind hinzugefuegt.
Alle Symptome, die das Gift beim Menschen hervorgebracht hat, sind aufgenommen, weil sich die Symptome des Schlangenbisses und des Bienenstichs in zahlreichen Faellen als nuetzlich erwiesen haben; sie sind mit * bezeichnet.
GEMUET [1]
*Angst, besonders in der Herzgegend. **
Delir und Erregung. θ *Mit dem Fieber. **
*Verlust des Bewusstseins. **
*Niedergeschlagenheit mit Schwäche und Frösteln. **
*Sie meint, den Tod herannahen zu fühlen. **
Tiere heulen, beissen, laufen umher, werden sehr erregt; darauf folgen laehmungsartige Symptome.
Arbeitsunlust. θ Cynanche cellularis.
SENSORIUM [2]
Benommenheit im Kopf wie von Narkotika.
Verwirrtheit. θ *Mit dem Fieber. **
Schwindel.
*Schwindel mit Schmerz im Kopf. **
Verlust des Bewusstseins.
INNERER KOPF [3]
Kopfschmerz, als ob ein Rauch mit heissem Schmerz durch den Kopf zöge (fum‚e de douleur chaude); bei zwei Hirten, die es von ihrer Herde bekommen hatten. θ Milzbrandkarbunkel.
Der Kopf ist in unbeschreiblicher Weise betroffen. θ Vergiftung durch einen fauligen Atem.
*Unbehagliches Gefuehl im Kopf, leichtes Frösteln, mildes Fieber .
*Wenn sie bei vollem Bewusstsein sind, klagen sie ueber grosse Schmerzen im Kopf. **
*Schmerz im Kopf, Schwindel; innerer Milzbrand. **
*Hier und da in allen Teilen des Gehirns kleine und grosse Blutungen embolischen Ursprungs; nach dem Tode an Milzbrand. **
*Die Hirnhaeute zeigen umschriebene oder symmetrisch ausgedehnte blutige Infiltrationen. **
*Kopfschmerz mit Frösteln. **
Zerebrale Symptome bei Karbunkel.
AEUSSERER KOPF [4]
Fliegende Gangraen.
Kleine Schwellungen an Schlaefen und Wangen, die sich durch Orbitalsuturen und Foramina bis zur Dura und Pia mater ausdehnen.
Karbunkel meist am Kopf, nahe den Ohren oder Schlaefen.
Fliegende Gangraen, Kopf geschwollen (bei Schweinen).
Schwellung des Kopfes (Schafe).
SEHEN UND AUGEN [5]
Starke Pupillenerweiterung; innerer Milzbrand.
*Eine blass gelbliche oder gruenliche Schwellung, wenn an den Augenlidern, von halb durchscheinendem Aussehen. **
Eine blasse Roetung ueber den Brauen laengs der Stirn.
GEHOER UND OHREN [6]
Klingeln in den Ohren; innerer Milzbrand.
(OBS :) Parotitis gangraenosa, nach Scharlach.
Schwellung, die sich rueckwaerts ueber den Winkel des rechten Unterkiefers erstreckt, der nicht gefuehlt werden konnte, und hinauf bis nahe ans Ohr. θ Cynanche cellularis.
GERUCH UND NASE [7]
Nase geschwollen und rot, uebelriechender Geruch daraus.
*Blutige Suffusionen auf der Nasenschleimhaut. **
Heftige Roetung der rechten Nasenhaelfte, sich bis zur Wange erstreckend. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
OBERE GESICHTSHAELFTE [8]
Erysipelatoese, dunkelbraune Roetung und Schwellung ueber die ganze rechte Gesichtshaelfte, die Nase und einen Teil der linken Wange; Schwellung sehr hart, die Roetung verschwindet nicht unter Fingerdruck. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
Von der Nase auf die Wange sich erstreckende Roetung.
UNTERE GESICHTSHAELFTE [9]
Konnte den Unterkiefer nicht wie gewoehnlich bewegen. θ Cynanche cellularis.
Konnte den Mund nur so weit oeffnen, dass sie die Zungenspitze herausstrecken konnte. θ Cynanche cellularis.
Unmoeglich, die Kiefer zu oeffnen. θ Cynanche cellularis.
Reissender Schmerz im rechten Unterkiefer.
Der Beginn der Schwellung war die Gegend der rechten Submaxillardruese. θ Cynanche cellularis.
Eine steinharte Schwellung um die rechte Unterkieferhaelfte, den inneren Raum der Mandibula bis zur Haelfte ausfuellend, bis fast zur halben Wange reichend und das Gesicht entstellend, rueckwaerts ueber den Unterkieferwinkel hinausgehend, mit sehr wenig Schmerz, nicht rot, aber scharf begrenzten Raendern. θ Cynanche cellularis.
