Valeriana.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
officinalis. N. O. Valerianaceæ. Tinktur der frischen Wurzel.
Klinisches
Asthma, krampfartig; nervös / Dekubitalgeschwüre / Wechseljahre / Hellsehen / Coxalgie / Kopfschmerz / Herz, Herzklopfen / Fersen, Schmerz in / Hypochondrie / Hysterie / Levitation / Neuralgie / Ischias / Schlaflosigkeit / Zahnschmerz
Charakteristika
V. officinalis findet man gewöhnlich in feuchten Hecken oder an den Ufern von Gräben und Bächen. Der eigentümliche übelriechende Geruch der Baldriane ist wahrscheinlich auf das Vorhandensein von Valeriansäure zurückzuführen. Für Katzen ist er besonders angenehm; sie werden dadurch gleichsam berauscht. „Flüchtiges Baldrianöl scheint in der Pflanze nicht von Natur aus vorhanden zu sein, sondern durch die Einwirkung von Wasser entwickelt zu werden“ (Treas. of Bot.). Val. erschien zuerst in der homöopathischen Medizin in Stapf's Additions; der Artikel darüber wurde von Franz verfasst, und Hahnemann und Stapf gehörten zu den Prüfern. Als Franz schrieb, war es unter Damen in Deutschland üblich, Valerian fast so häufig wie Kaffee einzunehmen, und dieser Gewohnheit schrieb er einen nicht geringen Teil der damals verbreiteten nervösen Leiden zu. „Es gibt kaum eine Arznei“, sagt er, „die dem Organismus ihre Primär- wie auch ihre Sekundärwirkung mit größerer Intensität mitteilt als Val.“ Er führte seine eigenen Augensymptome als Beispiel an, die sowohl schwer als auch bemerkenswert waren; und von ihnen sagt er, dass sie, obgleich er zuvor nie eine Neigung zu etwas dergleichen gehabt hatte, noch vier Monate danach in Zwischenräumen erregt wurden, wobei die Ursache häufig unbekannt war, was die tiefe Wirkung auf den Organismus zeigt. „Die vielen eingewurzelten Krämpfe des Magens und Bauches; die unheilbaren Fälle von Hysterie und Hypochondrie; moralische Störungen, die von einem Gefühlsäußersten zum anderen übergehen, von höchster Freude zu tiefstem Kummer, von Nachsicht, Freundlichkeit und Milde zu murrischer Ungeduld, Eigensinn und Streitsucht; von einem Absinken der Lebenskraft, begleitet von einem schmerzhaften Verlangen nach Stimulanzien, bis zu größter Lebhaftigkeit und Ausschweifung, und vice versâ“; langwierige Rekonvaleszenz nach nervösen Fiebern; Lähmung und Kontraktionen der Extremitäten usw. - diese waren nach Franz' Ansicht weit weniger der ursprünglichen Intensität der Krankheit zuzuschreiben als dem Val., mit dem die Patienten dosiert worden waren; und sie wurden nur dadurch vor schlimmeren Wirkungen bewahrt, dass Val. so häufig in Verbindung mit einem oder mehreren seiner Gegenmittel gegeben wurde. Einige Anmerkungen von Franz sind wichtig: (1) Die erste und rascheste Wirkung von Val., die allen Nachsymptomen vorausgeht, ist eine Beschleunigung des Pulses und eine Stauung im Kopf. (2) Die Symptome der oberen und unteren Extremitäten wechseln häufig ab. (3) Die hauptsächlichen Tageszeiten, zu denen Val. seine Symptome hervorbringt, sind der Mittag und der frühe Nachmittag sowie die Stunden vor Mitternacht. Die abdominalen Symptome werden besonders abends empfunden. (4) „Val. verursacht mehrere Arten einschießender, reißender Schmerzen, die kommen und gehen. Diesen Schmerzen ähnlich sind jene, die plötzlich auftreten. Wenn wir mit diesen beiden Schmerzarten die ruckartigen Schmerzen vergleichen, die kaum in anderen als muskulären Geweben empfunden werden, und die krampfartigen Schmerzen, so haben wir einen sehr einfachen und natürlichen Hinweis auf die Gründe, auf denen Tissots Empfehlung von Val. bei Epilepsie als gültig betrachtet werden könnte.