Medorrhinum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Glinicum. Nosode der Gonorrhö. Verdünnungen des Virus.
Klinisches
Asthma / klonische Krämpfe / Hühneraugen / Diabetes / Dysmenorrhö / Epilepsie / Augen, Entzündung der / Favus / chronischer Harnröhrenausfluss / Gonorrhö, unterdrückte / gonorrhoischer Rheumatismus / Kopfschmerz, neuralgischer / Leber, Abszess der / Masturbation / Eierstöcke, Schmerzen in den / pelvine Zellgewebsentzündung / Polypen / Priapismus / Psoriasis palmaris / Ptosis / Nierenkolik / Rheumatismus / Ischialgie / Schulter, Schmerzen in der / Striktur / Urtikaria / Warzen
Charakteristika
Medorrh. ist eine der wichtigsten Nosoden. Die konstitutionelle Natur des Gonorrhö-Giftes ist in den letzten Jahren sowohl in der alten wie in der neuen Schule anerkannt worden. Noegerath aus New York und Angus Macdonald hierzulande haben auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen postpartaler pelviner Zellgewebsentzündung und latenter Gonorrhö beim Ehemann hingewiesen. Macdonald veröffentlichte mehrere tödliche Fälle. Die Wirkungen des Giftes, konstitutionell oder akut, können als Daten für homöopathische Verschreibungen genommen werden; doch hat das Virus in den Potenzen eine ausgedehnte Arzneimittelprüfung erfahren, und die dort aufgezeichneten Symptome sind in der Praxis in großem Umfang bestätigt worden. Die Nosoden können gemäß ihren Indikationen genau auf dieselbe Weise wie andere homöopathische Arzneien verwendet werden, und nicht bloß bei Manifestationen der Krankheit, von der sie abgeleitet sind. Zugleich wird die Kenntnis des Ursprungs dunkler Störungen, besonders wenn sie erblich sind, oft den Schlüssel zur erforderlichen Arznei geben. Deschere veröffentlichte einen einschlägigen Fall: Frl. X., 23 Jahre, hatte seit ihrem elften Lebensjahr eine chronische Blepharitis. Ihr Leiden war heftig. Licht, besonders Gaslicht, war unerträglich, und dies hinderte sie daran, Gesellschaft zu besuchen. Sie konnte abends nicht lesen, und morgens waren die Lider geschlossen, und sie litt sehr, wenn sie sie voneinander lösen musste. Es bestand reichlicher Ausfluss. Bevor sie zu Deschere kam, war sie die ganze Zeit unter strenger homöopathischer Behandlung gewesen. Deschere erinnerte sich, ihren Vater vor dessen Ehe wegen Gonorrhö behandelt zu haben, und er vermutete, dass die Belastung in dieser Form wieder erschienen sei. Medorrh. wurde in hoher Potenz gegeben, Einzelgaben, die wiederholt wurden, sobald die Wirkung der jeweiligen Gabe nachließ, und sie wurde vollständig geheilt. Ein Fall von Favus, der allen äußerlichen Anwendungen widerstanden hatte, welche Allopathen ersinnen konnten, und der einen so entsetzlichen Geruch hatte, dass der Patient, ein kleiner Junge, von der Familie abgesondert werden musste, wurde von Skinner auf dieselbe erbliche Ursache zurückgeführt und mit Medorrh. 1m geheilt. Viele Fälle von gehemmtem Wachstum und zurückgebliebener Entwicklung bei Kindern beruhen auf latenter Gonorrhö und Syphilis, und wenn dieser Faktor beim Verschreiben nicht erkannt und berücksichtigt wird, wird kein großer Nutzen erzielt. Auf dieser Hypothese habe ich äußerst übelriechende Körpergerüche bei Kindern mit Medorrh. geheilt. Ein wichtiger Punkt bei der Unterscheidung zwischen der sykose- oder gonorrhoischen Belastung und der syphilitischen liegt in der zeitlichen Verschlimmerung und folglich in den Indikationen hierfür. Syph. hat < von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, wie auch alle großen antisyphilitischen Arzneien. . hat von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; immer heiterer am Abend, in den frühen Morgenstunden. Bei . besteht eine intensive nervöse Empfindlichkeit, besonders gegen die Berührung eines Kleidungsstücks oder einer Haarlocke durch irgendeinen, der nicht ist. Die Empfindlichkeit ist beinahe bis zur Hellseherei gesteigert. Wie in einem Traum. Auffahren beim geringsten Geräusch. Zittern; Krämpfe. Es gibt einen Zustand des Kollapses und den Wunsch, befächelt zu werden. Unter den finden sich: Wie Stöckchen in Augen, Lidern und inneren Augenwinkeln; als wehe kalter Wind in die Augen; als habe das obere Lid einen Knorpel darin. Als krieche etwas im Ohr und in der Nase. Klumpen im Magen. Tumor auf der rechten Bauchseite. Als sei die linke Lunge kollabiert oder gelähmt. Als ob ein Abszess zwischen linkem M. pectoralis major und minor läge. Als ob das Blut in den Venen kochend heiß wäre. Als seien alle Knochen ausgerenkt. Die Schmerzen scheinen den ganzen Körper anzuspannen, besonders die Oberschenkel. Es gibt kaum eine Stelle am Körper, die nicht voller Schmerz ist. Hartnäckiger Rheumatismus. Folgezustände akuten Rheumatismus. D. C. McLaren berichtet in . (zitiert ., xxii. 408) einen Fall, der die Kraft und den Bereich dieser Nosode veranschaulicht. Ein junger Frankokanadier von zarter Konstitution begann, nachdem er den ganzen Winter in einer Fabrik gearbeitet hatte, im Frühjahr zu husten und gesundheitlich abzufallen. Er kehrte nach