Laburnum

von John Henry ClarkeDer Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker

Cytisus laburnum. N. O. Leguminosæ. Tinktur oder Verreibung der Samen. Tinktur der frischen Rinde.

Klinisches

Konvulsionen / Augen, Affektionen der / Hydrocephalus / Schwindel

Charakteristika

Alle Teile dieses bekannten Zierbaums sind giftig; unsere Kenntnis darüber stammt hauptsächlich aus zufälligen Vergiftungen von Kindern, die die erbsenähnlichen Samen und Hülsen gegessen hatten. Hier ein typischer Fall: W. G., æt. 10, aß acht bis zehn Samen. Fünf oder zehn Minuten danach begann er zu schwitzen, wurde aber bald kalt und fröstelnd, Haut bleich, Puls kaum wahrnehmbar, allgemeiner Kollaps. Pupillen erweitert, er ist schläfrig und schwindlig, aber ohne Schmerzen. Brechmittel und Branntwein wurden gegeben, doch nach einer Stunde davon trat keine Besserung ein. Nun wurde ein Klistier mit heißem, starkem Kaffee gegeben, der Patient in Decken gehüllt und heiße Flaschen angelegt. Der Kollaps ging dann allmählich zurück (Brit. Med. Jour., Sept. 26, 1891). Der Schwindel ist intensiv und in manchen Fällen eigentümlich: „Ständiger Schwindel, selbst im Liegen; wenn sie versuchte, aufrecht zu sitzen, fiel sie sofort wieder zurück.“ In einem Fall war der Kopf starr nach hinten geworfen. Kopf heiß. Konvulsionen, Bewusstlosigkeit, Schläfrigkeit und psychische Gleichgültigkeit waren führende Merkmale; auch muskuläre Zuckungen im Gesicht wurden vermerkt. Pupillen erweitert; in zwei Fällen waren sie ungleich erweitert. Diese Patienten waren zwei Jungen, die durch die Wurzel eines alten Baums vergiftet worden waren; sie hatten sehr seltsame, wellenförmige Bewegungen der Arme und krampfhaftes Anziehen der Beine, zuerst des einen Beins, dann des anderen. Ein Junge, der die grünen Zweige gegessen hatte, wurde von Erbrechen, Schmerz im Magen und Kollaps befallen; es bestand keine Diarrhö, aber Tenesmus und Erektionen. Nach einigen Stunden ließ er 300 Gramm grasgrünen Harn, wonach er sich > fühlte. Der Harn nahm bald nach dem Wasserlassen eine natürliche Farbe an.

Beziehungen

Antidotiert durch Kaffee und Stimulanzien, heiße und kalte Duschen auf die Brust. Vergleiche: Nux; Gels. (> durch reichliches Wasserlassen).

1. Gemüt

Keine Angst; bemerkenswerte Gleichgültigkeit gegenüber allem um ihn herum. Wenn man ihn ansprach, schien er stumpf und teilnahmslos; wenn er durch Schütteln geweckt und befragt wurde, antwortete er durch Nicken oder Kopfschütteln. Stupor.

2. Kopf

Ständiger Schwindel selbst im Liegen; wenn sie versuchte, sich aufzusetzen, fiel sie sofort zurück. Schwindlig, drehte sich vollkommen im Kreis vor und während des Erbrechens. Taumelte, rollte den Kopf von einer Seite zur anderen, Augen geschlossen. Der Schwindel hinderte ihn am Gehen, doch konnte er aufrecht sitzen. Kopf starr nach hinten geworfen. Kopf heiß. Kopfschmerz. Schmerz in Kopf und Bauch.

3. Augen

Augen: matt, glanzlos; von livider Zone umgeben; eingesunken. Augenlider nur halb offen; meist geschlossen. Pupillen: stark erweitert, reagieren aber auf starkes Licht; ungleich erweitert; leicht kontrahiert; träge.

6. Gesicht

Ausdruck ängstlich. Gesicht: bleich, kalt, mit mattem Ausdruck; bleich und Ausdruck starker Schmerzen, von Zeit zu Zeit verstärkt durch eine Folge krampfartiger muskulärer Kontraktionen nach dem Schmerz; totenbleich mit blauen Lippen. Zuckungen der Gesichtsmuskeln (und des Halses); mit Brechanstrengungen.

