Kali Arsenicosum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Kali arseniatum. Kaliumarsenit. KH 2 ASO 3 . "Fowler's Solution", die Form, in der Kali ars. geprüft worden ist, besteht aus 1 Teil arseniger Säure, 1 Teil Kaliumcarbonat. 3 Teilen zusammengesetzter Lavendeltinktur, 95 Teilen destilliertem Wasser. Verdünnungen sollten hieraus hergestellt werden.
Klinisches
Bright-Krankheit / Krebs / Schwerhörigkeit / Diarrhö / Wassersucht / Ekzem / Epitheliom / Exophthalmus / Augen, Erkrankungen der / Herpes zoster / Eifersucht / Masern / Melancholie / Miliarausschlag / Neuralgie / Neurasthenie / Psoriasis / Haut, Erkrankungen der / Zunge, Neuralgie der / Varizen / Geschwüre
Charakteristika
Es ist nicht möglich, die Pathogenese von Ars. alb. und Kali ars. vollständig voneinander zu trennen. Kali ars. ist die bevorzugte Form, in der Arsenic von den Allopathen verordnet wird; folglich beruht der Großteil der Beobachtungen nach Überdosierung auf dieser Zubereitung; und da sie Liquor arsenicalis genannt wird, gilt sie als Arsenic und nichts anderes. Dennoch ist eine hinreichende Zahl reiner Beobachtungen gemacht worden, um eine gesonderte Betrachtung zu rechtfertigen. Die Vergiftungsfälle mit massiven Dosen bieten nichts, wodurch sie sich von Fällen unterscheiden ließen, die mit anderen arsenhaltigen Zubereitungen vergiftet wurden. Doch hat Kali ars. eine kurze Arzneimittelprüfung erfahren, und eine Reihe von Fällen medizinischer Prüfungen in allopathischer Hand ist dokumentiert. Jonathan Hutchinson hat eine Anzahl von Fällen rechtsseitigen Herpes aufgezeichnet. Eine seiner Patientinnen beobachtete, dass während der Einnahme von Kali ars. ihre Skleren dick und gelb wurden, statt klar und bläulich zu sein. Die Iris, die blau gewesen war, wurde grauer. Ihre Haut wurde statt hell und rosig schmutzig-fahl und sah älter aus. Dies war für Hutchinson ein Rätsel, da er Kali ars. gewöhnlich gab, um die Haut klarer zu machen; doch sah er sich gezwungen, die homöopathische Tatsache festzuhalten, obgleich er die homöopathische Lösung des Rätsels offenbar nicht erkannte. Dieselbe Autorität hat Fälle von Epitheliom dokumentiert, das sich nach anhaltender Medikation mit Kali ars. wegen Psoriasis entwickelte. Die Hautsymptome von Kali ars. sind außerordentlich deutlich ausgeprägt. In einem Fall war ein Masernanfall nahezu exakt abgebildet. Der Juckreiz war nachts <; und < beim Entkleiden, < durch Wärme. Zu den eigentümlichen Symptomen von Kali ars. gehören: "Kopf fühlt sich größer an." "Vortreten der Augäpfel." "Brennen und Taubheitsgefühl der Zunge; Zunge fühlt sich zu groß an." "Empfindung, als steige eine Kugel von der Magengrube zum Kehlkopf auf und verursache Erstickung." "Als ob ein rotglühendes Eisen im Anus wäre." Die Periodizität war wie bei Ars. ausgeprägt; Symptome waren < jeden zweiten Tag morgens; Gemütssymptome < jeden dritten Tag. Die Rechtsseitigkeit von . wurde im rechtsseitigen Herpes reproduziert, den Hutchinson wiederholt bemerkte; doch bestand ein linksseitiger Kopfschmerz. Ein seit Jahren bestehender Fall von Schwerhörigkeit wurde mit Fowler's Solution geheilt (gr. 1/60 des Salzes), wobei die Begleiterscheinung ständiges Kranksein mit Erbrechen war; nichts konnte bei sich behalten werden.
Beziehungen
In einigen Fällen von Überdosierung erwies sich Kali iod. als antidotisch. Für andere Gegenmittel siehe Arsen., dem es sehr ähnelt und mit dem es verglichen werden muss. Vergleiche: Levico, Nat. ars. und andere Arsen.-Verbindungen; Chi. (Periodizität) Cicut. (fixierte Augäpfel); Rumex und jug. r. (< beim Entkleiden); Iod. Kali bich., Merc. c.
1. Gemüt
Scheltsüchtig, mürrisch, zurückgezogen, streitsüchtig und unzufrieden, eifersüchtig, gegen alles gleichgültig, beantwortete an sie gerichtete Fragen kaum oder erwiderte sie in gereiztem Ton; die Augen hatten einen starren Blick, das Gesicht sah erschrocken und ängstlich aus; < jeden dritten Tag. Nervöse Depression. Große Nervosität.
