Saponinum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Saponin. (Ein aus Saponaria officinalis, Gypsophila, Struthium, Senega, Quillaja usw. erhaltener Glucosid.) C 32 H 54 O 18 . Verreibung. Lösung. (Wässrige Lösungen zersetzen sich rasch.)
Klinisches
Furunkel / Verstopfung / Diarrhö / Dysmenie / Enuresis beim Gehen / Exophthalmus / Fieber / Kopfschmerz / Leukorrhö / Rheumatismus / Schlaflosigkeit / Milz, Schmerzen in der / Strabismus / Temperatur erniedrigt / Zunge, Erdbeerzunge
Charakteristika
Saponin. hat eine ziemlich ausgedehnte Arzneimittelprüfung erfahren (in Potenzen von 1x bis zur 30.), durchgeführt von A. J. Hills. Ein Arzneiprüfer, der die 30. nahm und seit vielen Jahren an Gelenkrheumatismus litt, hatte während der Arzneimittelprüfung keine seiner gewöhnlichen Schmerzen, und eine große Anschwellung des linken Knies wurde vollständig beseitigt. Zwei weibliche Arzneiprüferinnen hatten ausgeprägte Störungen der Menstruationsfunktionen, besonders Schmerzen und Leiden vor dem Einsetzen der Blutung. Ein miliärer Ausschlag sowie Kolik und Leukorrhö vor der Menstruation; der Schmerz wurde besser, aber nicht beseitigt, als die Blutung eintrat. Heftige Halsschmerzen, < rechte Seite, wurden von mehreren Arzneiprüfern erfahren, und Hills hatte eine so starke Schwellung der Tonsillen, dass er gezwungen war, die Arzneimittelprüfung abzubrechen. Übelkeit und Erbrechen, Kolik und Diarrhö gehörten zu den Symptomen, und ein besonderes war: "Übelkeit mehr in Speiseröhre und Hals, < in einem warmen Zimmer." Dieses < durch Wärme fand sich in Beziehung zu vielen Symptomen und ist wahrscheinlich ein Leitsymptom. Zugleich bestand viel Frösteln, und erniedrigte Temperatur ist ein charakteristisches Merkmal. Einer der Arzneiprüfer, der die 12. nahm, hatte am zweiten Tag eine auf 96° herabgesetzte Temperatur. Allen (Appendix) berichtet über ein Experiment, das hierauf Bezug hat: 0,1 Gramm Saponin. wurde einem Mann in den linken Oberschenkel injiziert. Die unmittelbare Wirkung bestand darin, eine heftige örtliche Entzündung hervorzurufen, erysipelähnlich, aber viel schmerzhafter; der Schmerz erstreckte sich bis Knie und Hüfte, und die Drüsen der Leiste schwollen an. In den ersten drei Stunden kam es zu rascher Temperaturzunahme, die binnen vierundzwanzig Stunden auf normal fiel. An den nächsten zwei Tagen bestand etwas Fieber, offenbar durch die lokale Reizung unterhalten, doch am fünften Tag war die Temperatur auf 93° und der Puls auf 65 gefallen. (Die heftige örtliche Reizung hat Bezug zu den Hautsymptomen der Arzneimittelprüfung, wobei große Mengen von Furunkeln erzeugt wurden.) Die anderen Symptome dieses Experiments waren ausgeprägte körperliche und psychische Niedergeschlagenheit; und Exophthalmus und Strabismus des linken Auges (der injizierten Seite). Unter den Eigentümlichen Symptomen von Sap. finden sich: Unwillkürlicher Harnabgang beim Gehen. Rauheit der Schleimhaut des Mundes, mit erhabenen Papillen an Gaumen und Zunge. Erdbeerzunge. Die Symptome waren ausgeprägt < durch Bewegung; selbst Bewegung der Augen < geistige Arbeit. < Durch Wärme. > Durch Kälte; durch kaltes Baden; beim Sitzen. < Schlucken. Verlangen zu erbrechen und zu defäkieren, < in Ruhe. > Durch Stuhl; durch Einsetzen der Menstruation.
Beziehungen
Vergleiche: Zäher Schleim, K. bi. > Einsetzen der Menstruation, Lach. Milzschmerz, Cean. Nierenschmerz, Santal. < Durch Bewegung; Bewegen der Augen, Bry. Schläfrig, kann aber nicht schlafen, Bell. Frühes Erwachen, Bels., Nux. < In warmem Zimmer, Puls. Als ob feuchte Strümpfe anlägen, Calc., Sanic. Erdbeerzunge, Frag., Bac. Unwillkürlicher Harnabgang beim Gehen, Fer., Caust. Vergleiche auch Seneg.
1. Geist
Ausgeprägte körperliche und psychische Niedergeschlagenheit. Reizbar; mürrisch; will allein gelassen werden. Abneigung gegen das Studieren. Unfähigkeit, den Geist zu sammeln; Namen ins Gedächtnis zurückzurufen.
