Iberis.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
amara. Lepidium iberis. Bittere Schleifenblume. N. O. Cruciferen. Tinktur der Samen.
Klinisch
Asthma / Bronchitis / Wassersucht / Herz, Affektionen des / bewusste Tätigkeit des; Influenza-Herz
Charakteristika
Iberis ist eines der vielen Mittel, die von Hale in die Homöopathie eingeführt wurden. Die Gattung wurde von Dioskorides nach Iberien (Spanien) benannt, ihrem vermuteten ursprünglichen Standort. Vertreter der alten Schule hatten Iberis als nützlich bei der Behandlung der Herzhypertrophie erwähnt. Dies veranlasste Hale, das Mittel arzneilich prüfen zu lassen. Sylvester (alte Schule) hatte beobachtet, dass Iber. "die Heftigkeit und scharfe Aktion des Herzens beherrschte und den Puls weicher machte; daher seine große Nützlichkeit bei Hypertrophie." Hales Arzneiprüfer bestätigten diese Beobachtung, wobei der Puls selbst während Palpitationen weicher wurde. Hale ist der Ansicht, dass die primär herabstimmende Wirkung vorübergehend ist, die sekundäre, erregende Wirkung dagegen beständiger. Die Herzsymptome des Arzneimittels sind sehr ausgeprägt und klar markiert; sie bestehen aus dumpfen oder stechenden Schmerzen, mit Palpitation und Atemnot bei geringster Anstrengung; Schmerzen den linken Arm hinab und Taubheitsgefühl; intermittierendem Puls. Die Begleitsymptome sind deutlich ausgeprägt. Fülle und Hitze in Kopf und Hals; Schwindel; Übelkeit. Die übermäßige Nervosität und der erschrockene Zustand, so häufig mit Herzleiden verbunden, waren in den Prüfungen ausgeprägt. Kalte Hände und Füße. Ein Würgegefühl im Hals war ebenfalls ausgeprägt. Die Stühle waren weiß wie die von Digit. Ein häufiges Symptom war: "Beim Drehen auf die linke Seite wird ein scharfer stechender Schmerz empfunden, als läge eine Nadel quer in den Ventrikeln und stäche bei jeder Kontraktion." Scharfe stechende Schmerzen von vorn nach hinten. Die Symptome sind < nachts und morgens beim Aufstehen; bei geringster Anstrengung, wie Lachen oder Husten; beim Bücken; beim Gehen; beim Hinlegen; beim Liegen auf der linken Seite; beim Umdrehen im Bett. Zugleich verursachen zitternde Schwäche und Nervosität das Verlangen, sich hinzulegen. < Durch Stillsitzen; am Nachmittag; im Freien. Proctor (H. W., xxxv., 489) hat seine eigene Erfahrung mit diesem Mittel berichtet. Nach einem Influenza-Anfall mäßiger Intensität im Jahr 1890 litt er über zwei Jahre lang an kardialer Schwäche. Jeder wache Augenblick war von Herzbeschwerden begleitet. Bei der geringsten Erregung entwickelte sich die Schwäche zu unregelmäßiger Palpitation mit großer Angst. < Durch Tabak, der aufgegeben werden musste; < durch Wein, außer Portwein. Nachdem alle gewöhnlichen Mittel vergeblich eingenommen worden waren, nahm er Iber. Ø, einen Tropfen in einem Pulver auf die Zunge, zwei- oder dreimal täglich. "Nach etwa zehn Tagen fiel das Herz beinahe plötzlich in seinen vollkommenen, regelmäßigen, unbewussten Schlag zurück und entzog sich sofort und endgültig weiterer Beobachtung." Proctor hat Iber. seither wiederholt in ähnlichen Fällen mit demselben Erfolg gegeben. "Bewusstes Wahrnehmen der Herztätigkeit" mag sich möglicherweise als Leitsymptom für seine Anwendung erweisen.
Beziehungen
Vergleiche: Lepidium, Spigel., Digit., Cact., Bell., Amygd. am., Cratæg., Phaseol. nan.
