Ferrum Muriaticum.
By John Henry Clarke — Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker
Ferrum Chloratum. Eisenchlorür oder Dichlorid. Fe Cl 2 , 4 H 2 O. (Kristalle.) Tinktur, bestehend aus 25 Teilen Kristallen auf 225 Teile Alkohol.
Klinisches
Anämie / Angina tonsillaris / Verstopfung / Krämpfe / Diabetes / Diarrhö / Dyspareunie / Dyspepsie / Dysenterie / Hämorrhagien / Kopfschmerz / Marasmus / Neuralgie / Pleuritis / Rachitis / Rheumatismus / Skrofulose / Milz, Vergrößerung der / Typhusfieber / Erbrechen / Würmer
Charakteristika
Fer. mur. ist die flüssige Zubereitung von Eisen, die unter dem Namen „Steel Drops“ in der allopathischen Praxis zur Behandlung der Anämie am häufigsten verwendet worden ist. Unsere Kenntnis ihrer Eigenschaften stammt hauptsächlich aus Überdosierungen, mit einigen Arzneimittelprüfungen und klinischen Beobachtungen. Fer. mur. ist hauptsächlich ein rechtsseitiges Mittel, das Neuralgie und Kopfschmerz der rechten Seite von Gesicht und Kopf sowie Rheumatismus der rechten Schulter verursacht. Andererseits wirkt es auf die Milz und verursacht Schmerz im linken Hypochondrium. Wie andere Eisenpräparate wirkt es auf das Blut und verursacht Hämorrhagien aller Art. Bei der Venesektion ist das Blut auffallend schwarz und dick, so dass man es nur mit Mühe zum Fließen bringen kann. Schwäche, Unruhe und Nervosität. Giftige Dosen haben Konvulsionen verursacht. Vaskuläre und nervöse Reizbarkeit nach Hämorrhagien; < durch Essen, und besonders durch Eier. Krampfartiger Husten, > durch Essen. Die meisten Symptome sind < durch Bewegung; < während der Nacht und morgens. Druck <. Folgen mechanischer Verletzung. Kälte und Hitze wechseln ab; kalter, ängstlicher Schweiß, mit Muskelkrampf; stark riechender Nachtschweiß.
Beziehungen
Vergleiche: Chi.; Nat. m.; Sang. (Schultern); Fe. picric. (Prostatadrüse); andere Eisenpräparate.
1. Gemüt
Redseligkeit. Depression.
2. Kopf
Schwindel mit Vergrößerung der Milz. Starke neuralgische Schmerzen in der rechten Schläfe und rechten Gesichtsseite. Kopfschmerz, mit Askariden. Schmerz im Hinterkopf beim Husten.
3. Augen
Augen injiziert. Helle Rötung der Lidränder.
6. Gesicht
Blässe des Gesichts, rote Flecken auf bleichen Wangen. Hitzewallungen. Gesicht geschwollen und livide.
8. Mund
Fader, schaler Geschmack. Trockener Mund. Feste Speisen schmecken trocken und fade. Zunge sehr stark belegt. Zunge geschwollen und vorgestreckt, mit zähem Schleim aus dem Mund. Gaumen und Mundinneres sehen verbrannt und wie abgebrüht aus.
9. Hals
Äußerst starkes Gefühl von Brennen und Zusammenschnürung im Hals. Angina tonsillaris.
11. Magen
Appetitlosigkeit; morgens. Unlöschbarer Durst oder Durstlosigkeit. Verlangen nach Säuren. Abneigung gegen Fleisch oder alles Saure. Saures Aufstoßen, bes. nach fester Nahrung. Gallige Aufstöße nach fetter Nahrung. Erbrechen nach dem Essen; nach dem Essen von Eiern. Magen etwas aufgetrieben. Hand an die Magengegend geheftet, als den hauptsächlichen Sitz des Schmerzes.