Hause zurück und kam im Mai in McLarens Behandlung. Der Husten blieb bestehen und die Erschöpfung nahm zu, trotz sorgfältig gewählter Arzneien, und der Patient musste das Bett hüten. Da beobachtete McLaren, dass der Husten und der Allgemeinzustand waren. Dies, verbunden mit der Kenntnis einer syphilitischen Belastung in der Abstammung des Jungen, legte . nahe, das gegeben wurde. Am nächsten Tag erschien ein reichlicher gonorrhoischer Ausfluss, und der Husten sowie alle bedrohlichen Symptome verschwanden prompt. Die Ansteckung war mehrere Wochen zuvor erfolgt, doch aus Mangel an Vitalität konnte die Krankheit ihren gewöhnlichen Ausdruck nicht finden und gefährdete das Leben des Patienten. Ernest Nyssens ("La Sycose de Hahnemann," , vi. 244) zitiert einige wichtige Beobachtungen schulmedizinischer Autoritäten zur konstitutionellen Gonorrhö. Wertheim beobachtete in einem Fall gonorrhoischer Zystitis den Eintritt des Gonokokkus in die Blutbahn. Mit dem aus dem Blut dieses Patienten entnommenen Gonokokkus legte er Kulturen bis zur fünften Generation an. Ein junger Mann, der niemals eine venerische Krankheit gehabt hatte, stellte sich zur Inokulation damit zur Verfügung. Die daraus entstandene subakute Urethritis war so schwer und wurde trotz allem so grausam durch Zystitis, Epididymitis, Prostatitis, Synovitis und Pleuropneumonie kompliziert, dass Wertheim fragte, ob der Gonokokkus seine Virulenz nicht verdopple, indem er in das Blut übergehe. Louis Jullien und Louis Sibut (aus deren Arbeit Nyssens das Obige zitiert) beobachteten im Krankenhaus Saint Lazare den folgenden Fall: Louisa M., 17 Jahre, kam am 8. Juni mit Urethro-Vaginitis ins Krankenhaus und wurde mit Tampons () aus in Glycerin gelöstem Ichthyol (1 zu 5) behandelt. Die Urethritis verlief normal bis zum 6. Juli, als folgender Zustand berichtet wurde: Die Patientin hatte seit einer Woche Leiden im Bauch, hatte sich aber nicht beklagt. In der vorausgegangenen Nacht wurden sie jedoch so akut, dass eine Morphiuminjektion gegeben wurde. Rektale Temperatur 100,2. Zunge saburral. Rechtsseitiger Bauchschmerz. Trotz starrer Kontraktion der geraden Bauchmuskeln schien tief unten eine Schwellung zu bestehen, doch waren die Beobachter nicht sicher, ob es sich nicht um eine Schwellung der Muskeln selbst handelte. Darmfunktionen normal; Rektum leer. Ein Exanthem aus roseolösen Flecken erschien am Körper, Bauch und Brust, so genau wie bei Typhus abdominalis, dass die Möglichkeit dieser Krankheit erörtert wurde. Es bestand auch akuter Schmerz im Muskel der rechten Wade. Dieser Schmerz hielt am folgenden Tag an, als die Bauchschmerzen verschwunden waren. Rechtes Knie schmerzhaft, geschwollen. Zugleich Synovitis des linken Handgelenks, dorsale Seite, wobei die befallenen Sehnen der Extensor proprius von Daumen und Zeigefinger waren. Temperatur normal. Sehr wenige und leichte Spuren des Ausschlags. Der rechte Arm war Sitz eines akuten einschießenden Schmerzes, besonders auf Höhe des Deltoid-"V", tief unten nahe dem Knochen am Ansatz der Sehne (wahrscheinlich ein Hygrom). Bei Untersuchung der Achillessehne Schmerz auf Höhe des linken Knöchels, rechts auf derselben Höhe nichts, doch ist der Schmerz vor allem akut entlang des inneren Randes der rechten Tibia, bis fünf oder sechs Zentimeter von der flachen Oberfläche entfernt. Dieser Teil ist ödematös und schmerzhaft empfindlich. Eine weitere schmerzhafte Stelle im Bauch liegt hinter der rechten Spina iliaca anterior superior und neben dem Nabel (wahrscheinlich muskulär). Der urethrale Ausfluss enthielt neben Gonokokken reichlich Bazillen. Eine Behandlung durch tägliche Injektion von einem Zentigramm . wurde begonnen. Am nächsten Tag bestand stechendes Fieber, saburrale Zunge. Die Bauchschmerzen waren offen muskulär. Spur von Albumin im Harn. In der folgenden Nacht bestand Delir, und morgens Epistaxis. Dieser Fall ging in Genesung über. Ein anderer Fall, ebenfalls bei einem siebzehnjährigen Mädchen, mit phthisischer Vorgeschichte und sogar durch Syphilis kompliziert, zeigte dieselbe Abfolge von Symptomen, zusammen mit Epistaxis, Hämoptyse, Albuminurie, Endokarditis mit Erstickungsanfällen und heftigen Palpitationen, endend in dauernder Erwerbsunfähigkeit. Diese Fälle können vom homöopathischen Standpunkt aus als Prüfungen von . betrachtet werden. Die rheumatischen Symptome sind von äußerster Intensität, und . wird viele Fälle heilen, in denen die Symptome entsprechen. Ich habe nach Burnett viele Fälle von Dysmenie damit geheilt. Burnett heilte mit . 