Sarracenia.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
purpurea. Kannenpflanze. (Wächst an sumpfigen Orten von Kanada südwärts.) N. O. Sarraceniaceæ. Tinktur der frischen Pflanze. Tinktur der Wurzel.
Klinisches
Rücken, Schmerzen im / Knochen, Schmerzen in den / Borborygmus / Verstopfung / Coxalgie / Diarrhö / Ausschläge, skrofulöse / Femur, Schmerzen im / Herpes / Influenza / Lumbago / Psoriasis / Pocken Sehen, gestörtes
Charakteristika
Die Verwendung der Kannenpflanze bei Pocken ist eine Entdeckung der Indianer Nordamerikas; das gefleckte Aussehen der Pflanze legte wahrscheinlich eine Ähnlichkeit mit der Krankheit nahe. Hale hat viel bestätigendes Material über ihre Kraft gesammelt, das Pockengift zu antidotieren. Eine Arzneimittelprüfung durch T. C. Duncan, Thomas und andere brachte Symptome von Fieber, Rückenschmerz, Kopfschmerz und Magenstörung hervor. Hering zitiert diese Beispiele ihrer Wirkung: (1) Eine in der Schwangerschaft weit fortgeschrittene Frau wurde mit Sarr. 3, 6 und 9 von Pocken geheilt; die Entbindung erfolgte während ihrer Rekonvaleszenz glücklich, wobei das Kind an seinem Körper zahlreiche rote Flecken trug, die anzeigten, dass es von der Krankheit betroffen gewesen war. (2) Ein wenige Monate alter Säugling wurde von einer schweren Form der Pocken befallen, mit variolöser Angina von solcher Heftigkeit, dass er nur mit Mühe die Brust nehmen konnte; die Mutter nahm Sarr. 3, 6 und 9 und stillte den Säugling weiter, der rasch genas, während die Mutter die Krankheit nicht bekam. (3) Bei einer Epidemie in der Umgebung von Wavre wurde Sarr. zweitausend Personen gegeben, die mitten in der Krankheit lebten und in ständigem Verkehr mit ihr standen; doch alle, die Sarr. nahmen, blieben verschont; während derselben Epidemie wurden zweihundert Fälle mit Sarr. behandelt, ohne einen Todesfall. Bilden, der die 1x-Tinktur in einer Epidemie mit Erfolg verwendete, schließt daraus, dass Sarr. zu den Pocken steht wie Gels. zum galligen Fieber. Hale zitiert den Bericht von Surgeon-Major C. G. Logie (Allopath) über seine Erfahrung mit Sarr. (wahrscheinlich Dekokt) bei Pocken: "Vier der Fälle in meinem Hospital waren schwere konfluierende Fälle. Sie sind während der ganzen Krankheit alle vollkommen bei Bewusstsein gewesen, hatten ausgezeichneten Appetit, waren frei von Schmerzen und haben sich niemals schwach gefühlt. Die Wirkungen dieses Mittels, die ich sorgfältig beobachtet habe, schienen die Entwicklung der Pusteln aufzuhalten, indem es gleichsam das Virus von innen her abtötete, dadurch den Charakter der Krankheit veränderte und die Narbenbildung beseitigte." Eine Anzahl von Augensymptomen erschien in den Arzneimittelprüfungen, und Sarr. hat gestörtes Sehen geheilt. Auch ein Fall von "phlyktänoidem Herpes" ist als durch dieses Mittel geheilt berichtet worden. Äußerste Mattigkeit und Schmerzen in den Knochen waren in den Prüfungen hervorstechend. Die rechte Seite war stärker betroffen als die linke. Empfindungen waren: Leichtes Gefühl im Kopf. Als ob er einen Schlag auf den Kopf erhalten hätte. Als ob der Kopf gespalten würde. Linkes Auge, als ob es gestaut wäre. Hitze im Gesicht wie von Feuer. Schwellung in der Gebärmutter wie durch einen Tumor oder Wassersucht. Gebärmutter geschwollen, als ob sie voller Zysten wäre. Als ob die Knochen des Beins zu dick wären. Sarr. hat das leere, hungrige, sinkende Gefühl der Antipsorika. Trockenheit von Mund und Hals. Schwaches Gefühl in den Armen. Sehr empfindlich gegen kalte Luft. Schwach nach dem Stuhl. Es besteht vesikaler und rektaler Tenesmus. Der Stuhl riecht nach Moschus. Die Symptome waren < um Mitternacht und um 3 Uhr nachmittags. < Morgens. < Aufrichten aus dem Liegen. < Beim Versuch zu gehen. < Bei stürmischem Wetter. Im Freien = Frösteln, Hände und Füße kalt; = Kopf heiß und wund und Füße voll. Kalte Luft = frösteliges Gefühl und < Knochenschmerzen. Symptome im Allgemeinen > an frischer Luft; und > außerhalb des Bettes.