Schwellung, die sich vom inneren Rand des linken Unterkiefers ueber den ganzen Hals, nach vorn und ueber den Rand des rechten Unterkiefers erstreckt und auf gleicher Hoehe mit der Oberflaeche der rechten unteren Mahlzaehne liegt. Cynanche cellularis.
Eine grosse, steinharte, blasse Schwellung um den rechten Unterkiefer, nahezu schmerzlos, das Gesicht entstellend. θ Cynanche cellularis.
Drüse unter dem Kinn schmerzhaft geschwollen. θ Vergiftung durch einen fauligen Atem.
ZAEHNE UND ZAHNFLEISCH [10]
Bei einem Einschnitt nahe dem zweiten Mahlzahn entleert sich eine Masse stinkender, brauner Jauche. θ Cynanche cellularis.
GESCHMACK, SPRACHE, ZUNGE [11]
Schlaffer Geschmack. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
*Zunge oft mit dickem braunem Belag belegt; trocken. **
MUNDHOEHLE [12]
Uebler Geruch aus dem Mund. θ Cynanche cellularis.
Der Mund konnte nicht geoeffnet werden. θ Cynanche cellularis.
Speichel vermehrt. θ Cynanche cellularis.
*Fortgesetzte Blutung aus dem Mund; das Blut zeigt mangelnde Gerinnungsfaehigkeit; bei innerem Milzbrand. **
*Dunkelrote, blutige Ekchymosen im Mund. **
*Blutige Suffusionen und haemorrhagische Ansammlungen auf den Schleimhaeuten der Mund- und Nasenwinkel; innerer Milzbrand. **
Der Mundboden ist durch die Schwellung emporgehoben, hart wie eine Schwiele, sich nach hinten bis zu den Parotiden erstreckend und bis an die aeussere Flaeche des Unterkiefers reichend. θ Cynanche cellularis.
*Oberflaechlich verschorfte Pusteln im Mund nach dem Tode. **
GAUMEN UND HALS [13]
*Das submukoese Gewebe, besonders in der Rachenenge und um den Kehlkopf, ist verdickt und oedematoes. **
Gegend des Halses oberhalb des Kehlkopfs bis zum Mund geschwollen. θ Cynanche cellularis.
Submaxillare, laryngeale und retropharyngeale Druesen sind infiltriert, hyperaemisch, mit haemorrhagischen Herden gefuellt, von graeulicher oder dunkel schwarzroeter Farbe und betraechtlich vergroessert.
Die rechte Tonsille schmerzt. θ Karbunkel. θ Erysipel.
Milzbrand-Angina.
Cynanche cellularis; scharf gezeichnete Begrenzung um die Schwellungen.
Leichte Schluckbeschwerden; innerer Milzbrand.
Schlucken ausserordentlich erschwert. θ Cynanche cellularis.
Konnte nicht schlucken, bei grossem Durst.
APPETIT, DURST. VERLANGEN, ABNEIGUNGEN [14]
Verminderter Appetit, mit Hitze.
*Appetitlosigkeit, mit Frostschauern. **
*Appetitlosigkeit und Gastralgie; innerer Milzbrand. **
Appetitlosigkeit. θ Cynanche cellularis.
Durst mit Hitze.
Uebermaessiger Durst, kann aber kaum schlucken. θ Cynanche cellularis.
ESSEN UND TRINKEN [15]
Beschwerden durch fauliges Wasser.
SCHLUCKAUF, AUFSTOSSEN, UEBELKEIT UND ERBRECHEN [16]
Aufstossen, Uebelkeit und Neigung zum Erbrechen.
*Uebelkeit und Erbrechen mit Frösteln. **
Erbrechen galliger und schleimiger Massen.
*Auf Erbrechen folgt Diarrhoe. **
Uebelkeit und Erbrechen nach grossen Schmerzen im Bauch.
MAGENGEGEND UND MAGEN [17]
Druck und Brennen in der Magengegend.
*Gastralgie. **
*Waende von Magen und Darm oedematoes, verfaerbt, truebrot. **
*Schleimhaut von Magen und Daermen roetlich, geschwollen, mit vereinzelten oder zahlreichen oedematoesen, haemorrhagischen, hervorstehenden Infiltrationen von der Groesse einer Linse bis zu der einer Kaffeebohne, mit graeulicher oder gruenlichgelb verfaerbter Oberflaeche und deutlich brandigem Zentrum. **
*Zahlreiche eigentuemliche haemorrhagische und oberflaechlich verschorfte Infiltrationen von Magen und Daermen; intestinaler Milzbrand. **
HYPOCHONDRIEN [18]
Gefuehl, als ob das Zwerchfell nach vorn gedrueckt werde. θ Vergiftung durch fauligen Atem. θ Erysipel.