1m: () Einen Patienten, der bei jeder Menstruationsperiode Anfälle hatte, wobei die Anfälle in den frühen Morgenstunden kamen. () Einen Mann, der klonische Krämpfe hatte, die Beine schossen plötzlich vom Bett empor. () Einen Fall von Rheumatismus des rechten Handgelenks. () Polypen, deren Ursprung in einem chronisch eiternden Ausfluss lag. (Er betrachtet . als "die Mutter von Eiter und Katarrhen".) () Masturbation bei Kindern. () Albuminurie, wenn der Harn auch etwas Schleim enthält. () Sykotisches Asthma, 2 bis 4 Uhr morgens. () Psoriasis palmaris. Gilbert (., 1895, zitiert ., xi. 71) führt Rachitis auf erbliche Gonorrhö zurück; in diesen Fällen bestehen oft Drüsenvergrößerungen, und der Patient ist am Meer. In solchen Fällen gibt er . (Wenn syphilitische Parese besteht und der Patient in den Bergen ist, gibt er .). Bei akuten Darmbeschwerden rachitischer Kinder findet er . von großem Wert. Thomas Wildes (., xii. 70) ist der Ansicht, dass Favus und Grindkopf sowie Ophthalmia tarsi simplex (Ränder schuppig, kleiig, oft zornig rot, Ausfallen der Wimpern) auf unterdrückte Gonorrhö bei einem oder beiden Elternteilen zurückgehen. Der rote, zornige Zustand der Haut kann sich vom Gesicht oder der Kopfhaut den Hals und Rücken hinunter bis zum Perineum und zu den Genitalien erstrecken. () Mädchen, 11 Jahre, war von vielen Ärzten mit Salben und Einreibungen behandelt worden, zum allgemeinen Schaden ihrer Gesundheit. Das Gesicht war mit einer Fülle roter kleiiger Wunden fleckig, die Augenlider beteiligt und fast der Wimpern beraubt; die behaarte Kopfhaut eine diffuse Masse dicker gelber Krusten, unter denen eine höchst übelriechende Mischung aus Ichor und Sebum hervorsickerte. Den Hals, Rücken und das Perineum hinabziehend und Genitalien und Schamgegend einbeziehend, lag ein , so breit wie die Hand des Kindes, aus dem ein blassgelbes Serum nässte, das die Kleidung am Körper festkleben ließ. Wildes sagte der Mutter, er könne den Fall heilen, er werde sich aber in den ersten drei Monaten gewiss verschlimmern. Dagegen wurde kein Einwand erhoben. . c.m. (Swan) wurde gegeben, eine Gabe auf die Zunge. Das äußere Erscheinungsbild wurde rasch schlimmer, aber Appetit, Schlaf und Allgemeingesundheit besserten sich stetig, und nach neun Monaten war sie vollständig gesund. () Kind, 6 Jahre, seit dem Säuglingsalter durch Tinea capitis schrecklich entstellt. Kopfhaut eine Masse dichter Krusten, die übelriechenden Ichor absonderten; der einzige Anschein von Haar waren einige verformte Stümpfe, die in verkümmerten Wurzeln endeten. Eine Gabe heilte in wenigen Monaten, und zur Zeit von Wildes' Niederschrift war die Patientin eine gesunde und äußerst begabte junge Dame und Besitzerin eines üppigen kastanienbraunen Haarschopfes. Wildes meint, dass die Unterdrückung von Favus, wenn er von Gonorrhö beim Vater herrührt, zu Hydrozephalus, kapillärer Bronchitis, schweren Zahnungsdiarrhöen, Cholera infantum usw. führt; wenn er vom Großvater herrührt, führt Unterdrückung zu Schwindsucht und langwierigen Krankheiten. , der sich bei wenige Tage alten Säuglingen um den Anus entwickelt; Verstopfung mit harten, trockenen Stühlen; wenn die Pflegerinnen sagen, "das Wasser des Babys verbrüht es schrecklich", sind die Indikationen für . klar. Wildes betrachtet die latente gonorrhoische Belastung als die wahre Erklärung vieler Krankheitsmanifestationen, die Hahnemann unter Psora einschloss. Burnett bestätigt dies in gewisser Weise, da er Gicht auf einen sykotischen Ursprung zurückführt. Wildes hält . für eine zu gefährliche Arznei, um sie in akuten Fällen zu geben, sei es von Gonorrhö, Rheumatismus oder Scharlach, wegen der Intensität der Verschlimmerung, die sie hervorzurufen geneigt ist; obwohl Einzelgaben oft nützlich sind, wenn in gefährlichen Fällen von Cholera infantum eine Neigung zum Sinken besteht. Unter anderen Krankheiten führt Wildes auf dieselbe Quelle zurück: vaskuläre Meningitis bei Säuglingen und zerebrospinale Meningitis. Bei ersterer ist die Wirksamkeit von . zweifelhaft, bei letzterer aber ist es sehr wirksam, nachdem . die ersten akuten Symptome beruhigt hat. Im Rekonvaleszenzstadium ist . seine Hauptarznei gewesen. Er zitiert aus schulmedizinischen Autoritäten die folgenden Zustände, die auf latente Gonorrhö zurückführbar sind, welche vom Ehemann auf die Ehefrau übertragen wurde: Ovarialtumoren, Oophoritis, Salpingitis, Metritis, Parametritis, Endometritis und sogar Peritonitis, . . ist die Arznei in Einzelgaben, doch ist sie selten, wenn überhaupt, in den einer Krankheit zu geben. Im Allgemeinen Bewegung , Ruhe . Liegen auf Gesicht oder Magen Husten. Ausstrecken . Kopf nach vorn neigen . Weit zurücklehnen Verstopfung: kann Stuhl nur so absetzen. (Ich heilte mit . 200 einen sehr verschlimmerten Fall von Verstopfung auf diese Indikation hin. Der Patient sagte, er sei gezwungen, sich auf dem Sitz weit zurückzulehnen, sonst könne er den Stuhl nicht loswerden. Er ließ Harn mit langen weißen Schleimfäden. Viele Jahre zuvor hatte er Gonorrhö gehabt.) Es besteht große Empfindlichkeit gegen Luftzug; erkältet sich leicht. Zugleich besteht großes Verlangen, befächelt zu werden. In der Sonne; durch Bettwärme; beim Betreten eines warmen Zimmers (Husten). Salzwasserbaden Halsschmerzen und Kopfschnupfen. Feuchtes Wetter Schmerzen in den Extremitäten. Verlangen nach Eis. Chronischer Gelenkrheumatismus ist im Binnenland, nahe am Meer. Der frühe Morgen (besonders 3 bis 4 Uhr morgens) ist ein Leitsymptom von . und allen Sykotikern.