“ Die Augensymptome von Franz waren Brennen, Beißen und Druck in den Rändern der Lider, die wund und geschwollen schienen. Hinzu kam jedoch dies, was den gesteigerten Zustand des Sensoriums zeigt, den Val. hervorrufen kann: „Schein vor den Augen im Dunkeln; das geschlossene, dunkle Zimmer schien vom Schein der Dämmerung erfüllt zu sein, so dass er sich einbildete, die Gegenstände darin zu unterscheiden; dies war begleitet von einer Empfindung, als fühle er, dass Dinge in seiner Nähe seien, selbst wenn er sie nicht ansah; beim Hinsehen nahm er wahr, dass die Dinge wirklich dort waren“ (um 10 Uhr abends, dreizehn Stunden nach der Gabe). Es gab auch Halluzinationen des Gehörs und der Sinneswahrnehmung. „Sie bildet sich ein, sie sei jemand anderes, und rückt an den Rand des Bettes, um Platz zu machen“ wurde in einem Fall beseitigt. „Ängstliches, hypochondrisches Gefühl, als seien ihm die Gegenstände um ihn herum genommen worden; das Zimmer erscheint ihm öde, er fühlt sich im Zimmer nicht zu Hause, er ist gezwungen, es zu verlassen.“ „Wie in einem Traum.“ Die Unruhe von Val. ist ein sehr hervorstechendes Merkmal: Nervöse Reizung, kann nicht stillhalten; Reißen, Krämpfe, > morgens. Ständige Hitze und Unbehagen. Die Verdauung ist gestört. Der durch Val. verursachte Geschmack ist ebenso widerlich wie sein Geruch. Vor dem Mittagessen ein Geschmack nach übelriechendem Talg; früh morgens beim Erwachen ist der Geschmack schal, schleimig. Übelkeit beginnt in der Nabelgegend und steigt in den Rachen auf. Im Vorwort zu seinem Pocket Book gibt Bœnninghausen einen Fall, der viele der Val.-Charakteristika hervorhebt: „E. N., 50, von blühender, fast florider Gesichtsfarbe, gewöhnlich heiter, während seiner heftigsten Anfälle jedoch zu Zornausbrüchen mit deutlicher nervöser Erregung geneigt, hatte vier Monate lang an einer eigentümlich heftigen Schmerzart im rechten Bein gelitten, nachdem zuvor ein sogenannter rheumatischer Schmerz in der rechten Augenhöhle allopathisch durch äußere Mittel, die nicht mehr ermittelt werden konnten, vertrieben worden war; dieser letzte Schmerz befiel den Muskel der hinteren Partie des Beines, besonders von der Wade bis zur Ferse, bezog aber weder Knie- noch Sprunggelenk ein. Den Schmerz selbst beschrieb er als äußerst akut, krampfartig, ruckartig, reißend, häufig unterbrochen von Stichen, die sich von innen nach außen erstreckten; in den Morgenstunden aber, wenn der Schmerz im Allgemeinen erträglicher war, war er dumpf, bohrend, mit einem Gefühl wie geprellt. Der Schmerz wurde gegen Abend und während der Ruhe <, besonders nach vorheriger Bewegung, beim Sitzen und Stehen, besonders wenn er dies während eines Spaziergangs im Freien tat. Während des Gehens sprang der Schmerz oft von der