Gefuehl von Angst und Einschnuerung, am meisten in der Herzgegend; Leber gestaut, hier und da leichte Blutung, Milz maessig vergroessert, weich, blutreich, dunkel gefaerbt.
*Vergroesserung der Milz. **
Die Milz, der Hauptsitz des Milzbrandes bei den Tieren, wird beim Menschen (alte Schule) selten geheilt.
Epidemische Milzkrankheit des Rindes oder Pferdes.
(OBS :) Im Wechsel mit Arsen.
Dieselbe Krankheit bei Schafen. Anthracinum suum ist in der akuten Form besser als Anthracinum ovium, in der chronischen Form aber ist Anthracinum ovium besser.
BAUCH UND LENDEN [19]
Ploetzliche Prostration mit grosser Wundheit des Bauches, meist im Epigastrium, mit Erbrechen, kalten Extremitaeten, dumpfem Kopf.
*Bauchschmerz mit Frösteln. **
*Kolikartige Schmerzen; innerer Milzbrand. **
Ein Pferd fiel mit Kolik nieder, keine Bewegung, ausser dass es von Zeit zu Zeit den Kopf gegen den Bauch bog.
*Mycosis intestinalis; intestinaler Milzbrand. **
*In den Daermen ein duennfluessiges Material, leicht mit Blut gefaerbt. **
*Das retroperitoneale und mesenteriale Bindegewebe infiltriert, gallertartig und von gelblich-roetlicher Farbe. **
*Maessiger seroeser oder sero-haemorrhagischer Erguss und subperitoneale Suggillationen. **
*Einfache Blutungen, Infarkte und Herde an verschiedenen Teilen der Daerme. **
*Seroese und sero-haemorrhagische Infiltrationen des peritonealen und mesenterialen Bindegewebes, der Waende von Magen und Daermen und der Schleimhaeute. **
*Mesenterial- und retroperitoneale Druesen bis zur Groesse einer Walnuss vergroessert; schwarzroete Massen, zusammengehalten von einem gallertartigen kongestiven, mit Serum infiltrierten Gewebe. **
Dunkelroter Karbunkel im Netz.
*Eigentuemliche pustuloese und karbunkuloese Herde im Darmtrakt. **
Schwellung des Bauches; innerer Milzbrand.
STUHL UND REKTUM [20]
Auf Erbrechen folgt eine schmerzlose, oft blutige Diarrhoe.
Diarrhoe mit Bauchschmerz.
*Diarrhoe. ** θ Mit dem Fieber.
*Auf Erbrechen folgt eine schmerzlose, maessige, mehr oder weniger heftige, oft blutige Diarrhoe; innerer Milzbrand. **
Mit der Diarrhoe manchmal ein choleraaehnlicher Kollaps; innerer Milzbrand.
Verzoegerter Stuhlgang.
HARNORGANE [21]
Nieren geschwollen, mit Oedem, mit kleinen Blutungen besprenkelt, gestaut; Suggillationen in den Schleimhaeuten des Nierenbeckens.
(Bei Kranken :) Musste waehrend der Nacht fuenf- oder sechsmal aufstehen und entleerte einen Nachttopf voll klaren Harns. θ Blaue Furunkel nach Rotzvergiftung.
ATMUNG [26]
Atmung haeufig, muhsam; rasch, krampfartig; innerer Milzbrand.
BRUSTINNERES UND LUNGEN [28]
Pulmonale Hyperaemie, Ekchymosen.
*Leichte seroese Erguese in die Pleurahoehlen. **
*Subpleurale Ekchymosen mit Gefaessstauung und dunkler Faerbung des Parenchyms. **
*Oedem der mediastinalen Lymphdruesen. **
HERZ, PULS UND KREISLAUF [29]
Herzschlag haeufig, aber schwach.
Ihr Herz schlaegt ganz anders. θ Gift durch einen fauligen Atem.
*Das Schlagen des Herzens staerker, entschiedener und deutlicher wahrnehmbar. **
Puls haeufig, klein, bei heftiger Herzaktion; weich klein und fieberhaft . θ Cynanche cellularis.
Weicher, kaum beschleunigter Puls. θ Vergiftung durch einen fauligen Atem.
*Verfaerbte Linien ueber den Venen oder rote Linien und Streifen im Verlauf der Lymphbahnen. **
*Zyanose; innerer Milzbrand. **
*Blut von dunkel kirschroter Farbe, im allgemeinen fluessig oder mit einigen lockeren Gerinnseln. **
*Blut gerinnt nicht. **
HALS UND RUECKEN [31]
Achsellymphknoten geschwollen und schmerzhaft. θ Erysipel.
Schwellung am Hals von Haselnussgroesse, brennend und feurig rot; spitz zulaufend und hart. θ Karbunkel am Hals.