Beziehungen
Antidotiert durch: Ipec. (trockener Husten); Kompatibel: Sulph. (besonders wenn der Stuhl aus dem Bett treibt). Vergleiche: Pic ac. (Unfähigkeit, richtig zu gehen; Priapismus); Camph. und Sec. (Kollaps, Haut kalt, wirft dennoch jede Bedeckung ab); Verat. (Kollaps mit kaltem Schweiß); Syph. (umgekehrte Verschlimmerung . Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang); wie in einem Traum, Ambr., Anac., Calc., Can. i., Con., Cup., Rhe., Stram., Val., Ver., Ziz. > Durch Zurücklehnen, Lac c. Fischlaken-Geruch, Sanic.
1. Gemüt
Vergesslichkeit: von Namen; später von Wörtern und Anfangsbuchstaben. Die Zeit geht zu langsam. Benommenes Gefühl; eine ferne Empfindung, als seien Dinge, die heute getan wurden, vor einer Woche geschehen. Verliert ständig den Faden ihrer Rede. Scheint sich selbst falsche Aussagen zu machen, weil sie nicht weiß, was sie als Nächstes sagen soll; beginnt ganz richtig, weiß aber nicht, wie sie enden soll; Gewicht auf dem Scheitel, das das Gemüt zu beeinflussen scheint. Schwierigkeit, seine Gedanken auf abstrakte Gegenstände zu konzentrieren. Konnte vor Schmerz im Kopf überhaupt nicht lesen oder den Geist gebrauchen. Denkt, jemand sei hinter ihr, hört Flüstern; sieht Gesichter, die hinter Bett und Möbeln hervorlugen. Sah eines Nachts große Menschen im Zimmer; große Ratten laufen; fühlte eine feine Hand, die ihren Kopf von vorn nach hinten glattstrich. Ist sicher, dass sie sterben wird. Empfindung, als sei alles Leben unwirklich, wie ein Traum. Wildes und verzweifeltes Gefühl, wie von beginnendem Wahnsinn. Kann nicht sprechen, ohne zu weinen. Suizidal. Ist in großer Eile; wenn sie etwas tut, ist sie in solcher Eile, dass sie ermüdet. Stimmung in der Tiefe, niedergedrückt von schwerer, massiver Schwermut, > durch Tränenströme. Ist immer vorausahnend; fühlt die meisten Dinge empfindsam, bevor sie geschehen, und im Allgemeinen richtig. Furcht, das Falsche zu sagen, wenn sie Kopfschmerz hat. Besorgt. Furcht vor Dunkelheit. Gefühl, als habe er die unverzeihliche Sünde begangen und komme in die Hölle. Gereizt über Kleinigkeiten. Sehr ungeduldig. Große Selbstsucht.
2. Kopf
Schwindel: beim Bücken; leicht > Liegen; < bei Bewegung. Empfindung von Zusammenziehen im Kopf, die heftigen Schwindel verursacht. Frontaler Kopfschmerz: mit Übelkeit; Gefühl eines engen Bandes quer über die Stirn, < beim Vorneigen des Kopfes; als sei die Haut straff gezogen; mit Fließschnupfen; mit Druck hinter den Augen, als würden sie herausgepresst; sich über das Gehirn bis zum Hals erstreckend. Gehirn scheint müde; das geringste Geräusch ärgert und ermüdet sie. Wacht mit Kopfschmerz über den Augen und in den Schläfen auf; < durch Sonnenlicht. Schmerz im Zentrum des Gehirns; abends stechender Schmerz durch die Schläfen; Schmerzen beginnen und hören plötzlich auf. Gehirn außerordentlich empfindlich und jede geistige Arbeit verdrießlich. Schmerz im l. Scheitelbein, wenn der Wind darauf bläst. Schmerz, der durch den Kopf und um den Scheitel kreist. Schreckliche Schmerzen durch den ganzen Kopf in jede Richtung, mit anhaltendem und heftigem Erbrechen, gefolgt von dumpf schmerzendem Gefühl im Kreuzbein und die Rückseiten der Beine hinab bis zu den Füßen. Ständiger Kopfschmerz < beim Husten; Licht (durch die Augen) scheint ihm weh zu tun. Heftiger Kopfschmerz drei Tage lang, mit Entzündung des Auges. Intensives zerebrales Leiden, das fortwährendes Reiben des Kopfes im Kissen und Rollen von Seite zu Seite verursacht. Dumpfer Schmerz im Kleinhirn. Intensiver brennender Schmerz im Kopf, < im Kleinhirn. Spannungsartige Schmerzen im Kopf, als würde sie verrückt werden; konnte nicht lesen oder den Geist gebrauchen. Dumpfer Schmerz an der Hirnbasis, mit Schwellung der Halsstränge. Kopf fühlt sich schwer an und wird nach hinten gezogen. Schmerz im Hinterkopf und im r. Auge. Haare glanzlos, trocken und kraus; elektrisch. Intensiver Juckreiz der Kopfhaut; Mengen von Schuppen.
