Millefolium.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Achillea millefolium. Schafgarbe. N. O. Compositæ. Tinktur der ganzen frischen Pflanze.
Klinisches
Asthma / Krebs / Chlorose / Schwindsucht / Dentition / Diarrhö / Dysmenorrhö / Enuresis / Epilepsie / Fistula lachrymalis / Hämatemesis / Hämaturie / Hämoptyse / Hämorrhagien / Hypochondrie / Hysterie / Leukorrhö bei Kindern / Lochien, zu reichlich; unterdrückt / Milch, Ausbleiben der / Brustwarzen, wund / Nase, Bluten aus der / Puerperale Konvulsionen / Puerperalfieber / Nagegeschwür / Sterilität / Sycosis Hahnemanni / Tetanus / Varizen
Charakteristik
Die Schafgarbe wurde von Linnæus Achillea genannt, weil die Pflanze in der Ilias als von Achilles, auf Anweisung Chirons, zur Heilung der Wunden seiner Soldaten gebraucht erwähnt wird. Die Kenntnis der wundheilenden Kräfte von Mill. ist somit von hohem Alter. Ihren volkstümlichen Namen „Nasenbluten“ erhielt sie, weil Nasenbluten eintritt, wenn die Blätter in die Nasenlöcher eingeführt werden. Es gibt neben A. millefolium noch eine andere in Großbritannien heimische Art von Achillea, A. ptarmica, wegen ihrer niesenerregenden Eigenschaften „sneeze-wort“ genannt. Millefol. ist in seinen Hämorrhagien und seiner vulnerären Wirkung eng mit Arn. verwandt, und es besitzt eine weitere Wirkung, die vielen Compositæ gemeinsam ist, nämlich die eines Krampfmittels. Doch ist diese Wirkung wiederum mit seiner hämorrhagischen Kraft verbunden, denn die Konvulsionen treten vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, im Zusammenhang mit unterdrückten Hämorrhagien (Menses) oder anderen Sekretionen wie den Lochien oder der Milch auf. Die Hämorrhagien sind hauptsächlich hellrot. Neben Hämorrhagien finden sich reichliche schleimige Absonderungen, besonders wenn diese auf Atonie beruhen. Mill. hat eine sehr ausgeprägte Beziehung zu Schwangerschaft und Wochenbett. Variköse Venen bei schwangeren Frauen sind damit geheilt worden. C. W. (H. W., xxvi. 108) berichtet eine interessante Erfahrung. Ein Mann hatte schwere Diarrhö, reichliche dunkel schokoladenfarbene Stühle, ins Schwarze übergehend und leicht blutig getönt. Ein Vereinsarzt hatte keine Linderung verschaffen können, aber eine alte Frau heilte den Mann mit „millefoil tea“. C. W. hatte einen Colliehund, der, wenn er erregt war, Gras oder Unkraut ausriss und verschluckte. Wenn es zufällig Schafgarbe war, verursachte dies stets: zuerst Rasseln von Flüssigkeit in den Därmen, dann dunkel schokoladenfarbene Diarrhö, in Schwarz übergehend, sehr übelriechend, zuletzt blutig getönt. Dies dauerte ein oder zwei Tage. Schließlich wurde festgestellt, dass Ars. iod. 3x in Lösung ein vollständiges Gegenmittel war. Alle zehn Minuten gegeben, sobald das Rasseln einsetzte, brachte es dieses wirksam zum Stillstand. Der Hund hatte auch rissige Ballen. Ars. iod. tat dafür nichts, aber Ars. 30 heilte sie. Eigentümliche Empfindungen sind: Als hätte er etwas vergessen. Als ob alles Blut zum Kopf aufstiege. Rechte Kopfseite, als wäre sie zusammengeschraubt. Als ob zu viel Blut in den Augen wäre. Als ströme kalte Luft aus dem Ohr. Wie von einer Flüssigkeit, die sich vom Magen zu den Därmen bewegt. Schmerz wie von einem Schlag oder einer Verstauchung in der rechten Achillessehne. . passt zu allen Wunden, die reichlich bluten, zu Verstauchungen und Überheben. Die Symptome sind durch Bücken; durch Zusammenkrümmen des Körpers (Brennen im Magen); durch große Anstrengung; durch Heben. Liegen Übelkeit; Hämoptyse. Heftige Bewegung Schwindel. Symptome durch Kaffee, durch Wein. . ist Alte; atonische Personen; Frauen und Kinder.