Karbunkel am Ruecken, neun Zoll lang und fuenf Zoll an seiner groessten Breite; mit Brandabstossung, reichlichem Ausfluss von jauchigem, entsetzlich riechendem Eiter und Blutvergiftung durch Aufnahme von Eiter. θ Pyaemie.
(OBS :) Hydrorhachitis (Grubbe, Kreuzdrehe), eine Schafkrankheit.
OBERE EXTREMITAETEN [32]
Tetanische Kraempfe der oberen Extremitaeten, innerer Milzbrand.
Arme und Haende bedeckt mit einem krustigen Ausschlag, voller Schrunden, Eiter und eine scharfe Fluessigkeit absondernd, mit schmerzhaftem, unertraeglichem Juckreiz; von der alten Schule eine Zeitlang unterdrueckt, war er mit furchtbarer Heftigkeit wieder ausgebrochen. Nach Anthracin loesten sich die Krusten und flogen wie Schnee umher.
Die ganze linke Hand (nicht die Finger) geschwollen, stark geroetet, sehr schmerzhaft; die Roetung erstreckte sich ueber die ganze Hand und sogar das Handgelenk, und ein roter Streifen lief den Unterarm hinauf. θ Entzuendung der Hand.
In der Mitte der Handflaeche eine grosse Blase, die nach dem Oeffnen eine gelbe waessrige Fluessigkeit entleerte.
Panaritium, die schlimmsten Faelle, mit Brandabstossung.
Panaritium.
Akuter Schmerz in den Handknochen und Brennen bis in die Fingerspitzen. θ Blaue Furunkel nach Rotzvergiftung.
UNTERE EXTREMITAETEN [33]
Oberschenkel bis zu den Nates livid, hart und schmerzhaft; Unterschenkel dunkelblau, Fuesse oedematoes; wenn Blasen aufbrechen, entleeren sie eine uebelriechende Jauche. θ Traumatische Gangraen.
Der ganze Oberschenkel war geschwollen, am meisten oberhalb des Knies, und auch der Fuss. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Livide Roetung am unteren Teil des ganzen Oberschenkels bis zu den Gesaessbacken, hart und schmerzhaft. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Oberhalb des Knies Roetung, Schwellung und Schmerz und spaeter eine grosse schwarze Blase an der Innenseite des Oberschenkels, vier Zoll nach oben und innen reichend; nach der Inzision floss blutiges Wasser aus. θ Fraktur der Tibia.
An der Aussenseite des Knies eine grosse fluktuierende Schwellung, die bei Druck eine entsetzlich riechende gangraenoese Jauche entleert. θ Nach Fraktur der Tibia.
Aus Oeffnungen am Unterschenkel, durch die Fraktur verursacht, reichlicher stinkender Eiter (wie von kariösen Knochen). θ Traumatische Gangraen.
Blaeulich-braune Flecken, die aufbrechen.
Die ganze untere Extremitaet schwarzblau; die Gegend der Blase (toerichterweise eröffnet) brandig abgestorben und viel stinkende Jauche entleerend. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Handgrosse Geschwuere an den unteren Extremitaeten; kein Antipsoricum hatte Erleichterung gebracht. Anthrac. [30] half sehr bald.
Karioese Geschwuere.
Fuss oedematoes. θ Fraktur der Tibia.
EXTREMITAETEN IM ALLGEMEINEN [34]
Verfaerbte Linien zeichnen die Venen ueber dem oedematoesen Teil nach.
*Starke Schmerzen in Extremitaeten und Gelenken mit Fieber; intestinaler Milzbrand. **
Schmerzen in Knien und Armen. θ Blaue Furunkel nach Rotzvergiftung.
Extremitaeten wie zerschlagen.
Extremitaeten schwach.
NERVEN [36]
*Grosse Unruhe. **
Anfaelle von Zittern.
Einzelne Muskeln fahren zusammen oder zittern.
*Epileptiforme Konvulsionen; innerer Milzbrand. **
*Klonische Kraempfe, Trismus oder Opisthotonus; bisweilen in ernsten Faellen. **
Klonische Kraempfe.
*Tetanische Kraempfe in den oberen Extremitaeten. **
*Opisthotonus; innerer Milzbrand. **
Schwaeche und Niedergeschlagenheit mit Schmerzen in den Extremitaeten.
*Schwaeche mit Frösteln. **
*Grosse Schwaeche mit Fieber. **
*Schwaeche und Niedergeschlagenheit mit Schmerzen in den Extremitaeten und allgemeinem Krankheitsgefuehl, gefolgt von Stoerung des Darmkanals; innerer Milzbrand. **
Schwaeche und Schweiss am ganzen Koerper. θ Karbunkel.
Vollstaendig erschoepft, sie meint den Tod zu fuehlen. θ Vergiftung durch fauligen Atem. θ Karbunkel.
*Choleraaehnlicher Kollaps nach Diarrhoe. **
Kollaps mit Atembeschwerden; Bewusstseinsverlust; Tod.