3. Augen
Wenn die Augen geschlossen waren, fühlte es sich an, als würden sie zu der einen oder anderen Seite aus dem Kopf herausgezogen; wenn offen, schienen alle Dinge zu flimmern. Ein Schleier über den Dingen; zahllose schwarze, manchmal braune Flecken tanzen über ihrem Buch; sieht Gegenstände doppelt; Dinge sehen sehr klein aus; sieht eingebildete Gegenstände. Neuralgischer Schmerz in den Augäpfeln: beim Zusammenpressen der Augenlider; < wenn sie sie rollt. Gefühl von Schmerz und Reizung und Empfindungen von Stöckchen in Augen, Lidern und besonders inneren Augenwinkeln, Rötung und Trockenheit der Lider, Stauung der Skleren und Empfindung eines kühlen Windes, der in die Augen bläst, besonders in die inneren Augenwinkel. Ptosis des äußeren Endes beider oberen Lider, besonders L, erfordert Anstrengung, sie zu öffnen. Ausgesprochene Neigung zu Reizung der Lidränder. Härte des oberen Lids, als habe es einen Knorpel darin. Schwellung unter den Augen.
4. Ohren
Nahezu völlige Schwerhörigkeit beider Ohren, mit sehr wenig Geräusch; musste ein Hörrohr benutzen. Partielle oder vorübergehende Schwerhörigkeit; Pulsation in den Ohren. Eigenartige Empfindung von Schwerhörigkeit von einem Ohr zum anderen, als ginge eine Röhre durch den Kopf, während doch eine Überempfindlichkeit des Gehörs bestand. Beim Pfeifen ist der Ton in den Ohren doppelt, mit eigentümlicher Vibration wie wenn zwei Personen Terzen pfeifen. Rasche, schießende Schmerzen im r. Ohr, von außen nach innen; Schmerzen folgten rasch aufeinander. Ohrloch im l. Ohr wund und fast vereitert.
5. Nase
Intensiver Juckreiz in der Nase, innerlich nahe der Spitze, musste die ganze Zeit reiben. Sehr starkes Brennen in beiden Nasenlöchern beim Atmen durch sie. Kälte des Nasenendes. Vollständiger Verlust des Geruchssinns für mehrere Tage. Nase schläft ein. Epistaxis. Nase entzündet, geschwollen. Hintere Nasengänge verstopft, > durch Räuspern von dickem, gräulichem Schleim, gefolgt von blutigem Schleim. Wundheit und kriechendes Gefühl, wie von einem Tausendfüßer im l. Nasenloch morgens.
6. Gesicht
Grünliches, glänzendes Aussehen der Haut. Flecken auf der Haut. Hitzewallungen in Gesicht und Hals. Fieberbläschen nahe dem Winkel der r. Oberlippe, klein, aber sehr wund. Enorme Fieberwunde an der Unterlippe nahe der l. Kommissur. Schweiß im Gesicht; auf der Oberlippe. Neuralgie des r. Ober- und Unterkiefers, bis zur Schläfe reichend. Gesicht bedeckt mit Akne; trockenem Herpes; Sommersprossen. Neigung zu Steifigkeit in Kiefern und Zunge.
7. Zähne
Zähne haben gezackte Ränder oder sind kreidig und verfallen leicht. Wunde Zähne, besonders Eckzähne; fühlen sich wund und weich an. Gelblichkeit der Zähne.
8. Mund
Geschmack: kupferig beim Aufstehen; unangenehm; schlecht morgens. Zunge belegt: braun und dick; morgens dick belegt, mit schlechtem Geschmack: weiß an der Basis, der Rest rot; weiß, mit durchscheinenden Papillen. Zunge blasig. Kleine Wunden, Pusteln (Aphthen) am Rand, an der Spitze und unter der Zunge, sehr schmerzhaft; auch innen an den Lippen und im Hals. Übler Atem morgens. Trockenheit des Mundes; fühlt sich verbrannt an. Blasen an der Innenfläche von Lippen und Wangen, Haut schält sich fleckenweise ab. Fädiger Schleim kommt während des Schlafs aus dem Mund.
9. Hals
Hals: wie abgeschabt; wund, steif; trocken; Schlucken schmerzhaft. Hinterer Teil des Halses füllt sich ständig mit Schleim aus den hinteren Nasengängen. Halsschmerzen und Kopfschnupfen > durch Salzwasserbaden.
10. Appetit
Appetit: Heißhunger, sofort nach dem Essen; verloren. Durst enorm; auf Alkohol. Verlangen nach: Salz; Süßigkeiten; hartem, grünem Obst; Eis; sauren Dingen; Orangen; Ale.
11. Magen
Schluckauf. Übelkeit: mit frontalem Kopfschmerz; nach Wassertrinken; nach dem Mittagessen; immer nach dem Essen; vor dem Essen. Heftiges Würgen und Erbrechen achtundvierzig Stunden lang; zuerst glasiger Schleim, dann schäumend und wässrig, zuletzt kaffeesatzartig; begleitet von heftigem Kopfschmerz, mit großer Niedergeschlagenheit und Empfindung nahenden Todes; während des Anfalls betete sie fortwährend. Erbrechen von dickem Schleim und Galle; schwarze Galle ohne Übelkeit, bitter und sauer schmeckend, mit beträchtlichem Schleim. In der Magengrube: Empfindung, als drängten Stecknadeln durch das Fleisch; krankhaft nagend, nicht > durch Essen; Zittern; Brennen. Im Magen: Gefühl eines Klumpens nach dem Essen; Krämpfe; Krallen, < durch Anziehen der Knie. Intensiver Schmerz im Magen und Oberbauch, mit einer Empfindung von Enge. Empfindung von Sinken und qualvoller Übelkeit am Magen, mit dem Verlangen, etwas wegzureißen.
