Calcarea Ostrearum
By H.C. Allen — Leitsymptome wichtiger Mittel der homöopathischen Materia Medica
Mittlere Schicht der Austernschale. (Calciumcarbonat)
Leukophlegmatisch, blondes Haar, heller Teint, blaue Augen, helle Haut; Neigung zu Fettleibigkeit in der Jugend. Psorische Konstitutionen; bleich, schwach, furchtsam, beim Gehen leicht ermüdet. Geneigt, fett zu werden, korpulent, schwerfällig. Kinder mit rotem Gesicht, schlaffen Muskeln, die leicht schwitzen und sich infolgedessen leicht erkälten. Große Köpfe und Bäuche; Fontanellen und Suturen offen; Knochen weich, entwickeln sich sehr langsam. Verkrümmung der Knochen, besonders der Wirbelsäule und der langen Knochen; Extremitäten krumm, deformiert; Knochen unregelmäßig entwickelt. Der Kopf schwitzt im Schlaf reichlich und durchnässt das Kissen weithin (Sil., Sanic.). Reichlicher Schweiß, meist am Hinterkopf und Hals oder an der Brust und am oberen Teil des Körpers (Sil.). Schwierige und verzögerte Zahnung mit dem charakteristischen Kopfschweiß und offenen Fontanellen. Sowohl während der Krankheit als auch in der Rekonvaleszenz großes Verlangen nach Eiern; Verlangen nach unverdaulichen Dingen (Alum.); Abneigung gegen Fleisch. Übersäuerung des Verdauungstraktes; saures Aufstoßen, saures Erbrechen, saurer Stuhl; saurer Geruch des ganzen Körpers (Hep., Rheum.). Mädchen, die fleischig, vollblütig sind und zu rasch wachsen. Menstruation zu früh, zu stark, zu lang anhaltend; mit nachfolgender Amenorrhö und Chlorose bei spärlicher oder unterdrückter Menstruation. Frauen: Menstruation zu früh, zu stark; Füße gewohnheitsmäßig kalt und feucht, als hätten sie kalte feuchte Strümpfe an; im Bett fortwährend frierend. Die geringste psychische Erregung bewirkt ein reichliches Wiederkehren des Menstruationsflusses (Sulph., Tub.). Fürchtet, sie werde den Verstand verlieren, oder die Leute würden ihre Verwirrung bemerken (Act.). Lungenkrankheiten großgewachsener, schlanker, rasch wachsender Jugendlicher; im oberen Drittel der rechten Lunge (Ars. - im oberen linken, Myr., Sulph.); häufiger der Wegweiser zum konstitutionellen Mittel als Phosphorus (vergleiche Tub.). Krankheiten: entstanden aus mangelhafter Assimilation; unvollkommener Ossifikation; Schwierigkeit, gehen oder stehen zu lernen; Kinder haben keine Neigung zu gehen und wollen es nicht versuchen; unterdrückter Schweiß. Wundheit der Fußsohlen durch Schweiß (Graph., Sanic.); Blasen und übelriechender Fußschweiß. Verlangen nach frischer Luft (wenn in einem Zimmer), die belebt, wohltut, stärkt (Puls., Sulph.). Kälte : allgemein; einzelner Teile (Kali bi.); des Kopfes, des Magens, des Bauches, der Füße und Beine; Abneigung gegen kalte Luft im Freien, „geht ihr ganz durch und durch“; empfindlich gegen kalte, feuchte Luft; große Neigung, sich zu erkälten (Gegenteil von Sulph.). Schweiß: an einzelnen Teilen; Kopf, Kopfhaut nass, kalt; Nacken; Brust; Achselhöhlen, Geschlechtsorgane; Hände, Knie; Füße (Sep.). Magengrube geschwollen wie eine umgekehrte Untertasse und druckschmerzhaft. Urämische oder andere Krankheiten, hervorgerufen durch Stehen auf kaltem, feuchtem Pflaster oder durch Arbeiten im Stehen in kaltem Wasser; bei Modellierern oder Arbeitern in kaltem Ton. Fühlt sich in jeder Hinsicht bei Verstopfung besser. Der Stuhl muss mechanisch entfernt werden (Aloe., Sanic., Sel., Sep., Sil.). Schmerzlose Heiserkeit < morgens. Verlangen, magnetisiert zu werden (Phos.).
Beziehungen . - Komplementär: zu Bell., das das Akute von Calc. ist. Calcarea wirkt am besten: vor Lyc., Nux., Phos., Sil. Es folgt auf: Nit. ac., Puls., Sulph. (besonders wenn die Pupillen erweitert sind); darauf folgt Kali bi. bei Nasenkatarrh. Nach Hahnemann darf Calc. nicht vor Nit. ac. und Sulph. angewendet werden; es kann unnötige Komplikationen hervorrufen. Bei Kindern kann es oft wiederholt werden. Bei alten Menschen sollte es nicht wiederholt werden; besonders wenn die erste Gabe genützt hat, wird es gewöhnlich schaden.
Verschlimmerung . - Kalte Luft; nasses Wetter; kaltes Wasser; vom Waschen (Ant. c.); morgens; während des Vollmondes.
Besserung . - Trockenes Wetter; Liegen auf der schmerzhaften Seite (Bry., Puls.).