*Ploetzlicher toedlicher Ausgang, vorangegangen von aeusserstem Kollaps. **
*Mit Zyanose, Asphyxie und aeusserstem Kollaps, gefolgt von Tod in allen Faellen von Blutung. **
*Ausgepraegte Totenstarre nach dem Tode. **
SCHLAF [37]
Schlaefrigkeit; innerer Milzbrand.
Konnte vor Schmerz nicht schlafen. θ Entzuendung der Hand.
Schlaflosigkeit. θ Cynanche cellularis.
Unruhiger Schlaf, Zucken und heftige ruckartige Bewegungen im Schlaf. θ Blaue Furunkel nach Rotzvergiftung.
Schlaf kurz, nicht erquickend. θ Erysipel.
Delirium, Sopor, dann Tod.
Schlaf kurz, nicht erquickend, mehr wie Betaeubung. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
Nachts unruhig, gereizt.
*Unruhiger Schlaf; mit Frösteln. **
TEMPERATUR UND WETTER [39]
Juli, August und September liefern das groesste Kontingent.
FIEBER [40]
*Fröstelnd, mit Schwaeche, Kopfschmerz, gefolgt von allgemeinem Krankheitsgefuehl, Appetitlosigkeit, unruhigem Schlaf, grosser Schwaeche und Niedergeschlagenheit, und in acht oder zehn Tagen Karbunkeln, meist an Arm, Unterarm, Kopf. ** θ Milzbrand durch Essen von Fleisch kranker Tiere.
*Entschiedener Frostschauer, gefolgt von Bauchschmerz, Uebelkeit, Erbrechen und in zwei oder drei Tagen mit Hinzutreten von Kollaps und Zyanose; Tod. ** θ Milzbrand nach Essen kranken Fleisches.
*Leichte Frostschauer mit Fieber und seltsamem Gefuehl im Kopf. **
Bei grosser Prostration, Frösteln, Schmerzen in den Extremitaeten, Zunahme von Fieber und Schwaeche, Angst, Unruhe, Schwindel, Delir, dumpfem Kopf; Stuhlgang verzoegert, Harn spaerlich; Haut trocken, spaeter mit kaltem Schweiss bedeckt.
*Temperatur nur sehr wenig erhoeht; innerer Milzbrand. **
*Die fieberhafte Bewegung, anfangs gering, wird oft rasch von hohem Fieber gefolgt; grosse Schwaeche, Delir, Erregung, Verwirrtheit. **
Maessige Hitze, wenig Durst, allgemeiner Schweiss. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
Sehr starkes Fieber. θ Cynanche cellularis.
Hitze, Durst, weniger Appetit, leidend und ermuedet. θ Entzuendung der Hand.
Fieber mit Diarrhoe.
Fieber, von Schweiss begleitet.
*Schweiss am ganzen Koerper mit Schwaeche. **
Neigung zum Schweissen; eher klebrig. θ Cynanche cellularis.
Reichlicher Schweiss. θ Cynanche cellularis. θ Karbunkel.
*Kalter Schweiss in ernsten Faellen. **
Typhoider Typus, mit rasch sinkendem Puls, Kraefteverlust, Ohnmacht, Delir.
ANFAELLE, PERIODIZITAET [41]
Anfaelle: von Zittern; von Kopfschmerz mit Frostschauern und Kaelte des Kopfes.
Verlauf in einem Fall unregelmaessig intermittierend; innerer Milzbrand.
Laehmungsartige Symptome setzen aus.
LOKALITAET UND RICHTUNG [42]
Rechts: Nasenhaelfte Roetung; Unterkiefer, weich, fluktuierend; Tonsille schmerzt.
Linke Hand geschwollen und rot.
Von rechts nach links: dunkelbraune Roetung im Gesicht.
Gefuehl, als ob der hintere Teil des Zwerchfells nach vorn gedrueckt werde. θ Erysipel.
EMPFINDUNGEN [43]
*Stechender Schmerz wie vom Biss einer Fliege. **
Schwellung bisweilen sehr schmerzhaft, als ob die Haut von Nesseln beruehrt worden waere, mehr tagsueber. θ Karbunkel am Hals.
Als ob ein Rauch mit heissem Schmerz durch den Hals ginge; als ob das Zwerchfell nach vorn gedrueckt werde; als ob die Haut von Nesseln beruehrt werde; Extremitaeten wie zerschlagen.
*Leichtes Brennen und Juckreiz wie nach einem Insektenstich an der Stelle, die in Beruehrung gekommen war. **
Entsetzliches Brennen. θ Paronychie. θ Karbunkel.
Schmerz: im Kopf; in den Extremitaeten.
Reissend: im rechten Unterkiefer.
Druck: in der Magengegend.
Brennen: in der Magengegend.