rechten Wade zum linken Oberarm, wenn er die Hand in die Rocktasche oder an die Brust legte und den Arm ruhig hielt; er war aber > beim Gebrauch des Arms, und dann sprang der Schmerz plötzlich wieder in die rechte Wade zurück. Die größte Erleichterung wurde beim Auf- und Abgehen im Zimmer und beim Reiben der betroffenen Stelle erfahren. Die Begleitsymptome waren Schlaflosigkeit vor Mitternacht, häufig wiederkehrende Anfälle am Abend von plötzlichen Hitzewallungen mit Durst, ohne vorheriges Frösteln, ein widerlicher, fettiger Geschmack im Mund mit Übelkeit im Hals und ein fast ständiger drückender Schmerz im unteren Teil der Brust und in der Magengrube, als sei dort etwas, das sich nach außen dränge.“ Natürlich war Val. das Mittel. Val. hat eine starke Affinität zur Achillessehne, und ich habe damit viele Fälle schmerzhafter Affektion dieser Sehne und der Ferse geheilt, wenn die Val.-Bedingungen vorhanden waren. Nash heilte damit einen schweren Fall von Ischias bei einer schwangeren Frau aufgrund des Symptoms „Schmerz < beim Stehen und wenn der Fuß auf dem Boden ruht.“ Sie konnte bequem stehen, wenn der Fuß auf einem Stuhl ruhte, oder bequem liegen. Val. ist ein führendes Mitglied der Gruppe von Mitteln, die dem Mangel an Reaktion entsprechen. Es ist geeignet für: (1) Hysterische Frauen, die zu viel Kamillentee getrunken haben. (2) Nervöse, reizbare, hysterische Personen, bei denen die geistigen Fähigkeiten vorherrschen und die an Hysterie und Neuralgie leiden. Es entspricht „nervösen Affektionen, die in erregbaren Temperamenten auftreten; bei Hypochondrie beruhigt es die Nervosität, mindert die Erregung des Kreislaufs, beseitigt die Schlaflosigkeit, fördert den Schlaf und ruft ein Gefühl von Ruhe und Behagen hervor; Traurigkeit wird beseitigt; bei Globus, bei allen asthmatischen und hysterischen Husten, nervösem Herzklopfen, reichlichem Abgang hellen Harns“ (zitiert von Hering). „Rote Teile werden weiß“ ist ein weiterer Hinweis Herings. Unter den Empfindungen finden sich: Als flöge er in der Luft. Als würden die Augen von innen nach außen durchbohrt. Als wäre Rauch in den Augen. Als hinge ein Faden den Hals hinab. Als erzwinge etwas einen Durchgang durch die Magengrube. Als stiege etwas Warmes aus dem Magen auf. Als werde etwas in der unteren Brust herausgedrückt. Wie von Erkältung oder Überheben, Schmerz in den Lenden. Als habe er die linke Lumbalregion gezerrt. Als ein elektrischer Schlag durch den Humerus. Als würde der Oberschenkel brechen. Als im rechten Sprunggelenk gezerrt. Als geprellt im äußeren Knöchel des rechten Fußes. Leichtigkeit im Bein. Wie Blei in den Extremitäten. Die Symptome sind: < Durch Berührung (Bläschen an Wange und Lippe). Reiben > Krampf in der Wade. Druck der Hand oder Bedecken mit dem Hut = eisige Kälte am Scheitel. Früher Dekubitus bei Typhus. Geringste Verletzung = Krämpfe. Ruhe; Sitzen; Stehen <. Bewegung >. Augenbewegung < Kopfschmerz. Kopf nach hinten beugen < Schmerz im Hinterhaupt. Ausstrecken der Extremität < Ischias. < Mittag. < Vor Mitternacht (kann vor Mitternacht nicht schlafen). Reichlicher Schweiß nachts. < Im Freien; Luftzug. > Nach Schlaf. < Fasten. > Nach einer Mahlzeit.