12. Bauch
Schreckliche Schmerzen in der Leber, sie dachte, sie würde sterben, so akut waren sie. Greifender Schmerz in Leber und Milz. Intensiver qualvoller Schmerz im Solarplexus; Oberfläche kalt; Aufstoßen mit Geschmack nach Schwefelwasserstoff und, nach dem Essen, nach aufgenommenen Speisen; legte die r. Hand auf die Magengrube und die l. an die Lumbalregion. Spannungsartiger Schmerz in der r. Bauchseite, wie von einem harten, bikonvexen Körper; mit Hitze und nagendem dumpfem Schmerz, hielt kurze Zeit an; er lag zwischen Darmbeinstachel und geraden Bauchmuskeln. Schießender Schmerz vom Zentrum der r. Ovarialregion zum unteren Leberrand. Klopfen wie von einem Puls im Bauch, senkrecht. Schneiden im r. Unterbauch, in den r. Samenstrang laufend; r. Hoden sehr empfindlich.
13. Stuhl und Anus
Gallige Diarrhö, an Dysenterie grenzend, mit schleimigen Stühlen. Schmerzen heftigster Art (drohende Krämpfe) im Oberbauch (schießende und reißende Schmerzen), beim Stuhl kommend; Stuhl diarrhoisch, dünn und heiß, aber nicht reichlich; nach dem Stuhl tiefe Schwäche und milder Krampf in der l. Wade. Reichliche blutige Abgänge aus dem Rektum, manchmal in großen geronnenen Massen, gefolgt von Frösteln. Schwarzer Stuhl. Weiße Diarrhö. Stühle zäh, tonartig, träge, können nicht herausgepresst werden, wegen einer Empfindung von Rektumprolaps. Kann Stuhl nur durch sehr weites Zurücklehnen absetzen; sehr schmerzhaft, als wäre ein Klumpen an der hinteren Fläche des Sphinkters; so schmerzhaft, dass es Tränen verursacht. Einschnürung und Trägheit des Darms mit kugelartigen Stühlen. Kind, æt. 15 Monate, auf einem Kissen in die Klinik gebracht, anscheinend tot; Augen glasig, starr; Puls nicht zu finden, aber Herzschlag fühlbar; aus dem Anus lief grünlichgelber, dünner, schrecklich übelriechender Stuhl. Aussickern von Feuchtigkeit aus dem Anus, übelriechend wie Fischlake.
14. Harnorgane
Intensive Nierenkolik; starker Schmerz in den Ureteren, mit Empfindung wie vom Durchgang eines Steins; während des Nierenanfalls großes Verlangen nach Eis. Dumpf kneifender Schmerz in der Gegend der Nebennierenkapseln um 11 Uhr vormittags; Finger zugleich kalt; großer Druck in der Harnblase, größer, als die Harnmenge rechtfertigt; Harn spärlich und dunkel gefärbt. Schmerz in der Nierengegend, reichliches Wasserlassen >. Harn: dunkel gefärbt; stark riechend; mit dicker, fettiger Haut bedeckt; intensiv gelb. Langsamer Strahl; Schneiden quer über die Peniswurzel gerade wenn die letzten Tropfen entleert werden; intermittierend. Diabetes. Nach dem Wasserlassen Synkope.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Emissionen während des Schlafs: wässrig, verursachen keine Steifigkeit der Wäsche; durchsichtig, Konsistenz von Gummi-arabicum-Schleim, zu dick zum Ausgießen und nur mit Schwierigkeit entleert; dick, mit Fäden weißer, undurchsichtiger Substanz. Impotenz. Intensive und häufige Erektionen Tag und Nacht. Schmerzen entlang der Harnröhre beim Wasserlassen, ziehend brennend. (Unterdrückte Gonorrhö.)
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Großes sexuelles Verlangen nach der Menstruation bei einer unverheirateten Frau. Sehr viel Schmerz im l. Eierstock, mit einer Empfindung, als sei ein Sack aufgetrieben und würde, wenn man darauf drückte, platzen; Empfindung, als ziehe etwas ihn hinunter, wodurch er wund wird; Schmerz beim Gehen ging zur l. Leiste über, als stieße das Bein etwas, mit großer Hitze. Gespannte Schmerzen, diagonal im r. Eierstock verlaufend, gefolgt von einer blubbernden Empfindung. Intensive, quälende, neuralgische Schmerzen in der ganzen Beckenregion, sich abwärts durch die Ovarialregion zur Gebärmutter erstreckend; schneidend wie Messer, Tränen und Stöhnen erzwingend. Deutliche Wundheit und nervöser Schmerz an einer Stelle im unteren Teil der Gebärmutter auf der l. Seite, < Gehen oder Bewegen des l. Beins. Reichliche Menstruation; dunkel geronnen, Flecken schwer auszuwaschen; auch helles Blut, mit Schwächegefühl und etwas Schmerz. Intensive menstruelle Kolik, die Anziehen der Knie verursacht, mit furchtbaren nach unten drängenden, wehenartigen Schmerzen, mit Pressen der Füße gegen eine Stütze, wie bei Wehen. Ein brennender Schmerz im unteren Teil des Rückens und in den Hüften während der Menstruation. Nach sehr reichlicher Menstruation Neuralgie in Anfällen im Kopf, mit Zucken und Einziehen der Extremitäten und Halsstränge, die wie Drähte waren; Schmerz im Unterbauch, mit reichlicher gelblicher Leukorrhö. Juckreiz der Vagina und Labien, daran zu denken macht es <. Kleine Schanker am Rand der r. Labien (hatte drei Jahre lang keinen Geschlechtsverkehr, hatte nie eine venerische Krankheit). Kurze, einschießende Schmerzen, nach außen ziehend, hauptsächlich in den Brüsten. Brüste bei Berührung kalt wie Eis, besonders die Brustwarzen (während der Menstruation), übriger Körper warm. Große, aber nicht schmerzhafte Schwellung der l. Brust. Brüste und Brustwarzen sehr berührungsempfindlich, auch entzündet. Wundheit der Brustwarzen, ein gummiartiges Sekret trocknet auf der Öffnung; wenn es abgelöst wird, blutet die Brustwarze reichlich.