Kolikartige Schmerzen: innerer Milzbrand.
Dumpfheit: im Kopf.
GEWEBE [44]
Blut schwarz, dick, wie Teer, rasch in Zersetzung uebergehend.
Injektion und Ekchymose an den motorischen Organen des Schluckens.
Haemorrhagische Exsudationen.
Blut sickert aus Mund, Nase, Anus oder Geschlechtsteilen.
*Blutungen in verschiedenen Teilen des Koerpers. **
*Diffuse Phlegmone; innerer Milzbrand. **
Umgebendes Gewebe mit truebem Serum und kleinen Blutungen infiltriert.
Rote Linien, Streifen und Striemen zeichnen den Verlauf der Lymphbahnen nach.
*Druesen im Hals und unter dem Kiefer verhaertet. **
Drüse unter dem Kinn schmerzhaft geschwollen.
*Haemorrhagische Infiltration der mesenterialen und anderer Lymphdruesen. **
Lymphdruesen hart, geschwollen, dunkelrot, mit blutigem Serum infiltriert.
Die Lymphgefaesse und Druesen schwellen an, verhaerten, und wenn sie quer durchschnitten werden, sind sie sehr rot, haerter oder weicher, stets mit einer haemorrhagischen oder blutig-seroesen Materie infiltriert.
Lymphdruesen geschwollen, dunkelrot, broeckelig oder erweicht, als ob sie mit Extravasaten gefuellt waeren.
*Entsprechende Lymphdruesen schwellen an. **
*Mediastinale Lymphdruesen oedematoes. **
*Die meisten Schleimhaeute sind injiziert und geroetet. **
Verhaertung des Zellgewebes.
*Oedem und Infiltration des Zellgewebes breiten sich rasch aus; die Haut an den Teilen hart und teigig, bisweilen auch oedematoes, geroetet, kuehl oder heiss. **
*Die Gewebe in der Naehe der Pustel werden sehr schnell verhaertet, und diese oedematoese Schwellung breitet sich rasch ueber einen betraechtlichen Bezirk aus, ueber den ganzen Arm, die halbe Halsseite, verursacht lebhaften Schmerz und ein Schweregefuehl in den betroffenen Extremitaeten. **
Oedem der betroffenen Teile, mehr oder weniger geroetet, bisweilen kuehl, bisweilen heiss.
Oedem der betroffenen Teile; bei Milzbrandgangraen; Kollaps.
Oedematoese und phlegmonoese Schwellungen zeigen Veraenderungen eines trueben Oedems, oft streifig und fleckig mit Blut gezeichnet.
*Oedem mit hinzutretendem gangraenoesem Prozess breitet sich rasch ueber die ganze Extremitaet aus; Kollaps tritt schnell ein mit Atembeschwerden, Bewusstseinsverlust und Tod. ** θ Nach Essen kranken Fleisches.
*Erysipeloides Milzbrandoedem. **
*Transsudationen in seroese Hoehlen. **
*Der Inhalt einer regelrechten Pustel ist neutral oder alkalisch und schwaerzt bisweilen Metalle. **
Reichlicher Ausfluss von jauchigem, entsetzlich riechendem Eiter. θ Karbunkel.
Gangraenoese Jauche von scheusslichem Geruch.
Stinkender Eiter aus Wunde am Bein.
Durchdringend stinkende, duenne Jauche aus einer eröffneten Schwellung.
*Gangraen, bei innerem Milzbrand. **
In manchen Faellen ist die Gangraen fortschreitend, und heftige fieberhafte Symptome koennen folgen.
*Von der zaehen Infiltration, die haemorrhagisch und im Zentrum oft brandig abgestossen ist, gehen schwarzrote haemorrhagische Baender in das darunterliegende Fettgewebe aus und senden zahlreiche Verzweigungen hinein. **
Der Knoten wird sphaceloes, waehrend er an der Oberflaeche abstirbt; die Zersetzung geht in der Tiefe schneller vor sich und wird zu emphysematoeser Gangraen.
*Gangraenoese Zerstoerung. **
Brandabstossung an Karbunkeln; an Paronychie.
Gangraen und Sphacelus. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Gangraenoese Geschwuere (Schafe).
Aufsaugung von Eiter ins Blut. θ Pyaemie. θ Gangraenoese Karbunkel.
Septische Infektion durch Aufnahme schaedlicher Stoffe.
*Septikaemie mit Gangraen und mit Brandabstossung. **
BERUEHRUNG. PASSIVE BEWEGUNG. VERLETZUNGEN [45]
Dunkelbraune Roetung im Gesicht verschwindet nicht auf Druck.
Aus zwei kleinen Wunden am zwoelften Tage viel uebelriechender Eiter. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Roetliche Jauche entleert sich aus kleinen Wunden. θ Nach einer Fraktur der Tibia.
