ARUM DRACONTIUM.
By Timothy F. Allen — Enzyklopädie der reinen Materia Medica
Arum Dracontium, Linn.
Natürliche Ordnung , Araceæ.
Gebräuchlicher Name , Grüner Drache oder Drachenwurzel.
Quelle.
C. P. Hart, M.D., Am. Hom. Obs., 1875, S. 537.
Etwas mehr als 1 Unze des ausgepreßten Saftes wurde mit 9 Unzen reinem Saccharum lactis gemischt und als „Matrix“ bezeichnet. Daraus wurde in gewöhnlicher Weise eine 1. Dezimalverreibung hergestellt.
- Juli. Arzneiprüfer, æt. sechsunddreißig Jahre, nahm 10 Gran 1/10. Um 2 P.M. Puls 74, voll, weich und regelmäßig. Nach fünf Minuten eigentümliches scharf-reizendes Gefühl in Mund und Hals, aber nicht so ausgeprägt, daß es unangenehm war. Das Herz schlug so heftig, daß es die Wände des Brustkorbs erschütterte. Puls 80, voll, hart und etwas stoßweise.
2.15 P.M. Kribbeln oder leichtes Stechen in Fingern und Zehen, wie bei behinderter Zirkulation. Puls 80, klein und unregelmäßig; die Arterie scheint unter dem Finger wegzurollen und erfordert beträchtlichen Druck, um richtig gezählt zu werden.
2.45 P.M. Feines Kribbelgefühl in der ganzen rechten Hand, die wärmer und röter als die linke ist und etwas geschwollen erscheint. Puls 80, mäßig voll und regelmäßiger.
7 P.M. Einschießender Schmerz im linken vorderen unteren Halsdreieck, nahe dem Schlüsselbein; dumpfer Schmerz im linken Unterarm, in der linken Hand und im rechten Oberarm. Puls 74, voll und nahezu natürlich, aber eher schwach und unregelmäßig.
7.20 P.M. Scharfe einschießende Schmerzen am Griffelfortsatz der rechten Ulna; die rechte Hand bleibt noch etwas gerötet und geschwollen. Ging um 9 P.M. zu Bett und schlief fest bis 7 A.M. Der Kopf fühlt sich schwer an und schmerzt leicht im Hinterhaupts- und rechten Scheitelbereich. Der Hals fühlt sich etwas wund an, und bei jeder tiefen Exspiration ist Schleimrasseln im Kehlkopf vorhanden; dieses verschwand jedoch nach dem Aufstehen und Umhergehen.
- Juli, 8 A.M. Eine halbe Stunde nach dem Frühstück einschießende Schmerzen im rechten Ohr; sie sind vorübergehend, aber häufig, und hinterlassen ein Gefühl von Fülle und leichtem dumpfem Schmerz im Mittelohr.
9 A.M. Nahm 15 Gran „Matrix“. Verspäteter und unzureichender Stuhl.
9.15 A.M. Aufstoßen von Gas aus dem Magen; feines Kribbeln oder Prickeln in Händen und Füßen, besonders rechts; einschießender Schmerz den rechten Oberschenkel hinab; Röte der Hände und des Gesichts; Herztätigkeit gesteigert, aber nicht so heftig wie nach Einnahme der ersten Dezimalverreibung gestern; dumpfer Schmerz im rechten Oberarm.
9.35 A.M. Reichlicher halbflüssiger Stuhl, mit viel Blähungen; auch Aufstoßen mit Geschmack nach dem Arzneimittel; kleine Schleimansammlung im Hals, deren Heraufbeförderung durch Husten ein leichtes Schleimrasseln im Kehlkopf hervorruft; Neigung zu schlucken infolge von Schleimüberschuß, aber nicht das unangenehme scharf-reizende Gefühl im Hals, wie ich erwartet hatte.