Beziehungen
Antidotiert durch: Podoph. Vergleiche: Bei Pocken, Ant. t., Merc., Vaccin., Variol., Maland. Bei Knochenschmerzen, Eup. perf.
1. Gemüt
Melancholie, ängstlich wegen allem. Große Niedergeschlagenheit der Stimmung mit frontalem Kopfschmerz. Gehirn klarer, gehobene Stimmung. Dumpfheit des Kopfes, Gedächtnisverlust, Unempfindlichkeit der r. Seite; Lähmung von Gehör und Geruch. Mangel des Gedächtnisses mit dem Kopfschmerz. Schwierigkeit, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren, vergesslich; fühlt sich dumpf und schwer; schwitzt reichlich. Wechsel von Apathie und geistiger Aktivität.
2. Kopf
Kopf fühlt sich dumpf und schwer an. Fühlt sich benommen-leicht im Kopf. Schwindel: mit Krämpfen im Hals, sich zur Stirn ausbreitend; < nachts; Empfindung, als habe er einen Schlag auf den Kopf erhalten, Stupor und taumelnder Gang; gezwungen, sich zu stützen oder sich hinzulegen; mit Schläfrigkeit im Kopf und Kontraktionen in der Wirbelsäule. Frontaler Kopfschmerz, niedergeschlagen. Kopfschmerz: dumpf in der Schädelregion; schwer am Nachmittag; mit Frostschauern, Übelkeit, Erbrechen, trübem Sehen, Surren in den Ohren. Pulsationen und brennende Hitze des Kopfes, mit Empfindung, als würde er bersten. Kopf heiß und schmerzt. Kopf und Körper warm. Stirnbein wund. Pruritus und Hitze der Kopfhaut.
3. Augen
Augen schwach. Trübes Sehen, Kopfschmerz. Gasflamme scheint ein strahlend gelber Ring zu sein; sieht schwarze Gegenstände, die sich mit dem Auge bewegen. Große Photophobie. Wundheit des r. Sehnervs, gerade hinter dem Augapfel. Schmerz im l. Auge wie gestaut, beim Erwachen. Augen fühlen sich geschwollen und wund an. Augen und Lider entzündet. Vermehrte Schleimabsonderung. Schneidende, eindringende Schmerzen in den Augenhöhlen.
4. Ohren
Surren in den Ohren. Stechende Schmerzen tief im r. Ohr; vorübergehend, aber oft wiederkehrend; ebenso im l. Ohr. Heftiger Ohrenschmerz; fürchtet, den Verstand zu verlieren. Schwellung der Parotiden.
5. Nase
Übelriechender Geruch. Epistaxis, beinahe Ohnmacht verursachend. Fließschnupfen mit kalten Frostschauern und Geruchsverlust. Übelriechende, grüne, gelbliche oder blutige Absonderungen. Nase geschwollen, rot, mit Druck und Pulsation an der Wurzel.
6. Gesicht
Gesicht gerötet. Hitze und Rötung des Gesichts. Gesicht bleich, mit abwechselnder Hitze und Frost. Erysipelatöse Schwellung des Gesichts. Miliarausschlag im Gesicht, mit Hitze, als stünde es in Flammen. Schuppiger Herpes im Gesicht und an der Stirn. Heftige neuralgische Schmerzen von den Schläfen zu den Kiefern.