2. Kopf
Schwindel und Übelkeit beim Bücken. Schwindel folgte dem Erbrechen. Dumpf-schwerer Kopfschmerz, mit Niedergeschlagenheit; < 4-6 p.m. Nach Umhergehen am Morgen dumpf-schweres Gefühl im Kopf, meist in der Stirn, bes. über der l. Orbita, < Bücken; Augapfel wund und dumpf schmerzend; später breitet sich der Schmerz zum Hinterhaupt aus; Hitze in der Stirn > Druck und Kälte, viel < Sich-vorbeugen. Kopfschmerz < durch geringste geistige Arbeit oder Bewegung. Starker Schmerz im Kopf, mit klopfenden Karotiden; < l. Seite. Kopf äußerst reizbar, kann ihn nicht drehen oder auch nur die Augen bewegen, ohne Übelkeit zu verursachen. Kopfschmerz in den Schläfen; Empfindung, als würden beide Schläfen nach außen gedrückt. Stechender Schmerz in l. Schläfe.
3. Augen
Konnte die Augen nicht nach oben oder ringsum drehen, so wund fühlten sie sich an; sie zu bewegen = Schmerz schießt zurück zum Hinterhaupt. Gefühl von Fülle in den Augen, abends. Konjunktiva gelb und etwas kongestioniert. Sehen matt. Schmerz, Exophthalmus und Strabismus des l. Auges (von einer subkutanen Injektion in den l. Oberschenkel).
5. Nase
Trockener Schnupfen und häufiges Niesen. R. Nasenloch morgens verstopft, mit Kopfschmerz. Dumpfer Schmerz an der Nasenwurzel und in den Schläfen. Nase kalt und blass.
6. Gesicht
Miliärer Ausschlag im Gesicht, am Hals und Kopf vor der Menstruation. Gesicht blass. Lippen trocken und brennend.
8. Mund
Zunge hinten gelblich-weiß belegt; rot an Spitze und Rändern; erhabene Papillen (Erdbeerzunge), bes. an der Spitze. Zunge in der Mitte braun, an den Rändern tiefgelb. Harter Gaumen rau. Speichelfluss. Geschmack: süßlich, widerlich; fade; scharf-beißend.
9. Hals
Zäher, fadenziehender Schleim an den hinteren Nasenöffnungen, bis zum Larynx reichend. Hals wund, < r. Seite, Gefühl von Einschnürung, kaum imstande zu schlucken. Hals: brennend-beißend, schabend, wund, rau. Reizung wie durch Staub. Tonsillen stark geschwollen, hellrot.
11. Magen
Kein Appetit. Ekel vor Nahrung zwei Tage lang, bis Übelkeit einsetzte. Durst nicht > durch Trinken. Übelkeit, Würgen, Erbrechen grünlich-gelber Flüssigkeit; mit quälendem Schmerz in beiden Schläfen, der verschwand, als das Verlangen zu erbrechen > wurde. Bei der Rückkehr nach Hause in einer kalten Nacht von einem Vergnügungsort Übelkeit in Speiseröhre und Hals, sobald sie behaglich warm wurde; als die Übelkeit zunahm, begann ein Kältegefühl an den Spitzen der Finger und Zehen und breitete sich langsam zum Bauch aus, wo sie zusammentrafen und einen elektrischen Schlag ähnlich auslösten; dann folgten kneifender Schmerz sowie Diarrhö und Erbrechen. Sinken in der Magengrube ohne Appetit; mit Fülle und Hitze in der Stirn.
12. Bauch
Dumpfer Schmerz im l. Hypochondrium, zum Epigastrium wechselnd, sehr heftig, dann einschießend aufwärts unter das l. Schulterblatt, < Bewegung, > Sitzen. Schmerzhafte Stiche im l. Hypochondrium. Dumpfer Schmerz in der Nabelgegend nach jedem Stuhl. Kolik 3 a.m. beim Erwachen. Vierundzwanzig Stunden vor der Menstruation Kolik, Krämpfe und reichliche wässrige Leukorrhö, > wenn die Menstruation eintrat. Plötzliche Kolik, > sofort durch Stuhl. Schmerz in der l. Leistengegend.
13. Stuhl und Anus
Intensiver Juckreiz im Rektum, nachmittags und nachts. Brennen im Rektum. Brennend-beißendes Gefühl im Anus, mit Verstopfung. Ständiger Drang, Stuhl ungenügend, eher weiß. Verlangen nach Stuhl abends ebenso wie morgens. Diarrhö mit Tenesmus. Stuhl: reichlich diarrhöisch, schmerzlos, aber dringend; mit Kolik; zuerst hart, dann flüssig, wird unwillkürlich; bräunlich, schleimig; Verlangen zu defäkieren oder zu erbrechen, sobald etwas Erleichterung eintritt, beides < Wärme.