Beziehungen
Antidotiert durch: Bell., Camph., Cin., Coff., Puls. Antidot gegen: Merc., Missbrauch von Kamillentee. Vergleiche: Hysterie, Mosch. (Mosch. hat mehr Bewusstlosigkeit), Ign., Asaf. Wechselnde Gemütszustände, Croc. Mangelhafte Reaktion, Ambra., Pso. (Verzweiflung an der Genesung), Chi., Lauro. (Brustaffektionen), Caps., Op., Carb. v. Periodische Neuralgie, Ars. (Val.-hysterische Patienten). Schmerz = Ohnmacht, Cham., Hep., Ver. Rheumatismus > Bewegung, Rhus. Schmerzen kommen und gehen plötzlich, Bell., Lyc. Säugling erbricht geronnene Milch, Æth. Überempfindlichkeit, Nux. Abneigung gegen Dunkelheit, Stram., Stro., Am. m., Ars., Bar. c., Berb., Calc., Carb. a., Carb. v., Caus., Lyc., Pho., Pul., Rhus. Wie in einem Traum, Ambr., Anac., Calc., Can. i., Con., Cup., Med., Rhe., Ver., Ziz. Levitation, Nux m., Sti. p., Ph. ac.
Verursachung
Verletzungen (geringste Verletzung = Krämpfe. Dekubitalgeschwüre bilden sich bei Typhus bald).
1. Gemüt
Äußerst delirant, versucht aus dem Fenster zu steigen, droht und schreit wild. Ängstliche, hypochondrische Empfindung, als sei alles um ihn herum öde, unangenehm oder seltsam (sehr wechselhafte Gemütsart). Freudige, zitternde Erregung; mildes Delirium. Verstand getrübt. Furcht, bes. abends und im Dunkeln. Verzweiflung. Die entgegengesetztesten moralischen Symptome erscheinen abwechselnd. Äußerste Unbeständigkeit der Ideen. Allgemeine Illusionen und Irrtümer des Geistes. Halluzinationen: bes. nachts; sieht Gestalten, Tiere, Männer; denkt, sie sei jemand anderes, rückt an den Rand des Bettes, um Platz zu machen. Großer Ideenfluss, eine jagt die andere. Fühlte sich wie jemand, der träumt. Hysterie mit nervöser Übererregbarkeit der Nerven.
2. Kopf
Kopf verwirrt, wie nach Intoxikation. Intoxikation und Schwindel, mit Fehlen von Ideen. Wirbeln im Kopf beim Vorwärtsbücken. Kopfschmerz, der plötzlich oder ruckweise auftritt. Fülle wie von Blutandrang zum Kopf. Drückender Kopfschmerz oder mit drückenden einschießenden Schmerzen, bes. in der Stirn, zu den Augenhöhlen hin, oft abwechselnd mit Verwirrung und Schwindel im Kopf. Kopfschmerz; < abends, in Ruhe und im Freien; > durch Bewegung im Zimmer und beim Wechseln der Lage; der Druck über den Augenhöhlen wechselt zwischen einem Drücken und einem Stechen; das Stechen ist wie ein einschießendes, reißendes, als würde es die Augen von innen nach außen durchbohren. Kopfschmerz eine Stunde nach dem Mittagessen, Druck über den Augen, als würden sie herausgedrückt, < beim Bewegen derselben. Ziehender Schmerz auf einer Seite des Kopfes, durch einen Luftzug. Kopfschmerz im Sonnenschein. Betäubende Zusammenziehung im Kopf, wie von einem heftigen Schlag auf den Scheitel. Empfindung eisiger Kälte im oberen Teil des Kopfes, durch Druck des Hutes. Druck und Ziehen in die Seite des Hinterhaupts. Durchbohrendes Ziehen, mit Druck vom Nacken zum Hinterhaupt, beim Zurückbeugen des Kopfes. Schweiß im Haar der Stirn und auf der Stirn um Mittag.