10 A.M. Puls 74, voll, weich und regelmäßig. Gefühl von Wärme und Fülle im linken Mittelohr, ähnlich dem, was um 8 A.M. im rechten empfunden wurde, jedoch keine einschießenden Schmerzen; wahrscheinlich entsteht dieses Symptom durch eine Ansammlung von Schleim in der linken Eustachischen Röhre.
10.20 A.M. Das Ohrsymptom hat die Seite gewechselt; Wärme und Fülle jetzt im rechten Ohr; linkes Ohr normal. Die Neigung zu schlucken hat nachgelassen, aber ein leichtes Unbehagen im Hals und eine Neigung zu husten hinterlassen. Der Schluckakt erzeugt leichte Wundheit in den Halsmuskeln und erneuert vorübergehend das Gefühl von Wärme und Fülle in den Ohren, bald im einen, bald im anderen, selten in beiden zugleich. Ich bin überzeugt, daß die Hals- und Ohrsymptome, mit Ausnahme der Wundheit, auf einen Überschuß von Schleim im Hals, Kehlkopf und in den Eustachischen Röhren zurückzuführen sind.
3 P.M. Vermehrte Wundheit des Kehlkopfs und stärkere Neigung zu husten; Brennen der Fußsohlen; Hitze, Trockenheit und Brennen der Augenlider; feiner einschießender Schmerz im Verlauf des linken Samenstrangs.
5 P.M. Widernatürliche Hitze in den Handflächen; lockerer Husten mit Wundheit im Hals, der einen milden Anfall von katarrhalischer Angina täuschend nachahmt; die Wundheit ist nicht sehr ausgeprägt, außer während des Schluckakts; es besteht ein Gefühl von Trockenheit und Brennen im Hals, eine Art Wundheitsgefühl, mit einem Gefühl von Fülle, nicht eigentlich schmerzhaft, aber lästig genug, um fortwährend die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und erzeugt eine ständige Neigung, den Hals durch Schlucken, Husten oder Räuspern frei zu machen.
9.30 P.M. Ging zu Bett und schlief in der ersten Hälfte der Nacht gut, erwachte aber gegen Mitternacht mit großer Beklemmung der Atmung, einer Art asthmatischen Anfalls, der jedoch bald vorüberging und beträchtliches Schleimrasseln im Kehlkopf und im oberen Teil der Trachea zurückließ. Ich bemerkte, daß das Wundheitsgefühl im Hals und die Schmerzhaftigkeit in der Kehlkopfgegend, die beim Zubettgehen vorhanden gewesen waren, fast vollständig verschwunden waren. Den Rest der Nacht schlief ich schlecht. Am Morgen hustete ich eine kleine Menge Schleim aus. Zu dieser Stunde (7 A.M.) kein Schleimrasseln, außer bei forcierten Exspirationen; die übermäßige Sekretion ist jetzt auf den Kehlkopf beschränkt, kann aber deutlich gehört werden, sobald die Exspirationen verlängert werden.
- Juli, 8 A.M. Natürlicher Stuhlgang; keine Flatulenz.
9 A.M. Nahm 30 Gran „Matrix“. 10 A.M. Gelegentliches Aufstoßen von Gas aus dem Magen; Ohrsymptome wie zuvor vermerkt, jedoch nicht so ausgeprägt; seit der letzten halben Stunde feine stechende oder kribbelnde Empfindungen in Füßen und Händen, beginnend im rechten Fuß und danach in regelmäßiger Folge die rechte Hand, den linken Fuß und die linke Hand betreffend; gelegentliche einschießende Schmerzen traten während derselben Zeit in folgender Reihenfolge auf: rechte Jochbeingegend, rechter äußerer Knöchel, Thenar des rechten Daumens, linke Jochbeingegend. Puls 84, klein und etwas unregelmäßig. Gelegentliche einschießende und dumpfe Schmerzen längs des rechten Oberarms und des rechten Daumens.
10.30 A.M. Dumpfer Schmerz hinter dem rechten Ohr; auch in der rechten Schulter; leichter dumpfer Schmerz in der Präkordialgegend und den linken Arm hinab; auch im rechten Unterarm und über dem linken Auge; alle diese Schmerzen sind sehr vorübergehend.
