Magnetis Poli Ambo.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Der Magnet. (Allgemeine Symptome des Magneten, hervorgerufen durch unterschiedsloses Berühren eines der beiden Pole beim Hantieren mit dem Magneten oder dadurch, dass die gesamte magnetische Oberfläche auf den Körper gelegt wurde.) Verreibung von Milchzucker nach Einwirkung des gesamten Magneten. Verdünnung von destilliertem Wasser, das in gleicher Weise exponiert wurde.
Klinisches
Ohnmacht / Hämorrhagie / Orchitis / Paraphimose / Prolapsus ani / Rheumatismus / Zahnschmerz / Geschwüre
Charakteristika
Die Wirkung des Magneten als Ganzes und jedes Poles für sich wurde von Hahnemann geprüft, und die Symptome stammen hauptsächlich aus seiner Pathogenese. In seinem Vorwort sagt er, er erwarte nicht, dass „gewöhnliche mechanische, materialistische und atomistische Köpfe“ imstande seien, Krankheiten als „immaterielle Veränderungen der Lebenskraft oder rein dynamische Störungen unseres Gesundheitszustandes und Arzneikräfte als lediglich virtuelle, beinahe geistige Kräfte“ anzusehen; doch fragt er, wie sie mit ihren materialistischen Vorstellungen die Tatsache vereinbaren können, dass „ein einziger unwägbarer Funke aus einer Leidener Flasche dem stärksten Mann einen Schlag versetzt, und doch seinem Körper keine feststellbare wägbare Substanz mitgeteilt wird?“ Von den Symptomen des Schemas sagt er, sie „traten durch verschiedene starke Magnete auf, die mit verschiedenen empfindlichen Personen in Berührung gebracht wurden, ohne Unterscheidung der Pole. Sie wurden in Versuchen beobachtet, die ein halbes Jahr lang zu dem Zweck durchgeführt wurden, die richtige und wirksamste Art zu ermitteln, den Stahl mit Magneten zu streichen; dabei wurde ein Hufeisenmagnet, der ein Gewicht von zwölf Pfund heben konnte, in den Händen gehalten, die jeweils eine Stunde lang mit beiden Polen in Berührung gehalten wurden“, mit zusätzlichen Symptomen von Andry, Thouret, Unzer und De Harsu. „Obgleich jeder der Pole etwas Eigentümliches in seiner Kraft darbietet, die menschliche Gesundheit zu verändern, scheint doch jeder von ihnen, wenn er zweimal oder öfter angewandt wird, wechselnde Wirkungen hervorzubringen, die denen des entgegengesetzten Poles ähneln“ (M. M. P.). Zu Heilzwecken empfahl Hahnemann eine sehr viel mildere Anwendung des Magneten. (Der volkstümliche Gebrauch elektrischer Ringe bei Rheumatismus ist dem analog.) Die Methode, Trägermedien zu potenzieren, die mit Ausstrahlungen des Magneten gesättigt waren, scheint Hahnemann nicht in den Sinn gekommen zu sein. Meine eigene Erfahrung mit den Magnetismen beschränkt sich auf Mgt. p. aust. 2m., doch das genügt, um mir Vertrauen zu geben, Verdünnungen dieser Mittel zu verordnen, wenn ihre Indikationen auftreten. Die Leitsymptome von Mgt. sind: Brennende einschießende Schmerzen durch den ganzen Körper; Schmerzen wie zerschlagen in den Gelenken, wo die Knorpel zweier Knochen einander berühren; einschießende Schmerzen und Zuckungen; gestörter Schlaf; Kopfschmerz, als sei ein Nagel hineingetrieben. Die Symptome sind < durch Bewegung und beim Erwachen. Der Zahnschmerz ist < durch Kälte und durch Berührung mit etwas Kaltem. Berührung < Schmerz in den Gelenken. Wärme > Entblößen.
Beziehungen
Die Wirkung dauert 10 bis 14 Tage. Antidotiert durch: Ign., Electr., Galv., Zn. (Auflegen einer Zinkplatte). Vergleiche: Mgt. arct., Mgt. aust., Fer. magnet., Mang. ox. Verbrannter Geruch in der Nase, Anac. Prolapsus ani, Pod., Caust., Ign.
Vergleiche auch: Bell., Lyc., Nux, Petr., Pul., Stram., Sabi., Teuc.
1. Gemüt
Geschäftige Hast. Geistesabwesenheit. Unentschlossenheit. Unachtsamkeit. Neigung zu Zorn und Wut.
2. Kopf
Schwindel, besonders abends nach dem Hinlegen, als ob er fallen würde, oder wie von einer Erschütterung im Kopf. Schwindel mit Taumeln beim Gehen; die Gegenstände scheinen vor den Augen zu schwanken. Kopfschmerz von überangestrengtem Gedächtnis und Nachdenken. Schmerz wie von einer Prellung im Kopf beim Erwachen am Morgen. Bohrender, betäubender Kopfschmerz, der sofort durch Abgang von Blähungen zerstreut wird. Cephalalgie, als sei ein Nagel in den Kopf getrieben, wie durch eine Wunde verursacht, besonders nach einem Zornanfall. Ruckartiges Reißen im Kopf, in Zwischenräumen auftretend. Rauschende oder summende Geräusche im ganzen Kopf.
3. Augen
Juckreiz in den Augen, besonders an den Lidern. Pupillen erweitert. Funkeln von weißem Licht außerhalb des Gesichtsfeldes in der Dämmerung. Funken vor den Augen.
4. Ohren
Summen in den Ohren. Verminderung des Gehörs.