3. Augen
Augen niedergeschlagen, wie nach nächtlicher Ausschweifung, bes. nach einer Mahlzeit. Druck, Brennen und Beißen in den Augen wie von Rauch: morgens nach dem Aufstehen. Reißen im r. Augapfel, Sehen morgens trüb, und Schmerz wie von unzureichendem Schlaf. Sieht Dinge in der Ferne deutlicher als gewöhnlich. Die Augen glänzen. Rötung, Schwellung und Schmerz wie von Wundsein am Rand der Augenlider. Schwellung und schmerzhafte Empfindlichkeit der Augenlider. Myopie. Helligkeit und Licht vor den Augen im Dunkeln, so dass Gegenstände fast erkennbar werden; dabei eine Empfindung, als fühle er, dass Dinge in seiner Nähe seien, selbst wenn er sie nicht ansieht; beim Hinsehen nimmt er wahr, dass sie wirklich dort waren (10 Uhr abends). Funken vor den Augen.
4. Ohren
Otalgie, mit krampfartigen Ziehen. Rucken in den Ohren. Klingeln und Ohrensausen in den Ohren. Gehörstäuschungen; er bildete sich ein, die Glocke schlagen zu hören.
5. Nase
Heftiges Niesen.
6. Gesicht
Schmerz im Gesicht, mit krampfartigem Zucken und Ziehen im Jochfortsatz. Rötung und Hitze der Wangen im Freien; eine Viertelstunde später bricht Schweiß über den ganzen Körper aus, bes. im Gesicht. Zucken der Gesichtsmuskeln. Einschießen wie Elektrizität im r. Ast des Unterkiefers.
7. Zähne
Zahnschmerz, mit einschießendem Schmerz.
8. Mund
Weiße Bläschen auf Zunge und Oberlippe, schmerzhaft bei Berührung.
10. Appetit
Geschmack im Mund (und Geruch vor der Nase) wie von übelriechendem Talg (früh morgens nach dem Erwachen). Bitterer Geschmack an der Zungenspitze, wenn man sie nach einer Mahlzeit über die Lippen führt. Fader und schleimiger Geschmack im Mund nach dem Erwachen am Morgen. Heißhunger, mit Übelkeit.
11. Magen
Aufstoßen mit dem Geschmack fauler Eier beim Erwachen am Morgen. Häufiges, leeres oder ranziges und brennendes Aufstoßen. Heißhunger mit Übelkeit. Übelkeit und eine Empfindung, als sei ein Faden von der Speiseröhre zum Bauch (vom Nabel ausgehend und allmählich zur Rachenenge aufsteigend), mit reichlicher Speichelansammlung. Übelkeit, mit Synkope, Lippen weiß und Körper kalt. Neigung zum Erbrechen. Erbrechen von Galle und von Schleim, mit heftigem Frösteln und Schütteln. Nächtliches Erbrechen. Schwacher Magen und schwache Verdauung. Druck am Scrobiculus, plötzlich erscheinend und verschwindend, mit einem Gluckern im Bauch.
12. Bauch
Schmerzen in der Lebergegend und im Epigastrium bei Berührung. Schmerzhafte Stöße im r. Hypochondrium. Bauch aufgetrieben und hart. Starkes Ausdehnungsgefühl im Bauch, als wolle er bersten. Neigung, den Bauch einzuziehen. Krämpfe im Bauch, gewöhnlich abends, im Bett oder nach dem Mittagessen, die in keiner Lage irgendwelche > zulassen. Hämorrhoidalkolik; von Würmern. Greifen und schmerzhafte Kneifen im Bauch beim Einziehen desselben. Schmerzen in der l. Bauchseite abends, wie von subkutaner Ulzeration. Ziehen, Druck und Schmerzen wie von einer Prellung im Unterbauch, in den Leisten und in den Bauchmuskeln, wie nach Verkühlung oder Zerrung. Grabende Schmerzen im Bauch.
13. Stuhl und Anus
Lockere Entleerungen. Grünliche Fäzes von breiiger Konsistenz, mit Blut vermischt. Schmerzhafte Bohrungen im Rektum. Blubbernder Druck oberhalb des Anus in der Region des Steißbeins. Blutabgang aus dem Anus. Askariden aus dem Rektum.