2. Kopf
Dachte, ihr Kopf fühle sich größer an. Kopfschmerz im linken Scheitelbein, als sei es wund und von einer Hand gedrückt; benimmt sich wie eine Verrückte. Gefühl von Verengung im Kopf, als sei eine Wunde am Scheitelbein vorhanden, die gekratzt werde; die Stelle fühlt sich heiß an; Druck bessert nicht >. Crusta lactea.
3. Augen
Schreckhafter Blick, mit vortretenden, glänzenden Augen, bleichem Gesicht und eingefallenen Wangen. Augen rot. Hitze und Juckreiz der Augenlider, gefolgt von Schwellung und Druckempfindlichkeit; die Bindehaut wird entzündet, das Auge lichtempfindlich, dunkle Verfärbung um die Orbita. Juckreiz der Bindehaut. Vortreten der Augäpfel. Das Weiße der Augen sieht dick und gelb aus. Ikterus. Die blaue Iris wird grauer. Bindehaut glasig. Dyspnoe; injizierte Konjunktiven und fixierte Augäpfel. Rechtes Auge schwächer; wässrig, wie nach Weinen.
6. Gesicht
Knotiger Ausschlag im Gesicht; Furunkel. Gesicht bleich. Teint schmutzig-fahl. Sieht älter aus. Kleienförmiger Ausschlag im Bart.
8. Mund
Zahnfleisch geschwollen und druckempfindlich. Zunge rein, rot, wie rohes Rindfleisch. Zunge nur an den Rändern mit schleimigen Streifen belegt. In der Mitte zur Zungenspitze hin ein glatter, roter Fleck mit lästigem Brennen und Taubheitsgefühl. (Neuralgie der Zunge). Zunge geschwollen, fühlte sich im Mund zu groß an. Zunge weißlich.
9. Hals
Empfindung im Hals und Kehlkopf, als würden sie gewaltsam auseinandergetrieben. Hals trocken und wund. Hals verengt mit reichlichem Speichelfluss.
10. Appetit
Appetit verloren. Heftiger Durst.
11. Magen
Ständiger Schmerz und Übelkeit nach dem Essen; häufiges Erbrechen des Aufgenommenen. Schwere nach dem Essen. Eine oder zwei Stunden lang, alle fünf oder zehn Minuten wiederholt, Empfindung, als steige eine Kugel von der Magengrube zum Kehlkopf auf und drohe Erstickung, > durch lautes Aufstoßen. Von der Magengrube zur Wirbelsäule ein ängstliches Gefühl, begleitet von Herzklopfen, objektiv nicht wahrnehmbar. Leeres Gefühl im Magen. Sinken im Epigastrium mit Schwächegefühl.
12. Bauch
Brennender Schmerz im Darm; unlöschbarer Durst; Bauch gespannt und schmerzhaft; unwillkürliche wässrige Stühle mit dem Gefühl, als ob ein rotglühendes Eisen im Anus wäre. Häufige kneifende Schmerzen im Darm und fast ständiger Stuhldrang; beträchtliche Druckempfindlichkeit im ganzen Bauch, der aufgetrieben ist.
13. Stuhl und Anus
Heftige Diarrhö. Stühle weiß, wässrig, schaumig. Empfindung, als ob ein rotglühendes Eisen im Anus wäre.
14. Harnorgane
Harn spärlich, mit Häutchen.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Blumenkohlartige Wucherung am Muttermund, mit fliegenden Schmerzen, Druck unterhalb des Schambeins und stinkendem Ausfluss. Menstruation ausbleibend. Milch vollständig versiegt (später durch Behandlung wiederhergestellt).
17. Atmungsorgane
Etwas Magenhusten und häufiges Räuspern von Hals und Rachenenge mit einem schleimig-eitrigen Sekret, gemischt mit Blutfleckchen. Vollständige Aphonie, nach einer Hauterkrankung.
19. Puls
Puls schwach und zusammengezogen. Puls klein, kaum wahrnehmbar, schnell.
20. Rücken
Viel Schmerz und Druckempfindlichkeit die Wirbelsäule hinab.
21. Extremitäten
Handflächen und Fußsohlen übersät mit Hühneraugen.
22. Obere Extremitäten
Dumpfer Schmerz in rechter Schulter und rechtem Ellenbogen, gefolgt von herpetischem Ausschlag.
23. Untere Extremitäten
Knie so angezogen, dass er seine Füße nicht bewegen konnte. Varizen der Beine. Krampfartiges Gefühl der unteren Extremitäten, mit teilweisem Verlust von Bewegung und Empfindung, stellenweise livid, zur Verschorfung neigend.
