VACCININUM.
By Timothy F. Allen — Enzyklopädie der reinen Materia Medica
Die Lymphe der „Kuhpocken“. Zubereitung, Verreibungen.
Quellen.
1 , Schuklitsch, A. H. Z., 4, S. 12, verabreichte einem Kind die 4. Verd.; 2 , Richard Kanstätt, Yearbook, 1847 (A. H. Z., 45, S. 373), Wirkungen bei Kindern durch Aussaugen von Impfblattern anderer Kinder; 3 , Le Normand, Hygea, 10, S. 68 (ebd.), ein Kind im Alter von zehn Monaten nahm acht Tage hintereinander einige Kügelchen der 12. Verd.; 4 , Dr. Hencke, A. H. Z., 45, 373, gab einem Kind im Alter von acht Monaten einen Tropfen Lymphe aus einer gesunden Vakzination, mit 100 Tropfen destilliertem Wasser verdünnt und gut geschüttelt; 5 , W. R. Power, M.D. Philad. Journ. of Hom., Bd. i, 1852-3, S. 493, hatte in der Kindheit durch Inokulation die Blattern durchgemacht und sich im Alter von zwanzig Jahren selbst vakziniert, worauf er zwanzig oder mehr Impfblattern, Fieber usw. bekam; am 12. Juli begann er, während er einen schweren Blatternfall betreute, morgens 2 oder 3 Gran der 3. Dezimalverreibung von Vaccinin zu nehmen, dasselbe eine Stunde vor oder nach dem Abendessen und nochmals beim Zubettgehen; 6 , L. W. Berridge, Am. Journ. of Hom. Mat. Med., Bd. viii (neue Ser. iv), S. 126, ein ungeimpftes Kind nahm eine Gabe von 1600 (Fincke), später wurde ihm zweimal 1600 in den Arm inokuliert, und jedesmal trat derselbe Ausschlag auf.
GEMÜT
- Üble Laune mit unruhigem Schlaf (zweiter Tag), 1.
KOPF
- Leichter frontaler Kopfschmerz (sechster Tag); stark vermehrt (siebter, achter und neunter Tag), 5.
MUND
- Trockener Mund und trockene Zunge (fünfter Tag); stark vermehrt (sechster, siebter, achter und neunter Tag), 5.
MAGEN
- Appetit verschwunden und Widerwillen gegen Geschmack, Geruch und Anblick von Nahrung (neunter Tag), 5.
HERZ UND PULS
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Gesteigerte Tätigkeit der arteriellen Zirkulation (neunter Tag), 5.
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Stärkere tatsächliche Manifestation fieberhafter Tätigkeit von Herz und Arterien als an irgendeinem der vorhergehenden Tage (achter Tag), 5.
RÜCKEN
- Rückenschmerz (sechster Tag); stark vermehrt (siebter, achter und neunter Tag), 5.
EXTREMITÄTEN
- Leichte, aber deutlich ausgeprägte Wundheit der unteren Extremitäten, als ob sie erhitzt oder überanstrengt wären (sechster Tag); dumpf schmerzendes Gefühl in den unteren Extremitäten bis zu einer beinahe völligen Unfähigkeit, bei meiner täglichen Beschäftigung umherzugehen, und nicht besser zu beschreiben als mit der Bezeichnung eines Knochenbruchgefühls, d. i. , meine Beine schmerzten übermäßig, und zu diesem Schmerz gesellte sich das Gefühl, als ob die Knochen einem Zermalmungsprozess unterworfen würden (siebter Tag), 5.
ALLGEMEINES
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Unruhe, 3. [10.]
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Ein leichtes, aber bestimmtes Gefühl allgemeinen „Unwohlseins“ (dritter Tag); Zunahme der gestrigen Beschwerden (vierter Tag); bedrückende Zunahme (fünfter Tag), 5.
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Etwas Abgeschlagenheit, Mattigkeit und Unruhe (fünfter Tag); stark vermehrt (sechster, siebter, achter und neunter Tag), 5.
HAUT
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Ein allgemeiner, den Kuhpocken ähnlicher Ausschlag, von dem andere Kinder mit Erfolg geimpft wurden, 2.
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Kleine Pickel entwickelten sich an der Impfstelle (die gewöhnliche Impfung war nach sechs Wochen erfolglos), 1.
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Rote Pickel oder Flecken an verschiedenen Körperteilen, am deutlichsten bei Wärme (nach zwei oder drei Tagen), 6.
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Am vierten Tag entwickelten sich im Gesicht kleine, leuchtend rote Pickel, die sich am folgenden Tag zu Bläschen von perlenartigem Aussehen mit eingedrückten Spitzen und von roten Areolen umgeben bildeten; am achten Tag war das Kind sehr unruhig, schrie und weinte und ließ sich nicht beruhigen, wollte ständig getragen werden; war schlaflos, mit fieberhafter Hitze, schnellem Puls, Durst, dem Verlangen, ständig zu saugen, ohne viel zu trinken; Verstopfung, hochfarbiger Harn; die Pocken waren elastisch, gespannt, hart, perlenartig; mit entzündlicher Rötung und Schwellung des übrigen Gesichts; am zehnten Tag verschwanden Entzündung und Schwellung des Gesichts, das Kind wurde ruhig, und das Fieber verminderte sich; an Stirn und Nase wurden die Pocken konfluierend, sahen trüb aus, waren mit eitriger Flüssigkeit gefüllt und etwas eingeschrumpft; am elften Tag platzten die Pusteln auf und entleerten eine eitrige Materie, die gelblich-braune Schorfen bildete, welche später dunkel wurden; diese eiterten und nässten lange Zeit, heilten allmählich in etwa vierzehn Tagen ab; der ganze Verlauf war dem der crusta lactea ähnlich; nachher war das Kind sehr wohl, hatte aber noch auf Stirn und Wangen einige kleine, sehr weiße Flecken ohne Narben; spätere wiederholte Impfungen in Abständen von sechs Monaten waren wirkungslos, 4.
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Kleine rote Pickel an verschiedenen Teilen der Haut (spätere wiederholte Impfung war wirkungslos), 3.
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Ein kribbelndes Brennen in der Haut am ganzen Körper, ähnlich dem Gefühl eines Ausschlags von Fieberbläschen an Lippen, Nase, Wange usw., wobei das Gefühl in der Haut der Stirn und des unteren und vorderen Teils der behaarten Kopfhaut sehr, ja am stärksten intensiv war; bei Betrachtung im Spiegel zeigte sich, dass diese Hautpartien „mit einer scharlachroten Röte oder Effloreszenz überhaucht waren, dem Aussehen nach ganz genau jener gleich, die ich stets als den unmittelbarsten Vorläufer und das sichere Zeichen eines unmittelbar bevorstehenden Variolenausschlags gesehen habe“ (neunter Tag), 5.