14. Harnorgane
Reichlicher und häufiger Abgang von Harn. Harn enthält ein weißes, rotes oder trübes Sediment. Beim Wasserlassen starkes Pressen und Prolapsus recti.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Kriechen und Ziehen im Penis, als sei er eingeschlafen; am vorherigen Tag häufige Erektionen, früh morgens. Spannungsartiges Gluckern im r. Hoden beim Sitzen.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation zu spät und spärlich. Neurasthenie der Geschlechtsorgane der Frauen. Kind erbricht, sobald es gestillt worden ist, nachdem die Mutter zornig gewesen ist. Kind erbricht geronnene Milch in großen Klumpen, ebenso im Stuhl.
17. Atmungsorgane
Würgen in der Halsgrube beim Einschlafen; erwacht wie erstickend. Die Einatmungen werden immer weniger tief und schneller, bis sie aufhören; dann holt sie den Atem durch eine schluchzende Anstrengung in Anfällen. Empfindung, als stiege etwas Warmes aus dem Magen auf, halte die Atmung an, mit Kitzeln tief im Hals und Husten.
18. Brust
Behinderte Atmung und Qual in der Brust. Beklemmte Atmung, mit Druck auf den unteren Teil der Brust. Häufige Rucke und Stiche in der Brust (mit der Empfindung, als werde etwas herausgedrückt), bisweilen auf der l. Seite (in der Herzgegend) beim Atemholen. Plötzliche Stiche in Brust und Leber von innen nach außen. Ausschlag kleiner, harter Knötchen auf der Brust.
20. Rücken
Ziehende Schmerzen in den Lenden und im Rücken. Schmerz in der Lendengegend wie von Verkühlung oder Zerrung. Lanzinationen in der l. Lumbalregion oberhalb der Hüfte, schlimmer beim Stehen und bes. beim Sitzen als beim Gehen. Rheumatische Schmerzen in den Schulterblättern.
21. Extremitäten
Schmerzhaftes Ziehen in oberen und unteren Extremitäten beim ruhigen Sitzen, > durch Gehen.
22. Obere Extremitäten
Krampfartiges Ziehen und Rucken, oder auch Reißen in den Armen. Krampfartiges Ziehen in der Gegend des Bizeps, im r. Arm von oben nach unten beim Schreiben. Krampfartiges, einschießend-reißendes Gefühl wie ein elektrischer Schlag, wiederholt durch den Humerus, äußerst schmerzhaft. Lähmungsartiger Schmerz in Schulter- und Ellenbogengelenken gegen Ende eines Spaziergangs. Ausschlag kleiner, harter Knötchen an den Armen. Zittern der Hände beim Schreiben. Schmerzhafte Stöße quer durch die Hand.
23. Untere Extremitäten
Brennender Schmerz in den Hüften, wenn abends im Bett. Krampfartiges Reißen in der Außenseite des Oberschenkels, bis in die Hüfte ausstrahlend. Schmerz in Hüfte und Oberschenkel unerträglich beim Stehen, als würde der Oberschenkel brechen. Krampfartiges Ziehen und Rucken in den Oberschenkeln. Großes Schweregefühl und Mattigkeit in den Beinen, aber bes. in den Waden. Zwickender Schmerz in der Außenseite der Wade beim Sitzen. Pulsierendes Reißen in der r. Wade beim Sitzen am Nachmittag. Schmerz wie von einem Bruch in den Oberschenkeln und der Tibia. Lähmungsartiger Schmerz in den Knien gegen Ende eines Spaziergangs. Heftiger Stich im Knie. Spannungsartiger Schmerz in den Waden der Beine, bes. beim Übereinanderschlagen der Beine. Ziehendes und schwaches Gefühl entlang der Achillessehne zur Ferse hin, als habe der Teil alle Kraft verloren, beim Sitzen; verschwindet beim Aufstehen von einem Sitz. Ständiger Schmerz in den Fersen. Beim Sitzen Fersen, bes. r., schmerzhaft. Ziehen in den Gelenken der Füße beim Sich-Hinsetzen. Plötzlicher Schmerz, wie geprellt, im äußeren Knöchel des r. Fußes, < beim Stehen, > beim Gehen. Verrenkender Schmerz in den Gelenken des Fußes und der Sprunggelenke. Vorübergehender Schmerz im r. Sprunggelenk, < beim Stehen, scheint aber beim Gehen zu verschwinden. Untere Extremitäten kontrahiert. Schmerzen und einschießende Schmerzen in den Fersen, bes. im Sitzen. Reißende Schmerzen in den Fußsohlen und in den Zehen.