24. Allgemeines
Solche Schwäche, dass sie sich im Bett nicht aufsetzen kann; ein lautes Geräusch oder eine plötzliche, unerwartete Bewegung versetzt ihren ganzen Körper in Zittern. Abmagerung. Zittern. Schwächegefühl. Phagedänische Geschwüre, tiefe Basis und aufgeworfene Ränder. Rheumatische, gichtische und syphilitische Schmerzen. Gichtknoten.
25. Haut
Trockene, welke Haut; bis zum Skelett abgemagert. Bei drei verschiedenen Gelegenheiten Schwellung von Gesicht und Augenlidern, dann Erysipel, das das ganze Gesicht befiel und in einer Woche mit Abschuppung endete. Akne, Erscheinungsbild wie im Frühstadium der Variola. Miliarausschlag. Herpes zoster hinter rechtem Ohr, rechter Halsseite, rechter Schulter, rechtem Oberarm, rechter Brust, einige isolierte Bläschen an der linken Halsseite. Schwerer Anfall von Gürtelrose an der rechten Brustseite. Ausschlag, der den ganzen Körper außer der Kopfhaut bedeckt, tritt in roten Papeln hervor, im Durchmesser von der Größe eines Stecknadelkopfes bis zu der eines Drei-Cent-Stücks wechselnd; Bläschen bilden sich auf der Spitze, eitern, Krusten entstehen und fallen ab, wobei eine Wunde zurückbleibt, die heilt; die von diesen Wunden eingenommenen Stellen sind durch eine dunkel gefärbte Narbe gekennzeichnet, und die Haut hat im Allgemeinen ein düsteres Aussehen; unerträglicher Juckreiz, Stechen und Brennen, besonders beim Entkleiden nachts; es ist < am Rumpf, an den Beinen und an den Unterarmen; Gemüt sehr niedergedrückt. Lichen confluens über den ganzen Körper außer Gesicht, Handflächen und Fußsohlen und einem Teil der Brust; der Rest mit Papeln übersät, besonders deutlich an den Außenseiten der Oberschenkel, Arme und des Rückens; sie sind mit sehr feinen, dünnen, weißlichen Schorfen bedeckt, die der Haut ein pudriges Aussehen verleihen; Kopf sehr schuppig; Haare kraus und trocken; häufig Reizung der Haut, die gerötet und rissig wird, besonders in den Beugen von Armen und Knien. Eines der früheren Zeichen ist ein feiner papulöser Ausschlag, der nach und nach die Form zarter, bräunlicher Schuppen annimmt und der Haut ein ungewaschenes Aussehen gibt; besonders beobachtet an Teilen, die durch Kleidung vor Licht geschützt sind. Nach dreiwöchiger Einnahme trat plötzlich, nachdem er sich einige Stunden krank gefühlt hatte, ein reichlicher Ausschlag im Gesicht, an Händen und Brust auf, wie Masern; begleitet von katarrhalischen Symptomen, Schwellung von Gesicht, Lippen, Augenlidern, gelb belegter Zunge, gastrointestinaler Reizung, heftiger Lahmheit der Füße, Stehen verursachte große Schmerzen; vollständige Aphonie folgte nach einigen Tagen, Abschuppung begann am zehnten Tag; Rötung dauerte einige Wochen. Epithelialkrebs trat nach anhaltender Medikation mit Kali ars. wegen Psoriasis hinzu. Ein Schreiber hatte lange Zeit Arsenik gegen Psoriasis eingenommen; Handflächen und Fußsohlen wurden übersät mit Hühneraugen, schließlich erschien Epithelialkrebs des Skrotums (Hutchinson). Trockenes chronisches Ekzem; Haut der Arme dicker und rauer als natürlich, bedeckt mit dünnen Abschilferungen der Epidermis; sehr reizbar, Juckreiz und Kribbeln, wenn sie warm wird; stark rissig in den Beugen von Ellenbogen und Handgelenken; gelegentliche Exazerbation mit Ausbruch deutlicher Bläschen; Mattigkeit und Ermattung; bleicher, fahler Teint; Menstruation unregelmäßig. Psoriasis-Flecken auf Rücken und Armen und sich von den Ellenbogen ausbreitend, und vorn an den Beinen, von der Größe einer Kronenmünze, und träge. Psoriasis: schuppiger Juckreiz, der ihn veranlasst zu kratzen, bis eine ichoröse Flüssigkeit austritt und eine harte Kruste bildet. Verfärbung der Haut nach Psoriasis und Lepra. Psoriasis in zahlreichen Flecken, mit großem Juckreiz; die Flecken werden aktiver, schuppen ab und werden durch kleinere ersetzt; sie lassen hinter sich eine rote Haut. Ikterus.
27. Fieber
Temperatur der Oberfläche vermindert. Haut kühl, trocken. Zunahme von Hitze und Trockenheit der Haut. Temperatur, die zuvor normal gewesen war, stieg auf 101, mit Unwohlsein und Anorexie.