1. Gemüt
Traurig, niedergeschlagen, bedrückt, mit Verlangen zu seufzen. Sehr reizbar, mit Dumpfheit des Geistes und Gedächtnismangel. Nervös und reizbar beim Aufstehen am Morgen. Fühlt sich wie erschrocken, eine unbestimmbare Furcht mit Zittern. Ein erregtes, erschrockenes Gefühl, mit kaltem Schweiß im Gesicht.
2. Kopf
Schwindel: mit dumpfem Schmerz und Frösteln; beim Aufstehen, morgens, musste sich hinlegen; bei jeder Anstrengung, mit Übelkeit; beim Stehen, < beim Bücken; im Hinterkopf, als drehe sich das Hinterhaupt. Beim Betreten des Hauses nach dem Gehen fühlte er sich schwach. Hitze und Fülle in Hals und Kopf, mit gerötetem Gesicht und kalten Füßen und Händen. Schmerz in der r. Seite des Kopfes. Frontaler Kopfschmerz: beim Aufstehen am Morgen; und Appetitlosigkeit. Dumpfer Schmerz im Kopf, mit Schwindel und fieberhaftem Frösteln.
3. Augen
Rote Augen mit gerötetem Gesicht. Gefühl in den Augen, als würden sie nach außen gedrängt. Blitze vor den Augen, mit dumpfem Kopfschmerz und Herzpalpitation.
4. Ohren
Dumpfheit des Hörens und Begreifens (11 a.m.). Dumpfes Hören und angestrengte Atmung. Sausen in den Ohren, mit Schweregefühl des Kopfes, leichter Übelkeit und Herzpalpitation.
6. Gesicht
Gerötetes heißes Gesicht und rote Augen, mit Palpitation.
9. Hals
Hals, als sei er mit Staub gefüllt. Hals fühlt sich an, als seien beide Tonsillen vergrößert. Ständiges Räuspern mit Heraufbringen von dickem, zähem, fadenziehendem Schleim > nach einer Mahlzeit. Würgegefühl: im Hals, mit Fülle und Hitze; unmittelbar oberhalb des Ringknorpels. Zusammenschnürendes Gefühl im Hals, mit stechenden Schmerzen im Herzen, Dyspnoe und Palpitation. Kitzeln im Hals, mit Auswurf von fadenziehendem Schleim.
10. Appetit
Appetitlosigkeit, mit Gefühl von Verdauungsstörung. Verlangen nach Stimulanzien.
11. Magen
Nach dem Essen: saures Aufstoßen; Räuspern mit fadenziehendem Schleim >. Übelkeit, mit kalten, frösteligen Gefühlen über den Körper.
12. Bauch
Fülle und Beklemmung in der r. hypochondrischen Region. Schmerz in der Leberregion mit lehmfarbenem Stuhl. Fülle und Auftreibung des Darms. Druckempfindlichkeit des Darms, mit dünnem, weißlichem Stuhl.
13. Stuhl
Stuhl: lehmfarben; dünn, weißlich; groß, weiß.
14. Harnorgane
Häufiges, aber spärliches Harnlassen. Übermäßige Entleerung von Urin.
17. Atmungsorgane
Kitzeln und Trockenheit in Kehlkopf und Hals, mit Heraufbringen dünnen fadenziehenden Schleims über viele Stunden; > nach dem Essen. Engegefühl und zusammenschnürendes Gefühl im Kehlkopf. Dyspnoe und Palpitation beim Treppensteigen. Ständiges Verlangen, Atem zu holen, ohne Erleichterung. Atmung häufiger und angestrengter.
18. Brust
Leichter Schmerz unter dem Brustbein, an der Artikulation der dritten Rippe. Fülle und Einschnürung unter dem Brustbein, mit einschießendem Schmerz durch die Brust. Anhaltendes Gefühl von Gewicht und Angst in der Brust. Fülle in der Brust, mit Fülle und Hitze in Kopf und Hals und gerötetem Gesicht.