8. Mund

Leichtes Schäumen am Mund. Bleiche, glasige Zunge. Zunge trocken, glasig und rot. Trockenheit des Mundes; und des Halses. Lippen ausgetrocknet. Sprache sehr undeutlich.

9. Hals

Brennen im Hals mit großem Durst.

11. Magen

Beeinträchtigter Appetit. Übermäßiger Durst. Gieriger Durst, griff mit Begierde nach Flüssigkeiten, packte das Gefäß mit beiden Händen und leerte es. Ständige Übelkeit und Aufstoßen. Erbrechen, Schmerz im Magen, Kollaps; keine Diarrhö, aber Tenesmus und Erektionen; gefolgt von reichlichem Wasserlassen. Einer erbrach wiederholt während zwölf Stunden, ein anderer zwei oder drei Stunden; im letzteren Fall waren die übrigen Symptome viel heftiger. Nichts blieb im Magen, selbst Wasser oder Eis wurde fast sofort wieder ausgeworfen. Brennender Schmerz im Epigastrium. Krampfartige Empfindung in der Magengegend.

12. Bauch

Bauch aufgetrieben; tympanitisches Gefühl. Blähungsauftreibung. Kolik < durch Druck.

13. Stuhl

Diarrhö: gefolgt vom Aufhören der Konvulsionen; mit Tenesmus und leicht blutigem Stuhl. Er erbrach nie, wurde aber stark abgeführt. Wässrige Flüssigkeit mit eigentümlichem Geruch floss ständig unwillkürlich aus dem Darm ab. In der rohen Form färbt es die Stühle und verleiht ihnen entweder ein grünes, lehmfarbenes oder dunkles Aussehen. Der Darm wird fast immer verstopft. Tenesmus und Erektionen. (Ausgeprägte Erleichterung bei Verstopfung infolge von Druck auf das Rektum. Cooper.)

14. Harnorgane

Nach einigen Stunden ließ er 300 Grain grasgrünen Harn und fühlte sich danach >. Der Harn nahm beim Stehen bald eine natürliche Farbe an.

15. Männliche Geschlechtsorgane

Tenesmus und Erektionen.

17. Atmungsorgane

Atmung: stertorös; nach dem Fieber beschleunigt; gehetzt und mühsam; langsam, Ausatmung sehr ausgeprägt verlängert.

19. Herz

Herztätigkeit rasch und zitternd. Leichte Zunahme des Pulses, und auch die Atembewegungen sind beschleunigt; dies ist vorübergehend, der Puls fällt bald unter normal; Mattigkeit und Neigung zum Schlaf folgen. Puls alarmierend schwach.

21. Extremitäten

Zucken und Zittern der Extremitäten. Extremitäten schwach und kalt.

23. Untere Extremitäten

Einige hatten ein eigentümliches Zucken in ihrem Gang.

24. Allgemeines

Konvulsionen. Bewusstlos, sehr seltsame wellenförmige Bewegungen der Arme hin und her; hin und wieder die Beine, zuerst eines, dann das andere, krampfhaft angezogen. Vollständiger Kollaps mit großer Unruhe; dabei vollkommenes Bewusstsein. Äußerste, unbezähmbare Unruhe, endend in unaufhörlicher, beinahe rasender Jaktation. Fühlte sich einer Ohnmacht nahe und schwindlig.

26. Schlaf

Bemerkenswert schläfrig. Vorübergehende Somnolenz und Mattigkeit, doch dies ging bald vorüber und hinterließ ausgeprägte Schlaflosigkeit, die die ganze Nacht dauerte.

27. Fieber

Körperoberfläche bleich, bemerkenswert kalt, beinahe wie Marmor; zugleich große Abneigung gegen die geringste Bedeckung. Subnormale Temperatur. Haut sehr kalt und klamm. Hin und wieder erschütterten schwere Schüttelfröste seinen Körper. Haut mit klammem Schweiß bedeckt. Kalter Schweiß, Erbrechen, Schwindel, vorangegangen von leichtem Unwohlseinsgefühl und gefolgt von hohem Fieber.

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