Solidago.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
virgaurea. Goldrute. N. O. Compositæ (Tribus, Corymbiferæ). Tinktur der ganzen frischen Pflanze. Tinktur der Blüten. (Aufguss aus getrockneten Blättern und Blüten.)
Klinisches
Albuminurie / Steinbildung / Krupp / Schwerhörigkeit / Dysurie / Ausschläge / Gicht / Leukorrhö / Ophthalmie, skrofulös / Phosphaturie / Prostata, vergrößert / Rheumatismus / Ischias / Skrofulose / Harn, spärlich; unterdrückt
Charakteristika
Die gemeine Goldrute ist die einzige britische Art von Solidago. Sie ist häufig in Wäldern und heideartigen Dickichten. „Dieses Kraut“, sagt Rademacher, „ist ein sehr altes und gutes Nierenmittel. Es ist ein Spezifikum für die Nieren und bringt die Patienten in den normalen Zustand zurück.“ Ich zitiere aus einer Arbeit von M. Gucken in H. R., iv. 205. Gucken bestätigt Rademachers Beobachtungen und zitiert weitere Bestätigungen und Heilungen durch Dr. Buck aus Württemberg. Nach Buck ist Solid. v. besonders geeignet für skrofulöse Konstitutionen, jedoch nicht ausschließlich für diese. Der große Leitsatz dieses Mittels liegt in dem Zustand und der Tätigkeit der Nieren und der Beschaffenheit ihrer Absonderungen. Krankheiten, die aus mangelhafter Tätigkeit der Nieren entstehen oder mit ihr kompliziert sind, werden sehr wahrscheinlich durch Solid. günstig beeinflusst. Schmerz und Druckempfindlichkeit in der Nierengegend; Schmerzen, die von den Nieren zum Bauch, zur Harnblase und an den Extremitäten hinab ausstrahlen; Harn dunkel, rotbraun, spärlich, dick, mit Schwierigkeit entleert; eiweißhaltiger, schleimiger und phosphathaltiger Harn . dies sind die führenden Symptome. Affektionen irgendeines anderen Teils oder Organs, die mit diesen Symptomen kompliziert sind, werden wahrscheinlich ihr Mittel in Solid. finden. Buck erwähnt skrofulöse Entzündung der Augen. Ich habe einen sehr heftigen Anfall von Konjunktivitis bei einem Patienten gesehen, der Solid. wegen Prostatabeschwerden einnahm. Die folgenden sind Bucks Fälle: (1) Ein Knabe, æt. 8, hatte schwere membranöse Diphtherie mit scharlachartigem Ausschlag, die durch Merc. cy. und Bell. beseitigt wurde; doch blieb Fieber von typhoider Art zurück. Der Harn war eiweißhaltig und spärlich, der Puls schwach und aussetzend, die Füße geschwollen. Kali ars. 4 wurde gegeben, doch die Symptome wurden schlimmer. Eine gründliche Untersuchung des Patienten zeigte große Empfindlichkeit der Nieren gegen Druck trotz des sonst apathischen Zustandes. Solid. 3x wurde gegeben, und innerhalb eines Tages wurde der Harn reichlicher, mit entsprechender Besserung des Allgemeinzustandes. Der Knabe schälte sich und erholte sich vollständig. (2) Ein Angestellter, 45, hatte Schlaflosigkeit und Schmerzen im Rücken. Er erwähnte beiläufig, dass er sehr lange zum Wasserlassen brauche, weil der nötige Druck fehle. Dies führte er auf Gonorrhö zurück, die er Jahre zuvor gehabt hatte. Kein Schlaf bis 3 Uhr morgens, dann bekam er etwas Schlaf, der nicht erfrischend war. Beim Aufstehen müde, besonders im oberen Teil der Oberschenkel; dann begann der Schmerz im Rücken, der sich bis zu den Lenden erstreckte und bis zur Schlafenszeit anhielt. Nux linderte nicht. Der Harn erwies sich als dunkel, schleimig, rötlich, leicht sauer, nicht eiweißhaltig. Nieren gegen Druck empfindlich. Solid. 3x, stetig drei Monate lang eingenommen, heilte. Ein Jahr später kam es zu einem Rückfall, doch nahm dieser diesmal die Form einer Ischialgie an, und Solid. erwies sich erneut als das Mittel. (3) Frau F., 53, Ehefrau eines Landwirts, korpulent, frisch aussehend, hatte ihr gegenwärtiges Leiden seit sechsundzwanzig Jahren. Nach ihrer Entbindung, die schwierig war und von einem Prolapsus uteri gefolgt wurde . noch bestehend . begannen ihre Beine zu schwellen, und nach und nach brach ein juckender Ausschlag aus. Die Menstruation war immer zur rechten Zeit gekommen, hörte aber sechs Monate, bevor Buck sie sah, plötzlich auf. Seitdem war der Juckreiz fast unerträglich gewesen, die Beine stärker geschwollen und immer kalt. Appetit sehr schlecht; anhaltend bitterer Geschmack im Mund, Zunge dick belegt; zugleich ein Aufsteigen aus dem Magen, als ob sie ersticken würde, und bei der geringsten Anstrengung verlor sie den Atem. Ließ sehr wenig Wasser, und meist nachts. Keine Schmerzen im Rücken, aber die Nieren waren gegen Druck empfindlich. „Das Aussehen der unteren Extremitäten dieser Patientin“, sagt Buck, „erschreckte mich. Vom Knie bis zur Ferse bildeten sie eine bläulich-rote Masse in Gestalt eines Ofenrohrs und waren mit kleinen Flecken und Krusten bedeckt.