11 A.M. Schmerz im Darm durch eingeklemmte Blähungen; Abgang von Blähungen aus Magen und Darm.
12 M. Dumpfer Schmerz entlang der Außenseite des linken Fußes; unmittelbar darauf gefolgt von einem ähnlichen Schmerz im entsprechenden Teil der linken Hand; einschießende und dumpfe Schmerzen im linken Plexus brachialis.
Anmerkung.
-Die meisten Arum-Schmerzen werden an irgendeiner einzelnen Stelle als sehr vorübergehend beobachtet und ziehen längs der Extremitäten, bald in der einen, bald in der entgegengesetzten Richtung; sie sind nicht sehr stechend und liegen ihrem Charakter nach im allgemeinen zwischen dumpfem Schmerz und einschießendem Schmerz. Diejenigen in den Nervenstämmen haben mehr einschießenden Charakter, hinterlassen aber stets ein dumpfes Schmerzgefühl. Seit mehr als zwei Stunden bin ich nie länger als jeweils einige Minuten ganz frei von diesen Schmerzen gewesen und habe nur die auffälligsten notiert. Zunächst waren sie fast ganz auf die rechte Seite beschränkt; jetzt beschränken sie sich hauptsächlich auf die linke. Ich hatte eben einen dieser charakteristischen Schmerzen auf der linken Kopfseite; er begann in der linken Hinterhauptsregion, ließ allmählich nach und erschien nacheinander in der linken Schläfen- und linken Stirnregion wieder. Dieses Mittel wirkt zunächst und vor allem auf das Nervensystem und durch dieses auf die Zirkulation.
12.30 A.M. Puls 74, voll, weich und leicht unregelmäßig.
4 P.M. Unwiderstehlicher Drang zum Wasserlassen; der Harn ist an Menge vermindert, sehr stark gefärbt und wirkt brennend oder stechend auf die Harnröhre.
6 P.M. Große Mattigkeit und gedrückte Stimmung; dumpf-schwerer Schmerz in der Brust; sinkendes Gefühl in der Magengrube; dumpfer Schmerz entlang der Wirbelsäule, besonders zwischen den Schulterblättern und in der Lendengegend; große Schwäche in der Lendengegend; Gefühl äußerster Entkräftung.
Anmerkung.
-Der später gelassene Harn war sowohl in Menge als auch in Beschaffenheit normal. Die zuletzt erwähnten Symptome nahmen weiter zu, bis die Erschöpfung so groß wurde, daß ich gezwungen war, schon um 8 P.M. zu Bett zu gehen. Zu dieser Zeit bestand leichter Schweiß an Hals und Brust, der erste, der während der Arzneimittelprüfung erschien.
- Juli. Erwachte um 6 A.M. sehr erfrischt. Fand mich ziemlich heiser; hustete eine kleine Menge dicken Schleims aus; Hals wund und empfindlich; Schleimrasseln im Kehlkopf während der Exspiration , das beim Aufstehen aufhörte, außer wenn die Exspirationen durch willentliche Anstrengung verlängert wurden. Konjunktiven stark injiziert; Augenlider trocken, steif und an ihren Rändern leicht verklebt, die brennen und stechen.
Anmerkung.
-Die Arzneimittelprüfung wurde den Monat hindurch fortgesetzt, wobei sich nur wenige zusätzliche Symptome entwickelten. Der Stuhl war etwas unregelmäßig, bald leicht verstopft, bald etwas locker, aber niemals bestand eine ausgesprochene Diarrhö. Anfälle von Dyspnoe traten bisweilen auf, mit viel dumpfem Schmerz in der Brust, und waren stets mit beträchtlicher Schleimsekretion im Kehlkopf und in der Trachea verbunden.
Am 10. und auch am 17. einschießende Schmerzen im rechten Ohr, bisweilen sehr heftig.