Beziehungen
Ant. t. lindert den Schwindel von Mill., Ars. i. die Diarrhö. Mill. Gegenmittel: Arum mac. Unverträglich: Kaffee (= Stauung zum Kopf). Vergleiche: Erech. (Epistaxis und Hämoptyse); Senec. aur. (Hämaturie). Ham. und Ipec. (Hämorrhagien); Plat. (Mill. rot, geronnen; Plat. dunkel, geronnen); Bry., Ustil. und Ham. (Hämatemesis) Aco. (Hämorrhagien, reichlicher Fluss von hellrotem Blut. Aco., Angst; Mill., Fehlen von Angst). Die Compositæ im Allgemeinen, Arn., Bellis, Calend. usw.
Verursachung
Stürze (aus der Höhe). Überanstrengung. Heben. Unterdrückte Lochien. Unterdrückte Menses. Unterdrückte Milch.
1. Gemüt
Heftig, reizbar. Abneigung gegen Arbeit. Scheint etwas vergessen zu haben; weiß nicht, was er tut oder tun will; Kopf dumpf und verwirrt, bes. abends; < nach Kaffee. Sehr erregt, mit Schmerz in der Magengrube. Seufzen und Stöhnen von Kindern.
2. Kopf
Schwindel, fällt nach r. Seite und rückwärts, bei langsamer Bewegung, beim Gehen, aber nicht bei heftiger körperlicher Bewegung; mit Übelkeit beim Bücken, nicht im Liegen (> Ant. t.). Dumpfer Schmerz im Scheitel. Verwirrter, dumpfer Kopfschmerz. Leichtes Klopfen in den Arterien von Kopf und Gesicht. Heftige Bewegungen und schmerzhafte Schläge im Kopf. Blutandrang zum Kopf. Empfindung, als würde alles Blut zum Kopf getragen. Akute ziehende Schmerzen und einschießende Schmerzen in der r. Kopfseite; Empfindung in der r. Kopfseite, als wäre sie zusammengeschraubt. Heftiger Kopfschmerz, er schlägt den Kopf gegen Bettpfosten oder Wand, mit Zucken der Augenlider und Stirnmuskeln. Empfindung von Einschnürung in der Stirnhaut. Haare werden verfilzt.
3. Augen
Glänzende, strahlende Augen. Verklebung der Augen am Morgen. Tränenfluss und Absonderungen aus den Augen (Fistula lachrymalis). Empfindung von zu viel Blut in den Augen. Nach innen bohrendes Drücken in den Augen, zur Nasenwurzel und zu den Seiten der Stirn. Klares, helles Sehen. Nebel, nicht nahe vor den Augen, sondern in der Ferne.
4. Ohren
Empfindung von Verstopfung in den Ohren.
5. Nase
Nasenbluten. Nasenbluten mit Stauungen zum Kopf und zur Brust. Verstopfte Nase.
6. Gesicht
Hitzegefühl, als stiege Blut zum Kopf auf. Rötung des Gesichts ohne innere Hitze. Reißen: im Gesicht zu den Schläfen; vom r. Unterkiefer zu den Ohren; dann zu den Zähnen.
7. Zähne
Zahnschmerz: durch erhitzende Dinge; rheumatisch, mit kranken Zahnfleischen. Zahnfleischabszess. Geschwüre am Zahnfleisch. Stomacace.
8. Mund
Zunge geschwollen und belegt. Durst; Mund trocken.
9. Hals
Verlängerung des Gaumens. Uvula erschlafft. Ulzeration des Halses; Schmerz in der l. Seite beim Schlucken.
11. Magen
Schmerzhaftes Nagen und Graben im Magen wie von Hunger. Brennen im Magen, bis zur Brust sich erstreckend. Heftiger Schmerz in der Magengrube (während rückläufiger Pocken). Erbrechen beim Husten. Übelkeit mit Schwindel. Hämatemesis. Krämpfe im Magen, mit der Empfindung einer vom Magen zum Anus fließenden Flüssigkeit. Brennender Schmerz im Magen. Gefühl von Fülle im Magen; als wäre der Magen zusammengezogen und mit Erde gefüllt. Aufstoßen.