8. Mund
Zunge: trocken; bräunlich-weiß belegt. Mund trocken; Lippen und Mund ausgedörrt. Zahnschmerz nachts im Bett; durch geringste Berührung und kalte Luft.
9. Hals
Hals trocken, nicht > durch Tee oder Wasser; Borborygmi.
10. Appetit
Die ganze Zeit hungrig, sogar nach einer Mahlzeit. Appetit ungewöhnlich aktiv, doch bestand ein Schmerzgefühl in der Magengegend wie nach Entzündung oder wie bei einem überbeanspruchten Muskel. Wenig Appetit, aber was gegessen wird, bekommt. Großes Verlangen zu schlafen während des Essens.
11. Magen
Leeres, hungriges Gefühl; denn er kann nichts in seinem Magen behalten. Brennende Schmerzen im Magen mit Palpitationen und Kontraktion. Kneifender Schmerz im Magen, er fühlt sich aufgetrieben und zerrissen an.
12. Bauch
Nach dem Zubettgehen war die ganze Bauchregion in Aufruhr, sich entlang des Colon ascendens und descendens erstreckend, alles in einer Art rollender Bewegung; Epigastrium druckempfindlich. Vorübergehende Schmerzen im Darm. Aufgetrieben um den Nabel. Borborygmi und etwas Schmerz im Darm mit Verstopfung; trockener Hals.
13. Stuhl und Anus
Viel Flatus. Erster Teil des Stuhls natürlich, letzter diarrhöisch. Viel Tenesmus; dysenterische Diarrhö. Stuhl zuerst hartleibig, dünn, dunkel, übelriechend, löslich. Hartleibig; Stühle sehr hart, mit Schleim bedeckt und dunkel. Stuhl reichlich, dunkel, übelriechend, unter starkem Pressen entleert, morgens. Rektum und Anus geschwollen und entzündet. Morgendliche Diarrhö; Schwäche nach dem Stuhl, der dunkel ist, oft mit Blut vermischt, übelriechend oder nach Moschus riechend; Aufgetriebenheit mit Kolik.
14. Harnorgane
Erwachte um 3 Uhr morgens mit Drang zum Wasserlassen; die Harnblase war so voll, dass sie den Widerstand des Sphinkters überwand und wegtröpfelte. Entleerte 27 Unzen Harn von spez. Gew. 1024; vesikaler Tenesmus. Harn phosphathaltig. Harn spärlich, klar.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Wässrige oder milchige Leukorrhö, übelriechend, mit krampfartigen Schmerzen in der Gebärmutter; pulsierende Schmerzen in der Gebärmutter mit Schwellung wie durch einen Tumor oder Wassersucht; Gebärmutter geschwollen, als wäre sie voller Zysten, bes. r. Seite; Cervix geschwollen, heiß; Miliarausschlag und Hitze in der Vulva; blutiger Ausfluss zu anderen Zeiten als der Menstruationsperiode, wie während der Klimaxis.
17. Atmungsorgane
Phthisis pulmonalis und bronchiale Affektionen, verbunden mit einem psorischen Zustand oder von ihm abhängig; Hämoptyse, dicker Husten; fortwährendes Kitzeln im Kehlkopf und in den Bronchien; Husten mit Verlangen zu erbrechen und Erbrechen, Anfälle von Erstickung und Epistaxis; harter Husten, der Brust und Darm erschüttert und erst aufhört, nachdem eine Menge kompakten Schleims expektoriert wurde, zäh, fadenförmig, mit bitterem, fauligem, öligem Geschmack.
18. Brust
Schmerzen in der dritten und vierten Rippe, mit großer Besorgnis vor Herzkrankheit. Schmerz im Rippenwinkel. Wundheit des Musculus pectoralis major.
19. Herz
Gefühl von Stauung um den Kopf, mit Unregelmäßigkeit der Herztätigkeit. Stauung zur Brust, schweres Gefühl um das Herz. Leichte Palpitation morgens. Puls: voll und kräftig; 68, allgemeines Unwohlsein; klein; schnell.
