Thiosinaminum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Allylsulfocarbamid. (Gewonnen aus Öl von Senfsamen.) Verreibung der Kristalle. Lösung in Alkohol.
Klinisches
Adhäsionen / Narben / Lupus / Lymphdrüsen, vergrößert / Rektum, Striktur des / Strikturen / Tinnitus aurium / Tumoren
Charakteristika
Thios. gehört zu derselben chemischen Gruppe wie Urea. Die farblosen bitteren Kristalle sind in Wasser, Alkohol und Äther löslich. Thios. ist äußerlich und innerlich bei Fällen von Lupus, chronischen Drüsentumoren und zur Auflösung von Narbengewebe angewendet worden; und innerlich zur Rückbildung von Tumoren der Uterusanhänge. Die gewöhnliche innere Dosis in der allopathischen Praxis beträgt 4 bis 8 Gran einmal täglich, hypodermisch in einer 15-prozentigen Lösung gegeben. C. H. Pennoyer (zitiert in Pac. C. J. of H. viii. 199) berichtet diesen Fall: Mrs. C., 69, war seit mehreren Jahren krank mit Magenbeschwerden, Ischias, Schmerzen in den Hüften bis hinab zu den Knien; < durch Bewegung. Verdauungsstörung, Flatulenz von Magen und Darm, < nach dem Essen. Schmerz im Rücken. Unfähigkeit zu gehen; viel Schweiß; gedrückte Stimmung; und subnormale Temperatur. Ihr Vater war mit 69 an Magenleiden gestorben; die Mutter mit 58 an einer Darmstriktur. Die Untersuchung zeigte eine Striktur des Rektums zwei Zoll oberhalb des Anus, wobei ein gespanntes fibröses Band eine ringförmige Öffnung bildete, die den Zeigefinger nicht einließ. Bougies und mechanische Maßnahmen brachten keine Erleichterung. Die Schwäche war so groß, dass die Patientin beim Stuhlgang in Ohnmacht zu fallen drohte. Unter allgemeiner Behandlung besserte sich die Ernährung, doch der örtliche Zustand blieb unverändert. Ein Jahr später war die Striktur leicht vermehrt. Thios. wurde nun gegeben, gr. ii. zweimal täglich. Im folgenden Jahr fand man die Patientin deutlich gebessert. Die Untersuchung zeigte, dass das Narbenband verschwunden war, das Spekulum eingeführt werden konnte und die Schleimhaut im Aussehen normal war, wenn auch nicht so dehnbar, wie ein normales Rektum sein sollte. W. Spencer (H. M., xxxiv. 55) hat diese Eigenschaft, narbige Gewebe aufzulösen, bei Fällen von Tinnitus aurium angewendet, „bei denen die Gehörknöchelchen fixiert sind und die Funktion der Paukenhöhle durch fibröse Bänder oder Adhäsionen so stark beeinträchtigt ist.“ In solchen Fällen hatte er ermutigenden Erfolg. Vergrößerte Lymphdrüsen sind auf dieselbe Weise vermindert worden. Einige Symptome, die bei Patienten unter Behandlung beobachtet wurden, habe ich im Schema zusammen mit einigen geheilten Symptomen angeordnet.
Beziehungen
Vergleiche: Botan., Sinapis und Cruciferæ. Uterustumoren, Thlasp. b. p. Diurese (auch chemisch) Urea. Lupus, Tub. Narben. Sil., Fl. ac. Affektionen des Rektums, Nit. ac., Graph., Scirrh.
4. Ohren
Tinnitus, verursacht durch fibröse Bänder.
11. Magen
Appetit vermehrt.
13. Rektum
Striktur des Rektums aufgelöst.
14. Harnorgane
Harn der Menge nach vermehrt; kein Albumen und keine geformten Elemente.
16. Weibliche sexuelle Organe
Tumoren der Uterusanhänge.
17. Atmungsorgane
Beschleunigte Atmung.
24. Allgemeines
Hitzegefühl und Brennen in befallenen Teilen. Körpergewicht vermehrt. Drüsige Schwellungen vermindert.
25. Haut
Deutliche örtliche Reaktion in Lupusfällen nach wenigen Stunden. Urtikaria. Lupus. Narbengewebe.