Filix Mas.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Wurmfarn. N. O. Filices. Tinktur der frischen Wurzel, oder frisch geriebene Wurzel.
Klinisch
Bauch, aufgeblaeht / Fehlgeburt / Blindheit / Sterilitaet / Bandwurm
Charakteristika
Der Wurmfarn ist seit der Zeit Galens als Wurmmittel anerkannt, und Dioskurides schreibt ihm die Faehigkeit zu, Sterilitaet und Fehlgeburt zu verursachen. Eine fragmentarische Arzneimittelpruefung in Allens Appendix berichtet einen Fall, in dem 15 bis 20 Tropfen der Tinktur, dreimal taeglich einer Frau gegeben, die an aufgeblaehtem Bauch mit mehr oder weniger Schmerz litt, eine Verminderung der Aufblaehung bewirkten, aber auch: Schwerer Prolaps der Vagina, Schmerz und Tenesmus der Harnblase mit reichlicher und haeufiger Harnausscheidung unter heftigem Schmerz. Filix wurde abgesetzt, und dann linderte Chimaphila. Die Symptome kehrten danach nicht zurueck, ausser nach vielem Gehen und Stehen. Hering sagt, die beste Zeit, das Mittel zur Austreibung des Bandwurms zu geben, sei im Sommer, wenn die frische Wurzel zu bekommen ist. Wenn eine Unze der geriebenen Wurzel am Vormittag gegeben wird, geht der Bandwurm gewoehnlich am Nachmittag ab. Zu den Leitsymptomen gehoeren: Bleiches Gesicht mit blauen Ringen um die Augen; nagende, bohrende Schmerzen im Bauch, < nach suessen Dingen. Blindheit ist in mehreren Faellen durch Atrophie des Sehnervs verursacht worden. C. S. Spencer berichtet diese Wirkung nach der Einnahme von Kapseln, die jeweils zehn Minims des Oels des Wurmfarns gegen Bandwurm enthielten: "Ein Gefuehl von Uebelkeit; der Bauch wurde schmerzhaft aufgetrieben, mit kolikartigen Schmerzen. Die Menstruation kehrte nach nur einwoechigem Ausbleiben zurueck und hielt drei Wochen lang reichlich an. Sehr krank nach dem Essen. Der Wurm wurde beseitigt, und die Kapseln wurden abgesetzt, als diese Symptome abklangen.
Teste hat es mit Erfolg in einem Fall von heftiger Dyspnoe ohne Husten angewendet, mit Stichen in der Herzgegend und undeutlichen Symptomen einer Perikarditis. Die Patientin war eine junge Dame von lymphatisch-nervoesem Temperament und durch lange Krankheit sehr geschwaecht.
Beziehungen
Vergleiche: Areca, Granat., Kousso und Cuc. pep. sem. (Bandwurm); Gels., Carb. s., Ben. din. (Sehen). Teste stellt Filix mas in seine Ipecac.-Gruppe zusammen mit Nux vom., Ant. crud., Ant. tart., &c.
1. Gemuet
Reizbar und verdriesslich. Verwirrung, Stupor, Koma.
2. Kopf
Schwindel.
3. Augen
Blindheit; zuerst Mydriasis und Amaurose bei normalem Fundus; acht Tage spaeter Atrophie des Sehnervs. Unbeweglichkeit der Pupille. Nach heftigem Erbrechen und Diarrhoe ein soporoeser Zustand, dreissig Stunden andauernd; beim Erwachen war ihr l. Auge blind, und das r. Auge hatte etwas von seiner Sehschärfe verloren. Nachdem sie im Dunkeln gehalten worden war, kehrte die Lichtwahrnehmung des l. Auges nach achtundvierzig Stunden zurueck, und Genesung trat ein.
5. Nase
Juckreiz der Nase.
6. Gesicht
Bleiches Gesicht; blaue Ringe um die Augen.
11. Magen
Uebelkeit. Krank nach der Nahrungsaufnahme.
12. Bauch
Aufblaehung des Bauches. Nagen und Bohren im Darm, < Essen suesser Dinge. Grosser Schmerz im Bauch, mit Diarrhoe und staendigem Erbrechen.
13. Stuhl und Rektum
Erfolgloser Stuhldrang. Breiige Stuehle. Heftiges Erbrechen und Diarrhoe. Wurmsymptome, bes. mit Obstipation. Wurmkolik.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Menstruation angeregt. Die Menstruation kehrte nach fast einwoechigem Ausbleiben zurueck und hielt drei Wochen lang reichlich an. Prolaps der Vagina; mit Schmerzen und Tenesmus der Harnblase und reichlichem, haeufigem Harnabgang mit inneren Schmerzen (gelindert durch Chimaph.). Fehlgeburt. Sterilitaet.
24. Allgemeines
Grosses Gefuehl von Schwaeche, Zittern, krampfartige Gefuehle in Haenden und Fuessen. Somnolent, mit krampfartigen Symptomen, endend mit dem Tod.
26. Schlaf
Soporoeser Zustand.
27. Fieber
Heftiger Schuettelfrost, Fieber, grosser Schmerz im Bauch mit Diarrhoe und staendigem Erbrechen.