Nach verdaechtigen Stichen, wenn die Schwellung die Farbe veraendert.
Schnitte zeigen aeusserlich eine dunkle haemorrhagische Masse, tiefer innen hellrot und am Grund eine gelbliche Masse.
Gangraen nach Inokulation von Schafen.
Nach Sektionswunden werden die Wunden gangraenoes.
HAUT [46]
Dunkelrote Flecken (Schafe).
*Ekchymosen. **
Zyanose.
Haut des betroffenen Teils entweder hart oder teigig.
Haut trocken, heftig juckend und brennend.
Unertraeglicher Juckreiz an Armen und Haenden.
Juckreiz bei trockener Haut; heftig wie rasend (Pferde).
Krustiger naessender Ausschlag mit heftigstem Juckreiz.
Krustiger Ausschlag, der eine scharfe Fluessigkeit absondert.
Ein kleiner roter Fleck, bisweilen mit einem schwaerzlichen Punkt in der Mitte, allmaehlich empfindlicher werdend, zwingt zum Kratzen, roetet sich mehr und mehr, schwillt an und bildet eine kleine Pustel oder einen Fleck.
*Ein kleines rotes Puenktchen wie ein Flohstich, mit zentralem schwarzem Punkt, schwillt allmaehlich an und verwandelt sich in eine juckende Papel, bedeckt mit einem kleinen klaren, roetlichen oder blaeulichen Blaeschen, das sich allmaehlich vergroessert. **
*Die exkoriierte Stelle trocknet ein, wird braun und livid und es bildet sich ein lokaler Schorf. **
*Durch entzuendliche Schwellung der umgebenden Haut bildet sich ein roter oder violetter erhabener Rand, ringsherum ein blaeulicher oder blassgelber Ring, auf dem kleine, hanfkorngrosse Blaeschen um den zentralen Schorf erscheinen. **
*Mit Zunahme des runden, dicken Schorfes von einem Viertel bis zu drei Vierteln Zoll erweitert sich auch der erhabene Rand. **
Exkoriierte Flaeche trocknet ein und mumifiziert, aber ringsum bilden sich neue Blasen.
*Kleine und grosse, mit Serum gefuellte Epidermisblaeschen. **
Blase auf der Handflaeche.
*Die sekundaeren Blaeschen enthalten eine gelbliche, roetliche und schwaerzliche Fluessigkeit. **
*Ueber der Pustel eine linsengrosse Blase mit einer klaren, hellgelblichen, spaeter roetlichen oder blaeulichen Fluessigkeit. **
Schwarze oder blaue Blasen. θ Pustula maligna.
*Schwarze Blasen, toedlich in vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden. **
Grosse schwarze Blase an der Innenseite des Oberschenkels.
Bei mehr als einem Detritus ist das Ganze wie Erysipel geschwollen, und beim Einschneiden sieht es wie die Vespajas *der italienischen Dermatologen aus. **
Erysipelatoese Entzuendung um den Karbunkel.
Erysipelas gangraenosa.
Erysipelatoese Form des chronischen Milzbrandes.
Schafpocken.
Nabelartige Pusteln, ringsum gelb oder blaeulich, mit Vertiefung von dunkelroter Farbe und haemorrhagischer Grundlage. θ Pustula depressa.
Wird frueh abgekratzt, trocknet die exkoriierte Stelle ein, wird braun und livid und hinterlaesst eine Narbe.
*Die dichten oder teigig-weichen Papeln oder Pusteln um und unter dem Schorf schwanken in der Groesse von einer Erbse bis zu einer Nuss. **
Blaeuliche Furunkel an beiden Beinen und am Bauch, die etwas Materie und schwarzes Blut entleeren. θ Durch Rotz inokuliert.
*Die Papel bricht rasch auf und zeigt eine dunkelrote Grundlage. **
Bisweilen Blasen, die mehr Furunkeln gleichen; eine eiterartige Ansammlung unter der Epidermis, die sich loest und zersetzte Materie freigibt.
*Papeln und Pusteln mit ausgedehnter oedematoeser und phlegmonoeser Infiltration der benachbarten Haut und des subkutanen Zellgewebes. **
*Die Milzbrandpustel dringt tief in das subkutane Zellgewebe ein. **
*Milzbrandpusteln meist im Gesicht, an Unterarmen, Haenden, Fingern, Hals, seltener am Ohr, noch seltener an bedeckten Teilen. **
Milzbrandkarbunkel mit typhoiden Symptomen.
*Kleine Karbunkel; innerer Milzbrand. **
Karbunkel; innerer Milzbrand.
Karbunkel. [Obs. Einen Karbunkel einen chirurgischen Fall zu nennen, ist die groesste Absurditaet. Ein Einschnitt ist immer schaedlich und oft die Todesursache. Nie ist unter der richtigen Art der Behandlung ein Fall verloren gegangen, und Karbunkel sollen stets nur mit innerer Medizin behandelt werden].