19. Herz und Puls
Vermehrte Herztätigkeit, Völlegefühl in Hals und Kopf. Palpitation: mit gerötetem heißem Gesicht und roten Augen; mit dumpfem Kopfschmerz und Blitzen vor den Augen; mit Schweregefühl des Kopfes, Sausen, leichter Übelkeit, beim Treppensteigen. Bewusstsein der Herztätigkeit. Palpitation, mit Schwindel und Würgen im Hals nach dem Gehen, und beim Betreten des Hauses fühlte er sich schwach: Kribbeln und Taubheitsgefühl, in den Fingern der l. Hand beginnend, sich allmählich den Arm hinauf erstreckend, mit unregelmäßigem, zitterndem und nicht gut abgrenzbarem Puls; dumpfes, schweres, schmerzendes Gefühl im l. Arm. Herzpalpitation bei leichter Anstrengung (Herunterziehen eines Fensters). Palpitation deutlich sichtbar über der ganzen Brust, < durch Gehen, > durch Stillsitzen, aber durch geringste Anstrengung wiederkehrend. Zunahme der Herztätigkeit von 72 auf 88 nach fünfzehn Minuten. Ein welliges, zitterndes Gefühl in der Radialarterie, vom Finger gefühlt, Puls bei jedem dritten Schlag aussetzend, leicht komprimierbar. Puls hat eigentümliche Doppelschläge, die ineinanderzulaufen scheinen, voll, weich und leicht komprimierbar. Puls zuerst schwach und klein, später voll und stark; leicht komprimierbar; bei jedem dritten Schlag aussetzend. Viel Schmerz über der Herzbasis mit dumpfem, schwerem Schmerz im l. Arm und Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingerspitzen. Gefühl von Gewicht und Druck in der Herzregion, mit gelegentlichen scharfen, stechenden Schmerzen, von vorn nach hinten ziehend; Herztätigkeit von 70 auf 96. Hypertrophie des Herzens. Puls steigt von 60 auf 94 nach fünfzehn Minuten, mit leichten Schmerzen in der Herzregion. Schmerzen, nachts im Bett durch das Herz schießend; < beim Liegen auf der l. Seite. Dumpfer, ziehender Schmerz im Herzen, durch keine Lage noch durch Druck mit der Hand >. Scharfer, stechender Schmerz im Herzen, mit Einschnürung im Hals, roten Augen, gerötetem Gesicht. Schmerz, als läge eine Nadel quer in den Ventrikeln und stäche bei jeder Kontraktion. Ständiger dumpfer Schmerz im Herzen < beim Hinlegen. Quälende Palpitation mit Zunahme des dumpfen Schmerzes, verursacht durch Husten, Lachen oder leichte Anstrengung.
20. Hals und Rücken
Gefühl von Fülle in Hals und Kopf.
21. Extremitäten
Kalte Füße und Hände.
22. Obere Extremitäten
Kribbeln und Taubheitsgefühl, in den Fingern der l. Hand beginnend, sich allmählich den l. Arm hinauf erstreckend, mit unregelmäßigem, zitterndem Puls, nicht gut abgegrenzt. Dumpfes, schweres, schmerzendes Gefühl im l. Arm. Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingerspitzen, < beim Liegen auf der l. Seite. Dumpf schmerzendes Gefühl im l. Arm, als hätte er die ganze Nacht darauf geschlafen. Rheumatischer Schmerz in der r. Schulter.
23. Untere Extremitäten
Zittern der unteren Extremitäten nach Bewegung.
24. Allgemeines
Beim Treppensteigen: Dyspnoe und Palpitation. Gefühl der Unfähigkeit, auch nur einen Finger zu bewegen. Nervös und reizbar beim Aufstehen am Morgen. Gefühl von Lahmheit und Wundheit durch den ganzen Körper, wie von einer Erkältung. Zitterndes Gefühl am ganzen Körper, musste sich hinlegen. Verlangen nach Stimulanzien.
26. Schlaf
Nachts im Bett schießende Schmerzen durch das Herz. Schlaf nachts durch allerlei Träume gestört. Unruhiges Umdrehen im Bett, mit lächerlichen Träumen. Unruhige Nächte mit schrecklichen Träumen.
27. Fieber
Hitze und Fülle in Hals und Kopf mit gerötetem Gesicht und kalten Füßen und Händen. Fieberhaftes Frösteln. Kaltes, frösteliges Gefühl mit Übelkeit. Schnell vorübergehende fieberhafte Symptome.