14. Harnorgane
Nieren träge; stechender Schmerz in der Gegend der r. Niere. Brennen beim Harnlassen. Wachte früh auf, um Wasser zu lassen, das Ziegelmehlsediment zurückließ. Unwillkürlicher Abgang von Wasser beim Gehen. Harn reichlicher und stark gefärbt.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation verzögert und vermindert. Menstruation: eine Woche zu früh; reichlich, < bei Bewegung; Blut dunkelrot; gelähmtes Abwärtsdrängen während der ganzen Periode (ungewöhnlich); vor der Menstruation Schaudern über den ganzen Körper, unerträglich dumpf schmerzender Schmerz im Rücken und in den unteren Extremitäten; will allein gelassen werden. Kolik mit der Menstruation. Vierundzwanzig Stunden vor der Menstruation Kolik, Krämpfe und reichliche wässrige Leukorrhö; als die Menstruation eintrat, war der Schmerz geringer, hielt aber während der vier Tage der Periode an und ließ sie schwach und niedergeschlagen zurück. Feiner miliärer Ausschlag im Gesicht, am Hals und Kopf vor der Menstruation.
17. Atmungsorgane
Um 4 p.m. eigentümlicher Husten, der bei jeder erzwungenen Einatmung durch die Nase erregt wird, jeweils nur ein Hustenstoß.
18. Brust
Ameisenlaufen tief im Gewebe der Lunge. Wiederholtes scharfes Stechen in r. Lunge; Mittellappen; dumpfes schmerzendes Gefühl in l. Lunge. Dumpfe Schmerzen durch den Thorax. Zur Zeit des Frostes Einschnürung in l. Brust.
19. Herz
Dumpfer Schmerz in der Herzgegend. Puls: beschleunigt; schwach, kaum wahrnehmbar.
20. Rücken
Rücken und Extremitäten müde beim Gehen, Stiefel fühlen sich äußerst schwer an. Dumpfes Pochen im l. Schulterblatt, nach oben laufend. Heftiger dumpfer Schmerz im Kreuz, und Gefühl von Gewicht, als hingen alle Kleider vom Rücken herab; dieses Gefühl, eine schwere Last zu tragen, erstreckte sich zu Hüften und Knien, < durch das Rütteln beim Fahren in Pferdebahnen. Dumpf schmerzendes Gefühl in der lumbosakralen Region, die Oberschenkel hinabziehend, mit vermehrtem Kribbeln in den Fußsohlen. Einschießende Schmerzen in den Lenden, < Gehen.
21. Extremitäten
Erschöpftes, müdes Gefühl in den Extremitäten, mit leichter Neigung zu Übelkeit. Schwäche in Händen und Füßen.
22. Obere Extremitäten
Plötzlicher Schmerz im l. Arm, anscheinend muskulär, in der Gegend des Ansatzes des Deltoideus; Arme schwach, Muskeln erschöpft, wie nach Heben schwerer Gewichte. Schmerz in den Knochen des l. Unterarms. Taubheitsgefühl und Kribbeln im l. dritten und kleinen Finger (Nervus ulnaris).
23. Untere Extremitäten
Dumpf schmerzendes Gefühl in den unteren Extremitäten; und l. Lende; muskuläre Schmerzen. Dumpfer Schmerz in der l. unteren Extremität. Schmerzen in den Waden. Fußsohlen wund, geschwollen, empfindlich, taub und kribbelnd.
24. Allgemeines
Ruhelosigkeit. Muskelschwäche. Erschöpfung. Ohnmachtsgefühl: und Prostration; mit dem Frost.
25. Haut
Miliärer Ausschlag vor der Menstruation. Böse aussehende Pusteln auf der Brust. Furunkel, einzeln oder in Schüben. Juckreiz und kriechendes Kribbeln an verschiedenen Stellen.
26. Schlaf
Schläfrig. Schläfrig, kann aber nicht schlafen. Kann nach 4 oder 5 a.m. nicht gut schlafen. Frühes Erwachen, 5.30 a.m. (ein sehr ungewöhnliches Symptom bei dem Arzneiprüfer). Schlaf durch Träume gestört; träumte vom Harnlassen.
27. Fieber
Leichter Frost, begleitet von Ohnmachtsgefühl. Heftiger Frost über den Rücken beim Betreten eines warmen Zimmers. Als die Übelkeit zunahm, kroch ein eisiges Gefühl die Extremitäten hinauf, beginnend an der äußersten Spitze von Fingern und Zehen, allmählich im Auf- und Abstieg; als die beiden Ströme im Bauch zusammentrafen, war es, als wäre Elektrizität auf sie angewandt worden, und gab einen Schlag, der mich beinahe springen ließ. Tagsüber große Kälte der Extremitäten, Hände und Füße fühlen sich an, als habe man feuchte Strümpfe an. Temperatur erniedrigt. Die Temperatur stieg drei Stunden lang stetig (nach subkutaner Injektion von 0,1 grm. in die innere l. Oberschenkelregion), fiel dann allmählich auf normal, was sie in vierundzwanzig Stunden erreichte; an den nächsten zwei Tagen bestand etwas Fieber, aber am fünften Tag lag die Temperatur weit unter dem Normalwert und erreichte den Kollapspunkt von 930; der Puls, der anfangs etwas erhöht war, fiel am fünften Tag auf 65. Fieberhaft und schwach. Kopf heiß, Haut trocken. Eine Empfindung sich ausbreitender Hitze, in der Brust beginnend und sich nach beiden Richtungen ausbreitend, bes. zum Kopf.