“ Der anhaltende Gebrauch von Solid. 3x bewirkte, obgleich er keine Heilung herbeiführte, eine Besserung des gesamten Befindens, sodass die Dame ihren ältesten Sohn veranlasste, den Arzt zu konsultieren. (4) Dieser Mann hatte ebenfalls Beschwerden an seinen unteren Extremitäten, nicht unähnlich denen seiner Mutter. Ein Jahr zuvor hatte er ein schweres Halsleiden gehabt, nach welchem seine unteren Extremitäten zu schwellen und zu jucken begannen. Sie waren ebenfalls blaurot verfärbt und mit Bläschen bedeckt; sein Harn war spärlich, und seine Nieren gegen Druck empfindlich. Solid. 3x heilte ihn in wenigen Monaten. Gallavardin (Alcoholism., S. 131) berichtet von einer Dame, die ihren Ehemann, der mehr als ein Jahr lang gezwungen gewesen war, den Katheter zu benutzen, heilte, indem sie morgens und abends einen Aufguss der getrockneten Blätter und Blüten von Solid. verabreichte. Er erwähnt den Fall von sieben Patienten im Alter von 42 bis 74 Jahren, die gezwungen gewesen waren, sich wochen-, monate- und jahrelang selbst zu katheterisieren, und die alle mit Solid. 1x geheilt wurden. „Klarer, stinkender Harn“ ist eine Indikation Coopers.
Beziehungen
Vergleiche: Bei Prostata- und Harnleiden, Sabal., Santal., Hydrang., Triticum. Nierenschmerz, Santal. Gonorrhö und ihre Folgen; Ischias, Medor.
2. Kopf
Kopfschmerz.
3. Augen
Skrofulöse, herpetische Entzündung. (In einem Fall von Prostatavergrößerung gegeben, verursachte es entzündliche Rötung der Augäpfel.)
4. Ohren
Plötzliche Schwerhörigkeit, mit Klingeln in den Ohren und eiweißhaltigem Harn.
5. Nase
Nase trocken; innere Oberfläche mit Blutkrusten bedeckt; brennend heißer und sehr spärlicher brauner Harn.
8. Mund
Flache Geschwüre in Mund und Hals. Anhaltend bitterer Geschmack, der die Ruhe stört, bes. nachts. Zunge stark belegt, wird nicht sauber, bis der Harn normal wird.
12. Bauch
Chronischer Katarrh der Därme. Schmerzempfindung im Bauch auf beiden Seiten des Nabels, bei tiefem Druck. Flatulente Auftreibung. Schweres Stechen in beiden Hypochondrien bis zur Nierengegend, bis zu den unteren Extremitäten reichend, mit bitterem Geschmack, braunem Harn usw.
13. Stuhl
Diarrhö mit spärlichem dunklem Harn. Dysenterie. Verstopfung.
14. Harnorgane
„Ein sehr altes und gutes Nierenmittel“ (Rademacher). Schmerzen in den Nieren. Nierengegend bei Druck schmerzhaft. Schmerzen in den Nieren, die nach vorn zum Bauch und zur Harnblase ausstrahlen. Dysurie; spärlich und erschwert. Harn: dunkel, rotbraun, mit dickem Sediment; dunkel mit Sediment von Phosphaten; leicht sauer, neutral oder alkalisch; mit zahlreichen Epithelzellen oder kleinen Schleimpartikeln; Epithelzellen mit Grieß aus Tripelphosphaten oder Kalkphosphat. Brightsche Krankheit. Klarer, stinkender Harn.
15. Männliche Sexualorgane
(Vergrößerte Prostata; den Harnfluss behindernd.)
16. Weibliche Sexualorgane
Hämorrhagie. Chronische Leukorrhö in Verbindung mit reichlichem wässrigem Harn und Sedimenten aus Schleimpartikeln und Harnkanälchen; Epithel.
17. Atmungsorgane
Schwerer Auswurf beim Husten. Krupp, mit kleinen Flecken an den Händen und vermindertem Harn. Chronischer Katarrh der Lungen. Anhaltende Dyspnoe. Periodisches Asthma mit nächtlicher Dysurie.
18. Brust
Rheumatismus der Interkostalmuskeln.
20. Rücken
Chronische Schmerzen in den Lenden.
23. Untere Extremitäten
Hinkender, schleppender Gang. Rheumatische Schmerzen in den Beinen. Schmerzen im Oberschenkel. Die Beine können horizontal bewegt werden, doch wenn sie senkrecht bewegt werden, fühlen sie sich lahm an.
25. Haut
Skrofulöser Ausschlag. Kleine Flecken an Händen und Füßen, sehr stark juckend. Sehr hartnäckige juckende Exantheme. Exanthem der unteren Extremitäten ohne Schwellung der Leistendrüsen, aber mit Störung beim Wasserlassen (Katarrh der Nieren).
26. Schlaf
Schlaflosigkeit.
27. Fieber
Rheumatisches Fieber. Sehr häufiger Puls. Hohes Fieber.