24. Allgemeines
[Dieses Mittel gleicht Puls. in vielen seiner Verschlimmerungen usw., hat aber ein anderes Temperament: Patienten werden rasend, reißen um sich, fluchen; werden gegen Abend durch Stillsein <; große Schlaflosigkeit im frühen Teil der Nacht - alles wie Puls., aber das Temperament entscheidet. Affektionen im Allgemeinen der Augenhöhle; der Ränder der Augenlider; der Waden der Beine. Fettiger Geschmack; Sediment im Harn; rötlicher Harn; hysterischer Zustand; Schmerzen, die von innen nach außen einschießen. < Beim Bücken; nach Bewegung und In-Ruhe-Sein; während Ruhe; Stehen. > Durch Bewegung, durch Gehen. H. N. G.]. Rheumatisches Reißen in den Extremitäten, aber gewöhnlich nicht in den Gelenken, vorwiegend während Ruhe, nach Bewegung, und meist > durch Bewegung; oder das bei einem Spaziergang anderen Empfindungen in anderen Körperteilen Platz macht. Ruckartige und schüttelnde Schmerzen, die (an vielen Stellen) plötzlich und anfallsweise auftreten. Schmerzen, die sich nach langem Ruhen in irgendeiner Lage zeigen und durch Wechseln derselben > sind. Ziehen und Rucken in den Extremitäten, als in den Knochen. Schmerz wie von Lähmung in den Extremitäten gegen Ende eines Spaziergangs. Periodische Symptome, die nach zwei oder drei Monaten wieder erscheinen. Epileptische Anfälle. Lähmungsartige Torpor in den Extremitäten. Die Mehrzahl der Symptome zeigt sich abends und nach dem Mittagessen. Überempfindlichkeit aller Sinne. Allgemeine krankhafte Erregung und Reizbarkeit, mit Mattigkeit in den Extremitäten, großer Fröhlichkeit und Anschein von Kraft. Schmerzhafte Müdigkeit, bes. in den unteren Extremitäten, nach dem Aufstehen am Morgen.
25. Haut
Ausschlag kleiner Knötchen, zuerst rot und konfluierend, dann weiß und hart. Schmerzhafte Ausschläge. Haut zu trocken und warm.
26. Schlaf
Schlaflosigkeit. Gestörter Schlaf (konnte erst gegen Morgen einschlafen), mit Umherwerfen und ängstlichen und verwirrten Träumen.
27. Fieber
Das Frösteln beginnt gewöhnlich im Hals und läuft den Rücken hinab. Empfindung eisiger Kälte. Fieber, mit ständiger Hitze, nach einem kurzen Fröstelanfall, begleitet von Verwirrung im Kopf und Durst. Hitze < abends und beim Essen. Beschleunigter Puls. Puls unregelmäßig; gewöhnlich schnell und etwas gespannt, bisweilen klein und schwach. Häufiger Schweiß, bes. im Gesicht und auf der Stirn (oft plötzlich erscheinend und verschwindend). Reichlicher Schweiß, bes. nachts und durch Anstrengung, mit heftiger Hitze.