12. Bauch
Starker Schmerz im linken Hypochondrium; zeitweise nachts. Milz vergrößert und druckempfindlich. Krampfartige Zusammenschnürung der Bauchmuskeln, als ob der Bauch eingeschnürt wäre, bes. beim Bücken, so dass er sich nur langsam aufrichten kann. Großer Schmerz entlang der ganzen Länge des Kolons, < durch Druck und jede Bewegung des Körpers. Unterbauch geschwollen und sehr empfindlich, bes. oberhalb der Schambeine. Durchbohrende Schmerzen im Unterbauch.
13. Stuhl und Anus
Diarrhö, mit Schmerzen in den Extremitäten. Chronische Diarrhö, mit Appetitlosigkeit und rascher Abmagerung. Diarrhö, mit Darmkatarrh bei Typhusfiebern, auch übelriechende, entkräftende Abgänge. Dysenterische Diarrhö, mit beträchtlichem Schmerz, Tenesmus, Stühlen aus Blut und membranösen Fetzen. Stühle dunkel, tintenschwarz, reichlich. Hartnäckige Verstopfung. Trockener Husten, der in Würgen endet; Juckreiz der Nase und des Anus, Enuresis, Kopfschmerz, Neuralgie, Nervosität; Askariden. Askariden, gleichzeitig mit blutenden Hämorrhoiden.
14. Harnorgane
Diabetes mellitus. Chronische Affektionen der Blase. Hämaturie, Hämorrhagie aus Harnröhre oder Nieren. Gewohnheitsmäßige Ausscheidung von Phosphaten im Urin. Enuresis. Fast vollständige Retention. Spärlicher Urin. Ablagerung hellroter Kristalle.
15. Männliche Geschlechtsorgane
Vergrößerte Prostatadrüse.
16. Weibliche Geschlechtsorgane
Während des Koitus Wundheit und schneidender Schmerz in der Vagina; Mangel an lustvoller Empfindung. Metrorrhagie; Dysmenie; Leukorrhö.
17. Atmungsorgane
Atmung stertorös; Erstickung drohend, Einatmung bes. schwierig. Morgens krampfartiger Husten mit Auswurf von durchsichtigem, zähem Schleim, sofort > durch Essen kleiner Mengen Nahrung. Trockener Husten, der in Würgen endet. Beim Husten: Schmerz im Okziput; Schmerz wie geprellt in der Brust; Stiche in der Brust. Pleuritische, stechende Schmerzen in der Brust, Fieber, starker Husten mit spärlichem Auswurf, Exsudation innerhalb der Pleura; große Schwäche und Abmagerung.
19. Herz
Herzleiden mit Hektik; schneller, oberflächlicher Atemhusten; unwillkürliches Seufzen; Dyspnoe durch leichte Anstrengung; schmerzhaftes Ziehen und Ausdehnen um die Herzspitze; stürmisch flatternder Herzschlag; kleiner, fadenförmiger Puls; zeitweise doppelt oder intermittierend. Chlorose; muskuläre Schwäche; schwacher Kreislauf.
21. Extremitäten
Schwäche, die zwingt, sich hinzulegen. Plötzliche Krämpfe und Verkrümmung der Extremitäten.
22. Obere Extremitäten
Paralytisches Reißen im Schultergelenk, Arm, Schlüsselbein und in den Muskeln, das es unmöglich macht, den Arm zu heben; > durch sanfte Bewegung. Leicht ziehender Schmerz in der Schulter, gefolgt von reißenden, stechenden Schmerzen, die bis zu den Ellbogen ausstrahlen; paralytische Lähmigkeit des Oberarms; Schmerz < durch die geringste Bewegung; < nachts, treibt ihn aus dem Bett; leicht > durch Umhergehen; keine Schwellung. Akuter entzündlicher Rheumatismus des rechten Schultergelenks, Schmerz tief in der Gelenkpfanne, der Bewegung verhindert. Mechanische Verletzung des Schultergelenks, mit rheumatischer Lähmigkeit.
23. Untere Extremitäten
Krampf in den Waden, bes. nachts im Bett. Großes, tiefes Geschwür in der linken Wade, Zentrum schwarz und hart. Ödematöse Füße, ziehende, reißende Schmerzen, bes. beim Beginn des Gehens; nach Metrorrhagie.
25. Haut
Phagedänische Geschwüre.