12. Bauch
Schmerz in der Lebergegend. Stauungen im Pfortadersystem. Kolik während der Menstruation. Aszites. Eingeklemmte Hernie. Schmerz wie von eingeklemmten Blähungen. Häufiger Abgang übelriechender Blähungen. Heftige Kolik, mit blutiger Diarrhö (während der Schwangerschaft). Dysenterie. Bauch aufgetrieben.
13. Stuhl und Anus
Blutende Hämorrhoiden; reichlicher Blutfluss aus den Därmen. Diarrhö, der ein Rasseln von Flüssigkeiten im Bauch voranging, reichliche schokoladenfarbene Stühle, in Schwarz übergehend, sehr übelriechend, blutig gestreift werdend. Schleimige Diarrhö; blutig; Dysenterie. Askariden.
14. Harnorgane
Hämaturie. Unwillkürliche Miktion; bei Kindern. Blutiger Urin. Katarrh der Harnblase durch Atonie. Stein in der Harnblase, mit Harnverhaltung.
15. Männliche Sexualorgane
Schwellung von Penis oder Hoden. Der Samen wird beim Beischlaf nicht ausgestoßen. Spermatorrhö. Sykotische Exkreszenzen. Gonorrhö; chronischer Harnröhrenausfluss.
16. Weibliche Sexualorgane
Hämorrhagie aus der Gebärmutter infolge zu heftiger Anstrengungen. Metrorrhagie. Menses zu reichlich. Unterdrückte Menstruation mit epileptischen Anfällen. Unfruchtbarkeit bei zu reichlicher Menstruation oder Neigung zu Fehlgeburten. Unterdrückte Lochien mit heftigem Fieber, unterdrückter Milchsekretion oder Konvulsionen, krampfhafter Bewegung aller Extremitäten und heftigem Schmerz. Lochien zu reichlich. Wunde Brustwarzen.
17. Atmungsorgane
Raue Stimme. Hämoptyse; hellrot; nach Sturz aus der Höhe; in Verbindung mit hämorrhoidalen Symptomen. Sehr erschwertes Atmen, mit tetanischen Krämpfen.
18. Brust
Beklemmung der Brust, mit blutigem Auswurf.
19. Herz und Puls
Übermäßiges Herzklopfen und blutiger Auswurf. Aufwallungen durch Bluthusten. Ängstlichkeit mit Schmerz am Herzen. Puls beschleunigt und zusammengezogen.
22. Obere Extremitäten
Stechen und Taubheitsgefühl des l. Arms. Hitze der Hände.
23. Untere Extremitäten
Akuter ziehender Schmerz in Knien und Beinen. R. Achillessehne schmerzt wie von einem Schlag oder einer Verstauchung. Füße schlafen ein; zuerst der l. Fuß, später der r.; verschwindet beim Gehen.
24. Allgemeines
Rheumatische und arthritische Beschwerden. Bohrende, ziehende, reißende Schmerzen in den Extremitäten. Lähmung und Kontraktion der Extremitäten. Tetanus. Konvulsionen nach der Entbindung. Konvulsionen und Ohnmachtsanfälle von Säuglingen. Hysterische Krämpfe. Epileptische Krämpfe durch unterdrückte Menstruation. Stauungen. Hämorrhagien aus verschiedenen Organen. Hämorrhagien aus fast allen Öffnungen des Körpers. Schleimige Absonderungen infolge Atonie. Wunden bluten reichlich, bes. nach einem Sturz. Folgen von Überheben oder Überanstrengung. < Abends und nachts; > tagsüber.
25. Haut
Unterdrückter Juckreiz und daraus Fieber. Schmerzlose Varizen schwangerer Frauen. Fistulöse Geschwüre. Ulzeration innerer Organe. Krebsige Geschwüre. Wunden; nach Operation wegen Stein in der Harnblase. Quetschungen, Blutung aus Wunden. Üble Folgen eines Sturzes (aus der Höhe) und von Verstauchungen.
26. Schlaf
Heftiges Gähnen ohne müde zu sein. Schläft spät ein und fühlt sich am Morgen nicht erfrischt.
27. Fieber
Puls beschleunigt und zusammengezogen. Frösteln mit Schmerz in der (l.) Niere. Fieberhitze mit Durst. Hitze in Händen und Füßen. Kolliquative Schweiße.