17. Atmungsorgane
Heiserkeit, besonders beim Lesen, mit gelegentlichem Stimmverlust. Würgen, verursacht durch Schwäche oder Krampf der Epiglottis, konnte nicht sagen, welches; Kehlkopf verstopft, sodass keine Luft eintreten konnte, nur > durch Liegen auf dem Gesicht und Herausstrecken der Zunge. Trockenheit der Glottis, sehr lästig, mit Schmerz beim Schlucken; große Heiserkeit. Wundheit im Kehlkopf, als sei er ulzeriert. Zäher Schleim im Kehlkopf. Empfindung eines Klumpens im Kehlkopf; starker Schmerz beim Schlucken. Bronchialkatarrh, der sich in den Kehlkopf ausbreitet, Schwellung der Tonsillen und Drüsen des Halses erstreckte sich auch in die Ohren und verursachte vorübergehende Schwerhörigkeit. Große Beklemmung der Atmung jeden Nachmittag gegen 5 Uhr; Gefühl von Einschnürung. Muss die Lungen füllen, hat aber keine Kraft, Luft auszustoßen. Atem heiß, fühlt sich so an, selbst beim Atmen durch die Nase. Husten durch Kitzeln unter dem oberen Teil des Brustbeins. Unaufhörlicher trockener Husten, < nachts; wacht gerade auf, wenn sie einschläft; < durch Süßigkeiten. Furchtbarer, schmerzhafter Husten, als würde der Kehlkopf in Stücke gerissen und als würde die Schleimhaut abgerissen, mit reichlichem Auswurf von zähem gräulichem Schleim, mit Blut vermischt. Husten < beim Niederlegen, > Liegen auf dem Magen. Auswurf: gelbweiß, albuminös, oder kleine grüne, bittere Kügelchen; fadenziehend, schwer abzuhusten; als wäre er mit unendlich kleinen dunklen Flecken gesprenkelt.
18. Brust
Stechender Schmerz am Grund der l. Lunge. Brust wund bei Berührung, zeitweise erstreckt sich Brennen über die Brust; Kälte scheint es < zu machen; ein Stück Eis scheint es für einen Augenblick zu kühlen, dann ist es heißer; Lunge fühlt sich an wie geschlagen oder gequetscht. Eigenartige Empfindung durch die Brust, begrenzt von einer Linie quer über das untere Ende des Brustbeins und einer anderen etwa in der Mitte; als gäbe es eine Höhle, die von Seite zu Seite reichte, gefüllt mit brennender Luft, die sich in Stößen in alle Richtungen ausdehnte und fühlbar gegen die Wände der Höhle prallte. Schmerz in der r. Schulter, als käme er von l. gerade hindurch. Eingeschnürte Empfindung am Grund beider Lungen; dumpf-schwerer Schmerz an der Spitze der l. Lunge. Husten verursacht großen Schmerz in der Brust, als sei sie schmerzhaft zusammengezogen. Beginnende Schwindsucht. Schmerz und Wundheit durch Brust und Mammae. Empfindung eines Abszesses zwischen Pectoralis major und minor. Große Druckwundheit der Muskeln der unteren l. Brust vorn und hinten, Wundheit beim Bewegen des l. Schulterblatts.
19. Herz
Palpitation nach leichter Anstrengung. Mit Hitze in der Brust fühlte sich das Herz sehr heiß an, schlug sehr schnell und fühlte sich groß an, begleitet von einer Berstungsempfindung. Gefühl einer Höhle dort, wo das Herz sein sollte. Schmerz im Herzen: akut, stechend, schnell; dumpf; schnell. Intensiver Schmerz im Herzen, schien in verschiedene Teile der l. Brustseite auszustrahlen; < durch die geringste Bewegung. Brennen im Herzen, ging durch zum Rücken und hinab in den l. Arm.
20. Hals und Rücken
Ziehen in den Halssträngen, verursacht Verlangen, den Kopf zurückzuwerfen. Krämpfe der Halsmuskeln, namentlich des Sternomastoideus, ziehen das Kinn fest zur Brust hinab. Zusammenziehender Schmerz von den oberen Winkeln der Schulterblätter, zum siebten Brustwirbel ziehend, zieht die Schultern straff zurück, als würden die Knochen zerquetscht; < durch Bewegen von Schultern, Hals oder Armen. Intensive brennende Hitze, im Nacken beginnend und allmählich die Wirbelsäule hinabreichend, mit einer zusammenziehenden Steifigkeit, die sich in den Kopf erstreckt und die Kopfhaut zu verdicken scheint. Schwacher, steifer, dumpf schmerzender Rücken. Hitze in Medulla und Wirbelsäule eine ganze Woche lang. Ganze Länge des Rückgrats berührungsschmerzhaft, auch die Rippen der l. Seite. Lumbago durch Zerren oder Heben verursacht. Schmerz hinten an den Hüften, umherlaufend und die Extremitäten hinab. Schmerz in Kreuzbein und Steißbein.
21. Extremitäten
Fast vollständiger Verlust der Nervenkraft in Beinen und Armen; erschöpft durch die geringste Anstrengung. Taubheitsgefühl in l. Arm, Hand und Bein; l. Bein schläft ein. Ausschlag unter und auf Zehen und an Händen und Füßen.