Am 23. erschien ein aphthöses Geschwür auf der Zunge, und am folgenden Tage wurden Mund und Hals so wund, daß die Arzneimittelprüfung abgebrochen werden mußte. Am 25. wurde sie jedoch durch Einnahme einer Drachme der „Matrix“ wieder aufgenommen; dies erzeugte nachts einen heftigen asthmatischen Anfall und in jeder folgenden Nacht etwa eine Woche lang leichtere Anfälle; dann verschwanden sie völlig, doch habe ich noch immer (1. August) einen lästigen Husten und ein Schleimrasseln im Kehlkopf, was darauf hinweist, daß sich dies als ein wertvolles Mittel bei Kehlkopf-, Bronchial- und Lungenbeschwerden erweisen wird.
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August. Nahm eine Drachme der „Matrix“. Unmittelbare Wirkungen ähnlich den bereits geschilderten.
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August. Tiefe einschießende Schmerzen im rechten Ohr; Husten infolge Kehlkopfreizung, schlimmer nachts und beim Liegen; ständige Wundheit im Hals, Heiserkeit und Schleimrasseln im Kehlkopf.
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August. Ähnliche Symptome, die einschießenden Schmerzen im rechten Ohr treten häufig auf und dauern bisweilen zehn oder fünfzehn Minuten an.
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August. Ähnliche Symptome, die Ohrschmerzen sind noch immer hartnäckig.
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August. Symptome dauern wie zuvor an, mit gelegentlichen einschießenden Schmerzen auch im linken Ohr.
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August. Keine Änderung der Symptome, außer daß ich drei reichliche gallige Stuhlentleerungen hatte, begleitet von dumpfem Schmerz im Bauch und Brennen im Rektum.
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August. Gallige Diarrhö, Borborygmus und Abgang von viel Blähungen aus dem Darm.
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August. Darmtätigkeit regelmäßig; leichtes Brennen in der Harnröhre nach dem Wasserlassen.
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August. Bis vergangene Nacht keine ausgeprägte Änderung der Symptome; hustete die ganze Nacht; am Morgen sehr schlechter Geschmack im Mund; Zunge und Mund mit üblem, schleimigem Schleimbelag belegt, von fauligem Geschmack; aber das wichtigste Symptom war ein eitriger Auswurf , bestehend aus dickem, schwerem, gelblich-weißem Eiter.
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August. Seit dem 12. dieses Monats habe ich diese eitrige Sekretion weiterhin in großen Mengen aus dem Kehlkopf ausgehustet. Vergangene Nacht war ich durch die Schwere und Hartnäckigkeit der Kehlkopfsymptome -heftiger Husten, Heiserkeit, Wundheit im Hals und reichlicher eitriger Auswurf, was meine Ehefrau sehr beunruhigte- so belästigt, daß ich eine Dosis Spongia 3d x nahm, die mich so weit linderte, daß ich eine gute Nachtruhe hatte, die erste seit dem 12. dieses Monats.
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August. Häufig reichlicher Abgang von klarem Harn.
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August. Neigung, tagsüber etwa stündlich Wasser zu lassen; Harnmenge auf das Vier- oder Fünffache der Norm vermehrt; Empfindlichkeit und leichtes Stechen oder Brennen der Harnröhrenmündung, besonders während des Harnlassens. Ausschlag von Pusteln, eine Art Flechte, auf der Nase und eine Stelle von Urtikaria am rechten Arm nahe dem Ellenbogen.
Anmerkung.
-Während der Arzneimittelprüfung, i. e. , während der letzten vier oder fünf Wochen, war ich vollständig frei von einem unerträglichen Juckreiz des Skrotums -einem chronischen Pruritus- seit zehn oder zwölf Jahren. Ich habe während dieser Zeit auch eine große Verminderung und die meiste Zeit sogar ein völliges Fehlen des Geschlechtstriebs bemerkt; Penis schlaff und erschlafft. Dieser Zustand der Geschlechtsorgane und eine leichte Reizung des Kehlkopfs sind die einzigen pathogenetischen Symptome, die an diesem Datum (22. August) noch vorhanden sind.