5. Nase
Veränderung des Geruchssinns; ein rauchiger oder schimmeliger Geruch wird wahrgenommen.
6. Gesicht
Schweiß im Gesicht, ohne Hitze, morgens. Ruckartiges Reißen im Oberkiefer. Heftige brennende einschießende Schmerzen in den Gesichtsmuskeln, abends. Schwellung der Lippen mit Speichelfluss, abends. Kleine Pickel mit Schmerz wie von einer Wunde auf den Lippen.
7. Zähne
Odontalgie nach dem Trinken von etwas Kaltem oder durch Berührung mit kalter Luft. Drückende, ruckartige Odontalgie in einzelnen Stößen. Odontalgie in kariösen Zähnen mit Schwellung des Zahnfleisches.
10. Appetit
Übelriechender Atem. Metallischer Geschmack im Mund. Fader Geschmack von Tabak und Bier. Viele Dinge schmecken schimmelig. Rasche Sättigung. Guter Appetit am Abend.
11. Magen
Unvollständiges Aufstoßen. Aufstoßen mit Geruch und Geschmack von Hornspänen. Saures Regurgitieren beim Bücken. Magenschmerz mit Krampf gegen den oberen Teil hin, Unruhe, die keinerlei Ruhe zulässt, Schwere der Zunge, Blässe des Gesichts und Kälte des Körpers.
12. Bauch
Druck und ängstliches Völlegefühl im Bauch, besonders während geistiger Anstrengung. Lautes Rumoren und Borborygmen im Bauch. Bildung von viel Flatus. Blähungskolik. Abgang von Winden mit schmerzhaftem Druck.
13. Stuhl und Anus
Verstopfung, wie durch Kontraktion des Rektums. Schmerzlose Diarrhö mit Blähungen. Hämorrhoidaler, brennend-stechender Schmerz im Anus nach der Entleerung, mit Einschnürung im Rektum. Blinde Hämorrhoiden. Prolapsus recti.
15. Männliche Sexualorgane
Brennen in der Gegend der Samenbläschen, das sexuelles Verlangen erregt. Dumpfheit des sexuellen Empfindens und Abneigung gegen Koitus. Erektion ohne verliebte Gedanken. Zurückziehen der Vorhaut hinter die Glans. Schwellung des Nebenhodens mit Schmerz bei Bewegung und bei Berührung.
16. Weibliche Sexualorgane
Katamenien zu früh, reichlich und von zu langer Dauer.
17. Atmungsorgane
Anfälle von trockenem Husten nachts. Krampfartiger Husten, besonders nach Mitternacht, im Wachsein oder während des Nachdenkens. Nächtliche Dyspnoe, ausgelöst durch Schleim in der Luftröhre, der sich morgens leicht löst.
18. Brust
Brennende, unerträgliche einschießende Schmerzen in den Brustmuskeln.
20. Rücken
Zucken in der Wirbelsäule, wie von etwas Lebendigem. Schmerzhafte Empfindlichkeit des Kreuzbeingelenks, morgens im Bett, beim Liegen auf der Seite, oder tagsüber beim Bücken. Verrenkender Schmerz im Schultergelenk oder Schmerz wie vom Hervorspringen einer Sehne im Handgelenk.
22. Obere Extremitäten
Ziehende Schmerzen in Gelenken und Muskeln der Arme, oft vom Kopf bis zu den Fingern. Reißendes Zucken in den Muskeln der Arme, nachdem man einige Zeit in der Kälte geblieben ist. Rote Flecken in den Handflächen, wie Bläschen.
23. Untere Extremitäten
Krampfanfälle in den Waden und Zehen nach dem Erwachen am Morgen. Brennende einschießende Schmerzen in den Fersen und in Hühneraugen an den Füßen.
24. Allgemeines
Brennen in den Extremitäten und Gelenken. Brennende einschießende Schmerzen in den fleischigen Teilen. Verrenkender Schmerz in den Extremitäten. Schmerzen wie von einem Bruch in den Gelenken, besonders abends und morgens im Bett und hauptsächlich während der Bewegung. Brennende einschießende Schmerzen quer durch alle Körperteile, in verschiedenen Richtungen. Schauder, der den ganzen Körper durchzieht. Erschütterung im Körper mit Schrecken oder Stöße, die heftiges Beugen und Strecken des Körpers verursachen, manchmal mit Bewusstseinsverlust. Lang anhaltende Ohnmachten; währenddessen fühlt sie ihre Schmerzen, ist aber nicht fähig zu sprechen oder sich zu bewegen.
25. Haut
Neigung alter Wunden, erneut zu bluten. Geschwüre schmerzhaft wie neue Wunden. Kleine Furunkel. Kleine Pusteln mit einschießendem, ziehendem Schmerz.
26. Schlaf
Gestörter Schlaf mit Sprechen, Schnarchen und fortgesetztem Hin- und Herwerfen. Erwachen um 3 Uhr morgens; und gegen Sonnenaufgang Verfallen in schläfrige Lethargie. Liegen auf dem Rücken, mit der Hand unter dem Kopf, die Beine weit auseinander und der Mund halb offen, mit schnarchender Atmung. Verliebte, lüsterne Träume. Zucken des Körpers vor dem Einschlafen. Nach dem Erwachen am Morgen Kopfschmerz mit Schmerz wie von einem Bruch in allen Gelenken, der zu ständigem Wechsel der Lage der Extremitäten zwingt.
27. Fieber
Trockene Hitze mit Bedürfnis, sich aufzudecken, nachts und morgens im Bett.