22. Obere Extremitäten
Rheumatischer Schmerz oben auf der l. Schulter, < durch Bewegung; gelegentliche kleine Schmerzstiche, wenn ruhig gehalten. Rheumatischer Schmerz in der (r.) Schulter und im Arm. Brauner, juckender Ausschlag auf der l. Schulter. Kaltes Taubheitsgefühl an der Außenseite der Arme direkt unterhalb des Ellenbogens. Knacken der Gelenke, besonders der Ellenbogen. Viel Schmerz im l. Arm; kann kein Papier halten; Venen werden vergrößert; < beim Heben des Arms. Zittern der Arme und Hände. Brennen der Hände, will sie befächelt und unbedeckt haben; immer kalte Hände. Handrücken rau. Kleine gelbe Flecken auf den Händen. Quere Vertiefung auf den Nägeln, als wären sie gebogen. Schwindsüchtige Einkrümmung der Nägel.
23. Untere Extremitäten
Wachte mit stechendem Schmerz in der l. Hüfte auf, der Bücken verhinderte, Gehen schwierig; wie ein steifer Nacken. Beine schwer wie Blei; Gehen schwierig, besonders Treppen hinauf und hinunter. Taubheitsgefühl, gelähmtes Gefühl, im l. Bein vom Knie bis zur Hüfte. Verlangt danach, die Beine auszustrecken. Während eines schweren Gewitters beginnen sehr stechende Schmerzen in den Knien nach oben; Schmerzen < durch Strecken. Dumpfe Schmerzen in den Beinen mit Unfähigkeit, sie im Bett ruhig zu halten, < wenn er die Selbstkontrolle aufgibt, wie beim Versuch zu schlafen (> nach Lil. t.). Zittern in den Beinen von den Knien abwärts (< l.), Brennen in den Füßen. Krämpfe in Sohlen und Waden nachts. Knöchel knicken beim Gehen leicht um. Plötzlicher intensiver Schmerz im l. Knöchel, hinten am Gelenk, beim Zubettgehen, konnte Extremität oder Körper nicht bewegen, ohne zu schreien; konnte keine bequeme Lage finden. Brennen in den Füßen, will sie unbedeckt und befächelt haben. Kalte Füße mit Frostschauern am ganzen Körper. Ödem der Füße folgte auf Diarrhö und wurde durch sie >. Wundheit im Fußballen unter den Zehen. Kalte, schwitzende Füße. Alte Fußschweiße, < während des Winters seit sieben Jahren. Große Zehe mit tetterartigen Schuppen bedeckt. Hühneraugen sehr empfindlich.
24. Allgemeines
Gangrän. Zittern. Krämpfe. Epileptiforme Krämpfe, Schaum vor dem Mund. Opisthotonus. Risus sardonicus. Kollaps.
25. Haut
Gelblichkeit der Haut. Intensiver und unaufhörlicher Juckreiz, flüchtig, < gegen Nacht, manchmal auf eine Seite beschränkt. Juckreiz (und Stechen) überall, < Rücken, Vagina, Labien, und < beim Daran-Denken. Feuerrotes Band, das Hals, Rücken und Perineum hinabzieht und Genitalien und Schamgegend einbezieht. Feuerroter Ausschlag um den Anus bei Säuglingen; "das Wasser verbrüht es schrecklich.". Grindkopf. Tinea capitis, Augenlider beteiligt. Kupferfarbene Flecken (syphilitisch), die nach Ausschlägen zurückbleiben, dünn gelbbraun und lösen sich in Schuppen ab, wobei die Haut klar und frei bleibt. Kleine gestielte Warzen, mit stecknadelkopfgroßen Köpfen, wie kleine Champignons, an verschiedenen Körperteilen und am Oberschenkel. Favus. Übelriechender Körpergeruch.
26. Schlaf
Schläfrig, Gähnen, fröstelig. Krampfartiges Gähnen, kann es nicht unterdrücken; gefolgt von Krampf der Glottis. Schlafend, hört aber alles, beantwortet Fragen, als sei sie wach. Beißt die Zungenspitze im Schlaf. Schläft nachts auf den Knien, mit dem Gesicht ins Kissen gepresst. Kann nur auf dem Rücken schlafen, mit den Händen über dem Kopf; wenn sie auf einer der Seiten liegt, scheinen die Inhalte des unteren Teils von Brust und Bauch aufeinander zu drücken und Unbehagen zu verursachen. Träume: schrecklich; schmerzhaft; erschöpfend; dass sie trinkt; vom Gehen; von Geistern und Toten. Wach; schlief gegen Morgen. Große Unruhe nachts; schläfrig, konnte aber nicht schlafen.
27. Fieber
Schaurige Fröstelgefühle laufen den Rücken hinab und über den ganzen Körper in zickzackförmigem Verlauf. Frostschauer: den Rücken hinauf und hinab; mehrmals täglich. Fröstelig 3 bis 4 Uhr nachmittags. Kalte Hände mit Kälte, die sich über den ganzen Körper ausbreitet. Hitzewallungen abwechselnd mit Frostschauern. Kälte: r. Hand, dann l.; eine leichte Hitzewallung folgte, dann Empfindung eines Fremdkörpers im r. Auge, dann im l. Muss die ganze Zeit befächelt werden, wirft die Kleidung ab, dennoch ist die Oberfläche kalt; Brennen meist subjektiv an Händen und Füßen, will sie unbedeckt und befächelt haben. Fieber: mit oder ohne Durst; mit Schweißschüben im Gesicht; gefolgt von Mattigkeit; mit nervöser Unruhe von Mitternacht bis 3 Uhr morgens; um 11 Uhr vormittags, vorangegangen von kalten Füßen; schlief während des Fiebers ein; nach dem Fieber Schweiß an Handflächen, Füßen und Beinen; mit raschem Puls nachts; nachmittags; und Unwohlsein. < 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Große Neigung zu Schweiß bei Anstrengung; empfindlich gegen Kälte. Reichlicher Schweiß um den Hals. Nachtschweiße.