*Karbunkel dunkelrot, schmierig, oft mehr arrodiert als ulzeriert. **
Umschriebener Karbunkel, harte grosse Knoten.
Diffuser, erysipelatoeser Karbunkel.
*Karbunkel an Arm, Unterarm, Kopf. **
Karbunkel mit entsetzlichen brennenden Schmerzen; oder mit Ausfluss von jauchigem, uebelriechendem Eiter.
Milzbrandkarbunkel, geheilt durch Anthracin 15, einmal taeglich, auch aeusserlich, in vier Tagen.
Ansteckender Milzbrand.
Am siebenten Tag nach dem Mittel mehrere groessere und kleinere Oeffnungen, die waessrige, bisweilen blutige Materie, sehr wenig Eiter entleeren; die Schwellung um die Basis herum weniger hart. θ Karbunkel.
Alle Oeffnungen gehen ineinander ueber, entleeren viel Eiter. θ Karbunkel.
Nach Einnahme homoeopathischer Medizin gegen bösartige Geschwuere ploetzlich groesstes Unwohlsein, und unterhalb des Knies bildete sich eine schwarze Blase mit ringsumgehender Schwellung und fieberhaftem Schuettelfrost durch den ganzen Koerper.
Ulcus excedens (Schafe).
Hoechst boesartige gangraenoese Geschwuere (Schafe).
Chronische Formen des Milzbrandes mit knotenartigen Verhaertungen unter der Haut.
*Grosse Hautscharfe. **
LEBENSALTER, KONSTITUTION [47]
Maedchen, aet. 1 3/4. θ Karbunkel.
Ein Maedchen noch nicht ganz 2 Jahre alt. θ Entzuendung der Hand.
Frau, aet. 35, zu Blutspeien geneigt, tuberkuloes. Anthrac . 9 dreimal taeglich. θ Cynanche cellularis.
Ein robustes Landmaedchen, aet. 21, litt bis zu ihrem siebenten Jahre an Flechten, hat seit zwei Jahren einen krustigen Ausschlag.
Ein starker Mann, aet. 22, fiel von einem Wagen, und ein sehr schwerer Stein fiel auf sein Bein und verursachte eine komplizierte Fraktur mit zwei kleinen offenen Wunden.
Mann, aet. 35, Leberleiden, nach ziehenden, reissenden Schmerzen in kariösen Zaehnen, Staphis . θ Cynanche cellularis.
Eine schwache, hysterische Frau, aet. 43, nach grosser Ermuedung und seelischem Leiden, seit Jahren bettlaegerig, nachdem sie zwei Kinder an fauligen Krankheiten verloren hatte. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
Ein Mann, aet. 43, stark, korpulent, von phlegmatischem Temperament. θ Karbunkel.
Ein starker, gut entwickelter Mann, aet. 43, von phlegmatischem Temperament. θ Karbunkel am Hals.
Ein starker Mann, aet. 60, hatte seit seiner Jugend braeunlich-blaue Flecken an den unteren Extremitaeten, die jetzt aufbrachen und Geschwuere bildeten.
BEZIEHUNGEN [48]
Gegenmittel: bei Vergiftung durch Milzbrand der Tiere, Camphor ; Arsen. ; Cinchon. ; Rhus tox. ; Silic. ; Laches. ; Carb. veg. ; Pulsat. ; Kreosot. ; Carbolic. ac. ; Salycil. ac. ; Apis .
Gib Anthrac , wenn Arsen das Brennen und die Ulzeration nicht lindert.
Nuetzlich, wo Arsen . bei Karbunkeln und anderen Beschwerden mit Brennen und Brandabstossung keine guenstige Wirkung hatte.
Oft nuetzlich, wenn Arsen . angezeigt scheint und keine Erleichterung bringt.
Zwei Tage nach Acon . 30 fuer das Fieber: Anthrac . 30 fuer den juckenden Krustenausschlag.
Nach Phosph. ac . bei einer Vergiftung durch Einatmen des fauligen Atems eines an fauligem Fieber sterbenden Kindes.
Anthrac . 0,8, drei gtt. in 12 Teeloeffeln Wasser, anfangs im Wechsel mit Phosph. ac . 0,3, zwei gtt. in 12 Teeloeffeln Wasser. θ Vergiftung durch fauligen Atem.
Silic . folgte gut nach Anthrac . θ Fraktur der Tibia.
Nach Anthrac. : Aur. mur. natr . (fuer eine verbleibende periostale Schwellung am Unterkiefer); Silic . (Cellulitis).
Anthrac. bovum ; aus der gangraenoesen Milz des Rindes.
Anthrac. suum ; aus dem blutigen Speichel toller Schweine.