20. Hals und Rücken
Ein Schmerz den r. Trapezmuskel hinauf mit wellenartiger Bewegung. Warme Empfindung zog den Rücken hinauf in den Kopf. Schwach zwischen und unterhalb der Schultern. Rücken schwach, möchte sich an etwas lehnen. Arme und Rücken müde und überall wund. Tiefsitzender Schmerz im Rücken. Fixe Schmerzen im Kreuz. Hitze in der ganzen r. Lumbalregion. Schmerz in Hals- und Lendenwirbeln. Schmerz und Wundheit im Kreuzbein.
21. Extremitäten
Extremitäten kalt, wenn stillgehalten, wie durch mangelhafte Zirkulation. Extremitäten werden leicht taub. Schwäche der Extremitäten mit paralytischer Entkräftung. Schmerzen und Wundheit in den Diaphysen aller langen Knochen; < Humerus, bes. l. Schmerz im l. Carpus und Tarsus.
22. Obere Extremitäten
Anfälle von Schmerz in der r. Schulter. Gelenk, Schmerz im l. Carpus und Tarsus; Gesicht gerötet. Arme fühlen sich schwach an. Gefühl wie geprellt von den Schultern bis zu den Händen. Dumpf schmerzender, wunder Schmerz im l. Humerus. Knochen in beiden Armen schmerzen.
23. Untere Extremitäten
Schmerz in den Hüftgelenken < beim Aufstehen auf die Füße aus liegender Haltung. Anfälle von Schwäche im coxo-femoralen Gelenk, mit Schmerzen wie bei Luxation und Furcht zu fallen, wenn er zu gehen beginnt. Seltsame Lahmheit im Femur, unteres Drittel, < im inneren Kondylus. Schmerz in den Kondylen des Femurs. Wellenartige Bewegung in den Muskeln des Femurs. Gefühl von Ermüdung in den Knochen des Beins, als wären sie zu dick. Gefühl wie geprellt und luxiert in den Gelenken. Schmerz in r. Patella und Metatarsalknochen. Knie fühlen sich schwach an. Schmerz in den Knien wie nach einer Prellung, wie nach einem Fall; er fällt leicht auf die Knie. Knochenschmerzen in Tibia und Fibula; intermittierend, doch die Knochen sind fortwährend wund. Knochen der Füße entzündet, Knoten wie bei Gicht.
24. Allgemeines
Entkräftung; schwer, matt. Dumpfes, schweres, wundes Gefühl in allen Knochen. Phlegmonöse Schwellung, mit rosigem Farbton an verschiedenen Teilen. Unerfrischt, obwohl er fest schlief.
25. Haut
Phlyktänoider Herpes. Psoriasis. Skrofulöse Ausschläge. Variola; (das Dekokt, eingenommen, wenn der Ausschlag heraus ist und zu pustulieren beginnt, bricht das sekundäre Fieber ab und verhindert Narbenbildung). Ausschlag heraus, Pusteln zerstreuen sich, zuerst im Gesicht, Fieber lässt nach, Harn, obwohl spärlich und dunkel, wird reichlich und bleich, Kraft kehrt zurück. Ausschläge ähnlich Crusta lactea; an Stirn und Händen papulöse Ausschläge, in vesikuläre übergehend, mit der Einsenkung wie bei Pocken, sieben bis acht Tage anhaltend.
26. Schlaf
Schläfrig tagsüber; Schlaf gestört durch seltsame und furchtbare Träume. Erwacht früh: 3, 4 oder 5; in Schrecken; mit Drang zum Wasserlassen.
27. Fieber
Fiebrig und schüttelnde Frostschauer, < morgens. Allgemeine Frostschauer zwischen den Schulterblättern. Frostschauer, Hitze und Schweiß, 5 Uhr nachmittags. Um 2 Uhr nachmittags sehr fröstelig im Freien. Haut heiß und trocken. Hände heiß, überall warm. Kopf und Körper warm. Schwitzt reichlich (5., 8., 9. T.); obwohl das Wetter noch warm war und er aktiv beschäftigt war, war der Schweiß nicht so reichlich wie während der Einnahme des Arzneimittels (11. T.).